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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2021

🍰✎ Lena-Marie Herbst - Genauso, nur anders

Genauso, nur anders
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WOW! WOW! WOW!

Ich lese echt viele Kinderbücher, weil unser Kind es liebt, sich selbst Geschichten zu erzählen oder vorgelesen zu bekommen. Einige sind schlecht, andere eher mittelmäßig und einige wirklich ...

WOW! WOW! WOW!

Ich lese echt viele Kinderbücher, weil unser Kind es liebt, sich selbst Geschichten zu erzählen oder vorgelesen zu bekommen. Einige sind schlecht, andere eher mittelmäßig und einige wirklich gut, sodass ich sie gerne weiterempfehle oder sogar verschenke.

Dieses Werk ist mein neues Lieblingsbuch! Es hat mich von Seite 1 an abgeholt und mitgenommen.

Die Sprache ist einfühlsam, in den Arm nehmend, lieblich. Genau das, was (kleine) Kinder benötigen. Sie lädt die Erwachsenen dazu ein, die Geschichte mit Bedacht vorzulesen. Und sie hat (bei uns) den Effekt, dass während des Anschauens und des Darüberredens ein enormes Nähebedürfnis geweckt wird.

Mama Hase zeigt anhand anderer Tiere, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen und dem kleinen Hasen vorhanden sind. Dabei wird stets das Positive betont, ohne mit erhobenen Zeigefinger dazustehen.

Nicht nur der Text sticht besonders hervor. Auch die Aquarellbilder tragen zu der Ruhe, die das Buch ausstrahlt, bei. Angenehme Farben und Motive, die zwar über die ganze Seite gehen und dennoch nicht überladen sind, lassen einen die Erzählung immer wieder zur Hand nehmen.

Im Anschluss gibt es einen Mitmachteil, den ich mir gut in pädagogischen Einrichtungen vorstellen könnte.

Außerdem gibt es für Erwachsene einige Seiten, auf denen Tipps genannt werden, wie man zu diesem Thema ins Gespräch kommt und wie man reagiert, "wenn ein Kind Vorurteile äußert oder andere abwertet". Und es werden hilfreiche Links zu Literatur und Podcasts aufgelistet.

Von mir bekommt "Genauso, nur anders" den Sonderstatus 'Sahnestückchen' verliehen und damit mehr als eine Leseempfehlung. Für mich gehört es in jedes Kinderzimmer und jeden Kindergarten!

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.08.2021

✎ Brigitte Endres - Mama und der verhexte Spiegel

Mama und der verhexte Spiegel
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Depression - ein schwieriges Thema, über das selbst in Erwachsenenkreisen noch viel zu wenig geredet wird. Doch Kinder damit alleine zu lassen, ist absolut keine Option. Daher finde ich es gut, dass es ...

Depression - ein schwieriges Thema, über das selbst in Erwachsenenkreisen noch viel zu wenig geredet wird. Doch Kinder damit alleine zu lassen, ist absolut keine Option. Daher finde ich es gut, dass es dazu Kindersachbücher gibt.

Als ich den Text das erste Mal durchlas, bildete sich mit jeder Seite, die ich umschlug, ein immer größerer Kloß in meinem Hals. Der kleine Timmy tat mir so unendlich leid.
Gleichzeitig war ich froh, dass der Junge nicht gänzlich alleine war, sondern noch seine Oma hatte, die sich dem Thema annimmt und es nicht einfach unter den Teppich kehren will.
Es wird jedoch auch aufgezeigt, dass es Situationen gibt, in denen Timmy mit seinen Gedanken und Gefühlen alleine ist. Das ist vor allen Dingen ein wichtiger Hinweis für Eltern oder Personen, die mit betroffenen Kindern zu tun haben - dort einfach nochmal genauer hinzuschauen.

Die Illustrationen wurden mit viel Bedacht gewählt. Obwohl auf Details geachtet wurde - zum Beispiel die Mienen der Personen; ein Schattenspiel, welches nochmals Timmys Dilemma verdeutlichen will -, sind sie doch auf das Wesentliche beschränkt, sodass alles sehr harmonisch und nicht überladen wirkt.

Für meine 3-Jährige war es teilweise ein bisschen viel Text auf einer Seite. Daher habe ich mit ihr eher frei gesprochen. Da jedoch zum Beispiel sehr viele Emotionen von Timmy dargestellt werden, kommt man über die Bilder automatisch ins Gespräch.
Generell ist ein stures Vorlesen eines Kindersachbuches nicht zielführend. Dazu gibt es einfach viel zu viele Fragen seitens meiner Tochter, die nicht bis zum Ende der Geschichte warten können.

Sehr wichtig finde ich bei diesem Buch, dem eigenen Kind empathisch und sehr genau zuzuhören. Es ist ein sehr trauriges Problem, welches eine enge Begleitung benötigt.

Auf ca. 30 Seiten kann man bei diesem Thema nicht in die Tiefe gehen. Vieles wird nur angerissen, manches gar nicht erwähnt. Ich denke, viele der betroffenen Kleinen werden sich nicht unbedingt in der Geschichte wiederfinden, denn nicht überall gibt es beispielsweise eine helfende Hand.

Und doch finde ich es einen enorm wichtigen Beitrag, weil es ein Tabu kindgerecht darstellt. Mit dem Begleitmaterial, welches auf der Homepage des Verlags und der Autorin dargeboten wird, ist es nicht nur für Menschen ab 4 Jahren wertvoll.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 23.07.2021

✎ Matthew Oldham - Mein allererstes Buch über die Erde

Mein allererstes Buch über die Erde
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Seit einiger Zeit nimmt unsere Tochter immer mal wieder "Mein allererstes Buch über die Erde" aus dem Regal und wir schauen es uns gemeinsam an. Es zeigt die Vielfalt unseres Planeten und regt wunderbar ...

Seit einiger Zeit nimmt unsere Tochter immer mal wieder "Mein allererstes Buch über die Erde" aus dem Regal und wir schauen es uns gemeinsam an. Es zeigt die Vielfalt unseres Planeten und regt wunderbar zum Darübersprechen an.

Durch die großzügige Bebilderung und Text, der sich auf das Wesentliche beschränkt, verweilen wir auf jeder Doppelseite mehrere Minuten, um über das Gesehene zu sprechen und Fragen zu beantworten, die zwangsläufig hinzukommen.

Ein bisschen unglücklich war nur, dass im ersten Satz "[...] tiefblaue Meere [...]" steht und auf dem Bild ist das Meer orange. Da fragte mich meine 3-Jährige prompt, wieso es nicht blau ist. Aber das war direkt ein Punkt, den wir uns näher anschauen konnten und somit direkt ins Gespräch gestartet sind.

Wir haben das Werk noch nie an einem Stück von vorne nach hinten angeschaut, da es unheimlich viele Informationen bereit hält, die ein Kleinkind ganz schnell überfordern können. Daher bedarf es in meinen Augen - zumindest am Anfang - eine gute Begleitung. Doch nach ein paar Malen nahm sich unser Kind das Buch auch alleine, um darin zu stöbern - oder dem Papa etwas zu erklären.

Vom Verlag gibt es eine Altersempfehlung ab 4. Ich denke, das ist gut gewählt. Unsere 3-jährige Tochter findet schon einige Themen sehr interessant und stellt viele Fragen, andere Bereiche sind ihr noch zu komplex - die überblättert sie dann einfach. Daher wird "Mein allererstes Buch über die Erde" einige Zeit attraktiv sein.

Für uns eine schöne Lektüre als Einstieg in dieses Gebiet.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 16.07.2021

✎ Katie Daynes - Alles über Plastik

Alles über Plastik
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Plastik: Ein Riesenthema bei uns in der Familie - leider.

Seit ein paar Jahren versuche ich in unserer kleinen Familie so viel Plastik wie möglich einzusparen. Das ist teilweise - vor allem mit Kind - ...

Plastik: Ein Riesenthema bei uns in der Familie - leider.

Seit ein paar Jahren versuche ich in unserer kleinen Familie so viel Plastik wie möglich einzusparen. Das ist teilweise - vor allem mit Kind - echt schwer, jedoch ist mein Gedanke: Lieber 1 Teil Plastik einsparen als gar keins.

Zudem versuche ich, meine Mitmenschen ein wenig für dieses Thema zu sensibilisieren. Ich möchte aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger um die Ecke kommen. (Welcher Mensch mag schon gerne kritisiert werden?) Also suche ich andere Mittel und Wege, unsere Missstände aufzuzeigen.

Meiner Erfahrung nach ist es über ein (Kinder)Buch sehr leicht ins Gespräch zu kommen. Bei uns stehen die Bücher so im Regal, dass sie von jedem schnell gesehen werden können. Besuchskinder nehmen sich dann interessante Werke heraus, gehen damit zu ihren Eltern und so kommen auch wir Erwachsenen ins Gespräch - ohne Zeigefinger und Kritik.

Das Problem 'Plastik' liegt mir besonders am Herzen und "Alles über Plastik" regt wunderbar zum Diskutieren an.

Auf 7 Doppelseiten werden allerlei W-Fragen aufgegriffen und erklärt:

- Was?
- Wie?
- Warum?
- Wo?
- Welche?
- Wer?
- Wann?
- ...

Nicht nur Kinder lernen durch die aufgegriffenen Themen eine Menge. Ebenso Erwachsene wissen mit Sicherheit noch nicht alles, was hier zur Sprache kommt. Die Bedeutung der verschiedenen Nummern in den Dreiecken zum Beispiel. Oder wer "Mr. Trash Wheel" ist.

Der Verlag vergibt eine Altersempfehlung ab 4 Jahren. Grob kann man die Lektüre bereits früher lesen, denn ich finde, mit Achtsamkeit kann man nicht früh genug anfangen.
Klar, meine 3-Jährige versteht bei Weitem nicht alles, was aufgeführt wird. Sie kann zudem nicht nachvollziehen, welche Folgen Plastik in den Meeren hat. Und doch schauen wir gemeinsam, was beispielsweise bei den Großeltern aus Plastik benutzt wird und welche Alternative bei uns zu Hause gegeben ist. Zwei Seiten werden explizit dazu genutzt, um aufzuzeigen, wie einfach man etwas tun kann.

Zusätzlich bewirkt das Buch, dass auch ich als Mama immer wieder dazu angehalten werde, meinen Lebensstil zu überdenken. Zu schauen, wo kann ich persönlich etwas für mich ändern, was mir nicht schwerfällt, der Umwelt jedoch ein kleines bisschen entgegen kommt. Man muss nicht alles komplett und keinesfalls sofort ändern. Wenn aber jeder Mensch Minischritte macht, ist dies ein großer Schritt für unsere Zukunft.

...

Während ich diese Rezension schreibe, laufen im italienischen TV Bilder der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Ich habe Tränen in den Augen. Es trifft mich härter, als ich jemals angenommen hätte.
Wer nun immer noch nicht verstanden hat, dass Klimawandel uns alle angeht - und dazu gehört nun mal auch das Thema 'Plastik'! - und dass dieser immense Folgen hat, der läuft wahrscheinlich mit Scheuklappen rum.

Von mir bekommt das Werk eine absolute Leseempfehlung - nicht nur für Kinder!

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.07.2021

🍰✎ Mitch Albom - Dienstags bei Morrie

Dienstags bei Morrie
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Im Januar haben wir erfahren, dass die Frau eines Cousins, mit denen wir regelmäßig Kontakt haben, an ALS erkrankt ist. Als ich das hörte, war ich geschockt.

Ich erinnerte mich, dass es in "Dienstags ...

Im Januar haben wir erfahren, dass die Frau eines Cousins, mit denen wir regelmäßig Kontakt haben, an ALS erkrankt ist. Als ich das hörte, war ich geschockt.

Ich erinnerte mich, dass es in "Dienstags bei Morrie" um einen Sterbenden geht und wollte die Geschichte in einer für viele Menschen um mich herum schweren Zeit lesen. Mein Gedanke war, etwas Positives daraus mitzunehmen, was mich vielleicht stärkt.

Als ich mit dem Lesen anfing, war ich relativ schnell ernüchtert. Irgendwie war es nicht das, was ich erwartet habe. Beim Umschlagen der letzten Seite war ich baff, weil ich wusste, dass einige dieses Werk als richtig gut empfanden. Es wurde sogar in meiner Reihe "vergessene Schätze" von einer anderen Leserin vorgestellt. Ich konnte nichts davon nachvollziehen.

Trotzdem tippte ich meine Gedanken damals nicht ab, sondern besorgte mir das Hörbuch. Bereits im Februar hatte ich es bei mir und dennoch habe ich nun bis Juli benötigt, um es mir auf die Ohren zu legen.

Und was soll ich sagen? Ich verstehe es nicht!

Ich verstehe nicht, wie ich all die gewaltigen Worte beim Lesen damals nicht wahrnehmen konnte.
Ich verstehe nicht, wie mich das Geschriebene damals so kalt lassen konnte.
Ich verstehe nicht, warum ich es damals nicht verstand.

Das Werk - von einem wirklich guten Sprecher vorgelesen - ist eines der Werke, die ich mit Sicherheit immer wieder empfehlen werde.

Wortgewalt. Gefühlsexplosionen. Augenöffnend. Herzberührend. ...

Mir fehlen die Worte, um sinnvolle, zusammenhängende Sätze zu bilden, die beschreiben, was diese Lektüre in mir ausgelöst hat.

Bereits mit "Wer im Himmel auf dich wartet" hat mir Mitch Albom gezeigt, dass er es drauf hat.
Ich mag seinen Schreibstil.
Ich mag, wie er die Botschaften an die Menschen bringt.
Ich mag, wie er einem zum Nachdenken anregt.
Ich mag, wie er schwierige Themen anspricht.
Ich mag, dass er ohne erhobenen Zeigefinger daherkommt.

Mich hat der Autor mit seinem Buch mitten im Herzen getroffen. So schnell werde ich es nicht wieder vergessen.

Ich hoffe, dass viele Leute es hören werden und anfangen, nachzudenken. Bereits im nahen Umkreis würde ich das Hörbuch am liebsten einigen in die Hand drücken, damit sie verstehen, was wirklich im Leben zählt. Morrie Schwartz hat es auf den Punkt gebracht.

©2021 Mademoiselle Cake