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Veröffentlicht am 26.05.2021

Sexsüchtige Pretty Woman Julia Roberts im Mafia milieu

365 Tage - Dieser Tag
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Über dieses Buch streitet sich ja die Buchgemeinde: Ist „sowas“ lesenswert? Was meine ich mit „sowas“ und was hat es mit diesem Buch auf sich?

Zunächst einmal baut dieses Buch auf den Vorband auf. Hat ...

Über dieses Buch streitet sich ja die Buchgemeinde: Ist „sowas“ lesenswert? Was meine ich mit „sowas“ und was hat es mit diesem Buch auf sich?

Zunächst einmal baut dieses Buch auf den Vorband auf. Hat man es nicht gelesen, wird man die Handlung und vielleicht auch die Faszination nur zum Teil verstehen.

Nun kochten die Gemüter ja u.a. deswegen hoch, weil Massimo, Mafiaboss und Sahneschnittchen schlecht hin, seine Angebetete Laura im ersten Teil einfach entführt hat. Stockholm Syndrom oder Hormone oder beides führten zu einem exzessiven Sexleben mit Szenen, die keine Unklarheiten aufkommen ließen. Unterstützt wurde die Kritik von der sehr freizügigen Netflixverfilmung, die natürlich keiner gesehen haben will, aber beim Ranking ganz weit oben ist, so dass inzwischen an Teil 2 und 3 gedreht wird.

Der Cliffhanger in Band 1 führte bei mir dazu, dass ich, trotz der nachvollziehbaren Kritik, wissen wollte, wie es weiter geht. Wie geht es weiter? Laura ist inzwischen Massimos Frau und schwanger (das ist nichts Neues). Es zeigt sich jedoch, dass beide ihr Eheleben erst einmal im Alltag eines Mafiabosses unterbringen müssen. Schließlich hat Massimo nicht nur Freunde. Auch ist seine besitzergreifende Art für Laura trotz ihres willigen (und manchmal auch sehr Hormon gesteuerten Verhaltens) teilweise zu viel und erdrückend. Doch ab und an, dreht sie den Spieß um und übernimmt die Kontrolle. Widerworte scheinen für das Alphatier neu und so ist auch er manchmal irritiert und gibt sich führsorglich.

Das dies keine gesunde Beziehung ist, ist uns allen klar. Die klare Einordnung in das Genre Liebesroman, Erotik etc. scheint mir nach wie vor schwierig, vor allem, da sich eine akute Bedrohung für dieses Pärchen ergibt. Thrillerelemente? Auch was Schönes. Das Buch ist neben all den Sexszenen (und davon gibt es viele) sehr abwechslungsreich, da auch Lauras wortgewandte Freundin Olga und Massimos Bruder Domenico einen großen Teil der Handlung bestimmen. Wo die beiden auftauchen fliegen die Fetzen.

Neben der Handlung schildert die Autorin vor allem Luxus. Luxus in allen möglichen Lebenslagen: Kleidung, Schuhe, Autos, Essen und Immobilien. Also fast ein bisschen wie eine sexsüchtige Pretty Woman Julia Roberts im Mafiamilieu….ich vergebe aufgrund des Unterhaltsfaktors und des geschickt aufgebauten Spannungsbogens volle Punktzahl auch wenn ich die Beziehung der beiden sowohl krank als auch faszinierend empfinde.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Vom Stadt- und Landleben, einem Herzen und einem Igel

Happy Ever After – Wo Geschichten neu beginnen
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Lissa versorgt als mobile Krankenschwester Patienten in ganz London. Als sie eines Tages ein traumatisches Erlebnis hat, wird klar: sie braucht einen Tapetenwechsel! Der National Health Service bietet ...

Lissa versorgt als mobile Krankenschwester Patienten in ganz London. Als sie eines Tages ein traumatisches Erlebnis hat, wird klar: sie braucht einen Tapetenwechsel! Der National Health Service bietet in solchen Fällen einen Tausch an. Der Pfleger und Ex-Soldat Cormac aus Kirrinfief benötigt dagegen ebenfalls einen Blickwechsel und so tauschen beide für 3 Monate Unterkünfte und Patienten.

Klingt einfach, birgt allerdings einige Besonderheiten. Stadt- gegen Landleben einzutauschen oder umgekehrt, sorgt bei beiden Protagonisten für Verwirrung und leichte Anpassungsschwierigkeiten. Während man in London nach Feierabend anonym für sich bleiben kann, ist Feierabend auf dem Land nur pro forma. Wenn man da ist, ist man da und man hat auch mit allen und jedem ein nettes Wort zu wechseln. Während Lissa anfänglich von den redseligen Schotten etwas überfordert zu sein scheint, fühlt sich Cormac in der großen Stadt voller Menschen allein. Beide haben mit der anders getakteten Umgebung zu kämpfen und so beginnt ein Emailaustausch über Patienten zu einem Austausch über das eigene Leben zu werden. Für beide ist es der Beginn eines neuen Lebenskapitels. Witzig unterstrichen werden Cormacs Emails übrigens von kleinen Zeichnungen, die nicht nur Lissa zum Lächeln bringen.

Lissa muss das Erlebte aufarbeiten und sich in lustigen Situationen auf dem Land behaupten. Cormac wird klar, dass er seine Zeit beim Militär noch gar nicht ganz verarbeitet hat und dass er dies durch sein Leben im idyllischen Schottland bisher gut unterdrückt hat.

Wie ein schlagendes Herz und ein kleiner Igel die beiden miteinander verbindet, müsst ihr unbedingt selbst lesen. Ich vergebe volle Punktzahl!

Kirrinfief ist uns übrigens bereits aus den ersten beiden Bänden von Happy Ever After bekannt und so trifft Lissa natürlich auf bereits liebgewonnene Protagonisten wie zum Beispiel Zoe und Nina. Wer die anderen Bände nicht kennt, wird sich allerdings problemlos in der Handlung zurecht finden. Doch ehrlich, ihr verpasst etwas, holt es unbedingt nach! Ich hoffe ja, dass die Autorin noch einige Städter in dieses kleine Dörfchen lockt…

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Ein Stückchen aus den Sektionssaal

Kaltes Land
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Wie bereits berichtet, hat Knaur TB ein paar eiskalte Kurz-Thriller herausgebracht. Für kurze Abende und heftige Nächte, denn hat man einmal angefangen, will man doch wissen, wie es ausgeht.

Nach Ursula ...

Wie bereits berichtet, hat Knaur TB ein paar eiskalte Kurz-Thriller herausgebracht. Für kurze Abende und heftige Nächte, denn hat man einmal angefangen, will man doch wissen, wie es ausgeht.

Nach Ursula Poznanski habe ich nun zu Michael Tsokos gegriffen, da er auch zu meinen Lieblingsautoren gehört. Ich war gespannt, wie er eine Kurzgeschichte von 112 Seiten umsetzt:

Sabine Yao ist in der Berliner Rechtsmedizin in der Spezialeinheit „Extremdelikte“ Rechtsmedizinerin an der Seite des uns bekannten Professor Paul Herzfeld. Als ihre Tante in Kiel eines unnatürlichen Todes verstirbt, eilt sie nach einigen Telefonaten nach Kiel, um der Sache nachzugehen.

Sabine Yao ist eine sympathische junge Frau, deren „Background“ recht vielversprechend ist (vielleicht haben wir ja noch einmal in den Paul Herzfeld Büchern das Glück, ihr noch mal zu begegnen). Als ihr unbürokratisch Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft gewährt wird, stößt sie auf einige Ungereimtheiten. Da die Sektion noch nicht erfolgt ist, setzt sie alle Mittel ein, um dabei zu sein.

Michael Tsokos thematisiert in dieser Kurzgeschichte geschickt einen Teil seiner alltäglichen Sektionsarbeit. Wir erfahren von „differenzialdiagnostischen Möglichkeiten“ (aha), der Bedeutsamkeit der Auffindesituation (leuchtet ein) und den Gesetzmäßigkeiten des körperlichen Verfalls (gut zu wissen). Die Formulierungen und das Näherbringen des Fachjargons fand ich hochinteressant und spannend.

Die professionelle Objektivität auf die der Autor ja auch in seinen Online-Beiträgen stets wert legt und es immer wieder betont, hat sich hier auf seine Protagonistin abgefärbt. Obwohl sie persönlich betroffen ist und ein bisschen in die Ermittlungen eingreift bzw. eigentlich schiebt sie die Geschehnisse nur mit dem richtigen Ermittlungsansatz an (wollen wir mal nicht so kleinlich sein), lässt sie sich von ihrem Fachwissen und nicht von Mutmaßungen über den möglichen Tod der Tante leiten. Dabei kommt sie einem viel größerem Verbrechen auf die Spur. Ich vergebe volle Punktzahl für dieses Stückchen aus den Sektionssaal (tschuldigung – DER musste sein).

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Ein Bett auf Hiddensee

Wie das Leuchten von Bernstein
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Geht es noch? Weil Ihr Verlobter auf einmal auf einem Selbstfindungstrip ist, kündigt er mal eben die gemeinsame Wohnung in München und löst die Verlobung, um zu einer Rucksacktour nach Südostasien aufzubrechen. ...

Geht es noch? Weil Ihr Verlobter auf einmal auf einem Selbstfindungstrip ist, kündigt er mal eben die gemeinsame Wohnung in München und löst die Verlobung, um zu einer Rucksacktour nach Südostasien aufzubrechen. Da der Pleitegeier auch noch Maries Blumenladen erwischt hat, beschließt sie zu ihrer Oma Gertrud nach Hiddensee zu fliehen. Immerhin hat sie da trotz ihrer fluchtartigen Auswanderung vor Jahren immer noch ein Bett stehen….

Ein Bett auf Hiddensee; wer möchte da nicht hin und sich die Decke über den Kopf ziehen, wenn einem alles zu viel wird? Dass Marie bei all den Ereignissen die Schnauze voll hat, kann man echt verstehen. Bereits auf den ersten Seiten kommt es für die Protagonistin dicke und man möchte sie glatt in den Arm nehmen.

Nele Blohm ist nämlich mit ihrer Schreibweise eine äußerst sympathische Protagonistin gelungen, die wieder zu sich selbst und ihren Wünschen im Leben finden muss. Dass eine tatkräftige Oma Gertrud dabei auf die Inselschamanin Irmgard und die Jugendliebe von Marie Ole baut, ist durchaus erlaubt und erwünscht.

Insulaner sind halt ein besonderes Völkchen, wobei ich ehrlich gesagt noch nie auf eine Inselschamanin getroffen bin. Aber Irmgard hat es drauf. Schließlich bringt sie Marie ins Grübeln und so muss sie sich den Gründen Ihres Weggangs von der Insel stellen. Dabei spielt ihre Jugendliebe Ole eine große Rolle und wie sagt man doch so schön: alte Liebe rostet nicht.

Zwischen Dünen, Meer und Sanddorn muss noch einiges geklärt werden und als nacheinander ihr Exverlobter und ihre Freundin Caro aus München auftauchen, ist das Chaos perfekt…..

Es ist mein erstes Buch von Nele Blohm und definitiv nicht mein letztes. Denn bei einem Instagram Plausch mit Svenja Lassen gab Nele Blohm (= Mila Summers) nämlich preis, dass sie bereits an dem Buch von Maries Freundin Caro schreibt. Die frische Erzählweise, die sympathischen Figuren und die Schilderungen von Hiddensee waren für mich ein Ausflug auf eine mir tatsächlich noch unbekannte Insel. Hiddensee ist auf meiner Reisewunschliste weiter nach oben gewandert und da man derzeit ja nicht weiß, wann das alles wieder möglich sein wird, empfehle ich Euch in der Zwischenzeit die literarische Reise dorthin: volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Ran an die Töpfe

Hensslers schnelle Nummer
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Aus der Not eine Tugend machen, dass kann der sympathische Koch Steffen Henssler. Der Begriff „Hensslers schnelle Nummer“ ist nicht neu. Bereits seit der „Küchenschlacht“ und den Topfgeldjägern gibt es ...

Aus der Not eine Tugend machen, dass kann der sympathische Koch Steffen Henssler. Der Begriff „Hensslers schnelle Nummer“ ist nicht neu. Bereits seit der „Küchenschlacht“ und den Topfgeldjägern gibt es ab und an diese fixen Rezepte. Während des Corona Lockdowns tauchten jedoch die ersten Videos hierzu auf, die so gut von den Fans aufgenommen wurden, dass hierzu einfach ein Kochbuch entstehen musste.

Der Inhalt: Mit wenig Zutaten, geringer Vorbereitungszeit, schnelle Gerichte auf den Tisch bringen.
Die Aufmachung hat mir sehr gut gefallen und lädt gleich zum Stöbern ein. Einige Zutaten hat man sogar im Haus, so dass nicht immer ein Einkauf damit verbunden ist.

Bereits im Inhaltsverzeichnis wird klar gegliedert in Kartoffeln, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch, Gemüse, Pasta, Salate, Für Zwischendurch und Desserts. Die dazugehörigen Seitenzahlen sind farblich unterschiedlich gestaltet. Diese Farben finden sich dann bei den Rezepten in den Überschriften wieder.

Es gibt für den schnellen Blick Symbole für die Zutatenanzahl, die Zubereitungszeit und ob das Gericht vegetarisch ist.

Das einzelne Gericht ist zusätzlich zu den Symbolen in gut leserlicher Schrift gegliedert in Zutatenliste, Zubereitung und ab und an findet sich ein extra Tipp.

Die Fotos sind einfach und klar gehalten und ohne viel „Chichi“. Da könnte man den Teller gleich rüberziehen und Messer und Gabel zücken. Bisheriger Favorit im Selbstversuch war bisher Hähnchen Brot Salat mit Rucola. Das hat sogar mein Sohn gegessen. Volle Punktzahl.

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