Charlotte Link hat mich mit dem dritten Band der Kate Linville Reihe wieder total begeistert.
„Ohne Schuld“ ist von Anfang bis zum Ende spannend und das ohne Blutvergießen oder Gewaltexzesse. Der Schreibstil ...
Charlotte Link hat mich mit dem dritten Band der Kate Linville Reihe wieder total begeistert.
„Ohne Schuld“ ist von Anfang bis zum Ende spannend und das ohne Blutvergießen oder Gewaltexzesse. Der Schreibstil der Autorin ist einfach unglaublich leicht, fesselnd und gut zu lesen, obwohl die Geschichte komplex ist und viele Nebenstränge hat. Auch thematisch ist der Roman intensiv und erschütternd. Es geht um unerfüllte Kinderwünsche, Adoption, Lernbehinderung, Depression, Erziehungsheime, Gewalt in der Ehe und vieles mehr. Charlotte Link beschreibt eine Gesellschaft, in der die Menschen häufig wegsehen und alte Menschen vereinsamen. Die Charaktere sind vielschichtig und komplex und der Kriminalfall ist bis zur letzten Seite dramatisch. Das Ende bleibt offen und ich freue mich schon auf den nächsten Roman.
Meine eindeutige Leseempfehlung mit 5 Sternen.
Herbstzeit ist Lesezeit und der Roman „The One“ von John Marrs ist der perfekte Einstieg in die Ferien: unglaublich fesselnde 480 Seiten, die ich in einem Rutsch verschlungen habe.
Die Grundidee, dass ...
Herbstzeit ist Lesezeit und der Roman „The One“ von John Marrs ist der perfekte Einstieg in die Ferien: unglaublich fesselnde 480 Seiten, die ich in einem Rutsch verschlungen habe.
Die Grundidee, dass man durch eine DNA-Analyse den idealen Partner findet, wird in kurzen Kapiteln anhand von fünf Charakteren erzählt. Jede Figur ist einzigartig und die verschiedenen Schicksale sind flüssig, fesselnd und zum Teil verstörend. Besonders spannend ist die Figur des Psychopathen, der auch grausame Szenen mit sich bringt und interessante Einblicke in seine verdrehte Gedankenwelt. Insgesamt hat der Roman vor allem gegen Ende diverse überraschende Wendungen und das Ende finde ich sehr gelungen.
Ich habe meinen ersten Roman von John Marrs mit großem Vergnügen gelesen. Klare Leseempfehlung mit fünf Sternen für ein spannendes Buch .
Manchmal ist der Arbeitsalltag sehr anstrengend und abends möchte man eigentlich nur noch abschalten. Dann ist die Entspannungsfrage zwischen Film und Buch nur zu schnell gelöst, wenn man nicht das richtige ...
Manchmal ist der Arbeitsalltag sehr anstrengend und abends möchte man eigentlich nur noch abschalten. Dann ist die Entspannungsfrage zwischen Film und Buch nur zu schnell gelöst, wenn man nicht das richtige Buch zur Hand hat. Kennt ihr das Dilemma?
„Beste Freundin“ von Claire Douglas ist mein erster Thriller von dieser Autorin und er ist so spannend und leicht geschrieben, dass ich kein einziges Mal an den Griff zur Fernbedienung dachte. Ich fand das Setting an der Küste Englands sehr schön und auch der Spannungsbogen wurde gut gehalten. Die Kapitel sind kurz und aus der Ich-Perspektive, komplett ohne blutige Szenen, dafür mit geschickt eingebauten Rückblenden.
Die meiste Zeit begleiten wir Jess, die für eine journalistische Arbeit in ihre alte Heimat zurückkehrt. Ausgerechnet ihre damalige beste Freundin Heather soll zwei Menschen ermordet haben. Jess nimmt Kontakt zu Heathers Familie auf und beginnt zu recherchieren.
Ein guter Pageturner. Meine Leseempfehlung mit 5 Sternen.
Mein Leseeindruck:
Ein wirklich guter Roman mit einer hochaktuellen Gesellschaftsanalyse zu kontroversen Themen über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Suizid, Covid-19, aber auch über ...
Mein Leseeindruck:
Ein wirklich guter Roman mit einer hochaktuellen Gesellschaftsanalyse zu kontroversen Themen über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Suizid, Covid-19, aber auch über finanzielle Sorgen, Tod eines Elternteils und Hirntumor.
Inhaltlich geht es um die 36jährige Dora, eine erfolgreiche Werbetexterin, die im Corona Lockdown ihr Home-Office in der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Lebensgefährten Robert aufbaut und mit ihm in Streit gerät. Heimlich kauft sie ein renovierungsbedürftiges Gutsverwalterhaus und zieht mit ihrer Hündin Jochen von Berlin nach Bracken, einem kleinen Dorf in Brandenburg. Das Landleben ist schwierig: Sie hat keine Möbel und den verwilderten Garten wiederherzustellen dauert Wochen, der Bus fährt nur viermal am Tag und der Nachbar stellt sich als Dorf-Nazi vor.
Doch plötzlich liegt ihre Matratze auf einem Palettenbett und eines Tages stehen Küchenstühle vor der Tür. Dora lernt das Leben und die Menschen in Bracken kennen und etwas verändert sich in Dora.
Auch wenn ich die Freundschaft mit dem Dorf-Nazi nicht ganz nachvollziehen kann, gefällt mir der Blick der Katze, die immer mal wieder auftaucht: „Auf der Mauer sitzt die orangefarbene Katze und schaut verächtlich auf sie herab. Ihr seid so peinlich, eure ganze Gattung, sagt der Katzenblick“ (Zitat, s. 286)
Ein Buch mit viel Wortwitz und tollen Charakteren über Vorurteile, das Ankommen und die Menschlichkeit! Für mich persönlich ist das Buch ein Highlight, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Deshalb 5 von 5 Sterne!
Ein wunderbares Feriencover, aber keine klassische Feriengeschichte, sondern eine gesellschaftskritische Satire ist dieser Roman von Weike Wang. Für Nate und Keru werden die Ferien zum Stressfaktor, aber ...
Ein wunderbares Feriencover, aber keine klassische Feriengeschichte, sondern eine gesellschaftskritische Satire ist dieser Roman von Weike Wang. Für Nate und Keru werden die Ferien zum Stressfaktor, aber so ist das vielleicht auch, wenn man die Eltern einlädt ???
Die beiden haben sich an der Universität kennengelernt und geheiratet. Nate stammt aus einer weißen Arbeiterfamilie (Trump-Anhänger). Nate wird Wissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Fruchtfliegen. Keru arbeitet als Unternehmensberaterin. Sie ist mit sechs Jahren mit ihren Eltern aus China in Amerika eingewandert. Nate und Keru führen ein glückliches Leben in New York, Kinder sind nicht vorgesehen, dafür haben sie die Hirtenhündin Mantou.
Zu ihren Eltern haben beide einen distanzierten Kontakt, doch nach der Pandemie haben sie vielleicht ein schlechtes Gewissen und laden ihre Eltern nacheinander zu einem gemeinsamen Urlaub am Meer ein. Und hier wird die Geschichte richtig lustig. Die chinesischen Eltern sind extrem überkorrekt und ängstlich. Sie wollen das Haus nicht verlassen und erwarten eine klinisch saubere Umgebung. Selbst der Hund muss sich die Pfoten vor der Haustür spülen lassen. Und dann das ewige Thema mit den Enkelkindern. Die amerikanische Familie ist zwar locker, aber ebenso engstirnig und rassistisch. Im zweiten Teil kommt noch eine extrem übergriffige Nachbarfamilie mit Kindern ins Boot, die das Paar als Dinky bezeichnet (Double income no kids). Vor allem Keru ist verärgert darüber, dass ihr Lebenskonzept, kinderlos zu bleiben, von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird. Und dann taucht plötzlich Nates Bruder mit seiner Freundin auf.
Mir hat die kluge Auseinandersetzung mit Kultur, Identität und Liebe gefallen. Es werden unbequeme Fragen gestellt. Der Roman folgt ihren Wegen durch Konflikte, Missverständnisse und kleinen Alltagsmomenten. Die Geschichte ist kein klassischer Roman, sondern zeigt, was passiert, wenn Vorurteile sichtbar werden und überwunden werden müssen. Es gibt keinen Spannungsbogen im eigentlichen Sinne. Die Sprache ist nüchtern, die Figuren sind vielschichtig. Keru wird nicht als „chinesische Kultur“, Nate nicht als „der Westen“ reduziert; beide werden als komplexe Individuen gezeigt, deren Wünsche und Ängste sich mit ihren Identitäten verankern. Der Humor ist manchmal sehr scharf und dann wieder heilend.
Mir hat dieser gesellschaftskritische Roman gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.