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Veröffentlicht am 30.05.2021

Szenen wie im Kalten Krieg

Geiger
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Zu Zeiten, als die Welt sich gegenseitig mit Androhungen eines Atomkrieges in Schach hielt, war Kommissarin Sara Nowak selbst noch ein Kind. Heute ermittelt sie vor allem gegen Freier und Zuhälter. 
Doch ...

Zu Zeiten, als die Welt sich gegenseitig mit Androhungen eines Atomkrieges in Schach hielt, war Kommissarin Sara Nowak selbst noch ein Kind. Heute ermittelt sie vor allem gegen Freier und Zuhälter. 
Doch nun ist der prominenteste schwedische TV-Moderator der 70er und 80er Jahre ermordet worden. Das merkwürdige daran: Seine Frau ist spurlos verschwunden und es gibt weder Motiv, noch Hinweise auf den Täter.

Ist der Kalte Krieg wirklich vorbei? Genau das fängt Nowak an sich zu fragen, als sie in die Ermittlungen des ermordeten Moderators gezogen wird.

In „Geiger“ kommt der Leser nicht darum herum sich mit diversen Themen rund um die Stasi, den KGB und den schwedischen Geheimdienst zu befassen. Autor Gustaf Skördeman ist es gelungen alle diese Themen und noch einige mehr in knapp 500 Seiten einzufangen. Die damit einhergehende bedrückende Stimmung ist inklusive.

Nicht nur hat mich "Geiger" als Debut-Thriller beeindruckt, sondern auch die Tatsache, dass alte und verjährte Themen ein neues Leben eingehaucht wurde, in dem neuere Topics aus der Welt der Medien und des Alltags geschickt mit eingewebt wurden.

Sara Nowak hat ihre Ermittlerkarriere noch nicht beendet, daher freue ich mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Gesellschaft, ein Trauerspiel

Drei Kameradinnen
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"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar ist einer dieser Gesellschaftsromane den man sowohl mit Faszination als auch gesteigeretem Blutdruck ließt.

Die drei Frauen - Hani, Kasih und Saya - sind seid ihrer ...

"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar ist einer dieser Gesellschaftsromane den man sowohl mit Faszination als auch gesteigeretem Blutdruck ließt.

Die drei Frauen - Hani, Kasih und Saya - sind seid ihrer Jugend durch eine enge Freundschaft verbunden. Sie gehen dabei durch dick und dünn in einem Wohnblock, den sie selbst als Getto bezeichnen.

Definitiv politisch angehaucht startet die Geschichte aus Sicht einer der Protagonistinnen in die Geschehnisse. Die Handlung des Buches besteht im wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Ereignissen während eines Besuches von Saya in ihrere Heimatstadt.
Vorallem die Jugend der Drei wird etwas ausführlicher beschrieben. Das fand ich sehr gut umgesetzt. Denn auf spezifische Angaben zu den Herkunfstländern der Mädchen und ihrer Familien wird verzichtet. Hier wird das Buch aber auch unbequem. Schreckliche Erlebnissen, Herausforderungen in der Schule und den gesellschaftlichen Aufstieg haben sie alle drei zu bewältigen.

Für die Tatsache, dass die drei Frauen ihre eigene Geschichte stoisch erzählen könnten, wird hier besonders sprachlich darauf geachtet, dass die Eigenarten der Einzelnen herausgearbeitet werden.

Sprachlich fand ich die "Drei Kameradinnen" sehr prosaisch und mitreißend. Alleine dafür sollte das Buch gelesen werden!

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Veröffentlicht am 14.04.2021

Eine Geschichte über die Bedeutung von Privilegien

Der Junge, der den Wind einfing
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„Der Junge, der den Wind einfing“ war für mich eine so unglaublich inspirierende und motivierende Geschichte! Der Autor William Kamkwamba erzählt von einer Idee, die ihn von Armut in Malawi bis an eine ...

„Der Junge, der den Wind einfing“ war für mich eine so unglaublich inspirierende und motivierende Geschichte! Der Autor William Kamkwamba erzählt von einer Idee, die ihn von Armut in Malawi bis an eine amerikanische Uni katapultierte.

Alles begann, als sich Williams Eltern inmitten von Unruhen, Hungersnöten und Korruption das Schulgeld nicht mehr leisten konnten. Ihm blieb ihm nichts anderes übrig, als zusammen mit dem Rest der Familie die Maisfelder zu bewirtschaften.

Bildung spielt in Kamkwambas Erzählung eine zentrale Rolle. Er geht auf die Voraussetzungen ein in Malawi überhaupt eien Schule besuchen zu können (Geld...Überraschung) und welche Folgen es für ein Land haben kann, wenn die Gebildeten der Armut entfliehen.

Für William hat die Abwesenheit vom Unterricht nur einen kleinen Lichtblck am Ende des dunklen Tunnels hervorgebracht: Seien Neugierde und sein Tatendrang haben ihn Bücher aus der ortseigenen kleinen Bücherei lesen lassen. Diese Bücher über Physik und Elektronik sollten sein Leben in eine neue Richtugn weisen. Mit auf Schrottplätzen zusammengesuchten Ersatzteilen baute er in jungen Jahren sein eigenes Windrad, das genug Strom zum Bewässern der Maisfelder erzeugen kann.

Das Windrad erstens in Eigenregie und ohne jegliche Vorkenntnisse selber zu bauen, brachte William dank der Medien zu internationaler Bekanntheit. Wer Der Junge, der den Wind einfing liest, merkt schnell wie Privilegiert der Westen wirklich ist.

Für alle die gerne über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen ist William Kamkwambas Geschichte genau das richtige. Von mir gibt’s eine klare Empfehlung.
Kleiner Bonus: Film-Liebhaber kommen auch nicht zu kurz, denn die Geschichte gibt es bereits seit 2019 auf Netflix zu sehen.

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Nostalgische Sommer Vibes

Sommer der Träumer
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Polly Samson verzaubert mit „Sommer der Träumer“ ihre Leserschaft mit einem druckfrischen 60er-Jahre Abenteuer.

Wer sich dieses Jahr ein bisschen Griechenland Feeling wünscht, bekommt von der 17-Jährigen ...

Polly Samson verzaubert mit „Sommer der Träumer“ ihre Leserschaft mit einem druckfrischen 60er-Jahre Abenteuer.

Wer sich dieses Jahr ein bisschen Griechenland Feeling wünscht, bekommt von der 17-Jährigen Erica einiges von der Insel Hydra berichtet. 1960 hinterlässt ihre verstorbene Mutter ihr ein gefülltes Sparbuch, das Erica ermöglichen soll ihre Träume zu leben. Mit einem rüpelhaften Vater und wenig Perspektiven im heimischen England ist es nicht schwer sich weit weg zu wünschen. Ericas Entscheidung fällt schnell, als eine Freundin ihrer Mutter, Charmian Clift, sie nach Hydra einlädt. Charmian wird in der Künstlergemeinde sowohl Mutterbild, künstlerisches Leitbild, als auch feministische Ideengeberin für die junge Erica.

Sommer der Träumer lehrt jeden, der es wagt zwischen den Zeilen zu lesen aber nicht nur sommerliche Glücksgefühle, sondern auch die Schattenseiten eines künstlerisch literarischen Lebens, das Frauen an der Seite von Schriftstellern in den 60ern führten.

Beeindruckend war für mich, wie Autorin Samson es schafft auf der einen Seite Sehnsucht nach einem Road Trip nach Griechenland zu wecken, und auf der Kehrseite mit prosaischer Meisterleistung die Probleme weiblicher Autorinnen, die Babyschritte der Emanzipation und die „Freiheit“ des Lebens als Muse an den Pranger zu stellen.

Für mich ist Polly Samsons neuestes Werk ein wirklich gelungener Einblick die Umbrüche der 60er.

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Veröffentlicht am 02.04.2021

Nachhaltig kleiden

Dress Vintage Like a Parisian
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Kleidung muss nicht immer neu gekauft werden! Dress Vintage Lika a Parisian von Aloïs Guinut ist ein Beispiel dafür, wie Kreativität auch Umweltbewusstsein vermitteln kann. Das ist für mich hier die wichtigste ...


Kleidung muss nicht immer neu gekauft werden! Dress Vintage Lika a Parisian von Aloïs Guinut ist ein Beispiel dafür, wie Kreativität auch Umweltbewusstsein vermitteln kann. Das ist für mich hier die wichtigste Kernaussage.

Autorin Guinut veröffentlichte ihren Moderatgeber im Oktober 2020 und bot so bereits zahlreichen Modefans Einblick in Pariser Vintagewelt.
Auf der Suche nach dem passenden Modeschatz führt sie alle Interessierten in die Idee des Upcyclings, Second-Hands und Kleidertauschens ein. In kleinen Interviews werden passionierte Bloggerinnen, Leute aus der Modeindustrie und Besizerinnen von Vintageläden nach ihrem (Konsum)-Bewusstsein befragt.

Was mit besonders gefallen hat war, dass nützliche Tipps und Tricks zusammengefasst und mögliche Alternativen zu Fast Fashion aufgezeigt werden. Auch die Hinweise zu verschiedenen Stoffen und ihrer Pflege fand ich super!

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