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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2017

Beeindruckende Zeitgeschichte

Der letzte Überlebende
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Sam wächst in Polen auf. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, genießt er eine normale Kindheit. Sein Vater ist Schneider, im Sommer fahren sie immer zu Verwandten. Sie sind nicht reich, aber sie haben ...

Sam wächst in Polen auf. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, genießt er eine normale Kindheit. Sein Vater ist Schneider, im Sommer fahren sie immer zu Verwandten. Sie sind nicht reich, aber sie haben alles, was sie brauchen. Doch schon im Prolog erfährt der Leser, dass von der Familie außer dem Erzähler niemand überleben wird. Durch den Prolog wird klar, worum es in dem Buch geht und auch bei den Beschreibungen der Vorkriegszeit klingt die Zukunft immer mit.
Am Ende des ersten Kapitels steht folgendes passendes Zitat: "Aber da gab es noch jemand anderen, der eine Idee vom Garten Eden hatte. Ein bayrischer Ex-Gefreiter [...]. Das einzige Problem bestand darin, dass er seinen Garten Eden in einem anderen Land errichten wollte. In meinem Land." (S. 31)
Sam wird zum Überlebenskünstler und entkommt dem Tod mehrmals, überlebt Auschwitz und die Bombardierung der Cap Arcona. Sicherlich keine leichte Lektüre, aber ein wichtiges Zeitzeugendokument, das zum Nachdenken anregt und uns daran erinnert, welche Schrecken die NS Herrschaft gebracht hat.

Veröffentlicht am 20.02.2017

Besser als der erste Teil

The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch (Tödlich 2)
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Dies ist nach Goddess of Poison - Tödliche Berührung der zweite Teil der Reihe. Es beginnt mit dem Märchen vom schlafenden Prinzen und da kamen meine Erinnerungen an den ersten Band hoch und gespannt habe ...

Dies ist nach Goddess of Poison - Tödliche Berührung der zweite Teil der Reihe. Es beginnt mit dem Märchen vom schlafenden Prinzen und da kamen meine Erinnerungen an den ersten Band hoch und gespannt habe ich auf eine Fortsetzung der Ereignisse gewartet, doch nein! Ich brauchte erst ein wenig, um mich zu orientieren, aber diese Geschichte wird aus der Sicht von Errin, der Schwester von Lief erzählt. Alle glauben, dass Lief tot ist, doch Errin nicht. Errin lebt mit ihrer Mutter in einem kleinen Dorf in sehr ärmlichen Verhältnissen. Wenn sie nicht Heil- und Gifttränke an einen mysteriösen Fremden verkaufen würde, der nie sein Gesicht zeigt, könnten sie nicht überleben, gerade jetzt, wo ihre Mutter auch noch schwer krank ist...

Meiner Meinung nach ist dieser Band um einiges besser als der erste Teil, der mir auch schon gut gefiel, aber da gelang es der Autorin nicht konsequent den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Doch hier gelingt es ihr. Der Leser erfährt hier mehr über die Legenden, aber auch mehr über die unterschiedlichen Reiche und die Geschichte um den Schlafenden Prinzen. Melinda Salisbury ist ein spannendes, phantastisches Buch gelungen, das mit einem Cliffhanger endet, der mich jetzt schon mit Spannung auf die Fortsetzung warten lässt.

Veröffentlicht am 07.02.2017

Ein Highlight

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
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Fred ist alleinerziehender Vater des 13jährigen Phil. Er hat sich zum Sterbebegleiter ausbilden lassen und ist ganz aufgeregt, weil er für Karla das erste Mal diese Rolle ausführen wird. Fred plant gerne ...

Fred ist alleinerziehender Vater des 13jährigen Phil. Er hat sich zum Sterbebegleiter ausbilden lassen und ist ganz aufgeregt, weil er für Karla das erste Mal diese Rolle ausführen wird. Fred plant gerne alles, kommt grundsätzlich zu früh und stellt sich vor, wie es ablaufen wird. Doch so läuft es mit Karla nicht, die unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist.
Die Kapitel werden abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, vorrangig aus denen Freds und Phils, einige aus der Sicht von Karla, nur in Listenform und dann gibt es noch eine weitere Perspektive. So erhält der Leser tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Personen.
Ich hatte ein wenig Angst dieses Buch zu lesen, weil ich in den letzten Monaten mehrere Menschen an diese Krankheit verloren habe und gerade wieder eine Freundin kämpft. Doch es hat mir geholfen, dieses Buch zu lesen. Es ist nicht gefühlsduselig, es zeigt keine heile Welt, doch es gibt hoffnungsvolle Szenen.
Die Autorin hat eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin und es fließt viel Hintergrundwissen ein.
Ein wunderbares Buch, nicht nur über den Tod, sondern auch über Freundschaft, Beziehungen und das Leben.

Veröffentlicht am 23.01.2017

Fabian Risk ermittelt wieder

Minus 18 Grad
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Die Chefin von Fabian Risk verfolgt einen Autofahrer, der am Ende der Jagd mit dem Auto ins Hafenbecken rast und nur noch tot geborgen werden kann. Doch bei der Obduktion fällt dem bis dahin total gelangweilten ...

Die Chefin von Fabian Risk verfolgt einen Autofahrer, der am Ende der Jagd mit dem Auto ins Hafenbecken rast und nur noch tot geborgen werden kann. Doch bei der Obduktion fällt dem bis dahin total gelangweilten Flätan etwas auf: der Mann war schon länger tot, so an die zwei Monate und wurde danach tief gefroren. Doch das kann nicht sein, denn er wurde wenige Tage zuvor noch gesehen. Es tauchen immer mehr Fragen auf, je weiter die Ermittlungen gehen.
Auch Dunja, die dänische Polizistin, die Fabian in "Und morgen du" unterstützt hat, spielt wieder eine Rolle. Sie beschäftigt sich mit schweren Körperverletzungen.

Ich habe aus der Reihe schon "Und morgen du" als Hörbuch gehört und fand es spannend, aber dieses Buch toppt es auf jeden Fall. Nervenkitzel, immer wieder neue Aspekte und wenn man denkt, jetzt hat man alles durchschaut, gibt es wieder eine Wendung. Sicherlich denkt man sich einige Details, aber das Gesamtwerk durchschaut man nicht so bald. Ich habe gelesen und die Welt um mich herum vergessen.
Fesselnder Schreibstil, tolle Geschichte, interessante Protagonisten - meiner Meinung nach passt hier einfach alles.

Veröffentlicht am 23.01.2017

Ganz tolles Buch

Ab morgen wird alles anders
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Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch ...

Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch die Geschichten, die hier erzählt werden, machen Mut für einen Neuanfang und lassen einen das eigene Leben überdenken. Es geht hier um verpasste Chancen, um Innehalten, um zu reflektieren, um andere Menschen, die einem einen ganz anderen Blick auf sich selbst gewähren.
Die Erzählungen sind alle in der Ich-Perspektive geschrieben, die Protagonisten jedoch sehr unterschiedlich. Junge und Ältere, Männer und Frauen.
Ob es jetzt Mathilde ist, die ihre Handtasche in einem Café liegenlässt und auf einen ehrlichen Finder trifft, der sie zum Nachdenken anregt, oder aber Lulu, die in der Vorstadt von Paris lebt und einen ganz anderen Sprachstil und Erwartungen ans Leben hat als der Vater von Valentin.
Dieses Buch hat mir schöne Lesestunden beschert und wirkt noch nach.