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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2021

Ein echter Pageturner

Die Karte
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"Die Karte" von Andreas Winkelmann ist mal wieder ein echter Pageturner. Wie auch die vorherigen Thriller aus der Kerner-und-Oswald-Reihe hat mich "Die Karte" so sehr gefesselt, dass ich das Buch innerhalb ...

"Die Karte" von Andreas Winkelmann ist mal wieder ein echter Pageturner. Wie auch die vorherigen Thriller aus der Kerner-und-Oswald-Reihe hat mich "Die Karte" so sehr gefesselt, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe.
Wieder einmal wird ein Serienmörder gesucht, der seine Opfer anhand ihrer Laufstrecken, die sie auf Instagram posten, auswählt. Eine beängstigende Story, wenn man bedenkt, wie viel heutzutage relativ unbedarft bei Social Media geteilt wird.
Wieder einmal geht das bewährte Team Jens Kerner und Becca Oswald den grausamen Taten nach. Ich mag die beiden sehr, da sie sich sehr gut ergänzen und die sich anbahnende Liebesbeziehung über bereits mehrere Bände eine passende Nebengeschichte darstellt. Viele weitere Charaktere in diesem Buch sind stark gekennzeichnet durch eine Art Männer- und auch Frauenhass. Dieses Thema zieht sich durch das gesamte Buch und wird durch die Geschichte eines kleinen Mädchens, die als Rückblende immer wieder auftaucht, weiter befeuert.
Wie schon in seinen vorherigen Büchern der Reihe versteht es Winkelmann, die Kapitel bzw. die einzelnen Episoden gekonnt mit einem Cliffhanger zu versehen und die Szenenwechsel durchdacht und nachvollziehbar zu gestalten. 
Die Auflösung des Falls bzw. das Motiv des Täters/der Täterin hat mich nicht ganz überzeugt, deshalb ein Stern Abzug, alles in allem aber - wie immer - lesenswert.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Starkes Thrillerdebüt

Ausweglos
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"Ausweglos" ist das Debüt von Henri Faber als Thrillerautor. Das Buch ist aufgeteilt in vier Teile. Erzählt wird jeweils aus drei unterschiedlichen Perspektiven, der von Elias Blom, Noah Klingberg und ...

"Ausweglos" ist das Debüt von Henri Faber als Thrillerautor. Das Buch ist aufgeteilt in vier Teile. Erzählt wird jeweils aus drei unterschiedlichen Perspektiven, der von Elias Blom, Noah Klingberg und Linda Klingberg. Das fand ich zunächst gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich schnell eingefunden in die Erzählweise und empfinde sie für die Geschichte und Dramaturgie als passend, da ich als Leser:in so gleich drei unterschiedliche Einblicke in die Ereignisse bekomme.  Zwischendurch taucht übrigens immer wieder die unbekannte Stimme des Mörders / der Mörderin auf, was der Geschichte noch mehr Spannung verleiht.
Schon auf den ersten Seiten nimmt diese enorm an Fahrt auf, denn als Leser:in werde ich auf den ersten Seiten schonungslos und direkt mit dem brutalen Mord an Emma Falk konfrontiert. Die Ereignisse und Szenen schildert der Autor so bildhaft und packend, dass die Geschichte mich sofort in ihren Bann gezogen hat.  Gesucht wird ab da der sogenannte Ringfingermörder, ein Serienmörder. Der Schreibstil unterstützt dabei die geschilderten Ereignisse optimal, da er viele Aufzählungen enthält, die dem Leser wie aus der Pistole geschossen, serviert werden. Das bringt Tempo in die Geschichte und macht deutlich, wie sehr die Suche nach dem Mörder drängt. Die Geschichte lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen, was ich bei einem Thriller als positiv bewerte, denn langatmige Passagen und zu viele Nebenschauplätze passen meiner Meinung nach nicht oder nur in Ausnahmefällen in dieses Genre. Auch die Anzahl der Figuren in dem Buch ist überschaubar, was mich gut in die Handlungen und Gedanken hat reinfinden lassen.
Was die Hauptfiguren angeht, so gibt es auf der einen Seite das Ehepaar Linda und Noah Klingberg sowie den Ermittler Elias Blom. Nebenfiguren sind die Nachbarn der Klingbergs Paul und das Mordopfer Emma Falk, außerdem der ziemlich unausstehliche Leiter der Mordkommission Cord Steiger.
Ich konnte von fast allen Charakteren einen deutlichen Eindruck bekommen, mit einer Ausnahme: Elias Blom ist für mich bis zum Ende der Geschichte die Person gewesen, von der ich einfach kein klares Bild bekommen habe, was schade ist, da es eine von drei Hauptfiguren war. Ich kann weder sagen, dass er mir sympathisch noch unsympathisch war, sondern eher farblos. Was möglicherweise daran lag, dass mir etwas mehr privates Hintergrundwissen von ihm gefehlt hat.
Insgesamt fand ich die Story bis zum Schluss enorm fesselnd. Außerdem nimmt sie überraschende Wendungen und man kann kaum vorhersehen, was als Nächstes passiert. Nichtsdestotrotz wurde sie gegen Ende etwas verworren, was ich als kleinen Minuspunkt nennen würde. Dennoch überraschte das Ende mich sehr. Im Allgemeinen ist Henri Faber mit "Ausweglos" ein überaus spannender und vielversprechender erster Thriller gelungen.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

Kurzweilige Herbstlektüre

Tee auf Windsor Castle
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„Tee auf Windsor Castle“ von Claire Parker entführt uns in das Leben und die Gemächer der britischen Royals. Kate landet während einer Schlossbesichtigung zufällig in der Bedienstetenteeküche ...

„Tee auf Windsor Castle“ von Claire Parker entführt uns in das Leben und die Gemächer der britischen Royals. Kate landet während einer Schlossbesichtigung zufällig in der Bedienstetenteeküche und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn dort lernt sie die betagte Angestellte Betty kennen. Sie kommen ins Quatschen und erleben bald darauf die unerwartetsten Dinge. Ich muss zugeben, mich hat ein bisschen gewundert, dass die beiden Frauen so schnell von einer Freundschaft sprechen und nach ihrem unerwarteten Kennenlernen so viel miteinander unternommen haben. Dennoch war es schön, sie dabei zu begleiten.
Der Roman hatte einen gewissen Witz und war kurzweilig zu lesen. Die Charaktere waren so, wie man sie sich in einem Adelshaus entweder als Bedienstete oder Adelige selbst vorstellen würde, very british. Dennoch hat mich der Roman leider nicht überzeugt, da er Fiktion und Realität für mich zu stark vermischt und leider auch einen unnötigen Spoiler im Klappentext enthält, was ihn bedauernswerterweise sehr vorhersehbar gemacht hat. Die Idee an sich gefällt mir aber gut.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Kurzweilige Herbstlektüre

Tee auf Windsor Castle
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„Tee auf Windsor Castle“ von Claire Parker entführt uns in das Leben und die Gemächer der britischen Royals. Kate landet während einer Schlossbesichtigung zufällig in der Bedienstetenteeküche ...

„Tee auf Windsor Castle“ von Claire Parker entführt uns in das Leben und die Gemächer der britischen Royals. Kate landet während einer Schlossbesichtigung zufällig in der Bedienstetenteeküche und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn dort lernt sie die betagte Angestellte Betty kennen. Sie kommen ins Quatschen und erleben bald darauf die unerwartetsten Dinge. Ich muss zugeben, mich hat ein bisschen gewundert, dass die beiden Frauen so schnell von einer Freundschaft sprechen und nach ihrem unerwarteten Kennenlernen so viel miteinander unternommen haben. Dennoch war es schön, sie dabei zu begleiten.
Der Roman hatte einen gewissen Witz und war kurzweilig zu lesen. Die Charaktere waren so, wie man sie sich in einem Adelshaus entweder als Bedienstete oder Adelige selbst vorstellen würde, very british. Dennoch hat mich der Roman leider nicht überzeugt, da er Fiktion und Realität für mich zu stark vermischt und leider auch einen unnötigen Spoiler im Klappentext enthält, was ihn bedauernswerterweise sehr vorhersehbar gemacht hat. Die Idee an sich gefällt mir aber gut.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Auftakt mit kleinen Schwächen

Die Sehenden und die Toten
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„Die Sehenden und die Toten“ ist der Auftakt einer Krimireihe um die Ermittlerin Clara Seidel, die im Wendland spielt. Der Fall: Der 16-jährige Justus wird tot aufgefunden, das Bizarre dabei, ...

„Die Sehenden und die Toten“ ist der Auftakt einer Krimireihe um die Ermittlerin Clara Seidel, die im Wendland spielt. Der Fall: Der 16-jährige Justus wird tot aufgefunden, das Bizarre dabei, anstelle seiner Augen befinden sich Spiegelscherben in seinen Augenhöhlen. Wer hat dem Teenager das angetan und warum? Das zu klären, ist die Aufgabe von Carla und ihrem Team. Infrage kommen eine Reihe von Personen und im Laufe der Erzählung machen sich auch immer mehr Leute verdächtig. Carlas Tochter Lana hilft ihrer Mutter heimlich bei den Ermittlungen, denn sie ist genau im Alter des Mordopfers und hat deshalb gute Connections zu seinem Umfeld. Leider wirken diese Verbindungen sowie die Verdächtigen an manchen Stellen sehr konstruiert. Dazu kommt, dass Ermittlerin Carla manchmal unerwartete Gedankensprünge hat, denen schwer zu folgen bzw. die schwer nachzuvollziehen sind und manchmal damit den Lesefluss stört. Außerdem gibt es immer wieder Anspielungen auf ihre Vergangenheit und ihren Ex-Mann, die aber im Verlauf der nicht ganz aufgelöst werden. Meine Vermutung ist aber, dass die Thematik im nächsten Band noch eine Rolle spielen wird. Insgesamt finde ich die Charaktere interessant, sie sind sehr facettenreich und die meisten Personen wirken auch sympathisch, allen voran das Ermittlungsteam um Carla Seidel. Auch wenn dieser Krimi mich nicht komplett überzeugen konnte, würde ich dem Nachfolger auf jeden Fall eine Chance geben, denn Potenzial ist vorhanden.

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