Profilbild von rallewu

rallewu

Lesejury Star
offline

rallewu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit rallewu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2022

Eine tiefgründige Geschichte, die berührt und nachdenklich macht

Wasserstandsmeldung
0

"Wasserstandsmeldung" erzählt die bewegende, ereignisreiche, ganz und gar nicht geradlinige und nicht immer leichte Lebensgeschichte des Ernst Patolak aus dem emsländischen Papenburg - einem lebensfrohen, ...

"Wasserstandsmeldung" erzählt die bewegende, ereignisreiche, ganz und gar nicht geradlinige und nicht immer leichte Lebensgeschichte des Ernst Patolak aus dem emsländischen Papenburg - einem lebensfrohen, schlauen und hingebungsvollen Opa für seinen Enkel Daniel, der mittlerweile als Arzt Karriere gemacht hat.

Eine Patientin spricht Daniel eines Tages während einer Untersuchung in der Klinik an und fragt ihn aufgrund des seltenen Nachnamens: "Kennen Sie einen Ernst Patolak?" Der Startschuss zu einer wunderbaren Reise durch das Leben des Ernst Patolak, der so viele Menschen inspiriert hat, aber auch vielen Menschen wehgetan hat, der viel Glück und auch viel Leid erlebt und verursacht hat, ist damit gefallen.

Wilhelm Gruber ist es mit seinem Roman "Wasserstandsmeldung" gelungen, einen sehr lesenswerten, echten Geheimtipp vorzulegen, der den Leser inspiriert, zum Lachen bringt, ebenso nachdenklich wie fassungslos macht und ihn ganz nebenbei auf 420 spannenden Seiten glänzend unterhält. Toll geschrieben, anschaulich erzählt und stilvoll umgesetzt. Die "Wasserstandsmeldung" führt vor Augen, dass jede Person gute und schlechte Seiten hat - aber es ist nie zu spät zum Verzeihen, zum Zusammenstehen, zur Versöhnung und zum Leben...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2021

Die Inselkommissarin ermittelt in einem verworrenen Fall

Die Frau aus der Nordsee
0

In Anna Johannsens' "Die Frau aus der Nordsee" ermittelt die "Inselkommissarin" Lena Lorenzen in ihrem mittlerweile achten Fall der Erfolgsreihe. Diesmal führt der Fall die Kommissarin nach Pellworm.

Die ...

In Anna Johannsens' "Die Frau aus der Nordsee" ermittelt die "Inselkommissarin" Lena Lorenzen in ihrem mittlerweile achten Fall der Erfolgsreihe. Diesmal führt der Fall die Kommissarin nach Pellworm.

Die Leiche von Maren Witte wurde zwischen Pellworm und Nordstrand aus der Nordsee geborgen - zunächst sieht es danach aus, als wenn das Opfer von einer Fähre gestürzt oder gesprungen wäre, aber die Ermittlungen von Lena Lorenzen fördern bald Dinge ans Licht, die andere Schlüsse wahrscheinlicher machen. Das Opfer hatte kurz vor ihrem Tod ein Kind zur Welt gebracht und in einer Babyklappe abgelegt, sie wohnte in Kiel - obwohl offenkundig ohne reguläre Beschäftigung - in einem teuer eingerichteten Apartment und hatte kaum noch Kontakt zu Ihrer Familie.

Lena Lorenzen stößt auf dem Weg zur Lösung dieses Falls bei ihren Ermittlungen auf erschreckende Zusammenhänge und unschöne Details, die ihr auch vor dem Hintergrund von Veränderungen in ihrem Privatleben zu schaffen machen.

"Die Frau aus der Nordsee" ist ein hervorragend geschriebener, sprachlich ausgereifter und sehr flüssig zu lesender Kriminalroman, der insbesondere für Liebhaber der "Küstenkrimis" ein "Muss" sein sollte. Die Autorin Anna Johannsen versteht es, den Leser vom ersten Kapitel an in die Geschichte hineinzuziehen, ihn dann mit mal mehr, mal weniger spannenden, der Geschichte aber immer zuträglichen Passagen sowohl bei Laune zu halten, als auch neugierig zu machen, und schließlich in einem furiosen Finale ein schlüssiges Ende zu erzählen.


Insgesamt hat das Buch mir sehr gut gefallen und sich die fünf Sterne-Bewertung redlich verdient.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2021

Welchen Weg geht der Golden Boy?

Iassine Shaka
0

Er ist 20 Jahre alt, ein Megastar, der "Golden Boy", das weltweit größte Talent im Fußball. Iassine Shaka, dem "König von Paris", stehen alle Türen offen. Er hat sich in Rekordzeit aus dem Armenviertel ...

Er ist 20 Jahre alt, ein Megastar, der "Golden Boy", das weltweit größte Talent im Fußball. Iassine Shaka, dem "König von Paris", stehen alle Türen offen. Er hat sich in Rekordzeit aus dem Armenviertel Abidjans über Belgien bis an die Spitze des französischen Fußballs gekämpft. Aber er hat keine Lust mehr auf Paris - sagt er. Deshalb wechselt er den Verein - ganz normal im modernen Fußball. Aber er geht nach....Katar!


Unverständnis überall, keiner kann diese Entscheidung aus sportlichen Gesichtspunkten nachvollziehen. Warum schmeißt Iassine Shaka seine Karrire weg, fragen sich alle? Die Antwort ist einfach - Geld. Denken alle. Aber es steckt mehr dahinter - viel mehr...


In "Iassine Shaka. König von Afrika" beschreibt Stefan Zackariat in beeindruckender Art und Weise den Weg eines in jungen Jahre zum Megastar gehypten Fußballers. Der Autor glänzt mit fundiertem Hintergrundwissen und läßt den Protagonisten durch viele schwere Situationen dribbeln. Der Leser weiß in diesem spannenden Buch nie: folgt jetzt ein Hoch? Ein Absturz? Ein Zwischenhoch, gefolgt von einem noch tieferen Totalabsturz? Oder schafft Iassine Shaka die Wende zum Guten?


Die Geschichte bleibt über die gesamten knapp 250 Seiten hinweg spannend, sie ist realistisch erzählt und startet im Jahr 2025, was die fiktive Story noch realistischer werden läßt, da die Vergleiche zu aktuellen oder ehemaligen "Megatalenten" entfallen. Ein geschickter Schachzug vom Stefan Zackariat.


Insgesamt ein spannender Fußball-Roman, der nicht romantisiert und der für junge und ältere Fußball-Interessierte ebenso geeignet ist, wie für Leser, die mit dem Spiel sonst nicht viel am Hut haben. Von mir gibt es fünf Sterne und ein uneingeschränkte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2021

Lucie ist auch in der Karibik unschlagbar

Mord auf Martinique
0

Im mittlerweile zehnten Band seiner St. Tropez-Krimi-Reihe um die ebenso taffe, wie attraktive Commissaire Lucie Girard entführt der Autor Luc Winger seine Leser diesmal in die Karibik, ins französische ...

Im mittlerweile zehnten Band seiner St. Tropez-Krimi-Reihe um die ebenso taffe, wie attraktive Commissaire Lucie Girard entführt der Autor Luc Winger seine Leser diesmal in die Karibik, ins französische Übersee-Departement Martinique.


Lucie und Patric wollen ihre Flitterwochen nachholen und einfach nur eine schöne Zeit ohne berufliche Ablenkung mit ihrer kleinen Tochter Aude an traumhaften Stränden verbringen.


Die beiden lernen auf Martinique das Ehepaar Detour aus Paris kennen, das ebenfalls mit der Tochter Sophie ihren Urlaub auf der Karibikinsel verbringt. Die Männer verstehen sich auf Anhieb und stürzen sich in gemeinsame Unternehmungen, während die Frauen zunächst so ihre Probleme miteinander haben.


Nachdem die Männer auf eine gemeinsame Klettertour gehen überschlagen sich die Ereignisse und für die Commissaire ist der Urlaub erst einmal vorbei. Auch auf Martinique ist ihr Spürsinn und ihre Kombinationsgabe jetzt gefragt.


Ein St. Tropez-Krimi, der nicht an der Cote d'Azur spielt - kann das funktionieren? Oh ja, es kann! Lucie Girard ist einfach überall unschlagbar - und vor der traumhaften Karibik-Kulisse Martiniques erst recht.


Den Leser erwartet in diesem Band nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern auch viele schöne Einblicke in das Privatleben der Familie Girard/Leclerc, die letztlich auch ganz normale, menschliche Probleme und Problemchen hat.


"Mord auf Martinique" ist ein absolut empfehlenswertes Buch, das wieder einmal Lust auf die hoffentlich baldige Fortsetzung der Reihe macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Lucie Girard macht während des spannenden Krimis eine tolle Entwicklung durch

Mord unter Models
0

Im Jahr 1970 nimmt die Emanzipationsbewegung auch in Frankreich so richtig an Fahrt auf, aber viele Männer fürchten um ihre Pfründe und wollen die Gleichberechtigung mit allen Mitteln verhindern. Vor diesem ...

Im Jahr 1970 nimmt die Emanzipationsbewegung auch in Frankreich so richtig an Fahrt auf, aber viele Männer fürchten um ihre Pfründe und wollen die Gleichberechtigung mit allen Mitteln verhindern. Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund ermittelt Commissaire Lucie Girard in ihrem zweiten Fall, der sie in mehrfacher Hinsicht auf harte Proben stellt.


In St. Tropez wird ein Fotomodell nach einer durchfeierten Nacht mit zwei Kolleginnen und dem "Starfotografen" tot aufgefunden - vergiftet von einer Anti-Feministischen Organisation - so steht es zumindest im Bekennerschreiben.

Die selbstbewußte Commissaire Lucie Girard beginnt zu ermitteln und schon bald wird klar, dass der Fall größere Ausmaße annimmt, als dies zunächst zu erwarten war. Lucie ist plötzlich selbst mittendrin in dem Gewirr aus Verbrechen und undurchsichtigen persönlichen Beteiligungen.


Im zweiten Band der mittlerweile neun Bücher umfassenden St. Tropez-Krimireihe mit Commissaire Lucie Girard als Protagonistin greift der Autor Luc Winger ein brisantes gesellschaftliches Thema der 1970er Jahre auf, das allerdings bis heute wenig von seiner Aktualität (zwar in anderer Ausprägung, aber grundsätzlich) verloren hat. In diesem Band nimmt Winger den Leser nicht nur mit auf die Reise zu einem ebenso spannenden wie vielschichtigen Kriminalfall, sondern er läßt seine Commissaire auch eine interessante und wichtige persönliche Entwicklung durchmachen, die ihr in späteren Fällen noch oft hilfreich sein wird.


Erneut ein spannender Krimi vor der tollen Kulisse Südfrankreichs mit einer sympathischen Lucie Girard als Hauptakteurin. Absolut lesenswert und uneingeschränkt zu empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere