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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2021

Mittelmäßig

Die Verlorenen
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Nach jahrelanger Funkstille zwischen Jonah und seinem ehemals besten Freund Gavin meldet dieser sich plötzlich wieder und bittet um ein Treffen am Slaughter Quay. Dies entpuppt sich schnell als Falle und ...

Nach jahrelanger Funkstille zwischen Jonah und seinem ehemals besten Freund Gavin meldet dieser sich plötzlich wieder und bittet um ein Treffen am Slaughter Quay. Dies entpuppt sich schnell als Falle und ehe Jonah sich versieht steckt er tief in einer gefährlichen Ermittlung - nur das er selbst als Hauptverdächtiger gilt und das obwohl er keinerlei Wissen über die Geschehnisse hat. Um sich aus dieser Lage zu befreien ermittelt er auf eigene Faust und enthüllt Unglaubliches...



Als begeisterte Thriller- und Krimileserin, die schon viel Positives über Simon Beckett gehört hatte, habe ich mich dazu entschlossen sein neuestes Werk zu lesen, um mir selbst eine Meinung zu seinen Büchern bilden zu können.

Der Plot klingt sehr mysteriös und wirft viele Fragen auf, die zusammengeführt am Ende ein komplettes Bild ergeben könnten. Mit diesen Erwartungen habe ich das Buch begonnen.

Die Geschichte beginnt genau dort wo sie im Klappentext auch ansetzt und sofort ist man als Leser*in mit Jonah in dem Schlamassel und hat genauso wenig Ahnung wie er was das Treffen sollte und wer genau hinter den Erlebnissen am Slaughter Quay steckt. Das gefiel mir insofern gut, dass ich mich so besser in seine Lage versetzen konnte und nachempfinden wie verzweifelt und ratlos er angesichts der ihm entgegengebrachten Anschuldigungen und Verdächtigungen war. Auch wenn ich ein Laie hinsichtlich der Polizeiarbeit bin, fand ich Jonahs Verhalten häufig sehr dilettantisch. Er tappte häufig in einige Fallen und machte sich dadurch noch verdächtiger. Das lag aber auch an den Umständen von denen er wenig bis keine Ahnung hatte, sodass einige Situationen nicht abgeschätzt werden konnten und er diesbezüglich Pech hatte.

Es werden in dem Buch zwei Geschehnisse erzählt, die sich in Vergangenheit und Gegenwart einteilen lassen und in irgendeiner Art und Weise miteinander verknüpft waren. Diese Verbindung ergab sich am Ende des Buches auch wenn der Fall und die damit verbundenen Geheimnisse noch nicht abgeschlossen sind, sodass es sich lohnt den Folgeband zu lesen. Diesen Ansatz fand ich ungemein interessant und habe während des Lesens eigene Vermutungen aufgestellt. Die ganzen Verbindungen zwischen Jonah und Gavin hätte ich aber in dieser Form nie erraten und war umso überraschter was für ein perfider Plan hinter all dem steckte.

Was die Spannung angeht waren die Handlungen mittelmäßig und teilweise plätscherte es auch nur so vor sich her ohne nennenswerte Erkenntnisse zu bringen. Da sehe ich noch deutliches Potenzial und auch in Jonah, der seine ermittlungstechnischen Fähigkeiten ausbauen kann.

Fazit: Zwar fand ich diesen Thriller eher mittelmäßig mit viel Luft nach oben, nichtsdestotrotz werde ich den zweiten Band lesen.

Veröffentlicht am 13.08.2021

Die Geschichte hat Potenzial

Der dunkle Schwarm
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Weit in der Zukunft ist die technologische Entwicklung weit vorangeschritten und den Menschen ist es möglich ihr Bewusstsein über sogenannte Hive-Minds zusammenzuschließen und Informationen miteinander ...

Weit in der Zukunft ist die technologische Entwicklung weit vorangeschritten und den Menschen ist es möglich ihr Bewusstsein über sogenannte Hive-Minds zusammenzuschließen und Informationen miteinander zu teilen. Als plötzlich ein Hive komplett ausgelöscht wird - was eine technische Unmöglichkeit darstellt - wendet sich der Zurückgebliebene Noah an die geheimnisvolle Atlas, die Informationen besitzt, die sie eigentlich nicht haben dürfte. Bei ihren Nachforschungen stellen sie fest, dass hinter einigen einflussreichen Unternehmen dunkle Geheimnisse liegen, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben...

Nach der Cyber Bird Trilogie, die mir sehr gut gefallen hat, war ich mehr als gespannt auf die neue Reihe der Autorin. Vor allem weil ich dank ihrer Trilogie das Genre Science-Fiction für mich entdeckt habe, dem ich davor skeptisch gegenüberstand.

Atlas alias Oracle wird als sehr kalt, unnahbar und egoistisch dargestellt, was ihrer schwierigen Vergangenheit geschuldet ist und sie aus diesem Grund als geradlinigen Charakter darstellt, der weiß was er hat und was er will. Trotz ihrer distanzierten Art mochte ich sie in gewisser Weise . Vor allem machte sie eine Charakterentwicklung durch, die mir sehr zugesagt hat und bei der ich sie gut begleiten konnte.
Noah als Gegenpart ist komplett anders und kontrastiert Atlas gut, da er zwar auch distanziert, aber ehrlich, aufrichtig und altruistisch ist. Aufgrund seines familiären Hintergrund ist er in einer ganz anderen sozialen Schicht aufgewachsen und kann sich gewisse Sichtweisen "leisten" die eher den Privilegierten vorbehalten sind und nicht für die kriminelle Unterwelt und ihren Menschen. Auch wenn er oftmals unsicher scheint kann er Atlas' Herz erweichen und beeinflusst ihre Handlungen positiv was zu einer enormen Charakterentwicklung führt.

Das futuristische World Building war für mich anfangs schwer zu greifen, nach und nach, wenn man mehr Informationen erhält, konnte ich mir die Welt besser vorstellen und die technischen Innovationen passten für mich gut in dieses System.

Etwas mangelhaft empfand ich die rar gesäten Informationen zur Welt und ihren Besonderheiten. Oftmals hatte ich den Eindruck einigen Zusammenhänge nicht vollends zu verstehen, da mir aus meiner Sicht relevante Informationen fehlten, die teilweise später in die Geschichte eingebunden wurden oder auch offen gelassen wurden. Das hat mich doch ziemlich gestört und dadurch konnte ich mir die Handlung nicht vollständig bildlich vorstellen und sie war für mich nicht ganz rund und abgeschlossen. Möglicherweise liegt das auch daran, dass das Buch an sich vergleichsweise dünn ist und mehr Seiten mit Informationen vertragen hätte. Um die Begrenzung des Hörbuchs weiß ich Bescheid.

Die Spannung nimmt im Laufe der Geschichte zu und einige Wendungen und Entscheidungen Atlas' haben mich sehr überraschen und teils schockieren können, sodass ich in gewisser Weise mit gefiebert habe und es kaum erwarten konnte das Ende zu lesen, um zu erfahren wie alles ausgeht.

Fazit: Facettenreiche Geschichte, die für mich nicht ganz klar gestaltet war, da wichtige Informationen fehlten und sich für mich keine runde Geschichte ergab. Dennoch sehe ich Potenzial darin und freue mich auf die Folgebände.

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Eher ein Roman als ein Thriller

Girl A
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Girl A ist die einzige, die einen Fluchtversuch gewagt hat. Damit hat sie alles riskiert und (fast) alles gewonnen. Endlich kann sie das verkommene, trostlose Zuhause und ihren wahnsinnigen Vater mit seinem ...

Girl A ist die einzige, die einen Fluchtversuch gewagt hat. Damit hat sie alles riskiert und (fast) alles gewonnen. Endlich kann sie das verkommene, trostlose Zuhause und ihren wahnsinnigen Vater mit seinem irrationalem Glauben und den abstrusen Regeln hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Viele Jahre später, als sie sich in Sicherheit wähnt, bricht ihre Vergangenheit über sie ein und alles kommt wieder hoch...


Bei dem unglaublichen Klappentext hatte ich die Erwartung mit einem Thriller konfrontiert zu werden, was sich während des Lesens schnell als Trugschluss herausstellte. Sowohl Schreibstil als auch Tempo der Erzählungen wirkten auf mich wie in einem Roman, der Geschehenes darstellt. Allerdings fehlten mich oftmals Spannung und die klassischen Thriller-Elemente, die ich erwartet hatte. Vielmehr plätschert die Handlung so vor sich hin und folgt einem roten Faden. Nur konnte mich diese Erzählweise nur teilweise überzeugen.

Die Geschichte wird aus Alexandras (Girl A ) Perspektive geschildert und sie beschreibt ihre Geschwister und wie ihre gemeinsame Kindheit ausgesehen hat sowie die aktuelle Beziehung mit ihnen. Ein Teil der Handlung spielt sich in der Gegenwart ab, ein Teil in der Vergangenheit. Stück für Stück rekonstruiert Alexandra die damaligen Geschehnisse im "Horrorhaus" auf Basis ihrer Erinnerungen und teilt dem Leser dadurch alle relevanten Informationen mit, um die Geschehnisse besser verstehen zu lassen.

Der Einstieg fiel mit schwer, da es recht schleppend voran ging und der Schreibstil mich einfach nicht fesseln konnte. Doch nach den ersten 50 Seiten wurde ich zunehmend besser unterhalten und konnte über das Fehlen einer Spannungskurve hinwegsehen und mich auf die Geschichte einlassen.

Schade fand ich, dass die Handlungen, vor allem die aus der Vergangenheit, mich kaum berühren und schockieren konnten. Teilweise sind das wirklich harte Taten, die sich dort abgespielt haben, aber emotional erfassen konnten sie mich gar nicht. Nur die Offenbarung am Ende hat mich zu Tränen gerührt, ansonsten habe ich es aber weitestgehend neutral gelesen, obwohl ich mir gerade auf emotionaler Ebene mehr gewünscht habe. Durch die Distanz zu den Charakteren konnte ich mich ebenfalls nicht mit ihnen identifizieren - zugegeben bei diesen Erfahrungen schwierig - und keine Sympathien für sie aufbringen.

Fazit: Ein eher mittelmäßiger Roman, der mich teilweise gut unterhalten konnte, aber in seiner Gänze aufgrund des Fehlens der Nähe zu den Protagonisten und ihrer Vergangenheit nicht begeistern konnte.

Veröffentlicht am 09.05.2021

Wer ist Geiger?

Geiger
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Das Festnetz-Telefon klingelt, als sie am Fenster steht und ihren Enkelkindern zum Abschied winkt. Agneta hebt den Hörer ab. "Geiger", sagt jemand und legt auf. Agneta weiß, was das bedeutet. Sie geht ...

Das Festnetz-Telefon klingelt, als sie am Fenster steht und ihren Enkelkindern zum Abschied winkt. Agneta hebt den Hörer ab. "Geiger", sagt jemand und legt auf. Agneta weiß, was das bedeutet. Sie geht zu dem Versteck, entnimmt eine Waffe mit Schalldämpfer und tritt an ihren Mann heran, der im Wohnzimmer sitzt und Musik hört. Sie setzt den Lauf an seine Schläfe - und drückt ab.

Als Kommissarin Sara Nowak von diesem kaltblütigen Mord hört, ist sie alarmiert. Sie kennt die Familie seit ihrer Kindheit ..



Mir fiel der Einstieg etwas schwer. Ich kam sowohl mit den Charakteren als auch mit der Geschichte nicht so klar. Anfangs wird der Spannungsbogen aufgebaut, indem Agneta einen mysteriösen Anruf erhält und eine ungeheuerliche Tat begeht. Allein das reichte mir aus, um mich zu fesseln und neugierig auf die Geschichte zu machen. Doch schnell wird aus einem rasant beginnenden Thriller etwas Romanartiges. Die Charaktere blieben mit weitestgehend fremd und unnahbar. Zudem fand ich niemanden wirklich sympathisch. Vor allem Agnetas Kinder und die Ermittlerin Sara scheinen eine schwierige Beziehung zu haben und durch ihre Haltungen waren sie mir schnell unsympathisch, wobei ich Sara noch am besten fand.

Die Hintergründe der Tat und die vergangenen Ereignisse werden interessant von hinten aufgerollt und schlüssig dargestellt. Dabei lässt der Autor den Leser lange im Dunkeln bezüglich der Intentionen der Tat, was die Spannung aufrecht erhält. Dennoch zieht sich die ganze Handlung ziemlich in die Länge und konnte mich auf Dauer leider nicht überzeugen und fesseln. Irgendwann wurde es dann auch zu abstrus und seltsam. Zwar konnte das Ende mich doch noch überraschen, aber die ganze Geschichte wirkte auf mich zu konstruiert und komisch.

Fazit: Eine mittelmäßiger Thriller, der mich nur in Teilen von sich überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 31.03.2021

Es wurde Potenzial verschenkt

Du kannst kein Zufall sein
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Josh hat alles erreicht, doch als er in der Silvesternacht im berühmten Riesenrad London Eye seiner Freundin einen Antrag macht, verliert er mit einem Schlag alles. Denn sie sagt nicht nur nein, sie setzt ...

Josh hat alles erreicht, doch als er in der Silvesternacht im berühmten Riesenrad London Eye seiner Freundin einen Antrag macht, verliert er mit einem Schlag alles. Denn sie sagt nicht nur nein, sie setzt ihn auch gleich noch vor die Tür. Als Josh mit seinem Kaninchen Jeremy zurück zu seinen Eltern zieht, steht eine Sache für ihn fest: Ganz eindeutig kann niemand schlechter über sein Leben entscheiden, als er selbst. Und so beschließt er, ein Jahr lang, jede Entscheidung dem Zufall zu überlassen und eine Münze zu werfen. Glücklicherweise kann sich Josh dabei stets auf seine Freunde verlassen, die den Zufall ab und zu ein klein wenig in die richtige Bahn lenken. Und prompt findet er die Eine fürs Leben...

Anfangs war die Handlung noch sehr unterhaltsam und ich fand Josh auch noch witzig und seine unsichere Art etwas süß und niedlich. Doch das nahm mit der Zeit ab und ich hatte den Eindruck der Autor wolle Josh unbedingt so darstellen, dass man ihn bemitleidenswert findet und ihn durch das Pech was ihn zu verfolgen scheint ins Herz schließt. Damit ist er etwas übers Ziel hinausgeschossen und ich fand es übertrieben, dass ihm so viel Unglück widerfährt und er hat fast jedes Fettnäpfchen mitnimmt. Wesentlich spannender fand ich seine Freunde und einige ihrer Aussagen, die mich zum Nachdenken angeregt oder zum Schmunzeln gebracht und amüsiert haben. Die Liebesgeschichte wirkte dann auch zu unausgereift und künstlich arrangiert, damit der arme Josh auch mal Glück im Leben hat- Vor allem besteht eine Großteil des Buches aus der Suche nach ihr, was anfangs noch ganz niedlich, später aber nur noch nervig wurde und dadurch keine wirkliche Spannung aufkam. Der Autor hat zu viel gewollt und dadurch das Ziel etwas aus den Augen verloren und Josh wirkte zu "gewollt., aber nicht gekonnt" und hat dadurch Potenzial verschenkt.