Profilbild von emkeyseven

emkeyseven

Lesejury Star
online

emkeyseven ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit emkeyseven über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2021

Schon etwas vorhersehbar, aber mitreißend und unterhaltsam

Our Second Chance
0

Ravens Mutter ist Haushälterin bei einer reichen Familie und diesen Sommer arbeitet Raven auch in diesem Haushalt. Da lernt sie dann den ältesten Sohn Gavin kennen und die Chemie stimmt sofort. Gavins ...

Ravens Mutter ist Haushälterin bei einer reichen Familie und diesen Sommer arbeitet Raven auch in diesem Haushalt. Da lernt sie dann den ältesten Sohn Gavin kennen und die Chemie stimmt sofort. Gavins eiskalte Mutter möchte sie schon trennen, bevor überhaupt etwas passiert ist, und da sie die Macht hätte, Ravens Mutter aus dem Job, den diese dringend braucht, zu entlassen, halten sie ihre Beziehung geheim, weil sie sich einfach nicht voneinander fernhalten können.

Die eine Hälfte des Buches behandelt die Vergangenheit, wie sie sich kennengelernt haben, sich verlieben und sich wieder trennen, danach gibt es einen Zeitsprung und der Rest spielt in der Gegenwart, zehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung. Dabei gibt es Kapitel aus den Perspektiven beider Protagonisten. Zusammen mit dem Klappentext und dem Prolog, der in der Gegenwart spielt, wird vor allem die erste Hälfte des Buches ziemlich vorhersehbar, aber das hat mich hier nicht so sehr gestört, weil ich das Buch einfach wie erwartet gut geschrieben fand. Es konnte mir genau das bieten, was ich erhofft hatte, tiefe Gefühle, die sich so lange gehalten haben, Leidenschaft, die man gut spüren kann, und eine gute Prise Humor - also wieder eine schöne Achterbahn der Gefühle.

Ihre geheime Beziehung ist natürlich schon spannend, aber sie konnte mich auch berühren. Es ist eine so unschuldige und aufrichtige Liebe, die von Anfang an unter einem schlechten Stern steht, weil Gavins Mutter sie ja trennen will. Man weiß, dass den beiden nicht viel Zeit bleibt, daher habe ich ihnen das Glück umso mehr gegönnt. Später ist dann zu viel Zeit vergangen, sie haben ihre Leben weitergelebt und haben Geheimnisse vor einander, sodass einfach zu viel zwischen ihnen steht, aber man kann die Sehnsucht immer noch spüren und kann es kaum erwarten, dass die beiden endlich wieder zu einander finden.

Fazit
"Our Second Chance" hat mir wie erwartet gut gefallen. Auch wenn ich vor allem die erste Hälfte sehr vorhersehbar fand, konnte die Geschichte von Raven und Gavin mich mitreißen, gut unterhalten und zu Tränen rühren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2021

Aus den Augen, aus dem Sinn und der Wunsch, dass sich jemand erinnert

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
0

Addies Pakt mit dem Teufel ist jetzt schon dreihundert Jahre her. Seit dreihundert Jahren hat sie jeder vergessen, sobald sie außer Sicht ist, ganz egal, wie oft sie sich schon getroffen haben und wie ...

Addies Pakt mit dem Teufel ist jetzt schon dreihundert Jahre her. Seit dreihundert Jahren hat sie jeder vergessen, sobald sie außer Sicht ist, ganz egal, wie oft sie sich schon getroffen haben und wie viel Zeit sie miteinander verbracht haben. Sie hat kaum Besitz, keine Freunde, keine Bekannten und kann keine Spuren hinterlassen, aber sie sucht schon immer nach Wegen, ihren Fluch zu umgehen, indem sie Künstler inspiriert, in deren Werken man sie finden kann. Dass man sie immer vergisst, verstärkt in ihr den Wunsch, dass man sich an sie erinnert, und wenn sie nur eine unbekannte Frau auf einem Gemälde ist.

Ich fand Addie wirklich sehr sympathisch und konnte ihr Sehnen nach Normalität, Freundschaften und Besitztümern wirklich gut spüren. Auch ihre regelmäßigen Verluste und wie sie nach all diesen Jahren immer noch darunter leidet, immer und immer wieder vergessen zu werden, hat mir immer wieder das Herz gebrochen.

Dann trifft sie Henry, der sie nicht vergisst und das allein macht ihn ja schon unglaublich faszinierend. Wenn man so wenig Auswahl hat wie Addie, hat man dann überhaupt wirklich eine Wahl? Wie könnte sie nicht Zeit mit dem einzigen Menschen verbringen wollen, der sie nicht sofort vergisst, sobald sie kurz weg ist? Trotzdem ist ihre Beziehung mit Henry nicht einfach, weil seine Freunde sie weiterhin vergessen, weil sie immer noch kein normales Leben führen kann und weil Henry auch eigene Geheimnisse hat.

Es gibt noch eine Konstante in ihrem Leben: Das Wesen, mit dem sie den Pakt einging. Natürlich kann er sich durchaus an Addie erinnern und macht ihr das Leben so schwer, damit sie aufgibt und ihm ihre Seele überlässt. Einerseits hasst Addie ihn, für das, was er sich durchleiden lässt, aber andererseits bedeutet es ihr auch viel, dass er sich an sie erinnern kann, so sehr sie sich selbst dafür hasst. Das komplizierte Verhältnis der beiden war für mich einer der interessantesten und spannendsten Aspekte in diesem Buch.

Es gibt auch viele verschiedene Szenen aus den letzten dreihundert Jahren von Addies Leben, die mir alle sehr gut gefallen haben. Addie ist da immer eine alleinstehende, fremde Frau und ohne besonders viele Rechte und ohne viele Möglichkeiten, sodass sie es besonders schwer hatte. Das macht das Buch gewissermaßen auch zu historischer Fiktion.

Fazit
"Das unsichtbare Leben der Addie Larue" hat mir wirklich gut gefallen. Ich mochte die Einblicke in Addies langes Leben und wie sie lernte, damit umzugehen, immer wieder vergessen zu werden. Auch ihre komplizierten Beziehungen fand ich wirklich faszinierend und gelungen dargestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2021

Dämonen, japanischer Charme und eine Menge Spannung

Im Schatten des Schwertes
0

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Der erste Band der Reihe hat sich etwas wie ein Roadtrip angefühlt, bei dem ständig neue Begleiter rekrutiert wurden, hier wird zwar auch gereist, aber man konzentriert ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Der erste Band der Reihe hat sich etwas wie ein Roadtrip angefühlt, bei dem ständig neue Begleiter rekrutiert wurden, hier wird zwar auch gereist, aber man konzentriert sich mehr auf die Konflikte mit den Dämonen, sodass die Geschichte zusammenhängender und sogar noch einen Tick spannender ist.

Auf Yumekos Schultern liegt viel Verantwortung und sie fühlt sich dem immer noch kaum gewachsen. Zusätzlich zu ihrer Pflicht, die Schriftrolle sicher abzuliefern, will sie auch Tatsumi, für den sie Gefühle entwickelt hat, die sie selbst noch nicht begreift, von Hakaimono befreien. Dabei muss sie weiterhin ihr Wesen als Kitsune akzeptieren, obwohl vieles ihr so lange verboten wurde, und erlangt bei ihrer Reise eine ganze Menge neue Fähigkeiten und lernt auch viel von ihren einzigartigen Gefährten. Ihre Entwicklung war einer meiner liebsten Dinge an diesem Buch.

Tatsumis Körper ist vom Dämonen Hakaimono besessen, sodass man von Tatsumi nicht viel zu sehen bekommt, außer als leise Stimme, die Hakaimono nur belustigt. Den Dämonen fand ich aber absolut überzeugend, seine Grausamkeit, der Blutdurst und die grenzenlose Arroganz. Aber eine Sache fürchtet er schon noch: Das Schwert Kamigoroshi, das so lange sein Gefängnis war und in das er niemals zurückkehren möchte. Um es zu endgültig zu zerstören, muss er aber Bündnisse eingehen, die eigentlich unter seiner Würde sind. Seine Perspektive fand ich besonders spannend, weil die Stimmung viel bedrohlicher ist und seine Gefühle immer sehr intensiv und anders sind.

Für Yumeko und ihre Gefährten gibt es aber noch viel mehr Gefahren. So viele Mächte sind hinter den Teilen der Drachenschriftrolle her, sei es der unheimliche Kage-Clan, der seinen besten Dämonenjäger und damit auch seine stärkste Waffe verloren hat, oder Genno, der Meister der Dämonen, der eine Armee zusammenstellt, um Chaos über das Land zu bringen. Es bleibt also durchgehend spannend und auch das japanische Setting hat mir wieder sehr gut gefallen. Die regelmäßige Ankündigung und Drohung, man müsse eventuell Seppuku (ritueller Suizid, um seine Ehre und die Ehre der Familie wiederherzustellen) begehen, fand ich ziemlich amüsant, weil es so oft so dämliche Gründe waren.

Ich bin schon froh, dass ich "Im Schatten des Schwertes" als Hörbuch gehört habe, weil es ihr noch eine neue Dimension verleiht. Gesprochen kann man die japanische Höflichkeit und Förmlichkeit, die meiner Meinung nach den Charme dieser Geschichte ausmacht, noch mal besser spüren. Während Merete Brettschneiders Stimme Yumekos unschuldige Naivität noch wunderbar betont, fand ich Julian Horeyseck für Hakaimono schon fast nicht bedrohlich genug.

Fazit
"Im Schatten des Schwertes" hat mir noch ein bisschen besser gefallen als der erste Band, die Geschichte ist spannender und das Setting und Yumekos Entwicklung haben mir sehr gut gefallen, auch wenn ich Tatsumi etwas vermisst habe. Ich freue mich schon sehr auf das Finale!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2021

Emotionale Geschichte um Verlust und Familie - da kam die Liebe fast zu kurz

Everything I Ever Needed
4

Ava hatte keine leichte Kindheit, denn eine Herzerkrankung hat ihr das Leben erschwert und auch nach der Herztransplantation war sie nicht sofort gesund, auch Jahre danach ist sie körperlich nicht so fit. ...

Ava hatte keine leichte Kindheit, denn eine Herzerkrankung hat ihr das Leben erschwert und auch nach der Herztransplantation war sie nicht sofort gesund, auch Jahre danach ist sie körperlich nicht so fit. Am College möchte sie aber so leben wie alle anderen Studenten und auf eigenen Beinen stehen. Nun ist sie auch wieder in der Nähe von ihrem Freund Nathan, aber die Beziehung ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Dafür schließt Ava neue Freundschaften, wird mutiger und der attraktive und charmante Dexter bringt ihr Leben ganz schön durcheinander.

Dexter kannte ich schon aus "Everything I Didn't Say", da war der Verlust seiner Familie noch frischer, er war entsprechend schlecht gelaunt und auch später noch fand ich ihn immer etwas mürrisch und man konnte immer fühlen, dass er nicht wirklich glücklich ist. Hier lässt er öfter mal seinen Charme spielen, und auch wenn er immer noch leidet, kämpft er nun um Normalität und Stabilität in seinem Leben.

Ava und Dexter zusammen sind einfach ein sehr unterhaltsames Paar, aber Avas Freund, mit dem sie schon seit einigen Jahren zusammen ist, stellt da natürlich ein Hindernis dar. Vielleicht lag es auch daran, dass ich von Anfang an #TeamDexter war und einen Konkurrenten um Avas Zuneigung dann als Bedrohung sah, aber ich fand Nathan direkt unsympathisch und fand, dass er Ava nicht gut tut. Ein anderes Problem waren Dexters Stimmungsschwankungen, die mich auf Dauer schon ein bisschen genervt haben. Mal will er mit ihr zusammen sein und ist ist eifersüchtig auf alles und jeden, dann will er sich doch wieder von ihr fernhalten.

Ein Thema, das hier eine große Rolle spielt, habe ich schon beim Lesen des Klappentexts erahnt, aber es wurde dann doch mehr in die Länge gezogen als ich erwartet hätte. Ich hätte da lieber etwas mehr Liebesgeschichte gehabt, denn die kam in all dem Drama beinahe etwas zu knapp. Zwar werden die Gefühle der Protagonisten gut übermittelt, aber zwischen ihnen passiert rückblickend gar nicht mal so viel. Ich fand alle Gefühle bezüglich Verlust, Krankheit und Familie sehr überzeugend und fand auch, dass die Chemie zwischen Dexter und Ava einfach stimmt, aber ich hätte bei der Liebesgeschichte etwas mehr erwartet.

Fazit
"Everything I Ever Needed" hat mir so gut gefallen wie erhofft. Man lernt eine ganz neue Seite von Dexter kennen und die Gefühle der Protagonisten konnte man richtig gut spüren. Nur die Entwicklung der Liebesgeschichte kam mir ein bisschen zu kurz, da hätte ich ein bisschen mehr erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 26.05.2021

Feinde und Verbündete, Liebe und Magie

Game of Blood
0

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Lou, Reid und ihre Gefährten sind Morgane entkommen, aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Dame de Sorcières ist noch immer entschlossen, ihre Tochter Lou zu opfern ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Lou, Reid und ihre Gefährten sind Morgane entkommen, aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Dame de Sorcières ist noch immer entschlossen, ihre Tochter Lou zu opfern und damit alle Nachkommen des Königs auf einen Schlag zu töten. Das können Lou und Reid natürlich nicht zulassen, denn es geht nicht nur um Lous Leben, sondern auch um das Leben der unschuldigen Kinder - und Reid ist einer von ihnen.

Reids Beziehung zur Magie ist noch komplizierter geworden. Als Hexenjäger hat er sich erst in eine Hexe verliebt, dann hat er herausgefunden, dass er selbst auch über magische Fähigkeiten verfügt, was seine Welt total auf den Kopf stellt. Die Magie ist ein Teil von Lou und sie ist fest entschlossen, ihrem Liebsten die ganzen positiven und schönen Seiten der Magie zu zeigen, denn wie könnte er Lou wirklich lieben, solange er noch Angst vor dieser Seite von ihr hat?

Doch leider ist diese Magie wirklich gefährlich, denn alles hat einen Preis. Während Lou bereit ist, alles für ihre Liebsten zu tun und dabei manchmal zu weit geht, findet Reid den Preis immer viel zu hoch und möchte Lou vor den Gefahren beschützen. Lou will sich die Magie aber gar nicht ausreden lassen, für sie kommen Reids Warnungen nur von seinen jahrelangen Vorurteilen.

Die Flucht vor Morgane und den Hexenjägern, die Suche nach Verbündeten, die Gefahren der Magie und die Liebesgeschichte bieten auf jeden Fall eine Menge Abwechslung und Spannung. Die Protagonisten aber auch Nebencharaktere wie Coco, Ansel, Beau und Madame Labelle konnten mich mit ihren persönlichen Entwicklungen überzeugen und auch wirklich gut unterhalten. Vor allem Lous Liebe zur Magie und ihr gleichzeitiger Kampf um die Kontrolle dieser hat mir besonders gut gefallen.

Fazit
Feinde und Verbündete, Liebe und Magie - "Game of Blood" bietet wieder ein spannendes Abenteuer mit einer mitreißenden Liebesgeschichte und sympathischen Charakteren. Ich freue mich schon sehr auf das Finale!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere