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Veröffentlicht am 09.06.2021

Sprachlich ein Meisterwerk.

Das Bildnis des Dorian Gray
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„Die Seele durch die Sinne und die Sinne durch die Seele heilen.“
(S. 236)

„Das Bildnis des Dorian Gray“ wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt.

Das Cover ist, wie auf dem Bild zu sehen, ...

„Die Seele durch die Sinne und die Sinne durch die Seele heilen.“
(S. 236)

„Das Bildnis des Dorian Gray“ wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt.

Das Cover ist, wie auf dem Bild zu sehen, malerisch gestaltet und mit einem Beispielportrait versehen. Es handelt sich bei dem Hardcover um einen Buchumschlag, der darunter ein grasgrünes Cover enthält.

Zunächst zum Handlungsverlauf und dem Inhalt:
„Das Bildnis des Dorian Gray“ konnte mich dahingehend tatsächlich nicht ganz überzeugen. Besonders der Anfang allerdings war spannend, da Oscar Wilde den Leser zunächst einmal in der Geschichte ankommen lässt und ihm die Figuren und deren Charaktere näher bringt.
Richtung Mitte wird es leider zunächst recht ereignislos und ich musste mich ein wenig zwingen weiterzulesen, da ich unbedingt wissen wollte wie es ausgeht.
Auf den letzten 100 Seiten wird es dann zum Glück recht dramatisch und die Handlung nimmt an Fahrt auf. Gleichzeitig lernt der Leser Dorian noch einmal von einer etwas anderen und für mich unerwarteten Seite kennen.

Sprachlich betrachtet, wird sehr schnell deutlich, dass es sich um ein Meisterwerk der Literatur handelt. Eine so bildliche und romantisch beschreibende Art und Blick auf die Welt, war für mich sehr erfrischend und wunderschön zu lesen.

Die Figurengestaltung war wirklich einzigartig und faszinierend.
Dorian Gray ist ein sehr einzigartiger und auch ein wenig ambivalenter Charakter, zu dem man im Handlungsverlauf ganz unterschiedliche Gefühle entwickelt, die sprachlich herausragend hervorgerufen werden, aber auch vom Charakter des Lesers abhängen.

Mir hat zudem besonders die seltsame Dreiecksbeziehung zwischen Dorian, Basil und Henry Wotton gefallen. Die beiden letzteren haben mich ein wenig an ein Engelchen und der andere an das Teufelchen auf Dorians Schultern erinnert. Wer nun eher Engelchen und wer Teufelchen ist, ist allerdings vermutlich nicht nur Auslegungssache, sondern auch vom Charakter des Lesers abhängig...

Aber lest einfach selbst!

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Eishockey, noch mehr Eishockey und Sex

The Ivy Years - Solange wir schweigen
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„Jedes Mal, wenn ich der Wahrheit auswich, kam es mir vor, als würde ich Rikker erneut verraten. Ohne dramatisch erscheinen zu wollen, dachte ich doch an den Apostel Petrus, der Jesus Christus verleugnete. ...

„Jedes Mal, wenn ich der Wahrheit auswich, kam es mir vor, als würde ich Rikker erneut verraten. Ohne dramatisch erscheinen zu wollen, dachte ich doch an den Apostel Petrus, der Jesus Christus verleugnete. Nur das ich schlimmer war als Petrus.“ (S. 308, f.)

Nachdem ich von Band 1 und 2 der „The Ivy Years“-Reihe nicht ganz so begeistert war, hat mir Band 3 mit den Protagonisten Rikker und Graham deutlich besser gefallen. Besonders zur Figur Graham habe ich während des Lesens eine Hass-Liebe geführt, da ich seine Angst geoutet zu werden nachvollziehen konnte, gleichzeitig aber auch haareraufend mitgefiebert habe, wann er denn endlich den Schritt wagt.

Das Buch hatte für mich allerdings so seine Höhen und Tiefen. Besonders zu Anfang ist es mir schwer gefallen in die Geschichte reinzukommen, da erstmal Eishockey und das Geheimhalten im Vordergrund standen und wenig passiert ist. Ich habe hier auch nicht so richtig Zugang zu Rikker bekommen, da der Schreibstil das für mich nicht recht zuließ.
An sich habe ich die Figuren, wie auch schon in den vorherigen Büchern, als kaum außergewöhnlich, einzigartig oder tiefgründig wahrgenommen, allerdings wurde ich hier durch die Figur Graham überrascht, der mit der Angst sowie Traumata überraschend echt und natürlich porträtiert wurde und mit der ich persönlich bis zum Ende des Buches mitgefiebert habe.

Obwohl mir das Ende doch recht abrupt vorkam, fand ich die Entwicklung der Geschichte sehr positiv, vor allem, da sich die Beziehung zwischen den Protagonisten sowie die Enthüllung und Entwicklung der Gefühle, nicht allzu voreilig herausgestellt hat, sondern eher fließend in die restliche Handlung überging. Dadurch wirkt die Beziehung der Protagonisten glaubhaft auf mich.

Bereits in den ersten beiden Büchern der Reihe ist Eishockey ja ein zentrales Thema, wurde dort bisher allerdings immer nur grob angerissen. Diesmal hat sich die Autorin scheinbar getraut und Eishockey zu einem wesentlichen Handlungsinhalt gemacht. Sie beschreibt Spiele und lässt den Leser nicht nur in Sachen Beziehung zwischen Rikker und Graham mitfiebern, sondern auch mit dem Erfolg der Eishockeymannschaft. Außerdem hat die Autorin zu Beginn jedes Kapitels einen Eishockey-Begriff definiert, der zwar nicht dazu beitrug der Handlung bzw. Den Spielen folgen zu können, allerdings hat die Autorin hier auch auf Fachtermini verzichtet und die Beschreibung der Spiele recht einfach gehalten, wodurch das auch nicht notwendig war.

Hartley, den wir aus Band 1 kennen, tritt hier auch mehrmalig auf und erweist sich charaktertreu, wie wir ihn aus seiner Geschichte kennen.

Zudem behandelt dieses Buch, im Vergleich zu den ersten beiden Bänden, einen relativ hohen Anteil Sex-Szenen, die allerdings passend und nicht übertrieben eingebaut sind.

Im Nachhinein fand ich es doch ein wenig schade, dass einige Konflikte ungelöst bleiben, hier will ich aber nicht zu viel vorwegnehmen. Allerdings bietet das dem Leser natürlich auch die Möglichkeit zur weiteren gedanklichen Gestaltung.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Verbesserung im Vergleich zu Band 1...

The Ivy Years – Was wir verbergen
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„Man kann nicht jeden retten, rief ich mir ins Gedächtnis. Das Problem war bloß, dass ich nicht wüsste, ob ich überhaupt irgendwen retten konnte. Nicht mal mich selbst.“ (S.51)

In Band 2 der „The Ivy ...

„Man kann nicht jeden retten, rief ich mir ins Gedächtnis. Das Problem war bloß, dass ich nicht wüsste, ob ich überhaupt irgendwen retten konnte. Nicht mal mich selbst.“ (S.51)

In Band 2 der „The Ivy Years“-Reihe begleiten wir dieses mal Scarlett und Bridger.

Die Geschichte wird, wie auch schon in Band 1, wieder abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Scarlet und Bridger erzählt.

„The Ivy Years - Was wir verbergen“ hat mir, sowohl was Handlung, als auch die Figuren anbelangt, deutlich besser gefallen, als Band 1, obwohl ich trotzdem der Meinung bin, dass auch hier noch einige Luft nach oben gewesen wäre und ich muss leider auch hier kritisieren, dass elementare Szenen häufig nur an der Oberfläche gekratzt haben und tiefe Gefühle von den Protagonisten, auch vor dem Leser zwar genannt aber weitestgehend verborgen blieben und nicht näher beschrieben wurden. Eigentlich erfährt der Leser durch die Ich-Perspektive ja meist mehr.

Was die Figuren angeht, gefallen mir die Protagonisten dieses Mal ganz gut. Sie sind an sich nichts besonderes, werden aber durch die Handlung und die Geschehnisse um die Charaktere herum zu spannenden Akteuren.
Besonders die Nebenfiguren haben in diesem Buch zentrale Wendepunkte herbeigeführt und die Handlung hatte daher einen nicht allzu starken Fokus auf der Liebesbeziehung zwischen Scarlett und Bridger. Vor allem Brian und der Dekan haben mir gefallen sowie auch die etwas böseren Charaktere Azzan und beispielsweise die Mutter von Scarlet.
Hier wurde die Handlung von Seiten der Autorin, meiner Meinung nach deutlich besser ins Geschehen eingearbeitet, als in Band 1 der Reihe.

Was mir, wie auch schon teilweise in Band 1, leider sehr negativ aufgefallen ist, war auch hier die Übersetzung, in die sich leider einige Fehler eingeschlichen haben. Z.B. wird Scarlet an einigen Stellen „Scarlett“ geschrieben, überwiegend und sowie auch im Klappentext und Cover, allerdings nur mit einem T oder beispielsweise „Bick“ anstatt „Blick“. Das sind natürlich nur kleine Fehler, die meinen persönlichen Lesefluss allerdings meist stören.

Zusammenfassend war auch Band 2 für mich eher eine Geschichte für zwischendurch und eignet sich nicht unbedingt, um sie ein zweites Mal zu lesen.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

Weniger Tiefgang, weniger Handlung, von allem ein bisschen weniger...

Someone to Stay
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Klappentext:
„Als Aliza zum ersten Mal auf Lucien trifft, ist sie fest entschlossen, das heftige Kribbeln, das er in ihr hervorruft, zu ignorieren. Zwar wurde sie sich eigentlich gerne verlieben, aber ...

Klappentext:
„Als Aliza zum ersten Mal auf Lucien trifft, ist sie fest entschlossen, das heftige Kribbeln, das er in ihr hervorruft, zu ignorieren. Zwar wurde sie sich eigentlich gerne verlieben, aber für eine Beziehung fehlt ihr schlichtweg die Zeit. Das Jurastudium verlangt ihr alles ab, und dann ist da auch noch ihr erfolgreicher Instagram-Account und die Veröffentlichung ihres ersten Kochbuchs, die kurz bevorsteht. Sie kann sich keine Ablenkung erlauben - schon gar nicht, wenn sie so attraktiv und faszinierend ist wie Lucien. Dabei steht für diesen selbst die Liebe gerade an letzter Stelle. Seit dem Tod seiner Eltern, hat seine jüngere Schwester, für die er das Sorgerecht bekommen hat, oberste Priorität. Aber je mehr Zeit Aliza und Lucien miteinander verbringen, desto stärker wird die Anziehungskraft, die zwischen ihnen herrscht - und umso mehr gerät ihr Entschluss ins Wanken, die Finger voneinander zu lassen. Doch kann es für ihre Liebe überhaupt eine Chance geben? Oder müssen sie akzeptieren, dass sich zwei Menschen manchmal einfach zur falschen Zeit im Leben begegnen?“

„Someone to Stay“ wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Aliza erzählt.

Tja, wo soll ich anfangen?
Band 1 und 2 der Someone-Trilogie haben mich richtig vom Hocker gehauen. Laura Kneidl hat nicht nur zwei wunderschöne Geschichten erschaffen, sondern ebenso einzigartige und besondere Charaktere.
Leider ist ihr das, meiner Meinung nach, in „Someone to Stay“ nicht so gut gelungen, wie in den Büchern davor.

An sich sind die Charaktere ebenso einzigartig, werden aber durch die Handlung sehr überlagert und geraten ein wenig in den Hintergrund, wodurch auch die gesamte Geschichte an Einzigartigkeit verliert.

Die Dialoge kratzen meist nur an der Oberfläche, haben kaum Tiefgang und bringen dem Leser die Charaktereigenschaften der Figuren wenig näher, obwohl die Charaktere ausreichend Potential dazu gehabt hätten. Sowohl Lucien, der durch den Verlust seiner Eltern leidet, als auch Aliza, die permanent gestresst ist und einem Burn-Out nahe kommt.

Insgesamt liegt der Fokus in „Someone to Stay“ hauptsächlich auf der psychischen Belastung von Aliza durch das Studium, den Blog, das Kochbuch, etc.
Das Gefühl nicht zur Ruhe kommen zu können, ist beim Lesen sehr auf mich übergetreten. An sich wurden ihre Gefühle sehr nachvollziehbar beschrieben, verfehlen aber vermutlich den eigentlich gewünschten Fokus, nämlich der, der die Entwicklung der Beziehung der Protagonisten thematisiert.

„Someone to Stay“ konnte mich zudem kaum fesseln. Der Schreibstil ist im Allgemeinen ähnlich gut und gelungen wie in Band 1 und 2, hier lag es vermutlich einfach an der langatmigen Handlung, dass mich das Buch nicht ganz so begeistern konnte.

Was mich zudem, um ehrlich zu sein ein bisschen gestört hat, ist die Ausarbeitung der intimen Szenen des Buchs. Zum einen treten diese sehr reduziert auf, zum anderen werden sowohl von Lucien, als auch von Aliza immer wieder Sätze geäußert, wie: „Darf ich dich küssen?“ oder „Darf ich dir das Shirt ausziehen?“. Wenn dies die Unsicherheit und vielleicht auch Unerfahrenheit der Protagonisten widerspiegeln soll, dann ist das vielleicht gut gewählt, allerdings kaufe ich, vor allem Lucien, die Häufigkeit des Gebrauchs dieser Sätze einfach nicht ab. Es will nicht ganz auf seinen Charakter passen.

Zusammenfassend ist Band 3 der Trilogie für mich zwar ein gutes Buch, allerdings deutlich schwächer, als die vorherigen Bücher der Trilogie und deshalb eigentlich keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Sprachlich und inhaltlich leider nicht gerade „Privileged“

Privileged - Class of Royals
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„Mein Schatz, Asher Frederic ist so ziemlich der einzige Junge auf der Winston, mit dem ich was anfangen würde, wenn er nicht so ein Riesen`rschloch wäre. Mehr schlimmer Finger als er kann man bei jemandem ...

„Mein Schatz, Asher Frederic ist so ziemlich der einzige Junge auf der Winston, mit dem ich was anfangen würde, wenn er nicht so ein Riesen`rschloch wäre. Mehr schlimmer Finger als er kann man bei jemandem aus der Oberschicht gar nicht erwarten, darüber musst du dir doch im Klaren sein.“ - S. 126

„Privileged“ wird aus der Ich-Perspektive von den Figuren Nora und Asher erzählt.

Sprachlich betrachtet, ist „Privileged“ leider kein Meisterwerk. Wörter wie „W’chser“, „Schl’mpe“ und „N’tte“ werden besonders zu Anfang recht häufig genutzt und nehmen dem Buch hinsichtlich Elite und Oberschicht ein wenig Glaubwürdigkeit.

Ganz besonders enttäuscht hat mich vor allem die Entwicklung der Figur Asher. Ich hatte erwartet, dass er recht lange den unnahbaren Badboy spielt und sich selbst nicht eingestehen will, dass er Nora liebt. Allerdings verlief seine gedankliche Wandlung recht abrupt und wurde dann als gegeben hingestellt. Asher zeigte sich zwar teils noch ambivalent in Verhalten und Gedanken, allerdings habe ich ihm dies nicht immer abgekauft.
Positiv zu bewerten, fand ich persönlich aber, dass Asher, wenn er mit Nora zusammen war, eben zumindest in seinen Gedanken nicht immer anwesend war und sein Verhalten und seine Gefühle zu Nora reflektiert hat. Nora hat er diese Gedanken dann allerdings nicht offenbart und das fand ich mal erfrischend im Gegensatz zu anderen New Adult Romanen.
Der Grund für seine Ablehnung gegen Nora und besonders ihren Stiefvater waren dann allerdings wieder etwas weit hergeholt und auch hier habe ich zum Einen einen größeren Knall zwischen den Parteien und zum Anderen eine detailreichere Beschreibung der Szenen erwartet.

Die Protagonistin Nora hatte ich mir auch etwas anders vorgestellt. Ich hatte erwartet, dass sie eher introvertiert und im Umgang mit Fremden unsicher und zurückhaltend agiert, allerdings zeigt sie sich teils sogar sehr selbstsicher.
Im Verlauf der Handlung offenbart Nora eine für sie belastende Gegebenheit, die ihre Intelligenz und die daraus resultierenden Folgen betrifft. Leider wird dies nicht schon zu Beginn des Buches thematisiert und wirkt dadurch so, als ob die Autorin plötzlich eine Idee hatte und diese noch schnell eingebaut werden musste. Zudem erfährt der Leser erst am Ende des Buches die damit einhergehenden psychischen Erkrankungen, die meiner Meinung nach auch leider etwas zu oberflächlich recherchiert wurden und einfach nicht in die Handlung passen.
Es geschehen außerdem leider immer wieder Ereignisse, die insgesamt einfach nicht stimmig sind und häufig nur oberflächlich angeschnitten werden, anstatt eine Situation angemessen detailreich zu beschreiben. Um nicht zu Spoilern, nenne ich hier keine Beispiele.

Insgesamt bedient sich „Privileged“ leider den sehr typischen Klischees und ist dadurch zwar ganz nett für zwischendurch, wer aber literarisch ein wenig mehr erwartet, ist hier meiner Meinung nach nicht an der richtigen Adresse.

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