Profilbild von moehawk

moehawk

Lesejury Star
offline

moehawk ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit moehawk über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wer liegt da im Koma?

Koma
0

Die große Frage im ersten Drittel dieses neuen Neso ist wohl, wer da im Koma liegt. Ist es Harry Hole oder doch nicht? Ohne zuviel zu verraten sei gesagt, ja Harry lebt - sonst wäre es ja kein neuer Harry-Hole-Roman ...

Die große Frage im ersten Drittel dieses neuen Neso ist wohl, wer da im Koma liegt. Ist es Harry Hole oder doch nicht? Ohne zuviel zu verraten sei gesagt, ja Harry lebt - sonst wäre es ja kein neuer Harry-Hole-Roman und er tritt im Laufe des Buches auch ganz gewaltig wieder in Erscheinung. Mehr wird nicht verraten.
Diesmal sind es Polizisten, die auf der Abschussliste eines Mörders stehen und die Kollegen ermitteln auf Hochtouren.
Wie in allen Vorgängerromanen versteht es Nesbo auch hier wieder ein wunderbar komplexes Buch mit einem straff und genial durchkomponierten Plot vorzulegen. Die vielen verschiedenen Handlungsstränge und Puzzleteile werden erst ganz am Schluss zu einem kompletten Bild zusammengesetzt. Deshalb reisst die Spannung von Anfang bis Ende nicht ab, man jagt mit den Ermittlern durch das Buch, dem Mörder hinterher. Man stolpert über falsche Fährten, übersieht zuerst wichtige Details um sie nachher mit AHA-Effekt richtig einzuordnen. Nesbo wird meiner Meinung nach immer besser. Auch weil seine Charakter nicht einfach oberflächlige Protagonisten sind, sondern Tiefe bekommen, durch ihre Gespräche und ihre Handlungen. Harry Hole ist ein liebgewonnener Querkopf und Einzelgänger, der noch immer nach dem ultimativen Weg für sich durchs Leben sucht, der sich in einen Fall verbeisst und manchmal mit Freunden und dem Feind Alkohol Probleme bekommt.
Mit großem Spaß und Begeisterung habe ich auch diesen Thriller meines Lieblingsautors genossen und rate jedem zum Kauf dieses tollen Romans.

Veröffentlicht am 15.09.2016

echte Samurai

Ronin
0

IN dem Buch Ronin wird von Leben des Samurai Munisai erzählt und seinem klugen ehrenvollen Charakter, der ihn zum fähigen Heerführer aber auch zum treuen Gefolgsmann macht, der im Dienen und in der Ehre ...

IN dem Buch Ronin wird von Leben des Samurai Munisai erzählt und seinem klugen ehrenvollen Charakter, der ihn zum fähigen Heerführer aber auch zum treuen Gefolgsmann macht, der im Dienen und in der Ehre des Samuari seine höchsten Fähigkeiten sieht. Die Beschreibung des freiwilligen Selbstmordes eines Kindes, dessen Vater eine Schlacht verloren hat ist erschütternd aber auch hochinteressant, da sie sofort einen tiefen Blick in die verzwickten Ehrbegriffe der Samurai-Kaste gibt und erkennen lässt, wie fremd und stringent das Denken in dieser Kultur doch ist. Leider macht Munisai sich einen Fürstensohn zum Feind. Weit entfernt von all dem wartet seit vielen Jahren sein halbwüchsiger Sohn auf seine Rückkehr. Der Sohn fürchtet den Vater, der Vater verachtet den Sohn. .
Als Munisai später stellvertretend für seinen Sohn sterben muss schwört dieser Rache.

Das Buch ist sehr gehaltvoll, macht großen Spaß zu lesen und vermittelt dabei eindringlich das Leben der damaligen Samurai mit ihrer komplizierten Kultur und ihrem hohen Ehrenkodex. Der anspruchsvollen Schreibstil und das spannende Thema Samurai, welches mich schon immer sehr interessiert, tuen ihr übriges. Gute Bücher in diesem Genre sind dünn gesät und deshalb habe ich mich doppelt gefreut gewonnen zu haben und dann von der Leseprobe nicht getäuscht worden zu sein. Bennosuke ist mir mit seiner fremden Denkweise ans Herz gewachsen, ich habe interessiert seine Ausbildung verfolgt und mit ihm gebangt und gezürnt. Ein schönes Buch für Interessierte dieses exotischen Genres.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Volltreffer

Wassermanns Zorn
0

Bei diesem Buch passt einfach alles. Die Aufmachung ist anspruchsvoll; tolles Cover und ein super Titel.
Die Character der Hauptdarsteller werden differenziert und glaubwürdig geschildert. Auch die eigentlich ...

Bei diesem Buch passt einfach alles. Die Aufmachung ist anspruchsvoll; tolles Cover und ein super Titel.
Die Character der Hauptdarsteller werden differenziert und glaubwürdig geschildert. Auch die eigentlich Guten haben ihre Fehler. Allen voran natürlich Hauptkommissar Stiffler, der nicht nur extrem voreingenommen und arrogant gegenüber weiblichen Mitarbeitern ist, sondern auch ein Feigling vor dem Herren, der gerne mal sein eigenes Süppchen kocht und dem Alkohol mehr als zugetan ist. Also wirklich kein Held. Da ist Melanie Sperling, die neue Praktikantin, schon weitaus liebenswerter, macht einen tuffen und klugen Eindruck und ist voll bei der Sache, wenn es um die Lösung des vertrackten Falles geht. Dann gibt es noch den Mörder, den Wassermann, der schon als Kind eine seelische Störung hatte und der seit seinem ersten Mord einen grenzenlosen Hass auf Stiffler hat.
Mir war der Liebste aber Fank Engler, gestraft mit einer schweren Schlafkrankheit, Taxifahrer und fast gescheiterte Existenz, der sich in Lavinia verguckt, das nächste Opfer, das der Wassermann bereits verfolgt und beobachtet. Frank ist für mich der eigentliche Held, weil er seine Krankheit meistert und immer wieder hartnäckig versucht, seiner Angebeteten zu helfen - uneigennützig und gutmütig.
Der Plott ist in hohem Tempo erzählt, welches durch häufige Wechsel der Erzählperspektive noch erhöht wird.
Winkelmann hat sich zu den Vorgängern gesteigert und seine Sprache ist wirklich über dem Durchschnitt der deutschen Thrillerszene. Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Bis zum Ende spannend und mit einem guten und zufriedenstellenden Schluss-Akkord.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Überraschungshighlight

Protokoll eines Verschwindens
0

"Protokoll eines Verschwindens" nennt sich der erste Roman von Alexander Rupflin. Der Autor studierte Jura und ist sein langem Krimimalreporter. Man merkt dem Buch an, dass hier einer schreibt, der das ...

"Protokoll eines Verschwindens" nennt sich der erste Roman von Alexander Rupflin. Der Autor studierte Jura und ist sein langem Krimimalreporter. Man merkt dem Buch an, dass hier einer schreibt, der das Metier jahrelang von der Pike auf gelernt hat und der großen Wert drauf legt, dass alle Seiten eines Verbrechens betrachtet, alle Betroffenen und sogar der Täter zu Wort kommen.

Er versucht weniger zu erklären als zu beschreiben. Er urteilt nicht sondern lässt der Leserschaft genügend Raum, selbt zu urteilen.

An diesem Buch hat mir einfach alles gefallen. Der passende Titel, der kluge Schreibstil und besonders die Tatsache, dass es sich um einen realen Fall handelt und die Rekonstruierung der Tat glaubwürdig und die Suche der Hinterbliebenen nach dem Täter erschütternd und spannend ist.

Für mich ein Überraschungshighlight und ich freue mich, dass ich demnächst den Autor auf einer Lesung näher kennen lernen kann.

Veröffentlicht am 20.01.2025

super spannend

The Twenty
0

Warum man mit "The twenty" den zweiten einer Thrillerreihe übersetzt, den ersten aber mal außen vor lässt, erschließt sich mir nicht wirklich. Wahrscheinlich ist es der bessere Teil aber schade ist es ...

Warum man mit "The twenty" den zweiten einer Thrillerreihe übersetzt, den ersten aber mal außen vor lässt, erschließt sich mir nicht wirklich. Wahrscheinlich ist es der bessere Teil aber schade ist es allemal. Dennoch kommt man problemlos in der Story an und lernt das Ermittlerduo auch schnell sehr gut kennen. Und die beiden sind sympathisch und einander zugetan. Beides ja nicht die Regel in diesem Genre.

Der Plot an sich ist der über einen Serienkiller. Das beinhaltet also mehrere Leichen, harte Ermittlungen und einen Spannungsbogen der sich schnell steigert und bis zum Ende hoch bleibt. Kurze Kapitel aus wechselnden Perspektiven fördern den Lesesog ebenso wie die klare und knappe Sprache.

Fazit: Die Autorin erfindet das Genre nicht neu versteht es aber, das Thrillerszenario so auszureizen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Leserherz, was willst du mehr.