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Veröffentlicht am 24.08.2021

der Teufelsaustreiber

Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels
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In "Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels" handelt es sich um den letzten Teil der Reihe um die Salbenmacherin Olivera und ihre Familie. In Nürnberg erkranken Kinder an einer rätselhaften Krankheit, ...

In "Die Salbenmacherin und der Fluch des Teufels" handelt es sich um den letzten Teil der Reihe um die Salbenmacherin Olivera und ihre Familie. In Nürnberg erkranken Kinder an einer rätselhaften Krankheit, Olivera und der Medicus Matthäus versuchen alles, um ein Heilmittel zu finden und den Kindern zu helfen. Doch bald wird der Ruf nach einem Teufelsaustreiber laut, die Menschen glauben, dass die Kranken besessen sind.

Ein altes Geheimnis kommt ans Licht und bringt Olivera und Götz in den Fokus des Rats, Olivera kämpft an allen Fronten.

Wie gewohnt ist das Buch in einem wunderbar detailreichen, bildhaften Schreibstil verfasst, man fühlt sich beim lesen in die damalige Zeit versetzt. Ich hatte die Menschen und die Umgebung bildhaft vor Augen, konnte tief in die Geschichte eintauchen.

Über das Wiedersehen mit all den alten Bekannten habe ich mich gefreut und war an Oliveras Gedanken und Gefühlen ganz nah dran. Immer wieder erstaunlich, wie leichtgläubig und leicht zu beeinflussen die Menschen damals waren, wie bereitwillig sie das Schlechteste von einem geachteten und beliebten Menschen annahmen. Mehr als einmal habe ich geschaudert als Olivera und Matthäus in Verdacht gerieten.

Die Handlung ist spannend, fast schon ein Krimi, ich habe jede Seite genossen. Wie schade dass es das letzte Abenteuer von Olivera ist, sie wird mir fehlen.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

auf ganzer Linie überzeugend

Tote schweigen nie
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"Tote schweigen nie" von A.K. Turner ist für mich DIE Entdeckung, ein Thriller bei dem das Gesamtkonzept absolut stimmig ist und überzeugt.

Im Mittelpunkt steht die 25jährige Cassie Raven, die als Sektionsassistentin ...

"Tote schweigen nie" von A.K. Turner ist für mich DIE Entdeckung, ein Thriller bei dem das Gesamtkonzept absolut stimmig ist und überzeugt.

Im Mittelpunkt steht die 25jährige Cassie Raven, die als Sektionsassistentin in der Rechtsmedizin arbeitet. Cassie ist nicht nur durch ihr Äußeres auffällig, sie trägt einen Undercut und diverse Piercings. Auch durch ihre Arbeit, in der sie mir den ihr anvertrauten Toten spricht, hebt sie sich ab. Sie behandelt die Toten im Prinzip nicht anders, als Lebende. Spricht mit ihnen, behandelt sie respektvoll.

Cassie hat ihre Eltern früh durch einen Unfall verloren, sie ist bei ihrer polnischen Großmutter aufgewachsen, zu der sie ein herzliches Verhältnis hat. Allerdings geriet sie nach der Schule auf die schiefe Bahn, schloss sich der Hausbesetzerszene an. Mrs. Evens holte sie von der Straße, wurde ihre Mentorin, nur durch sie hat sie den Absprung geschafft und ihren Abschluss nachgeholt.

Durch einen dummen Streit ist die Verbindung zu Mrs. E. abgebrochen, Cassie ist geschockt, als sie einen Leichensack öffnet, und in das Gesicht von Mrs. E blickt. Sie macht es sich zur Aufgabe, ihren Tod, der als Unfall deklariert ist, aufzuklären. DS Phyllida Flyte ist ihr dabei eine unerwartete Hilfe.

Ein wunderbar lockerer, teils flapsiger Schreibstil macht das Lesen zum Genuss. Cassie ist sympathisch, sie kann man nur sofort ins Herz schließen. DS Phyllida Flyte macht es einem etwas schwerer, hier dauerte es länger, bis ich mit ihr warm geworden bin. Ein Highlight ist Cassies Großmutter, eine liebenswerte alte Dame.

Die Einblicke in die Routine in der Rechtsmedizin fand ich spannend, die Story ist fesselnd und stimmig.

Fazit: Ich habe jede Seite genossen, ein Thriller der sich von der Masse abhebt, spannend ist und mit seiner ungewöhnlichen Protagonistin überzeugt. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Mord in den Kentucky Hills

Unbarmherziges Land
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"Unbarmherziges Land" ist ein außergewöhnlicher Krimi, ein Krimi, der von Land und Leuten lebt, in dem es nicht nur um die Aufklärung eines Mordfalls geht. In der kleinen Gemeinde Rocksalt, in einem Tal ...

"Unbarmherziges Land" ist ein außergewöhnlicher Krimi, ein Krimi, der von Land und Leuten lebt, in dem es nicht nur um die Aufklärung eines Mordfalls geht. In der kleinen Gemeinde Rocksalt, in einem Tal zwischen den Bergen Kentuckys, wird die Leiche einer Frau gefunden. Mick Hardin, ein Ermittler der US-Army ist auf Heimaturlaub und hilft seiner Schwester Linda bei der Aufklärung des Mordes. Linda ist der erste weibliche Sheriff und hat einen schweren Stand. Bei ihrem ersten Mordfall kann sie Micks Unterstützung gut brauchen.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, er hebt sich vom Durchschnittskrimi ab, beschreibt sowohl die wunderbar wilde Natur als auch den besonderen Menschenschlag, der die Wälder der Kentucky Hills bevölkert. Hier wird gerne noch Selbstjustiz geübt, Familienfehden überdauern Generationen, nichts wird vergessen.

Jeder kennt jeden in diesem kleinen Nest, für Mick ist es von Vorteil, dass er hier aufgewachsen ist und auch jeden kennt. Mick ist ein schwieriger Typ, er hat es im Leben nicht leicht gehabt, die Kindheit bei seinem einsiedlerischen Großvater abgeschieden im Wald verbracht. Er ist naturverbunden, man begleitet ihn bei seinen Ermittlungen durch die Wälder, trifft auf Vögel, ein Maultier und andere Wildtiere, ich hatte die Szenerie bildlich vor Augen. Man bekommt ein Feeling für die Mountain People, wie sie ticken und wie die Dinge auf ihre eigene Art geregelt werden.

Die Ermittlungen werden unaufgeregt beschrieben, es ist ein eher ruhiger Krimi der authentisch rüberkommt.

Fazit: Ein wunderbarer Krimi mit viel Atmosphäre, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.07.2021

so geht Thriller!

Ausweglos
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Schauplatz Hamburg: Die Leiche einer Frau wird gefunden, sie ist übel zugerichtet, ihr Ringfinger fehlt. Alles deutet darauf hin, dass der Ringfingermörder wieder ein Opfer gefunden hat. Aber diesmal gibt ...

Schauplatz Hamburg: Die Leiche einer Frau wird gefunden, sie ist übel zugerichtet, ihr Ringfinger fehlt. Alles deutet darauf hin, dass der Ringfingermörder wieder ein Opfer gefunden hat. Aber diesmal gibt es einen überlebenden Zeugen. Wird Kommissar Blom, der vor Jahren mit den Ermittlungen im Fall des Ringfingermörders betraut war, den Killer fassen?


Wow, was für ein grandioses Thriller-Debüt. Hier stimmt einfach alles, angefangen beim lockeren, zeitgemäßen Schreibstil, bei dem auch ab und an der Humor durchblitzt. Authentische Charaktere mit Wiedererkennungswert, gekonnt gezeichnet, so dass ich von wirklich jedem ein Bild vor Augen hatte. Ich hatte das Gefühl Blom bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen, war bei der Story mittendrin.


Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven aufgerollt, die Spannung ist durchweg auf hohem Niveau, durch die kurzen Kapitel entsteht eine eigene Dynamik. Der Plot ist undurchsichtig, gut durchdacht und stimmig. Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen, ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter ist. So muss es sein.


Fazit: Fesselnder Thriller, sprachlich auf hohem Niveau. Spannend von Anfang bis Ende, ein Lesehighlight 2021.

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Veröffentlicht am 30.06.2021

skurriler Wettstreit um ein Milionenerbe

Der Nachlass
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"Der Nachlass" ist ein weiterer spannender Thriller aus der Feder von Jonas Winner, von dem ich schon "Murder Park" und "Die Party" gelesen habe. In diesem Thriller geht es um das Erbe von Hedda Laurent. ...

"Der Nachlass" ist ein weiterer spannender Thriller aus der Feder von Jonas Winner, von dem ich schon "Murder Park" und "Die Party" gelesen habe. In diesem Thriller geht es um das Erbe von Hedda Laurent. Besitzerin mehrerer hochkarätiger Immobilien in Berlin, ein Vermögen, das mehrere Millionen umfasst. Doch der Erbe muss es sich verdienen. Der von Hedda beauftragte Notar übergibt an drei Tagen jeweils 9 Aufgaben an die Hinterbliebenen, Aufgaben die es in sich haben. Mit einem Wettrennen und Wettsingen geht es harmlos los, doch die Aufgaben steigern sich, sind teils unappetitlich bis brutal und die Motivation sinkt. Bald kommen bei den potentiellen Erben Zweifel auf, ob die Aufgaben wirklich von Hedda gestellt wurden...

Das Setting ist perfekt für diese fesselnde Story, sie spielt auf der Insel Sandwerder im Tegeler See. Die Villa der Laurents steht als einziges Haus auf der Insel, sie ist nur mit dem Boot erreichbar, von der Außenwelt abgeschnitten. Dazu das kalte Winterwetter mit Schnee, der See gefriert. Die Hinterbliebenen sind auf sich allein gestellt und müssen die Aufgaben bewältigen, dann gibt es einen ersten Toten.

Neben der Handlung in der Gegenwart gibt es immer wieder Rückblicke in die Kindheit der Geschwister Laurent, nach und nach werden dunkle Geheimnisse enthüllt. Man kann spekulieren, was damals passiert ist, aber die Auflösung gibt es erst am Schluss. Die Aufgaben sind wirklich heftig, man fragt sich unwillkürlich, wie man in so einer Situation reagieren würde, wie weit man gehen würde. Und ob das zu verdienende Erbe das alles wert ist.

Fazit: Fesselnder und spannender Thriller mit immer wieder neuen Wendungen. Ich bin begeistert.

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