Die Welt steht unter Wasser
Water Rising (Band 1) - Flucht in die TiefeDie 16-jährige Leyla kennt das Leben nur unter Wasser, Sonnenlicht und Jahreszeiten sind für sie ein Fremdwort. Mit ihrer Familie – ihrem Vater und Opa – lebt sie in London oder viel mehr dem, was unter ...
Die 16-jährige Leyla kennt das Leben nur unter Wasser, Sonnenlicht und Jahreszeiten sind für sie ein Fremdwort. Mit ihrer Familie – ihrem Vater und Opa – lebt sie in London oder viel mehr dem, was unter Wasser noch von London übriggeblieben ist. Ihr Vater wurde unter fadenscheinigen Gründen festgenommen und für Leyla steht fest, dass sie alles dafür tun muss, um ihren Vater zu retten!
Water Rising ist der erste Teil einer Climate-Fiction von London Shah.
London Shah hat einen tollen bildlichen Schreibstil, der es mir ermöglicht hat, die Welt sehr schnell vor meinem inneren Auge aufzubauen und diese Welt stellt eine durchaus interessante dar.
Die 16-jährige Leyla möchte ihren Vater befreien und verlässt dafür ihre Heimat, die bisher ihre einzige Sicherheit darstellte. Mit ihren 16 Jahren ist sie durchaus mutig dargestellt, jedoch ist sie auch mit einiger Naivität geschmückt. Dennoch empfinde ich diese Mischung als absolut passend für das Alter der Protagonistin und für die Situation, in der sie sich befindet. Es wäre schon fast traurig, wenn auch sie so reflektiert und im „echten Leben“ wäre, wie ihre Begleitung, der 16-jährige Ari. Genau durch ihn ergibt sich dann auch eine angenehme Mischung der Charaktere. Ari soll Leyla auf ihrer Reise begleiten. Er ist gerade zu Beginn sehr verschlossen und man merkt ihm an, dass das Leben ihm schon einige Steine in den Weg gelegt hat.
Die beiden Hauptprotagonisten hat die Autorin sehr schön gezeichnet, aber auch die Nebencharaktere wie den Hund Jojo, den Navigator Oscar Wilde und alle weiteren passen sehr gut in die Welt.
Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass mir in manchen Phasen einfach zu viel auf einmal passiert ist. Die Story kam an der Stelle nicht zur Ruhe, aber konnte auch keine Spannung mehr aufbauen, weil es zu diesem Zeitpunkt einfach schon sehr ausgereizt war. Auch das Verhältnis, was mehr und was weniger detailliert beschrieben wird, war für mich an einigen Stellen nicht perfekt gewählt.
Dennoch war Water Rising für mich einmal eine schöne Abwechslung zu meinem ansonsten bevorzugten Genre und dürfte die angesprochenen Adressaten in ein tolles Lesevergnügen befördern.