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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2021

tolles Buch

Enna Andersen und der trauernde Enkel
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Enna Andersen bin ich vor ein paar Monaten quasi zufällig über den Weg gelaufen, aber seitdem verfolge ich ihre Bücher mit Begeisterung.
Das Team um Hauptkommissarin Enna Andersen rollt Cold Cases auf ...

Enna Andersen bin ich vor ein paar Monaten quasi zufällig über den Weg gelaufen, aber seitdem verfolge ich ihre Bücher mit Begeisterung.
Das Team um Hauptkommissarin Enna Andersen rollt Cold Cases auf und ist damit recht erfolgreich. An ihrem neuen Fall scheinen sich die 4 aber die Zähne auszubeißen. Es lässt sich einfach kein Verdächtiger festnageln. Zudem werden Teile des Teams noch bedroht. Nur ganz langsam kommt das Team hinter die Hintergründe. Und dann geht alles Schlag auf Schlag.
Wieder einmal bin ich begeistert durch die Handlung galoppiert. Die Autorin schreibt so lebensecht und mitreißend, da mag man das Buch gar nicht zur Seite legen. Einzig die Beziehung zwischen Enna, ihrem Sohn und Aaron bringt ein wenig Ruhe ins Buch, die man auch dringend benötigt, um Atem zu holen.
Durch die Bedrohungslage von Ennas Sohn bekommt das ganze Buch noch mehr Brisanz und Spannung. Lediglich die Einmischung einer Bevölkerungsschicht am Ende hat mir nicht ganz gepasst; die Handlung hat dies aber schlüssig und plausibel abgerundet.
Fazit: Ich könnte Enna Andersen und ihr Team noch viele Stunden begleiten, leider hatte auch dieses Buch einmal ein Ende.

Veröffentlicht am 12.06.2021

Ihr läuft die Zeit davon

Die Karte
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Das neue Buch von Andreas Winkelmann startet gleich spannend mit einem kuriosen alten Mann und einem Einbrecher, der seinen Verfolger attackiert. Der eigentliche Fall für Kerner und Oswald beginnt dann ...

Das neue Buch von Andreas Winkelmann startet gleich spannend mit einem kuriosen alten Mann und einem Einbrecher, der seinen Verfolger attackiert. Der eigentliche Fall für Kerner und Oswald beginnt dann aber auch sehr zügig. Und der hat es wieder in sich. Joggerinnen werden auf ihrer Laufstrecke ausspioniert und langsam erdrosselt. Was hat der Faktor Zeit damit zu tun?

Ein wenig schade fand ich, dass der Klappentext schon recht viel verrät, aber die Ideen, die dahinterstecken sind klasse. Ich wusste nichts von dem Hype und war ganz überrascht was es alles gibt. Winkelmann streut zwar winzige Hinweise auf den Täter, aber die zu deuten ist schon recht schwierig und so rätselt man bis zu den letzten Seiten mit, wer denn nun so einen Hass auf die Läuferinnen hat. Die Auflösung fand ich nicht ganz so gelungen und die kam dann doch relativ unerwartet. Dennoch war das Buch wieder eins meiner Lesehighlights. Winkelmann geht immer.
Ich mochte den Humor von Dr. Prellmann sehr, aber auch die anderen Dialoge der Charaktere waren toll ausgearbeitet und verständlich.
In eigenen Kapiteln bekommt man Einblicke in die Psyche des Täters, ohne dass zu viel verraten wird. Wieder andere Kapitel berichten von einem Mädchen, das von der Mutter misshandelt wird. Hier ist lange nicht klar, wie diese Kapitel mit der eigentlichen Handlung zusammenhängen.
Fazit: Winkelmanns Schreibweise muss man einfach lieben. Spannend, mitreißend, mit unerwarteten Wendungen und immer anschaulich und sprachgewandt.

Veröffentlicht am 08.06.2021

Auch der 4. Teil kann überzeugen

Ostseeschmerz
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Wieder Hochspannung pur im neuen Krimi von Elias Haller. Ich frage mich schon, wo der Autor die ganzen Ideen hernimmt, um mehrere Male im Jahr ein neues Buch herauszubringen. Aber ich freue mich jedes ...

Wieder Hochspannung pur im neuen Krimi von Elias Haller. Ich frage mich schon, wo der Autor die ganzen Ideen hernimmt, um mehrere Male im Jahr ein neues Buch herauszubringen. Aber ich freue mich jedes Mal erneut über seine druckfrischen Bücher.
Der bereits 4. Band von Finkel und Silber wartet wieder mit einem spannenden Fall auf. Eine Krimiautorin wird tot aufgefunden und kurz danach gibt es noch einen Toten. Greta Silber ermittelt und stößt auf einen Zusammenhang zwischen ihrem Freund Hannes und den Ermordeten. Hat Hannes etwas mit einem lange zurückliegenden Einbruch zu tun? Und wer ermordet die damaligen Täter?
Ein schwieriger Fall, vor allem, weil Greta emotional so involviert ist. Zudem scheint die Auflösung viele Jahre zurück zu liegen und erst ein altes Foto bringt Finkel und Silber auf eine heiße Spur. Und was daraus resultiert – damit hätte niemand gerechnet.
Hallers Charaktere sind wieder vom Feinsten. Vor allem Lena, die Praktikantin, und Jan mag ich besonders. Auf den Täter wäre ich im Leben nicht gekommen, aber hier hält sich Haller beim Schreiben auch etwas zurück, so dass man bis zum Schluss miträtselt und den einen oder anderen falschen Verdächtigen im Auge hat.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der hoffen lässt, dass das neue Buch mit den beiden Kommissaren nicht allzu lange auf sich warten lässt.
Fazit: Ein Buch, das durch Spannung und unerwartete Wendungen überzeugen kann.

Veröffentlicht am 02.06.2021

Schwarzer Humor

Unterm Schinder
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Wallner und Kreuthner sind zurück.
Ein schwieriger Fall für das Team. Scheint die Lösung doch weit in der Vergangenheit zu liegen. Um eine Kollegin zu beeindrucken will Kreuthner einen Einbruch fingieren ...

Wallner und Kreuthner sind zurück.
Ein schwieriger Fall für das Team. Scheint die Lösung doch weit in der Vergangenheit zu liegen. Um eine Kollegin zu beeindrucken will Kreuthner einen Einbruch fingieren und heldenhaft daraus hervorgehen. Doch etwas läuft schief und auf einmal spielen eine Leiche in einer Tiefkühltruhe und ein benutztes Taschentuch die Hauptrolle.
Bereits der Prolog ist spannend und bringt den Puls auf Touren. Nick, der mit Geldverleihern im Clinch liegt und in eine ausweglose Situation gerät. Auch der eigentliche Fall kann überzeugen: verzwickt und knifflig, aber durch Informanten, geheimnisvolle Pilze und ein wenig Schwindelei kommen Wallner und Kreuthner doch langsam der Wahrheit auf die Spur.
Ein wenig gefehlt haben mir in diesem Band Kreuthners Tricks und Schliche und wie er sich dann immer rausredet. Dennoch gab es wieder genug schwarzen Humor im Buch, um einige Male laut aufzulachen. Föhrs Fälle sind immer sehr gut aufgebaut und machen es unmöglich, den Täter gleich zu erahnen. Und auch wenn die Kommissare teilweise etwas skurril beschrieben sind und dadurch manchmal leicht trottelig erscheinen – sie haben es einfach drauf und lösen den Fall, wenn auch auf unorthodoxe Weise. Aber gerade das macht die Bücher des Autors ja auch aus.
Fazit: Auch im 9. Fall ein unschlagbares Team: Wallner und Kreuthner. Hoffentlich gibt es bald den Jubiläumsband.

Veröffentlicht am 22.05.2021

Wohlfühlbuch

Das Mädchen im Nordwind
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Auch der dritte Band der Island-Reihe von Karin Baldvinsson konnte mich wieder voll überzeugen.
Die Handlung ist erneut auf zwei Ebenen angelegt. Dieses Mal lässt uns die Autorin ins Lüneburg und Island ...

Auch der dritte Band der Island-Reihe von Karin Baldvinsson konnte mich wieder voll überzeugen.
Die Handlung ist erneut auf zwei Ebenen angelegt. Dieses Mal lässt uns die Autorin ins Lüneburg und Island der Judenverfolgung reisen. Der Wechsel zwischen den beiden Strängen sorgt dafür, dass die Spannung hochgehalten wird. Anfangs längere, später etwas kürzere Kapitel, machen den Roman zu einer abwechslungsreichen Geschichte, die mich gepackt hat.
1936: Luise lebt mit ihrer Familie in Lüneburg. Sie betreiben ein Kaufhaus und ihnen fehlt es an nichts. Doch die Familie ist jüdisch und sieht sich schwierigen Zeiten gegenüber. Als Luise den Isländer Jónas kennen- und lieben lernt, gerät sie noch tiefer in die Wirren der Zeit. Denn: Beziehungen zwischen Ariern und Juden sind verboten.
2019: Sophie wurde von ihrem Freund betrogen und sucht eine Auszeit. Mit Work and Travel kommt sie nach Island, um ein älteres Haus zu renovieren. Gleich zu Beginn findet sie ein altes Tagebuch und wird neugierig: hat die Familie, deren Haus sie bewohnt, mit den Personen aus dem Buch zu tun? Leben sie eventuell sogar noch?
Beide Ebenen für sich fand ich spannend und super erzählt, wenn auch die in der Gegenwart am Ende etwas holpriger wurde. Zu oft liest man in Romanen kurz vor Ende noch von einem Streit und einer Trennung. Das bräuchte ich nicht.
Luises Schicksal hat mich sehr berührt, vor allem der Grund warum sie das Tagebuch geschrieben hat. Die Beschreibung ihrer großen Liebe zu Jónas, die nicht sein darf war einfach super.
Ein absolut tolles Buch. Sehr einfühlsam, mitreißend und anschaulich.