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Veröffentlicht am 24.07.2021

In den Wäldern Kentuckys

Unbarmherziges Land
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"Unbarmherziges Land" von Chris Offutt ist ein Krimi, der in den Wäldern von Kentucky angesiedelt ist. Am Anfang ist ein alter Mann, der sich lautlos durch den Wald bewegt und Ginseng sammelt. Dabei findet ...

"Unbarmherziges Land" von Chris Offutt ist ein Krimi, der in den Wäldern von Kentucky angesiedelt ist. Am Anfang ist ein alter Mann, der sich lautlos durch den Wald bewegt und Ginseng sammelt. Dabei findet er eine Frauenleiche, die er auch gleich identifizieren kann, denn hier kennt irgendwie Jeder jeden oder ist um drei Ecken verwandt.
Linda ist hier der Sheriff und Mick ist ihr Bruder, der nur auf Urlaub von der Army ist, um nach seiner schwangeren Frau zu sehen. Dort tun sich mehr Probleme auf, als erwartet und Mick lenkt sich damit ab, seiner Schwester bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Darin st er gut, sowas ist sein Job, nur sonst beim Militär.
Der Schreibstil des Autors weiß hier zu begeistern, genau die richtige Mischung zwischen Humor und Sarkasmus. Das Buch lebt hier auch oft von seinen Beschreibungen, der wundervollen Natur, der Einwohner, der Beziehungen untereinander. Die Stimmung, dieses düsterne, einsame, hoffnungslose wird fast greifbar eingefangen.
Etwas vermisst habe ich die Spannung über weite Strecken, die Suche nach dem Mörder verkam manchmal zur Nebensache. Es machte mir hier aber absolut nichts aus, ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen.

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Veröffentlicht am 14.07.2021

Erwachsen werden

Der große Sommer
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"Der große Sommer" von Ewald Arenz ist ein absolutes Wohlfühlbuch, ein Buch für den Urlaub, die Ferien, den Sommer am See.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frieder, der mit seiner Familie nicht wie ...

"Der große Sommer" von Ewald Arenz ist ein absolutes Wohlfühlbuch, ein Buch für den Urlaub, die Ferien, den Sommer am See.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Frieder, der mit seiner Familie nicht wie sonst mit in den Urlaub fahren darf, sondern er bleibt zurück und muß lernen für seinen Schulabschluß. Dazu bleibt er bei seinen Großeltern und der strenge, unnahbare Großvater soll ihm zu besseren schulischen Leistungen verhelfen.
Trotz allem wird dieser Sommer für Frieder so ganz anders, als er es sich vorgestellt hat. Er lernt seinen Großvater als ganz anderen Menschen kennen, er lernt ihn zu verstehen und zu mögen. Er erlebt ein erstes heftiges Verliebtsein und auch herbe Enttäuschungen. Er verbringt einen wunderbaren letzten Sommer zwischen Kindheit und Erwachsensein.
Frieder ist ein ganz liebenswerter Junge, der sensibel und intelligent ist, von Selbstzweifeln geplagt, es aber auch schafft mit viel Mut Hindernisse zu überwinden. Dem Autor gelingt es hier mit einer sehr einfühlsamen und auch bildgewaltigen Sprache einen Sommer der Jugend wieder auferstehen zu lassen. Mir hat die Geschichte wirklich sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.07.2021

Junge will Leben

Der Junge, der das Universum verschlang
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"Der Junge, der das Universum verschlang" von Trent Dalton ist für mich eine ganz besondere Erzählung. Bist du ein guter Mensch? Diese Frage stellt sich hier sehr oft und es sind nicht die Farben in Schwarz ...

"Der Junge, der das Universum verschlang" von Trent Dalton ist für mich eine ganz besondere Erzählung. Bist du ein guter Mensch? Diese Frage stellt sich hier sehr oft und es sind nicht die Farben in Schwarz oder Weiß, sondern die Grautöne, die dieses Buch beherrschen.
Eli Bell ist ein Junge mit einem Bruder, der nicht spricht, einer Mutter, die drogenabhängig ist , einem Vater, der die Kinder ertränken wollte und enem Stifvater, der dealt. Sein Babysitter ist der Ausbrecherkönig aus Boggo Road und ein verurteilter Mörder und vor allem sein bester Freund. Wenn man das so liest, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein gutes Leben.
Es ist absolut spannend zu lesen, wie normal die beiden ihren Alltag versuchen zu meistern und was sich ihnen für Probleme in den Weg legen. Erzählt wird hier abwechselnd in mehreren Zeitebenen, manche Dinge erfährt man erst in Rückblicken in die Vergangenheit und versteht die Zusammenhänge damit immer besser. Der Autor erzählt mit klaren Worten und schonungslos offen von Gewalt und Mißbrauch, aber er schafft trotzdem Hoffnung für die Antwort auf die Frage: Bist du ein guter Mensch?
Hier wird in die Welt der Fantasie des Jungen eingetaucht und auch in den knallharten Realismus seiner Umwelt, hier werden Emotionen offenbart, Trauer, Wut, Zorn, Hass, aber auch großes Vertrauen, Freundschaft und Liebe.
Die Sprache in diesem Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat mich tief berührt und wird wohl länger in meinen Gedanken bleiben.

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Veröffentlicht am 11.07.2021

Wie es funktionieren kann

Wie wir leben könnten
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"Wie wir leben könnten" von Theresa Mai ist ein Buch, dass mich wirklich sehr begeistert hat. Von der Aufmachung über die Gestaltung bis hin zum Inhalt stimmt hier wirklich alles.
Mich interessiert das ...

"Wie wir leben könnten" von Theresa Mai ist ein Buch, dass mich wirklich sehr begeistert hat. Von der Aufmachung über die Gestaltung bis hin zum Inhalt stimmt hier wirklich alles.
Mich interessiert das Thema hier schon seit längerem und deshalb war mir das meiste aus diesem Buch bekannt, aber das so zusammengefasst in einem Buch zu haben, griffbereit zum jederzeit nachschlagen, ist wirklich etwas Besonderes.
In den einzelnen Kapiteln dreht sich hier alles um ein autarkes, glückliches und nachhaltiges Leben. Von der Strom-,Wasser-,Heizungsversorgung über regionale Produkte und Lebensmittel bis hin zu Finanzierungs- und Wohnalternativen werden hier viele grundlegende und wichtige Themen angesprochen.
Geschrieben ist das alles in ganz einfachen, verständlichen Worten in übersichtlichen Kapiteln, die auch noch durch zahlreiche Fotos ergänzt werden. Besonders gefällt mir auch, dass alles durch Anekdoten und Beispiele aus ihrem eigen Leben aufgelockert wird. So wird genau gezeigt, wie der Wohnwagon geschaffen wurde und wofür er steht.
Ein ganz wunderbares Buch für alle, die nicht nur schimpfen und jammern wollen, sondern ihr Leben in die Hand nehmen und erste Schritte in die richtige Richtung machen wollen. Klare Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Roadtrip mit ungewissem Ausgang

Du böser, böser Junge
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"Du böser böser Junge" von Astrid Korten ist zu einem Teil ein Roadtrip durch Amerika und zum anderen ein Thriller, der einen am Ende ziemlich sprachlos zurückläßt.
Till und Ida sind mit ihren zwölfjährigen ...

"Du böser böser Junge" von Astrid Korten ist zu einem Teil ein Roadtrip durch Amerika und zum anderen ein Thriller, der einen am Ende ziemlich sprachlos zurückläßt.
Till und Ida sind mit ihren zwölfjährigen Zwillingsmädchen auf einer super durchpeplanten Urlaubsreise unterwegs. Zwischen den Ehepartner herrscht eine ungesunde, eisige Atmosphäre und beide haben noch ganz andere Sachen im Kopf als den aktuellen Urlaub. Ida ist gedanklich bei ihrer nächsten Veröffentlichung und Till bei seiner von ihm schwangeren Affäre.
Die Mädchen werden begleitet von einem unsichtbaren Dritten, ihren Bruder FIF, der sich in ihren Gedanken einnistet und sie beeinflußt. Die Zwiesprache der Kinder war sehr gut dargestellt. Sie leben in einer anderen Welt als die Erwachsenen.
Es sind hier sehr kurze Kapitel, die abwechselnd von Till, Ida oder den Mädchen erzählt werden. Das liest sich sehr gut und die Spannung steigt allmählich an, weil sich einige Probleme zuspitzen.
Besonders gut haben mir in diesem Buch die Beschreibungen der Reise gefallen, die traumhaften Landschaften von Kalifornien hatte ich direkt vor Augen und das hier die Thematik der Risiken der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und die Macht der Pharmaindustrie so gut in das Thema des Buches mit eingebunden werden.
Mit sehr viel Spannung und hohen Erwartungen hoffe ich jetzt auf das Erscheinen einer Fortsetzung.

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