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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2021

Überraschend anders

A Different Blue
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„A different blue“ war mein erstes Buch von Amy Harmon. Ich habe es in erster Linie gelesen, weil mich das schöne Cover und der geheimnisvolle Titel angesprochen haben: Geht es um die Farbe „blau“? Oder ...

„A different blue“ war mein erstes Buch von Amy Harmon. Ich habe es in erster Linie gelesen, weil mich das schöne Cover und der geheimnisvolle Titel angesprochen haben: Geht es um die Farbe „blau“? Oder um das englische Wort für traurig / melancholisch? Oder schlicht und ergreifend um die Protagonistin Blue Echohawk? So viel sei verraten: Die Antwort auf diese Frage kann man sich nach der Lektüre selbst geben…

Anhand des Klappentextes habe ich irgendeine Art verbotener Liebesgeschichte zwischen einer Schülerin und ihrem Lehrer erwartet. Relativ bald ist allerdings klar geworden, dass das so nicht zutreffend ist – denn in erster Linie geht es bei diesem Roman um Blue und ihren Weg zu sich selbst. Es entwickelt sich zwar im Laufe der Zeit eine zarte Liebesgeschichte, aber der Fokus liegt ganz klar auf der Protagonistin, ihrer Geschichte und ihrer Entwicklung. Insofern ist der Roman viel tiefgründiger als ich anfangs erwartet hattet – ich hatte zwar mit etwas anderem gerechnet, war aber am Ende trotzdem sehr angetan von der Geschichte.

Neben dem irreführenden Klappentext möchte ich noch einen weiteren Kritikpunkt äußern: Das Lesen war nicht immer ganz einfach. Anfangs gab es unheimlich viele Rückblenden und eingeworfene Geschichten, die die Erzählung holprig machten. Und im weiteren Verlauf gab es jede Menge Zeitsprünge, so dass Blues Empfindungen und Entscheidungen oft nicht so richtig nachzuvollziehen waren.

Mein Fazit: Ein überraschend anderes Buch, das aus der Menge der aktuell verfügbaren Coming-of-age-Bücher stark heraussticht. Man sollte sich nicht zu sehr von seinen Erwartungen leiten und sich stattdessen mitnehmen lassen auf Blues Reise zu sich selbst – dann sind emotionale und spannende Lesestunden garantiert. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 17.06.2021

Tiefgründige Geschichte mit tollen Charakteren

Winston Brothers (Green Valley 4)
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In Band 4 der "Winston Brothers" beweist Penny Reid, dass sie auch tiefgründige Geschichten schreiben kann. Denn Beau, der Sonnenschein der Familie, trifft auf die geniale, aber etwas spleenige KFZ-Monteurin ...

In Band 4 der "Winston Brothers" beweist Penny Reid, dass sie auch tiefgründige Geschichten schreiben kann. Denn Beau, der Sonnenschein der Familie, trifft auf die geniale, aber etwas spleenige KFZ-Monteurin Shelly, die ihn mit ihren Zwängen immer wieder aufs Neue herausfordert.

Shelly hat mir super gefallen - Penny Reid hat ihren Charakter prima herausgearbeitet und sie war mir von Anfang an total sympathisch mit ihrer teilweise beleidigend ehrlichen und unangepassten Art.
Beau habe ich in den ersten Bänden der Reihe als etwas schleimig erlebt - nur um in diesem Band nun herauszufinden, dass er einfach wirklich so nett ist, wie er immer rüber kam! Ein prima Gegenpart zu Shelly (und im übrigen auch zu seinem Zwilling Duane). Sein Verhalten Shelly gegenüber war einfach zuckersüß, hat mir richtig gut gefallen.

Zur Handlung: Das ist natürlich ein starkes Thema, das Penny Reid sich da herausgepickt hat. Da ich mich zu wenig damit auskenne, kann ich nicht sagen, wie realistisch das Buch ist. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass vieles davon genau so in Wirklichkeit geschehen könnte. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt fand ich das Buch sehr interessant und spannend, ich habe mit Beau und Shelly mit gelacht und gelitten und habe mich über jeden Fortschritt gefreut.

Mein Fazit: Ich vergebe 4 von 5 Sternen - hat mir richtig gut gefallen!

Veröffentlicht am 17.06.2021

Schräger Vogel trifft Bananenkuchenkönigin

Winston Brothers
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In Band 3 der "Winston Brothers" geht es um das "wahnsinnige Genie" Cletus und Jennifer Sylvester, die Bananenkuchenkönigin. Ich habe lange nicht mehr so gelacht bei einem Roman - Cletus ist echt eine ...

In Band 3 der "Winston Brothers" geht es um das "wahnsinnige Genie" Cletus und Jennifer Sylvester, die Bananenkuchenkönigin. Ich habe lange nicht mehr so gelacht bei einem Roman - Cletus ist echt eine Schau und immer für einen dummen Spruch auf Kosten anderer gut.

Die Winston-Brüder sind ja alle komplett unterschiedlich, wobei Cletus bestimmt derjenige ist, der am meisten hervorsticht. Seine spezielle Art macht ihn für mich zwar nicht sexy, aber dennoch sehr liebenswert. Seine kleinen Rachefeldzüge gegen die Plagegeister in seinem Leben haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht - der Typ ist einfach der Inbegriff von Genie und Wahnsinn!

Jennifer Sylvester wiederum fand ich als Person ziemlich schwierig. Selten so einen naiven Charakter erlebt in einem Buch - das war anfangs echt anstrengend... Die Handlung konnte mich insofern nicht begeistern, weil alles viel zu klischeehaft war - aber dennoch habe ich mich von dem Buch gut unterhalten gefühlt. Der Roman trägt sich einfach durch den Protagonisten Cletus - das reicht aus, um die etwas dünne Geschichte aufzufangen.

Mein Fazit: Ein superunterhaltsames Buch, bisher das beste der Reihe. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.05.2021

Gewohnt verworren, aber auch gewohnt lustig

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand
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In "Der Hundertjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand" bleibt Jonas Jonasson seinem Stil, den man aus den ersten Teilen bereits kennt, im Großen und Ganzen treu. Mit beißender Ironie und ...

In "Der Hundertjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand" bleibt Jonas Jonasson seinem Stil, den man aus den ersten Teilen bereits kennt, im Großen und Ganzen treu. Mit beißender Ironie und viel unterschwelligem Humor erzählt er von Alan Karlssons Erlebnissen rund um die Volks-Soda, die russische Alternative zu Coca Cola, und seine tragende Rolle in der Weltgeschichte. Eine wunderbare und kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch!

Ich höre nicht allzu oft Hörspiele und habe deshalb nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten. Die Stimme des Erzählers fand ich jedoch angenehm und man konnte die Stimmen der Darsteller gut auseinanderhalten. Trotzdem fand ich die anderen Romane von Jonas Jonasson als Buch schöner, da die Handlung an sich schon sehr verworren ist und in Form eines Hörspiels verstärkt sich dieses Gefühl noch, da man die Lesegeschwindigkeit nicht beeinflussen kann.

Mein Fazit: Eine logische Folge zum "Hundertjährigen", mit viel Witz und super sympathischen Charakteren - für zwischendurch auf jeden Fall ein gute Unterhaltung. 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Nicht ihr bestes Buch, aber immer noch grandios!

Durch die kälteste Nacht
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Die Königin der Emotionen hat wieder zugeschlagen! "Durch die kälteste Nacht" hat wieder alles, was ich an Brittainy C. Cherrys Büchern so sehr schätze: Reife und vom Leben gebeutelte Protagonisten, starke ...

Die Königin der Emotionen hat wieder zugeschlagen! "Durch die kälteste Nacht" hat wieder alles, was ich an Brittainy C. Cherrys Büchern so sehr schätze: Reife und vom Leben gebeutelte Protagonisten, starke Nebencharaktere, unfassbar viel Gefühl, jede Menge Schmunzelszenen und den ein oder anderen Taschentuch-Moment. Allein die etwas dünne Handlung und der nicht besonders stark ausgeprägte Spannungsbogen halten mich davon ab, auch noch den fünften Stern zu vergeben.

Kennedy und Jax haben mir als Protagonisten sehr gut gefallen. Es wird schnell klar, dass die beiden sich nicht nur in ihrer Jugend, sondern auch noch im Erwachsenenleben perfekt ergänzen. Sun und Moon eben. Ob es vernünftig ist, sich in stark traumatisiertem Zustand auf eine andere traumatisierte Person zu stützen, sei mal dahingestellt. Dennoch fand ich es toll, wie die beiden sich gegenseitig Kraft gegeben haben, um selbst einen Weg aus der Dunkelheit heraus zu finden.

Cherry hat mit Havenbarrow eine typische Kleinstadt zum Leben erweckt, in der Klatsch und Tratsch den Alltag regieren. Umso schöner fand ich all diese bunten, "seltsamen" Menschen, die Kennedy und Jax unterstützt haben - angefangen bei Joy und Connor, Eddie und Marie, aber auch Marty aus dem Café. Tolle Charaktere, die dem Roman viele lustige Momente beschert haben und die man am liebsten in den Arm genommen und ganz doll geknuddelt hätte.

Wie eingangs schon erwähnt, hätte ich mir in punkto Handlung etwas mehr erwartet. Die Geschichte wirkte manchmal etwas konstruiert, sie war relativ vorhersehbar und mir fehlte am Ende der fulminante Knall. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen - es war schön, die Entwicklung von Kennedy und Jax mitzuverfolgen und ich habe vor allem mit Kennedy sehr mitgelitten, wenn sie wieder mal mitten in ihrem Alltag von einer Panikattacke heimgesucht wurde.

Mein Fazit: Sicherlich nicht ihr bestes Buch, aber immer noch grandios. Brittainy C. Cherry schafft es immer wieder, mich mit ihren Romanen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle zu schicken und wieder ein Stück weit dankbarer zu machen für das, was wir jeden Tag als so selbstverständlich ansehen. Für "Durch die kälteste Nacht" vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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