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Veröffentlicht am 22.07.2021

Eine magische, etwas verrückte, sehr moderne und süße Weihnachtsgeschichte!

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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»Das ist doch gerade das Besondere an Abenteuern, dass man sie erlebt, ohne gefragt zu werden. So was steht nicht im Stundenplan!«

Wenn ich Geschichten lese, die in einer ganz bestimmten Jahreszeit spielen ...

»Das ist doch gerade das Besondere an Abenteuern, dass man sie erlebt, ohne gefragt zu werden. So was steht nicht im Stundenplan!«

Wenn ich Geschichten lese, die in einer ganz bestimmten Jahreszeit spielen (vor allem Weihnachtsbücher), muss ich in der richtigen Stimmung sein, sonst kann ich dem Buch nicht gerecht werden. Also habe ich geduldig auf das passende Wetter gewartet und als es draußen endlich grau und regnerisch wurde, habe ich zu diesem Schätzchen hier gegriffen.

Das Cover ist unglaublich schön. Die Farbkombination sieht sehr edel aus und die kleinen Illustrationen darauf sind sehr passend und wunderschön. Besonders gefallen haben mir auch die süßen Bildchen, die man bei jedem neuen Kapitel finden kann.
Corinna Gieseler punktet mit einem sehr bildhaften und kindergerechten Schreibstil, der es mir einfach gemacht hat, die Geschichte in meinem Kopf lebendig werden zu lassen.

Wer denkt, dass das Buch nur etwas für Kinder ist, der irrt sich. Es ist eine Geschichte für Groß und Klein, für Jung und Alt, die den Zauber der Weihnacht in einem etwas anderen Licht präsentiert und zeigt, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass man gemeinsam einfach alles schaffen kann.
Die Geschichte nimmt rasch an Fahrt auf, überzeugt mit abwechslungsreichen Szenen und authentischen Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf!
Freda, ihr sprechender Kater Mr Livingstone und der Rest der kleinen Gruppe begeben sich auf eine wichtige Mission und bestreiten dieses Abenteuer mit viel Witz und Spannung.
Besonders schön und vor allem interessant fand ich auch, dass es jede Menge Figuren und Sagen rund um Weihnachten zu entdecken gab.
Ganz hinten im Buch findet man außerdem eine tolle Auflistung mit Winterfiguren und Weihnachtsbräuchen. Einige davon kannte ich noch nicht, umso mehr habe ich mich über dieses wirklich hilfreiche Glossar gefreut.

Fazit:
Mit "Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company" hat Corinna Gieseler eine magische, etwas verrückte, sehr moderne und süße Weihnachtsgeschichte geschaffen, die mein Herz im Sturm erobert hat.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass mir das Ende der Geschichte zu abrupt war. Gerne hätte ich noch ein paar Seiten mehr gelesen.
Trotz des kleinen Kritikpunkts gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung!
4,5/5 Sterne

Vielen Dank an Vorablesen und den Hummelburg Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Eines meiner Jahreshighlights!

Der Store
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»Die Freiheit gehört Dir, bis Du sie aufgibst.«

Die komplette Aufmachung des Buches ist mehr als gelungen. Das Cover. Die Hände, die aus dem Strichcode ragen und nach etwas zu greifen scheinen - eine ...

»Die Freiheit gehört Dir, bis Du sie aufgibst.«

Die komplette Aufmachung des Buches ist mehr als gelungen. Das Cover. Die Hände, die aus dem Strichcode ragen und nach etwas zu greifen scheinen - eine sehr aussagekräftige Message, wie ich finde. Und der wunderschöne rote Buchschnitt. Das ganze Buch wirkt wie ein Paket, als wäre es selbst ein Teil der Cloud - I love it!
Den Schreibstil bzw. die Übersetzung fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, da mir der Stil zu leblos und einige Formulierungen etwas zu holprig waren. Zudem haben sich ein paar Fehler eingeschlichen, über die ich allerdings hinwegsehen konnte, da ich den Verlauf der Geschichte viel zu interessant fand.

Gerade weil das Thema »Onlinehandel« so aktuell und interessant ist, war ich umso gespannter darauf, wie der Autor ein so vielschichtiges und heikles Thema in eine Geschichte verpacken würde.
Erzählt wird die Story aus der Sicht von drei Personen: Paxton und Zinnia - die beiden Protagonisten -, die uns an ihrem »Alltag« teilhaben lassen und Gibson Wells - dem Erfinder von Cloud -, der seine Gedanken und Erlebnisse mit uns teilt.
Wir lernen Paxton kennen, der früher als Gefängniswärter gearbeitet hat und sich später mit seinem eigenen Unternehmen selbständig gemacht hat. Bis Cloud seinen großen Traum platzen ließ und sein Unternehmen in den Ruin getrieben hat. Mit dem festen Vorhaben, dem Mann, der sein Leben zerstört hat, ins Gesicht zu sehen und sich seine Wut und Enttäuschung von der Seele zu reden, bewirbt er sich letztendlich bei Cloud und ergattert tatsächlich einen Job.
Recht schnell gewöhnt er sich jedoch an seine neue Lebenssituation und wird ein Teil der Cloud-Familie.
Zinnia hingegen spielt nicht mit offenen Karten. Sie ist ein Charakter, den ich nicht so ganz einschätzen konnte, da sie einerseits sehr manipulative Seiten besitzt und andererseits Seiten von sich zeigt, die ich nicht mit dem Rest in Einklang bringen konnte.
»Der Store« beschreibt die fatalen Folgen eines unaufhaltsamen Klimawandels und zeigt detailliert auf, wie Stück für Stück alle Geschäfte verdrängt wurden, bis nur noch ein übermächtiger Anbieter übrig geblieben ist, der unseren unkontrollierbaren Konsumhunger stillt.
Niemand muss mehr vor die Tür gehen. Warum auch, wenn doch alles per Knopfdruck bestellt werden kann und in Windeseile geliefert wird?
Zwischenmenschliche Beziehungen werden auf ein Minimum reduziert. Der Kontakt zur Außenwelt verliert an Bedeutung.
In den Mother-Clouds ist jeder Mitarbeiter nur eine Farbe, die den Arbeitsplatz bestimmt. Jeder Handgriff ist automatisiert. Jeder Tag ist gleich. Alles wird kontrolliert. Wer dem Druck nicht standhalten kann, muss gehen. Doch wohin?
Trotz des umfangreichen Inhalts fand ich die Geschichte weder langweilig noch künstlich in die Länge gezogen.
Klar, viele Abläufe wiederholen sich und ein Tag gleicht oft exakt dem anderen, doch genau damit wird uns der monotone Tagesablauf der Mitarbeiter deutlich vor Augen geführt. Wer sich für ein Leben bei Cloud entschieden hat, hat sein Leben der Cloud verschrieben - ausnahmslos.
Gerade zum Ende hin nimmt die Story noch mal ordentlich an Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich und trotz des vorhersehbaren Endes habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Lediglich der Schluss hat mir persönlich einfach zu viele Fragen offengelassen, auf die ich dringend eine Antwort benötige.

Fazit:
Mit »Der Store« hat Rob Hart eine erschreckende Welt erschaffen, die mir erneut ins Gedächtnis gerufen hat, dass es gar nicht so abwegig ist, dass wir uns in ferner Zukunft in einer ähnlichen Situation befinden könnten.
Natürlich wurden viele Inhalte sehr überspitzt dargestellt, dennoch soll uns vor Augen geführt werden, wie schnelllebig unsere Gesellschaft ist und auch, dass sich unser Konsumverhalten im Laufe der Zeit drastisch verändert hat.
Denn mal ehrlich: Jeder von uns hat schon mal in einem Onlineshop eingekauft und nutzt diese Möglichkeit vielleicht sogar regelmäßig.
Die einen aus Bequemlichkeit, die anderen weil sie möglicherweise gar keine andere Wahl haben. Aber wichtig ist nicht, wo ihr einkauft, sondern wie ihr mit den vorhandenen Mitteln umgeht.
Das Buch ist gesellschaftskritisch, schonungslos und meiner Meinung nach wahnsinnig interessant - für mich gehört »Der Store« definitiv zu meinen Jahresighlights!
Einen halben Stern ziehe ich ab, da ich ein paar Stellen etwas langatmig fand und manche Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte. Außerdem hat mich das Ende nicht mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen, dafür sind noch viel zu viele Fragen offengeblieben, die beantwortet werden müssen.
Ich hoffe sehr, dass es noch einen zweiten Teil geben wird, und freue mich, mehr von diesem talentierten Autor zu lesen!
4,5/5 Sterne

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Überraschend gut

Der Kinderflüsterer
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»Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht. Spielst du draußen ganz allein, findest du bald nicht mehr heim. Bleibt dein Fenster unverschlossen, hörst du ihn gleich daran klopfen. Denn ...

»Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht. Spielst du draußen ganz allein, findest du bald nicht mehr heim. Bleibt dein Fenster unverschlossen, hörst du ihn gleich daran klopfen. Denn jedes Kind, das einsam ist, holt der Flüsterer gewiss.«

Ich liebe es, wenn ich ein Cover "anfassen" kann. Natürlich kann man jedes Cover anfassen, aber das meine ich damit nicht.
Wenn ich ein Buch in die Hand nehme, fahren meine Fingerspitzen jedes Mal wie von selbst über den Einband. Viele Cover sehen einfach nur hübsch aus und andere sehen nicht nur hübsch aus, sondern fühlen sich auch noch toll an. Genau wie das Cover von "Der Kinderflüsterer". Es sind diese kleinen Details, die mir auffallen und die mir positiv im Gedächtnis bleiben.
Das Motiv passt perfekt zum Inhalt des Buches und der Schreibstil ist flüssig und führt den Leser im angenehmen Tempo durch die Geschichte.

Noch bevor ich das Buch überhaupt in die Hand genommen hatte, war mir klar, dass dies kein typischer Thriller werden würde. Spannungsroman trifft es hier ganz gut.
Da ich mir anfangs nicht ganz sicher war, ob das Buch wirklich etwas für mich ist, habe ich mir ein paar Kommentare durchgelesen - natürlich ohne mich zu spoilern.
In dem Buch geht es zwar um den berüchtigten "Kinderflüsterer", der unschuldige Kinder mit seinem Flüstern zu sich lockt, doch primär dreht sich die Geschichte um die Beziehung der einzelnen Charaktere zueinander. Ganz besonders wird hier die Beziehung zwischen Tom und dessen Sohn Jake aufgegriffen.
Nachdem ich wusste, dass mich kein brutaler Thriller erwarten würde, konnte ich mich unvoreingenommen auf die Geschichte einlassen.
Tom ist ein alleinerziehender Vater und Schriftsteller, der sich nach dem tragischen Tod seiner Frau Rebecca um den gemeinsamen Sohn Jake kümmert. Er ist ein interessanter, verschlossener, aber dennoch liebevoller Charakter, der sich große Mühe im Umgang mit seinem Sohn gibt. Da die beiden irgendwie keinen richtigen Draht zueinander finden, stellt der Alltag eine große Herausforderung für sie dar.
Jake hingegen ist sehr in sich gekehrt, lebt in seiner eigenen kleinen Welt und beschäftigt sich die meiste Zeit damit, Bilder zu zeichnen. Er hört und sieht imaginäre Stimmen und Personen und eckt mit seiner stillen Art oftmals an.
Parallel dazu lernt man den Polizeibeamten Pete Willis kennen, der sich bereits seit vielen Jahren mit dem Fall des Kinderflüsterers beschäftigt.
Ob und wie sich ihre Wege kreuzen, werde ich nicht verraten, dafür müsst ihr die Geschichte schon selbst lesen.
Ich muss zugeben, dass mich das Buch überrascht hat. Trotz der vielen ruhigen Passagen - in denen nicht wirklich viel passierte -, empfand ich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig oder anstrengend. Das ruhige Tempo war angenehm und die beklemmende Stimmung, die sich beinahe durch das ganze Buch gezogen hat, hat das Ganze nur noch interessanter für mich gemacht.
Zum Ende hin nahm die Geschichte dann noch mal stark an Fahrt auf, wenngleich ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht hätte. Aber so ergeht es mir meistens.

Fazit:
"Der Kinderflüsterer" ist eine eher ruhigere Geschichte, die mit tiefsinnigen Charakteren, einigen Verstrickungen und einer beklemmenden Stimmung punkten konnte.
Einen halben Stern Abzug gibt es, weil ich mir das Ende gerne etwas ausführlicher gewünscht hätte.
4,5/5 Sterne

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Was für ein Buch!

Rotkäppchens Traum
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»Lautlos liegt sie da, unter Erdklumpen und Laub, still harrt sie aus, verborgen wie in einem Grab.«

Was für ein Buch! Endlich mal wieder eine Geschichte, die mir den Schlaf geraubt hat.

Ich liebe dieses ...

»Lautlos liegt sie da, unter Erdklumpen und Laub, still harrt sie aus, verborgen wie in einem Grab.«

Was für ein Buch! Endlich mal wieder eine Geschichte, die mir den Schlaf geraubt hat.

Ich liebe dieses Cover! Mit dem Riss in der Schnauze des Wolfes passt es so gut zur Geschichte, denn manchmal kann der Schein verdammt trügen. Für mich macht das Cover einfach was her, vielleicht auch, weil ich Wölfe liebe. In der Buchhandlung hätte ich auf jeden Fall danach gegriffen.
Das war mein erstes Buch von Max Bentow, aber sicher nicht mein letztes! Sein Schreibstil ist durchweg spannend und flüssig, es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, weil immer etwas passiert.

Zum Inhalt kann ich leider gar nicht so viel sagen, da ich sonst spoilern müsste.
Die Geschichte ist in vier Teile + Epilog unterteilt. Im ersten Teil lernen wir Annie kennen, die mit Blut und Knochensplittern übersät, mitten im Wald aufwacht und sich an nichts erinnern kann. Sie weiß nicht, wo sie ist, was passiert ist und wie sie in diesen Wald gekommen ist. Eine nette alte Dame findet sie schließlich völlig orientierungslos und bietet ihr ihre Hilfe an. Wenig später trifft sie auf Ben, dem Mann, mit dem sie zuvor drei Monate lang zusammen war.
Durch einen Traum erfährt Annie, welchen Ort sie nach dem Streit mit Ben besucht hat und gemeinsam beschließen sie, dorthin zu fahren, um ihre Erinnerungen zurückzuholen. Als Ben Dinge vom Gastwirt erfährt, die er lieber nicht erfahren möchte, entschließt er sich schweren Herzens, wieder abzureisen.
Am nächsten Tag entdeckt Annie am Waldrand schließlich ein altes Bauernhaus, das ihr seltsam bekannt vorkommt. Dort trifft sie auf einen Mann, an den sie sich nicht erinnern kann, der sie aber zu kennen scheint. Zwischendurch werden immer mal wieder Kapitel von einer unbekannten Person eingestreut, die Annie zu beobachten scheint.
Im zweiten Teil lernen wir Finn - den Mann, den Annie beim alten Bauernhaus getroffen hat - näher kennen. Hier kann ich leider nicht allzu viel verraten. Nur so viel: Seltsame Dinge kommen ans Tageslicht, Zweifel werden gesät und die Vermutung, dass nicht alles so ist, wie es scheint, bewahrheitet sich.
Im dritten Teil kommt dann schließlich die Wahrheit ans Licht - jedenfalls ein Teil davon. Dieser Teil hat mir persönlich am besten gefallen, auch wenn ich es immer noch erschreckend finde, wie weit manche Menschen gehen würden, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen.
Im vierten und letzten Teil spitzt sich die Situation zu. Annie und Ben sind in Gefahr, doch noch immer weiß keiner von beiden, wer der Täter ist und welches Motiv sich dahinter verbirgt.
Ich muss gestehen, dass mir während des dritten Teils eine Vermutung gekommen ist, die sich schlussendlich auch bewahrheitet hat. Dennoch möchte ich den wirklich spannenden und unvorhergesehenen (größtenteils) Plot loben. Ich konnte das Buch erst aus der Hand legen, nachdem ich es beendet hatte und das passiert mir nicht oft!
Der Epilog hat mir leider überhaupt nicht gefallen, was ich sehr schade finde, da mir der Rest der Geschichte wirklich gut gefallen hat. Er lässt in gewisser Weise Spielraum für mehr und ich hoffe sehr, dass Annies Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist.

Fazit:
»Rotkäppchens Traum« von Max Bentow ist ein spannungsgeladener Thriller, der auch ohne viel Blut auskommt. Die Geschichte war durchweg interessant, die Charaktere waren wunderbar ausgearbeitet - auch wenn sie mir nicht sonderlich sympathisch waren - und der Plot war abwechslungsreich.
Für mich eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe!
Einen halben Stern Abzug gibt es für den unbefriedigenden Epilog.
4,5/5 Sterne

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Randomhouse und den Goldmann Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Eine extrem abwechslungsreiche und interessante Geschichte

The One - Finde dein perfektes Match
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»Auch Seelenverwandte können Geheimnisse voreinander haben. Dunkle Geheimnisse. Tödliche Geheimnisse ...«

Ich liebe das Cover und diesen pinken Buchschnitt! Es besticht durch seine Schlichtheit und der ...

»Auch Seelenverwandte können Geheimnisse voreinander haben. Dunkle Geheimnisse. Tödliche Geheimnisse ...«

Ich liebe das Cover und diesen pinken Buchschnitt! Es besticht durch seine Schlichtheit und der pinke Buchschnitt rundet das Gesamtbild perfekt ab.
John Marrs hat einen sehr flüssigen und anschaulichen Schreibstil, der es mir leicht gemacht, in die Geschichte hineinzufinden.

Erzählt wird die Story abwechselnd aus fünf Perspektiven: Mandy, Christopher, Jade, Ellie und Nick. Sie alle verfolgen das gleiche Ziel: endlich ihren Traumpartner - ihr perfektes Match - zu finden.
Anfangs hatte ich Probleme, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten, da die Kapitel relativ kurz sind und ich nicht wusste, ob ich nun einen neuen Charakter kennenlerne oder ob ich diesen bereits in einem vorherigen Kapitel kennengelernt habe. Ich musste immer mal wieder zurückblättern, um mich zu vergewissern. Doch recht schnell konnte ich alle Personen und ihre einzelnen Geschichten voneinander unterscheiden.
Dabei fand ich manche Storys interessanter und andere weniger interessant. Das wechselte sich allerdings ständig ab, da das Buch nur so vor unvorhergesehenen Wendungen strotzt.

Mandy ist ein sehr naiver und wie ich finde anstrengender Charakter. Ihre Besessenheit, was ihr Match betrifft, fand ich sehr befremdlich und nahm irgendwie auch krankhafte Züge an. Ich konnte viele ihrer Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen und musste über ihr Verhalten des Öfteren den Kopf schütteln. Als sie eine Entscheidung getroffen hat, bei der ich lediglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnte, habe ich auch den letzten Rest Sympathie für sie verloren. Leider kann ich nicht näher darauf eingehen, da ich dafür spoilern müsste. Mandy blieb mir auch bis zum Schluss unsympathisch.
Christopher hingegen ist anders. In jeglicher Hinsicht. Seine Kapitel empfand ich als extrem spannend und faszinierend, auch wenn sie in eine völlig andere Richtung gingen, als die der anderen Charaktere. Wahrscheinlich fand ich ihn gerade deshalb so interessant. Zum Ende hin hatte ich jedoch eine Befürchtung, die sich leider bestätigt hat. Ich hätte mir für ihn zwar einen anderen Ausgang der Geschichte gewünscht, denke aber im Nachhinein, dass sich der Autor für kein passenderes Finale hätte entscheiden können.
Jade - gefangen im Alltagstrott und hoch verschuldet - ist mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Ihr einziger Lichtblick ist der Austausch mit dem Mann, mit dem Match Your DNA sie zusammengebracht hat: Kevin. Leider wohnt dieser am anderen Ende der Welt. Ein Hindernis, das für sie unüberwindbar scheint. Ihre Geschichte zählte zu denjenigen, die ich weniger interessant fand. Zwar erwischte mich der Autor mit einem Plot-Twist eiskalt, doch auch dieser Umstand machte ihre Geschichte leider nur etwas spannender für mich. Aber das ist wohl einfach Geschmackssache.
Nick ist ein Charakter, der nicht ins typische Muster von Match Your DNA fällt, da er sich bereits in einer festen Partnerschaft befindet und demnächst heiraten wird. Erst auf Drängen seiner Verlobten lässt er sich zu einem Test überreden, der ihre komplette Beziehung und Nicks Leben durcheinanderwirbeln wird. Seine Geschichte zählte für mich anfangs zu den weniger interessanteren, was sich jedoch nach dem Testergebnis änderte. Gegen Ende änderte ich meine Meinung wieder, da ich mit den Geschehnissen unzufrieden war und auch das Finale fand ich leider viel zu dramatisch. Etwas weniger hätte ich hier schöner gefunden.
Bei Ellies Geschichte hatte ich wahrscheinlich die gemischtesten Gefühle. Die erste Hälfte fand ich nur mäßig interessant, doch von da an nahm ihre Story dermaßen unvorhergesehene Züge an, dass ich jedem ihrer Kapitel regelrecht entgegenfieberte. Gerade hier gab es für mich die krassesten Plot-Twists überhaupt. Bei einer Szene am Schluss habe ich mich zwar gefragt, ob das gerade wirklich passiert ist, da die Situation so surreal war, aber das Ende wiederum war mehr als passend.

Fazit:
Mit "The One - Finde dein perfektes Match" ist dem Autor eine extrem abwechslungsreiche und interessante Geschichte gelungen, die mich immer wieder aufs Neue überraschen konnte.
Zwar trafen nicht alle Geschichten exakt meinen Geschmack, was dem Buch jedoch keinen Abbruch getan hat, da ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe.
"Match Your DNA" ist ein System, das mich zwar einerseits fasziniert, aber andererseits auch sehr verstört hat, da ich den Gedanken daran, mein Leben von meiner DNA abhängig zu machen, ziemlich beängstigend und befremdlich finde.
Zudem vermittelt dieses Programm all denjenigen, die bislang kein Glück hatten, ihr Match zu finden oder Paaren, die kein Match sind, das Gefühl, minderwertig zu sein, was völliger Quatsch ist. Leider auch ein Umstand, der sich in der Gesellschaft wiedergespiegelt hat.
Für mich zählt "The One - Finde dein perfektes Match" ebenfalls zu meinen Jahreshighlights!
4,5/5 Sterne

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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