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Veröffentlicht am 03.07.2021

Wem gehört die Welt?

Ozelot und Friesennerz
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Ozolot und Friesennerz

Susanne Matthiessen nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die 70er und 80er Jahre. So richtig in flaschengrün, orange und mit weißen Übertöpfen mit Löwenkopfgriffen. Einfach herrlich! ...

Ozolot und Friesennerz

Susanne Matthiessen nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die 70er und 80er Jahre. So richtig in flaschengrün, orange und mit weißen Übertöpfen mit Löwenkopfgriffen. Einfach herrlich! Und das ganze dann noch auf Sylt, die Insel der Reichen und Schönen zu einer Zeit als gerade alles reich und schön wurde. Und zwischendrin die Inselkinder, auf dem Weg sich selber in einer Gesellschaft zurechtzufinden die einen starken Wandel erfährt. Die Geschichte handelt aber auch von einer Kürschnerfamilie, die ihr Handwerk mit viel Herzblut betrieben haben. Der Pelzladen war in den 70er und 80er Jahren das Zentrum dieses Familienuniversums. Die Eltern haben dort bis zur Erschöpfung gearbeitet und wahrscheinlich auch viel Geld verdient. Gleichzeitig aber auch noch Feriengäste im eigenen Ehebett beherbert. Doch das Kürschnerhandwerk war dem Untergang geweiht, was eben noch Stil und Status war wurde zu Schimpf und Schande. Die Pelze verschwanden peinlich berührt im hinteren Teil des Kleiderschrankes aus Angst vor Farbbomben und Beschimpfungen. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar ironisch distanziert. Über so manche Beschreibungen von Promis und Möchtegernpromis musste ich sehr schmunzeln. Die bildlichen Beschreibungen von der Insel hat mich zurückversetzt in frühere Sommerurlaube. Neben den lustigen hat Susanne Matthiessen jedoch auch sehr kritische Töne. Und es stellen sich auch auf Sylt die selben Fragen wie an allen schönen Orten dieser Welt. Kann man mit Geld wirklich alles kaufen? Darf man Menschen ihre Heimat nehmen und ihre Traditionen mit Füssen treten nur weil man durch seinen Reichtum dazu in der Lage ist?

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Großartiges Theater

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
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Ein Buch bestehend aus zwei Theaterstücken...das war erst einmal ein neues Genre für mich. Und ich hatte die Sorge, dass durch Personenangaben und Regieanweisungen der Lesefluss unterbrochen werden könnte. ...

Ein Buch bestehend aus zwei Theaterstücken...das war erst einmal ein neues Genre für mich. Und ich hatte die Sorge, dass durch Personenangaben und Regieanweisungen der Lesefluss unterbrochen werden könnte. Doch dem war ganz und gar nicht so. Schon nach wenigen Seiten saß ich selber in einem wunderschönen kleinen Theater und blickte auf die Bühne, auf der Hans Fredenbek seine irrwitzigen Monologe führte. Ich erlebte den Bürowahnsinn live mit und hatte das Bedürfnis dem Beamten Fedenbek zu antworten, wenn er ins Publikum sprach. Denn als das fühlte ich mich beim Lesen, nicht als Leser sondern als Publikum. Und auch inhaltlich war ich ganz bei der Sache, denn als Beamtin kenne ich solche Vollblutbeamten die auch in ihrem Privatleben nicht mehr aus ihrer Rolle herausfinden. Denen der Büroalltagswahnsinn zwischen Qualitätsmanagementsystem und Aktenbearbeitung das Gehirn verrückt und die ihr Leben nur noch in Amtssprache organisieren und ausdrücken können. Ebenso ergeht es Hans Fredenbek, gefangen auf Lebenszeit und vermählt mit seiner Büroausstattung. Die Monologe brodeln erst leise vor sich hin. Ein wirrer Gedankengang jagt den nächsten bis hin zu einem bizarren Ausbruch aus Wortspielereien und Gedankenexplosionen. Ich musste ein ums andere Mal lachen aufgrund der unerwarteten Wendungen und Skurilitäten.
Im zweiten Stück, zeigt sich, das Martin Schörle auch ein Meister der Dialoge ist. Dieser wortwitzige Schlagabtausch zwischen Cartsen und Marina ist einfach großartig. Aus einer harmlosen Anfrage zur Teilnahme an einem Klassentreffen wird eine tiefgründige Liebesgeschichte die sich vor den Augen des Publikums entwickelt wie bei einem Sonnenaufgang. Zu Schulzeiten kannten und mochten sie sich. Doch sie hatten sich für 20 Jahre aus den Augen verloren. In diesem Telefonat wird allein durch Worte so viel Nähe aufgebaut, dass nicht nur das Publikum mitfiebert, sondern auch die zuerst unbeteiligten Nebendarsteller. Und so erlebt man auch in diesem Stück lustige skurille Situationen. Diese perfekte Mischung strahlt einen besonderen Reiz aus. Ich kann sagen, ich hatte wirklich einen sehr schönen Theaterabend auf meinem Sofa. Und so gebe ich am Ende des zweiten Stückes symbolisch Standing Ovations, und kann mit Überzeugung sagen, diese zwei Stücke sollten nicht zwischen zwei Buchdeckeln verbleiben, sondern müssen auf die Bühne.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Aus Leichtsinn wird ein Alptraum

Letzter Sommerabend am Meer
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Endlich ist er da...der neue Kluftinger. Nach den letzten Roman mit teils offenem Ende mussten sich die Fans wieder ein gutes Jahr gedulden. Umso glücklicher war ich das Buch nun endlich in den Händen ...

Endlich ist er da...der neue Kluftinger. Nach den letzten Roman mit teils offenem Ende mussten sich die Fans wieder ein gutes Jahr gedulden. Umso glücklicher war ich das Buch nun endlich in den Händen zu halten. Und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Das Autorenduo Klüpfel und Kobr haben mal wieder ganze Arbeit geleistet. Immer wieder finden sie Wendungen im schnöden Allgäuer Polizeialltag, die unseren Kommissar Kluftinger neben seinen Ermittlungsarbeiten ganz schön in die Bredouille bringen. Nachdem Kulftinger im Wald von zwei Männern angegriffen wurde scheint dieses Ereignis mit einem Cold Case zusammen zu hängen. Der Ermordung der Karin Kruse im Jahr 1985. Kluftinger begibt sich auf eine Zeitreise und beginnt den alten Fall wieder aufzurollen. Dabei kommen einige Wahrheiten ans Licht die ihm persönlich auch sehr zu schaffen machen. Wie gewohnt macht das ganze „Drumherum“ aus Kluftingers Familienalltag aber fast noch mehr Spaß als die Ermittlungen. Der Gute gerät mal wieder von einem Fettnäpfchen ins nächste und ist von allem „modernen Gelump“ völlig überfordert. Ebenso gehören die beliebten „Kampfhandlungen“ gegen den Dorfdoktor Langhammer und die Missverständnisse mit den japanischen Eltern seiner Schwiegertochter zum absoluten Lesevergnügen. Nach dem Tod seines geschätzten Kollegen Strobl, wird den Allgäuer Ermittlern eine junge Kollegin zur Seite gestellt. Für die männlichen Kollegen ist das eine harte Umstellung, für den Leser ein reines Vergnügen. Die Autoren haben uns Leser auch dieses Mal nicht enttäuscht und mir damit wunderbare Lesestunden im trüben November beschert. Das einzige was mich nun aber umtreibt ist, dass wir wieder ein gutes Jahr auf den nächsten Klufti warten müssen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Hochgenuss für alle Kluftifans

Funkenmord (Kluftinger-Krimis 11)
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Endlich ist er da...der neue Kluftinger. Nach den letzten Roman mit teils offenem Ende mussten sich die Fans wieder ein gutes Jahr gedulden. Umso glücklicher war ich das Buch nun endlich in den Händen ...

Endlich ist er da...der neue Kluftinger. Nach den letzten Roman mit teils offenem Ende mussten sich die Fans wieder ein gutes Jahr gedulden. Umso glücklicher war ich das Buch nun endlich in den Händen zu halten. Und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Das Autorenduo Klüpfel und Kobr haben mal wieder ganze Arbeit geleistet. Immer wieder finden sie Wendungen im schnöden Allgäuer Polizeialltag, die unseren Kommissar Kluftinger neben seinen Ermittlungsarbeiten ganz schön in die Bredouille bringen. Nachdem Kulftinger im Wald von zwei Männern angegriffen wurde scheint dieses Ereignis mit einem Cold Case zusammen zu hängen. Der Ermordung der Karin Kruse im Jahr 1985. Kluftinger begibt sich auf eine Zeitreise und beginnt den alten Fall wieder aufzurollen. Dabei kommen einige Wahrheiten ans Licht die ihm persönlich auch sehr zu schaffen machen. Wie gewohnt macht das ganze „Drumherum“ aus Kluftingers Familienalltag aber fast noch mehr Spaß als die Ermittlungen. Der Gute gerät mal wieder von einem Fettnäpfchen ins nächste und ist von allem „modernen Gelump“ völlig überfordert. Ebenso gehören die beliebten „Kampfhandlungen“ gegen den Dorfdoktor Langhammer und die Missverständnisse mit den japanischen Eltern seiner Schwiegertochter zum absoluten Lesevergnügen. Nach dem Tod seines geschätzten Kollegen Strobl, wird den Allgäuer Ermittlern eine junge Kollegin zur Seite gestellt. Für die männlichen Kollegen ist das eine harte Umstellung, für den Leser ein reines Vergnügen. Die Autoren haben uns Leser auch dieses Mal nicht enttäuscht und mir damit wunderbare Lesestunden im trüben November beschert. Das einzige was mich nun aber umtreibt ist, dass wir wieder ein gutes Jahr auf den nächsten Klufti warten müssen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Niedliche Fee mit gutem Backround

Klara Katastrofee und das große Feen-Schlamassel (Klara Katastrofee 1)
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Die kleine Fee Klara möchte gerne in die große Feengemeinschaft aufgenommen werden. Dazu gehört es, dass man als Fee Verantwortung für ein Gebiet in Amrien übernimmt, welches man beschützen muss. Klara ...

Die kleine Fee Klara möchte gerne in die große Feengemeinschaft aufgenommen werden. Dazu gehört es, dass man als Fee Verantwortung für ein Gebiet in Amrien übernimmt, welches man beschützen muss. Klara möchte unbedingt die Beschützerin des Kornblumenfeldes werden. Die Feen sind allerdings noch nicht von ihrer Eignung überzeugt, da sie sich immer wieder verzaubert und damit viel Chaos verursacht. Außerdem sieht sie so gar nicht feenhaft aus, sondern eher wild und ungebändigt. Aber die kleine Fee läßt sich nicht entmutigen, sondern geht ihren Weg. Durch einen weiteren Zauberunfall lernt sie den Menschenjungen Oskar kennen und dadurch eine für sie unbekannte Welt. In der Geschichte geht es um Naturschutz, Freundschaft und Gerechtigkeit. Ich habe das Buch mit meiner 6 jährigen Tochter gelesen. Sie fand die Geschichte sehr spannend, und war von Klara begeistert. Die einzelnen Kapitel hatten genau die richtige Länge und wir haben uns beide über die wunderschönen Illustrationen gefreut. Diese sind sehr liebevoll und kindgerecht gestaltet und überhaupt nicht kitschig. Die Farben sind neural gehalten, auf zu viel feenhaftes rosa wurde glücklicherweise verzichtet. Durch viel grün und Erdtöne wirkt alles frisch und lebendig. Besonders hat mir das Thema des Naturschutzes gefallen, welches sehr kindgercht und einfach dargestellt war ohne belehrend oder erklärend zu wirken. So lernen die Kinder, dass es durchaus Sinn macht sich dafür einzusetzten und das selbst Kinder bzw. Feen etwas bewirken können. Wir haben das Buch sehr gerne gelesen und werden es bestimmt auch noch öfter tun. Durch die Schriftgröße und die Textlänge würde ich schätzen, dass das Buch zum Selberlesen für Kinder ab ca. 8-9 Jahren geeignet ist.

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