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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2024

Toller zweiter Band, Thema diesmal toxische Beziehungen

Persephone: Verdammt mächtig
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Nachdem der erste Band der Greek Godesses „Medusa: Verdammt lebendig“ mich schon total begeistert hat und eins der absoluten Highlights 2023 war, musste ich auch unbedingt Band 2 lesen!
 
„Er würde dich ...

Nachdem der erste Band der Greek Godesses „Medusa: Verdammt lebendig“ mich schon total begeistert hat und eins der absoluten Highlights 2023 war, musste ich auch unbedingt Band 2 lesen!
 
„Er würde dich lieber zerstören, als dich gehen zu lassen.“
 
Mit diesem Zitat wisst ihr schon mal direkt, worum es geht. Die ach so romantische Liebesbeziehung zwischen Persephone und Hades ist in Wirklichkeit eine sehr toxische Beziehung. Persephone wurde entführt und in eine Zwangsehe mit Hades gedrängt, und dann noch von ihm an die Unterwelt gebunden, damit sie ihn nicht verlassen kann, und zwar nicht nur emotional, sondern auch physisch. Über die Jahre macht er alles, um sie in dem Glauben zu lassen, dass er sie liebt, und das alles Schlechte, dass ihr widerfährt, ihre Schuld ist, dass er alles für sie tut, die guten und die schlechten Dinge, bis sie nur noch alles über sich ergehen lässt. Nach Medusas Prozess sieht sie aber, dass die Götter doch nicht so unantastbar sind, und überlegt, ob sie sich nicht doch von ihm trennen sollte. Sie ist mitten in einer furchtbar grausamen und gewalttätigen Ehe, ist aber trotzdem hin- und hergerissen, denn es gab doch auch so viele schöne Momente zwischen den beiden, nicht wahr? Außerdem steht hier nicht nur ihr persönliches Glück auf dem Spiel, sondern auch das Überleben der gesamten Unterwelt. Und was ist ihr kleines Leben gegen dass der vielen, verlorenen Seelen, auf die sie aufzupassen versprochen hat?
 
Das Buch steht für sich, da es um Persephones Geschichte geht, aber ich empfehle, vorher Medusa zu lesen, da viele Personen wieder auftauchen und auch immer wieder Bezug auf Medusas Prozess genommen wird. Ich habe mich anfangs etwas schwer getan, in die Geschichte reinzukommen. Zuerst geht es kurz nach dem Prozess weiter, dann gibt es erst mal einen recht ausschweifenden Ausflug in die Vergangenheit. Wie es dazu kam, dass Persephone an Hades‘ Seite kam, fand ich total interessant, aber der sehr detaillierte Ausflug in die Unterwelt war mir wohl etwas zu viel. Danach nimmt die Geschichte aber wieder Fahrt auf und konnte mich wieder so mitnehmen wie Medusa! Als außenstehende Person, die noch nie in einer toxischen Beziehung war, ist es schon fast schmerzhaft zu lesen, was ihr passiert, wie sie zuerst überhaupt nicht versteht, wie ihr geschieht, wie sie Hades ständig verteidigt und nicht versteht, wie die anderen versuchen, sie aus der Beziehung rauszuholen und nicht nachvollziehen können, dass sie nicht mitkommt. Es war auch echt heftig, wie Hades immer wieder versucht hat, Persephone zu umgarnen und seine „Liebe“ zu zeigen, um sie zurückzugewinnen, und es sind einfach nur Lügen und Manipulationen, die sie nicht erkennt. Es ist aber auch schön zu sehen, wie sie ihren Weg geht, wie sie anfängt zu erkennen und auch zu glauben, dass es nicht ihre Schuld ist, dass sie mehr wert ist, als er es ihr vorgibt, dass sie auch ohne ihn Entscheidungen treffen darf. Medusa war da aber auch eine tolle Freundin, die ihr da unglaublich gut zur Seite gestanden hat. Auch die zarte Beziehung zu Anubis hat mir unglaublich gut gefallen.  
 
Zitat Lucia Herbst: #WhyIStayed Wir sollten nicht die Opfer fragen, warum sie bleiben, sondern die Täter, warum sie missbrauchen.

 
Ich freue mich schon auf Band 3, Psyche, es wartet schon sehnsüchtig auf meinem Ereader darauf, gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Eine Reise nach Marokko mit Mona

Auf Basidis Dach
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Mona Ameziane ist vielleicht einigen von euch ein Begriff. Ich kenne sie hauptsächlich vom Radiosender 1live, aber auch hier über Instagram, wo ich mich gerne von ihren Buchvorstellungen inspirieren lasse. ...

Mona Ameziane ist vielleicht einigen von euch ein Begriff. Ich kenne sie hauptsächlich vom Radiosender 1live, aber auch hier über Instagram, wo ich mich gerne von ihren Buchvorstellungen inspirieren lasse. Sie nimmt uns aber auch immer mal wieder mit in ihre Freizeit oder hinter die Kulissen, so dass man irgendwann das Gefühl hat, sie zumindest ein bisschen zu kennen. Vor allem ihre Stimme. Das erwähne ich deshalb, weil ich dieses Buch zwar gelesen habe, aber es war ein wenig wie ein Hörbuch, da ich die ganze Zeit ihre Stimme im Kopf hatte. Und so kam es mir vor, als würden wir zusammen auf Basidis Dach oder einem Riad sitzen, einen leicht eingedeutschten marokkanischen Pfefferminztee trinken, und sie erzählt mir von ihren Erfahrungen, von ihren Erlebnissen, und vor allem von ihrer Reise mit ihrem Vater in die andere Heimat. Ihre Art zu schreiben, als ob sie uns ihre Geschichte erzählen würde, hat für einen tollen Lesefluss gesorgt, und ich hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen, wollte es aber auch sowohl genießen, als auch auf mich wirken lassen, so dass ich es mir über meinen Heimaturlaub aufgeteilt habe.

So wie Mona habe auch ich ausländische Wurzeln, und auch wenn unsere Wurzeln anders liegen, so habe ich beim Lesen gemerkt, dass wir tatsächlich einige ähnliche Erlebnisse teilen. Auch unser Konsulat ist in Düsseldorf, und meine Güte, wie ich es als Kind gehasst habe, stundenlang darauf zu warten, neue Ausweise zu kriegen! Das ist eines der Dinge, die in der Leseprobe erwähnt wurden, und tatsächlich habe ich ihr nach dem Lesen der Probe eine Nachricht hier geschickt, weil ich es einfach noch nie erlebt habe, was diese Zeilen in mir ausgelöst haben. Es ist total verrückt, wie verstanden ich mich gefühlt habe!

Mona erzählt davon, wie sie zwischen zwei Kulturen aufwächst, sich aber teilweise der einen mehr zugehörig fühlt als der anderen, und sich deshalb aber auch hinterfragt. Es wechselt zwischen witzigen Anekdoten – ich sag nur Hoden-Gate – aber auch ernsten Erlebnissen, wie dem blutigen Schlachtritual im Beisein ihrer Familie – für diese etwas total normales, für sie sehr befremdlich. Sie erzählt davon, wie sie ein Schuljahr in Marokko verbracht hat, bei einer Gastfamilie aus der marokkanischen Oberschicht, aber auch von Dörfern, die noch nie von Europa gehört haben, und nicht mal auf Karten verzeichnet sind. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit Rassismus oder einer Begegnung mit Nazis, aber auch davon, wie ihr Vater ihr anhand ihrer Kleidung versucht zu erklären, wie unterschiedlich ihre Erziehung gewesen wäre, wenn sie in Marokko aufgewachsen wäre, statt in Deutschland. Marokko war für sie oft nur ein Urlaubsziel, was sie aber gerne ändern möchte. Was liegt da näher, als Marokko mit ihrem Vater zu bereisen? Auch davon handelt das Buch, und ich fühlte mich mittendrin auf dem Markt auf der Suche nach der perfekten Teekanne, oder bei der Reise zum Heimatort ihrer Großeltern.

Ich will nicht zu sehr ausschweifen, aber ich denke, man kann gut herauslesen, wie sehr mir das Buch gefallen hat, und ich spreche eine ganz klare Leseempfehlung aus! Für mich persönlich geht die Empfehlung vor allem an Menschen mit ausländischen Freunden/-innen, damit – ganz platt gesagt – „die Deutschen“ ein wenig besser verstehen, wie „wir Ausländer/-innen“ uns als Menschen mit verschiedenen Heimaten fühlen. Zitat: „auf dem Papier in zwei Längern dieser Welt zu Hause, aber in keinem von beiden zu 100 Prozent.“ Genau das erkläre ich immer meinen Leuten – in Deutschland bin ich die Portugiesin, in Portugal bin ich die Deutsche… Mehrere Heimaten zu haben ist irgendwie normal und trotzdem nicht immer einfach. Aber selten wurde es so schön beschrieben wie in Monas Buch.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Nachtfaltertattoos, tolles Magiesystem, klasse Urban Fantasy!!

Night Lake Academy – Die Magie der Nachtfalter (Night Lake Academy 1)
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Hannah, unsere Hauptprotagonistin, trägt die Magie der Nachtfalter in sich. Jeder trägt die Magie aus einem Element, und um die Kontrolle darüber nicht zu verlieren, wird diese mit einem Nachtfaltertattoo ...

Hannah, unsere Hauptprotagonistin, trägt die Magie der Nachtfalter in sich. Jeder trägt die Magie aus einem Element, und um die Kontrolle darüber nicht zu verlieren, wird diese mit einem Nachtfaltertattoo gebunden. Die Idee hinter diesem Magiesystem ist mal etwas anderes und hat mir sehr gut gefallen! Die meisten der Kapitel werden aus ihrer Sicht erzählt. Sie lebt und lernt an der Night Lake Academy, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Doch eines Nachts taucht ein unbekanntes Mädchen auf, ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit, aber mit der Magie über drei Elemente, eine Unmöglichkeit in dieser Welt! Die Obersten der Magier sehen eine Gefahr in ihr und schicken mehrere Leute, um sie zu überprüfen und notfalls zu eliminieren. Unter ihnen Ian, der Sohn des Prinzeps, unser zweiter Hauptprotagonist, und mehrere Kapitel werden auch aus seiner Sicht erzählt.

Hannah ist eine anfangs sehr ruhige, zurückgezogene Person, die aufgrund vergangener Ereignisse nirgendwo anecken will und viele Geheimnisse mit sich trägt. Es werden viele Andeutungen gemacht, meiner Meinung nach zu viele, bevor sie sich auflösen. Das hätte man besser bzw. früher lösen sollen, denn es hat sich zu sehr gezogen. Nach einem spannenden Prolog lernt man durch Hannah das Leben an der Akademie kennen, und natürlich braucht man das Wissen für den Verlauf der Geschichte, aber das ging schon fast in die Cozy Fantasy Richtung, bevor es dann mit dem Auftauchen der Fremden endlich spannend wurde. Dafür lernt man auch weitere Freund/-innen und Lehrer/-innen kennen, die einem fast alle sympathisch sind, und man möchte fast mit an die Akademie gehen

Mit Ian und seiner Delegation tauchen dann die Antagonisten der Geschichte auf, und man lernt ein wenig die „politische“ Seite der Magie kennen. Als Sohn des Prinzeps soll Ian die Durchführung der Gesetze durchsetzen und gerät mit Hannah aneinander, die die Fremde mit allem verteidigt, da sie eher an Menschlichkeit als an Politik glaubt. Aber auch Ian ist nicht der, der er zu sein scheint. Und so lernen wir gemeinsam Hannah und Ian und ihre Geheimisse näher kennen, während sie sich durch die Fallstricke der Magie und der Politik kämpfen, um der Fremden zu helfen, ihre eigentlich unmögliche Magie zu verstehen und ihre Vergangenheit wieder zu erlangen. Es war schön zu sehen, wie Hannah nach und nach nicht nur das Vertrauen der Fremden erlangen konnte, sondern auch selbst als Person gewachsen ist und immer stärker wurde.

Im letzten Drittel wird auch der Prolog aufgelöst, wobei ich mir zumindest bei einer Person sicher war, um wen es ging. Dann geht es Schlag auf Schlag, ein Plotttwist nach dem anderen, und ehe man es sich versieht, endet das Buch mit einem Cliffhanger… Und aus irgendeinem Grund dachte ich, es wäre ein Einzelband Was freue ich mich, dass es eine Dilogie ist, und ich wieder an die Night Lake Academy zurückkehren darf! Ich hoffe, dass es diesmal etwas weniger Längen gibt, und die Spannung nicht ganz so auf einen Schlag kommt Denn ich sehe unglaublich viel Potenzial in der Geschichte! Der Weltenaufbau und das Magiesystem hat mir so gut gefallen! Ich hoffe sehr auf eine Steigerung in Band 2 und gebe für Band 1: 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 20.12.2023

schöne Neuinterpretation von Aschenputtel

Aschenglitzer: Kein Herzenswunsch ohne Feerich
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Ich mag es gerne, wenn Märchen neu interpretiert werden und / oder umgedreht werden. Hier wird das Märchen vom Aschenputtel umgedreht. Nathaniel ist der Stallbursche, der von der Stiefmutter und seinen ...

Ich mag es gerne, wenn Märchen neu interpretiert werden und / oder umgedreht werden. Hier wird das Märchen vom Aschenputtel umgedreht. Nathaniel ist der Stallbursche, der von der Stiefmutter und seinen Stiefschwestern klein gehalten wird und „niedere“ Arbeiten erledigen muss, während sie sich seinen Lohn einverleiben und später ohne ihn auf den großen Ball gehen. Er ist auch derjenige, der eine Wunschfee zur Seite gestellt bekommt. Oder eher einen männlichen Feerich namens Rosalinda, der für so manche Situationskomik sorgt, aber das Herz am rechten Fleck hat. Er hat mich ordentlich zum Lachen gebracht! Prinzessin Alessandra lebt mit dem Königspaar auf dem Schloss und soll das sittsame Leben führen, dass man von einer Prinzessin erwartet, inklusive Tanzstunden, Reiten im Damensattel, und bloß nicht zuviel Essen, damit man in die wunderschönen und furchtbar unbequemen Korsagenkleider passt, um den hergereisten Prinzen zu gefallen, die bald den Thron besteigen und sie heiraten sollen. Denn natürlich kann nur ein Mann König werden und keine Frau, nicht wahr? Das findet Alessandra schon seit ihrer Kindheit murks und will so gar nicht in die Rolle der tugendsame Prinzessin passen.

Ich hatte hier mit leichter Kost gerechnet und einem süßen umgekehrten Märchen. Stattdessen war ich am Anfang so wie Alessandra sehr wütend über die Zustände im Königreich und wie man mit ihr umgeht. Und man möchte zusammen mit ihr kämpfen, bis sich alles ändert. Durch Zufall begegnet sie Nathaniel, und durch eine Menge Glitzer seines Feerichs kommen die beiden sich näher, auch durch Ausritte zu einem freundlichen Drachen, der Alessandra bei einer Mission helfen will. Das Buch ist zwar in dritter Person geschrieben, wechselt aber zwischen Alessandras und Nathaniels Situation, so dass man immer mitbekommt, wie es ihnen gerade ergeht, das hat mir gut gefallen. Und während man in den ersten zwei Dritteln auch ungefähr das bekommt, was man erwartet, natürlich inklusive ein paar unerwarteten Details, ist das zunächst gedachte Happy End dann doch nicht das, was man denkt, und schwupps, sind unsere Heldinnen und Helden auf einmal auf einer Rettungsmission unterwegs, die es in sich hat! Das habe ich so gar nicht kommen sehen und hat es dann auf einmal so richtig spannend gemacht! Ohne zu viel zu spoilern, aber die Spiegelwelt hat mir richtig gut gefallen! Auch da kam ein Twist, wo Alessandra so richtig zeigen konnte, was in ihr steckt, und dass sie keinen sprichwörtlichen Prinzen braucht, um sie zu retten. Des Rätsels Lösung kam dann schon fast zu schnell, aber nein, die Autorin hatte immer noch ein As im Ärmel! Himmelherrgottnochmal! Mit diesem Ende habe ich garantiert nicht gerechnet! Da hat Alessandra wirklich Mut bewiesen!

Ich muss sagen, dafür dass ich eine lockerleichte Lektüre erwartet habe, und es Anfangs trotz einiger Aufreger auch erstmal danach aussah, hat es dann nochmal so richtig Fahrt aufgenommen! Ein neu interpretiertes Märchen. Eine süße Lovestory, die sich sehr langsam entwickelt und nicht zu kitschig ist. Wunderbar witzige Sidekicks die mich mehrfach zum Lachen gebracht haben. Und ein paar Themen, die auch auf heutige Zeiten zutreffen, auch heute noch aufregen und zum Nachdenken anregen. Und ganz viel Liebe für Familie und Zusammenhalt in jeglicher Form. Wer das mag, darf dieses Buch gerne in die Hand nehmen!

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Veröffentlicht am 03.07.2021

spannender zweiter Fall für Viktoria und Christian

Der tote Rittmeister
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Willkommen zurück zur Sommerfrische auf Norderney! Im zweiten Teil des Seebadkrimis begegnen wir Viktoria Berg und Christian Hinrichs wieder, exakt ein Jahr später – 1913. Viktoria ist inzwischen Lehrerin ...

Willkommen zurück zur Sommerfrische auf Norderney! Im zweiten Teil des Seebadkrimis begegnen wir Viktoria Berg und Christian Hinrichs wieder, exakt ein Jahr später – 1913. Viktoria ist inzwischen Lehrerin und besucht eine kranke Schülerin im Seehospiz, die ihr von einer verschwundenen Freundin erzählt. Christian dagegen ist wieder mal für die Damenzeitschrift auf Bildersuche, als er mehr zufällig über eine Leiche stolpert und vom anwesenden Badekomissar zum Hilfskomissar abkommandiert wird. Viktoria und Christian haben schon länger keinen Kontakt mehr und es herrscht keine große Wiedersehensfreude, aber Viktoria bittet ihn trotzdem um Hilfe. Zuerst versuchen sie getrennt herauszufinden, was passiert ist, bis der Zufall beide doch zusammenbringt und sie überlegen, wie sie sich gegenseitig helfen können, und ob die beiden Fälle sogar zusammenhängen…

Wie beim ersten Teil angemerkt, ist Cosy Crime nicht mein liebstes Genre, aber im Gegensatz zu unseren Protagonisten war bei mir die Wiedersehensfreude groß! Viktoria ist ihrer Zeit weit voraus und könnte gut in der Gegenwart leben, bis das Buch immer wieder daran erinnert, dass die Geschichte mehr als 100 Jahre vor unserer Zeit spielt. Wenn sie zum Beispiel darüber sinniert, irgendwann in der Zukunft mal Hosen zu tragen… Die Geschichte wechselt zwischen der Suche nach dem verschwundenen Mädchen und der Suche nach dem Mörder des Rittmeisters ab, und dementsprechend zwischen Viktoria und Christian und deren Sichtweise. Das gab dem Lesefluss Schwung und ich wollte immer weiterlesen. Es werden verschiedene Personen und Verdächtige aufgeführt, aber nicht zu viele, ich konnte mir zu allen ein Bild machen. Natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, wer vielleicht als Täter in Frage kommt und ob er ein Motiv hat. Es werden verschiedene Fährten gelegt, und ich gebe zu, ich wäre nicht auf das Ende gekommen. Ich hatte eher vermutet, dass es mit den Kindern in eine ganz andere Richtung geht, und dass das eigentliche Motiv nur als Nebenhandlung genannt wird, um uns Leser vom Hauptmotiv abzulenken. Von wegen! Gut gemacht Elsa Dix! Vor allem im letzten Drittel nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf und wird noch mal richtig spannend, so dass ich das Buch in zwei Tagen durch hatte. Aufgrund der größeren Spannung und der sehr überraschenden Wendung – die ich tatsächlich erst kommen sah, als der Zaunpfahl schon auf meinem Kopf gelandet war – gebe ich diesmal 4 von 5 Sternen!

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