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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2021

Enttäuschend und langamtig

Die letzte Tochter von Versailles
1

er französische König Ludwig XV. hat ein Faible für blutjunge Mädchen. Sein Kammerdiener Lebel sucht ständig in den ärmlichen Straßen von Paris nach Nachschub. So gerät die junge, schöne Véronique seinen ...

er französische König Ludwig XV. hat ein Faible für blutjunge Mädchen. Sein Kammerdiener Lebel sucht ständig in den ärmlichen Straßen von Paris nach Nachschub. So gerät die junge, schöne Véronique seinen Focus. Für Véroniques Mutter, eine Altkleiderverkäuferin, ein gutes Geschäft: ein Maul weniger zu stopfen und erhoffte Beziehungen zum Hof.
Das Mädchen selbst wird in ein Haus am Hirschpark gebracht und lernt, wie man sich am Hof bewegt. Dann wird sie einem „polnischen Grafen“ zugeführt, der natürlich niemand anderer als Ludwig ist. Als sie schwanger wird, ist es vorbei mit dem feudalen Leben, denn als sie erfährt, wer der Kindesvater ist, spricht sie das auch mehrfach aus - ein gefährlicher Fauxpas. Man nimmt ihr, wie üblich das Kind weg. Marie-Louise wächst zunächst als Mündel von Bediensteten auf und wird später an eine Hebamme weitergereicht, deren Beruf sie erlernt.
Sie heiratetet Pierre, einen Advokaten, und kurz nach der Revolution von 1789 kommt das Gerücht auf, sie sei eine Tochter des Adels.

Meine Meinung:

Ich kenne die historischen Romane der Autorin, die im Zaren-Reich spielen und habe mich auf einen ähnlichen opulenten Roman gefreut. Doch leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Véroniques Geschichte wird einfach langatmig und wenig fesselnd erzählt. Die Autorin verliert sich in zahlreiche nebensächliche Details, die den ohnehin flachen Spannungsbogen weiter abflachen lässt. Selbst die Auftritte einer Madame de Pompadour können die Geschichte nicht retten.

Es dauert gefühlt „ewig und drei Tage“ bis die Leser am Schicksal von Marie-Louise teilnehmen darf. Auch hier, kaum Spannung, obwohl die Handlung während der Französischen Revolution angesiedelt ist, und täglich Köpfe rollen. Da kenne ich spannendere Romane aus dieser Zeit.

Mit den Charakteren werde ich auch nicht so recht warm. Véronique wird als sehr schön, aber etwas dümmlich dargestellt. Sie bemerkt nicht, dass der „polnische Graf“ niemand anderer als der König ist.

Die Dekadenz des Königshofes ist recht gut getroffen. Sie wird unter Ludwigs Enkel, Ludwig XVI. in der Revolution münden.

Fazit:

Dieser historische Roman aus der Zeit des Umbruchs hat mit enttäuscht, daher nur 2 Sterne.

Veröffentlicht am 13.08.2021

Hat mich nicht vollends überzeugt

Schöner sterben in Wien
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In diesem zweiten Krimi rund um die Wiener Reporterin Lilly Speltz wird diese von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Auf einer Veranstaltung wird ihr der Führerschein von Jana in die Tasche gesteckt. Jener ...

In diesem zweiten Krimi rund um die Wiener Reporterin Lilly Speltz wird diese von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Auf einer Veranstaltung wird ihr der Führerschein von Jana in die Tasche gesteckt. Jener Jana, die im ersten Band („Tote geben keine Autogramme“) die Geliebte ihres Mannes Georg war und beim Versuch ihr, Lilly, Kokain unterzujubeln, so unglücklich gestürzt war, dass sie sich das Genick gebrochen hat. Um Georgs Schauspielkarriere nicht zu gefährden, lässt Lilly sowohl die Leiche von Jana als auch jene von Georgs zwielichtiger Managerin verschwinden. Als dann kurz darauf Georg stirbt, ist Lilly so im „Großreinemachen“, dass sie Georgs Ableben geheim hält und seine Leiche in einem leeren Grab verschwinden lässt.

Nun scheinen die Gespenster der Vergangenheit wieder aufzutauchen. Wer also kennt die Zusammenhänge und will nun die alte Sache wieder aufwärmen? Und warum?

Gemeinsam mit Kameramann Ferdl und dessen Nichte Marlena macht sich Lilly auf, die Hintergründe von Janas Führerscheins aufzudecken. Ihre Recherchen führen das Trio in eine teure Schönheitsklinik an den Attersee sowie nach Wullowitz und Prag in die Überreste einer ziemlich zerrütteten Familie. Im Zuge dieser Recherchen verliert Lilly das Drama um ihren Ehemann völlig aus den Augen und wird auf dem Friedhof in Wien überrascht.

Meine Meinung:

Hm, ganz bin ich mit dieser Fortsetzung nicht warm geworden. Es scheint, als hätte Lilly Gewissensbisse, sonst würde sie erstens nicht auf den Friedhof gehen, in dem Georg in einem quasi leeren Grab liegt und zweitens dem zugesteckten Führerschein von Jana nachgehen.

Alles, was bei diesen Recherchen zutage gefördert wird, hat wenig mit Georg zu tun, sondern mit Janas ziemlich kaputter Familie und der Schönheitsklinik am Attersee.

Alle diese Nebenhandlungen, so turbulent sie auch sein mögen, lenken vom Wesentlichen ab. Die Auflösung wird erst auf den letzten Seiten angeboten und hält auch noch einen dramatischen Cliffhanger bereit.

Irgendwie ist mir das alles zu konstruiert. Die Polizei spielt nur eine winzige Nebenrolle.

Lilly ist keine abgebrühte Täterin. Sie stolpert quasi von einem Verbrechen ins nächste, an denen sie nicht einmal beteiligt ist. Eine ziemlich unwahrscheinliche Situation. Warum sie sich in diese verzwickte Situation bringt, erschließt sich mir nicht.

Fazit:

Ein Krimi, in dem einige Personen ziemlich unüberlegte Handlungen setzen. Leider hat mich diese Fortsetzung nur mäßig begeistert, daher gibt es nur zwei Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2021

Muss man nicht lesen

Um Mitternacht ab Buckingham Palace
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Dieser 2. Krimi rund um Detective Strafford (mit „r“) spielt im Jahre 1941, als die deutsche Luftwaffe über England ihre Bomben abwirft.
Da König und Königin als Zeichen der Solidarität in London bleiben, ...

Dieser 2. Krimi rund um Detective Strafford (mit „r“) spielt im Jahre 1941, als die deutsche Luftwaffe über England ihre Bomben abwirft.
Da König und Königin als Zeichen der Solidarität in London bleiben, werden die beiden Prinzessinnen Elizabeth und Margaret, so wie viele andere Kinder, evakuiert. Sie werden unter strengster Geheimhaltung und mit falschem Namen in das neutrale Irland gebracht. Zu ihrer Sicherheit werden Miss Celia Nashe, eine Mitarbeiterin des Inlandsgeheimdienstes, und Detective Strafford abgestellt.

Doch recht bald sickert die wahre Identität der beiden Mädchen durch, zumal sich die beiden als verzogen und launisch entpuppen.
Verschiedene irische Gruppen und Grüppchen haben mit den Briten nach wie vor das eine oder andere Hühnchen zu rupfen, und schmieden finstere Pläne.

Meine Meinung:

Was ein fesselnder Roman über die Geschichte von Iren und Briten, in dessen Spannungsfeld die Prinzessinnen geraten, sein hätte können, erweist sich als langatmig und oft langweilig. Das Buch hat 368 Seiten, aber die erste und einzige Leiche tritt auf S. 189 auf. Zuvor wird episch über das dröge Leben in einem nicht auf Kinder eingerichteten Herrenhaus geschrieben.

Die Personen bleiben mehr als blass. Mehrfach wird erwähnt, dass Detective Strafford möglicherweise an TBC und an Fieberschübe leidet. Das kann ich mir so gar nicht vorstellen, dass ein an einer ansteckenden Krankheit leidender Polizist mit der Aufgabe betraut werden sollte, die Thronfolgerin und ihre Schwester zu beschützen.

Die Mädels sind sehr unsympathisch dargestellt. Margaret benimmt sich unmöglich, spioniert die Bewohner im Herrenhaus aus und stiehlt die Waffe von Celia Nashe aus deren Wäschekommode. Ich denke, sie werden schon den einen oder anderen Streich ausgeheckt haben, aber das erscheint mir schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen.

Auch vom britischen Humor ist wenig zu lesen, aber das mag an der Übersetzung liegen.

Der Autor, der bisher zwei Krimis rund um den blassen Detective Strafford geschrieben hat, lüftet sein Pseudonym nicht. Vermutlich aus gutem Grund, denn mit diesem Krimi gewinnt er (oder sie?), obwohl angeblich bekannt, keinen Blumentopf.

Fazit:

Ich mag zwar ruhige Krimis, doch der hier ist schlicht langatmig. Selbst die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret können dieses Geschwurbel nicht retten, denn sie langweilen sich beinahe zu Tode. Den ersten Fall „Tod in der Bibliothek“ werde ich mir nicht antun. Schade um die Idee, leider kann ich hier nur mit viel Nachsicht 2 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 20.12.2020

Leider eine herbe Enttäuschung

Tödliche Gemälde
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Der Klappentext verheißt einen „feinsinnigen Kriminalroman aus der Welt des Kunsthandels“.

Doch der Leser erhält statt eines „raffiniert gestaltetem Verwirrspiel und einer rasanten Verfolgungsgeschichte“ ...

Der Klappentext verheißt einen „feinsinnigen Kriminalroman aus der Welt des Kunsthandels“.

Doch der Leser erhält statt eines „raffiniert gestaltetem Verwirrspiel und einer rasanten Verfolgungsgeschichte“ eine Aufzählung von zahlreichen Restaurantbesuchen inklusiver Speisenfolge und Weinempfehlungen, die die Handlung nicht weiterbringen.

Ach ja, gemordet wird natürlich auch. Ein gutes Dutzend Menschen müssen ihr Leben lassen. Einige werden bestimmten Kunstwerken nachgestellt, andere sind einfach Kollateralschäden.

Der Schreibstil ist leider von zahlreichen Wiederholungen geprägt. Schon im ersten Kapitel Seite 9 findet sich fünfmal das Wort „Gefühl“, auf S. 12 dann viermal „Herren“. Es gibt wenige Dialoge, die dann noch eher trivial wirken.

Die Charaktere sind durchwegs unsympathisch. Nicht nur der Täter, sondern auch die Nebenfiguren können kaum mit gefälligen Charakterzügen punkten. Die Frauen werfen sich John/Jonas an den Hals und werden, wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben, entsorgt. Die Unterschiede zwischen Zwillingsbrüdern Jonas und Martin sind geringer als angenommen. Martin, der Kriminalbeamte ist lange nicht so präsent wie Jonas. Hier hätte gleichmäßige Gewichtung deutlich mehr Spannung erzeugen können. Apropos Spannung: Davon ist wenig zu spüren, was teilweise an den langen Satzgebilden und den Wiederholungen liegt.

Interessant und als ungewöhnliches Stilmittel habe ich gefunden, dass der Täter schon von Anfang an bekannt ist. Leider ist die Umsetzung nicht so gelungen.

Zu Beginn des Krimis haben mir die detaillierten Beschreibungen der Kunstwerke, die auch abgebildet sind und als Vorlage für einige Morde dienen, gut gefallen. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Schilderungen oberflächlich.

Das Buch selbst erscheint in einer gediegenen Aufmachung: Hardcover mit einem Schutzumschlag und den schon erwähnten Abbildungen. Dafür gebührt der 2. Punkt.


Fazit:

Leider kann ich diesen Krimi nicht empfehlen und nur 2 Punkte vergeben.

Veröffentlicht am 08.11.2020

Hat mir nicht gefallen

Tödlicher Donau-Trip
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Dieser Krimi ist der zweite Fall für das Kriminalbeamtinnen-Duo Diotima Vogl und Wolke Böhm.

Auf einem Donaukreuzfahrtschiff wird ein Passagier ermordet. Die beiden Beamtinnen kommen an Bord. Doch statt ...

Dieser Krimi ist der zweite Fall für das Kriminalbeamtinnen-Duo Diotima Vogl und Wolke Böhm.

Auf einem Donaukreuzfahrtschiff wird ein Passagier ermordet. Die beiden Beamtinnen kommen an Bord. Doch statt das Schiff zu evakuieren, zu vertäuen und die Ermittlungen zu Wasser und zu Land zu führen, fahren sie mit dem Schiff weiter stromaufwärts.

Der geköpfte Tote wird nicht der einzige bleiben, denn in diesem verwirrenden Katz- und Mausspiel ist lange nicht klar, wie die Passagiere und die Crew zu einander stehen. Beide Gruppen haben einiges zu verbergen. Und welche Rolle spielt Ruth, die Reiseleiterin, die an manchen Abenden als „Gloria“ die Passagiere zu unterhalten versucht?

Meine Meinung:

Verbrechen auf einem Schiff, das man nur unter erschwerten Umständen verlassen kann, sind eine spannende Sache. Doch diese Flusskreuzfahrt auf der Donau, bei der es eher gemächlich zugeht und die Möglichkeit zum Anlegen häufig gegeben ist, zieht zu Beginn gewaltig.

Das Stilmittel, die Geschichte aus mehreren Perspektiven zu erzählen, wird hier übermäßig strapaziert. Die Leser sehen sich mit dauernden Wechseln des Blickwinkels sowie der Zeit konfrontiert. Das wirkt im Lauf der 250 Seiten hektisch und anstrengend.

Die beiden Polizistinnen hinterlassen bei mir einen unstrukturierten Eindruck. Ordentliche Ermittlungsarbeit sieht meiner Meinung nach anders aus. Die seltsamen Vornamen Diotima und Wolke werden leider nicht näher erklärt. Ein kleiner Exkurs zum ersten Fall „Waldviertler Todesrausch“, hätte hier gutgetan, genau wie eine Straffung des ersten Teils zugunsten der Auflösung, die dann doch recht überraschend erfolgt.

Leider bedient sich der Autor zahlreicher Klischees wie z. B. des Doktor Pferdekopf genannten Maschinisten, der in seiner Beschreibung dem aus Wolfgang Petersen „U-Boot“ bekannten „Gespenst“ sehr ähnelt. Viele Personen erhalten von den Ermittlerinnen Spitznamen, was erstens inflationär und in Anbetracht der gefährlichen Situation völlig unangebracht ist.

Der Showdown ist ziemlich überzogen.

Fazit:

Dieser Krimi hat mir leider so gar nicht gefallen und erhält daher nur 2 Sterne.