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Veröffentlicht am 27.07.2021

Gelungene Mischung aus NA und Krimi

Everything We Feel
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Schon von der Beschreibung her lässt sich erahnen, in welche Richtung dieses Buch gehen wird. Hier wäre eventuell auch die TW "Häusliche Gewalt" angebracht. Das hat die Handlung ziemlich vorhersehbar gemacht, ...

Schon von der Beschreibung her lässt sich erahnen, in welche Richtung dieses Buch gehen wird. Hier wäre eventuell auch die TW "Häusliche Gewalt" angebracht. Das hat die Handlung ziemlich vorhersehbar gemacht, da solche Geschichten meist nach dem gleichen Schema ablaufen. Nichtsdestotrotz gab es Momente, wo man nochmal ein paar Seiten zurückgehen musste, weil man sich dachte: WTF ist hier gerade passiert?! Das hat den Spannungsbogen dann doch wieder steigen lassen.

Was ich auch beeindruckend fand, waren die Charaktere. Gerade bei solch einem sensiblen Thema wie Häusliche Gewalt müssen Motive und Verhaltensweisen exakt erklärt werden, weil der Charakter vom Leser sonst schnell als dumm, naiv oder "böse" abgestempelt wird. Die Autorin dieses Buches hat diesen schmalen Grat wunderbar begehen können, was "graue" Personen wie Zoeys kleinen Bruder wirklich menschlich gemacht hat. Auch der Einfluss, den jemand in einer Machtposition beruflichen und körperlichen Aspekts ausnutzen kann, insbesondere auf Personen, die mental nicht gefestigt sind, wurde hier sensibel und doch offen dargelegt. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Die Liebesgeschichte zwischen Tristan und Zoey war durch dieses ernste Thema zweitrangig bzw. hatte auch für mich keinen so hohen Stellenwert. Nachdem sich die beiden seit der Kindheit nicht gesehen hatten, war es quasi "Liebe auf den ersten Blick" - es gibt ein paar Hoch und Tiefs, fokussiert sich aber primär darauf, wie Tristan Zoey in dieser schwierigen Zeit unterstützt. Das war mir besonders wichtig, da alles andere die Problematik und Ernsthaftigkeit, die mit häuslicher Gewalt einhergeht, untergraben hätte.

Ab und zu gab es wieder die typischen Heldenmomente (Achtung, Ironie) der Charaktere, in denen sie sich ohne nachzudenken alleine in gefährliche Situationen begeben, getrieben von dem Beweggrund, heroisch für jemand anderen da zu sein. Dass dabei der eigene Kopf riskiert wird, ist eher nebensächlich. Vor allem in Situationen, die eh statisch waren und nur durch das Auftauchen der Charaktere risikoreich wurden. Was soll ich dazu noch sagen :')

Alles in allem hat mir die Mischung aus NA und fast etwas Krimi weitestgehend sehr gut gefallen. "Everything We Feel" ist ein Buch, was man in einem Rutsch durchlesen kann, aber nach einigen Tagen bereits langsam verblasst. Wer ernste Themen mit Happy End sucht, ist hier richtig. Ich vergebe 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2021

Gutes Wohlfühlbuch für zwischendurch.

Wild like a River
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Dieses Buch lag schon so lange auf meinem SuB und nun konnte ich es endlich erlösen!

Die Story um Haven, die mit ihrem Vater im Nationalpark lebt, hat mich direkt gepackt! Jetzt nicht vor Spannung, aber ...

Dieses Buch lag schon so lange auf meinem SuB und nun konnte ich es endlich erlösen!

Die Story um Haven, die mit ihrem Vater im Nationalpark lebt, hat mich direkt gepackt! Jetzt nicht vor Spannung, aber ich mochte dieses idyllische Setting, was mich direkt wie zu Hause hat fühlen lassen. Die Landschaftsbeschreibungen der Autorin waren traumhaft schön! Ich war dann auch fast etwas enttäuscht, als sich die Handlung doch recht schnell raus nach Edmonton hin verlagert hat, hinein in die Großstadt und die Uni. Zuerst fand ich Havens Entscheidung diesbezüglich, plötzlich ihr Leben komplett umzukrempeln, recht radikal und überstürzt, vor allem, weil es so eng mit Jacksons Auftauchen verknüpft war, aber es wurde glücklicherweise schnell klar, dass dies quasi nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Mit Jackson und Haven, die man abwechselnd aus der jeweiligen Erzählperspektive näher kennenlernt, bin ich schnell warmgeworden. Haven hat manchmal etwas zu naiv gewirkt. Nur wil sie die letzten 10-15 Jahre im Nationalpark gelebt hat, kommt sie ja nicht vom Mond! Den Ausgang gewisser Situationen sollte man als rational denkender Mensch erfassen können, da musste ich dann doch die Hände vor dem Gesicht zusammenschlagen über so viel Naivität... Ansonsten konnte ich mich sehr gut in Haven hineinversetzen. Mir hat ihre offene Art sehr gefallen. Häufig ist es in NA-Büchern so, dass die Figuren entweder aneinander vorbei oder gar nicht miteinander reden, so dass künstliches Drama entsteht. Das war hier dadurch glücklicherweise nicht der Fall. Was Jackson llerdings an seinem Mitbewohner Cayden findet, ist mir ein absolutes Rätsel, der war mir durchweg umsymphatisch. Da bin ich mal auf "Free Like A River" gespannt :')

Die Handlung hatte durch Havens Unerfahrenheit und Unwissenheit in der Großstadt einen doch recht kontinuierlichen Spannungsbogen. Dieser hat jetzt zwar nicht besonders ausgeschlagen, mich aber doch so an die Geschichte gefesselt, dass ich immer wissen wollte, wie es nun weitergeht. Die Thematik war, bis auf die Sache mit Havens Vergangenheit, doch recht leicht gehalten und hat für eine tolle Wohlfühlatmosphäre gesorgt.

Ich vergebe 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2021

Tiefgründige Thematik mit wenig Handlung in wunderschönem Setting.

Free like the Wind
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Zum 2. Band der "Kanada"-Dilogie spalten sich die Meinungen sehr - meines Erachtens nach liegen zwar positive und negative Punkte anders verteilt, letztendlich schließt er jedoch gut an den Auftakt an.

Hier ...

Zum 2. Band der "Kanada"-Dilogie spalten sich die Meinungen sehr - meines Erachtens nach liegen zwar positive und negative Punkte anders verteilt, letztendlich schließt er jedoch gut an den Auftakt an.

Hier stehen nun Cayden und Rae im Mittelpunkt, die der Leser bereits in "Wild Like A River" als bester Freund und WG-Partner von Jackson und gute Freundin von Haven kennengelernt hat. Auf beide war ich ziemlich gespannt, denn Cayden konnte ich bisher absolut nicht leiden und auch Rae war noch nicht besonders greifbar. Die wechselnden Erzählperspektiven der beiden haben jedoch sehr geholfen, dem Leser ihre Gedanken und ihr Innenleben näherzubringen.

Mit Cayden bin ich bis zum Ende nicht wirklich warm geworden, was auch daran liegen mag, dass seine Hintergründe erst auf den letzten 50 Seiten beleuchtet wurden. Diese Enthüllung hat einiges erklärt und mich auch ziemlich schockiert zurückgelassen! Ich konnte seine Motive rückblickend nun viel besser verstehen, was seine Handlungen jedoch nicht legitimiert. So ganz konnte ich mir den plötzlichen Sinneswandel auch nicht erklären - eine Woche wandern mit Rae führt dazu, dass er sein komplettes Leben umkrempelt und seine Einstellungen grundlegend ändert? Nun gut, dies war man zumindest schon etwas von Jackson gewohnt, aber Cayden war viel engstirniger und starrköpfiger, da habe ich mich doch etwas gewundert.

Auch Raes Vergangenheit beinhaltet sehr viel Tragik und Schmerz, was man als Leser auch gespürt hat. So etwas sollte niemand erleiden müssen. Im Gegensatz zu Caydens Trauma hat sich das von Rae jedoch kontinuierlich durch die Geschichte gezogen, wodurch dessen Aufarbeitung viel plausibler und realistischer gestaltet war. Die Charakterentwicklung war sichtbar, und nicht von heute auf morgen plötzlich da. Das war wundervoll zu lesen.

Es hat mich ebenso gefreut, wieder auf Jackson und Haven zu treffen - so, wie es in einer Reihe auch sein sollte. Zwar sind sie nach dem ersten Drittel des Bandes galant in den Hintergrund gerückt und von dort leider auch nicht mehr aufgetaucht, allerdings war dadurch die Überleitung zwischen dem ersten und zweiten Band viel flüssiger.

Die Handlung an sich zieht sich stellenweise leider sehr, obwohl der 2. Band schon zahlenmäßig weniger Seiten hat als der 1. Ehrlich gesagt passiert kaum was, es geht viel um die Gedanken der Figuren, wodurch der Spannungsbogen etwas leidet. Das Ende hat dann etwas frischen Wind in die Story gebracht und die Langatmigkeit fast wieder wettgemacht.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die traumhaft schönen Landschaftsbeschreibungen des Jasper Nationalparks. Während dieser im 1. Teil für meinen Geschmack zu kurz kam, hat er hier nun den Raum bekommen, den er verdient. Ich habe mich gedanklich selber mit Cayden und Rae dort langwandern sehen, und dieser Ort ist nun definitiv auf meine Bucketlist gerutscht!

"Free Like The Wind" bringt zusammenfassend eine etwas düstere Thematik in die Dilogie ein, schwächelt jedoch in der Handlung. Setting und Ende sind wundervoll herausgearbeitet und beschrieben. Ich vergebe 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Ein typisches Wohlfühlbuch mit kleinen charakterlichen Mankos.

Dein Herz in tausend Worten.
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Die Geschichte spielt in einem relativ kurzen Handlungszeitraum und wird dabei aus der Ich-Perspektive von Millie und als personaler Erzähler für William dargestellt.

Zu Beginn viel es mir recht schwer, ...

Die Geschichte spielt in einem relativ kurzen Handlungszeitraum und wird dabei aus der Ich-Perspektive von Millie und als personaler Erzähler für William dargestellt.

Zu Beginn viel es mir recht schwer, mich in den Charakter von Millie hineinzuversetzen, da sie sehr schüchtern ist und ungern mit Menschen redet. Auch ich bin eine introvertierte Person, doch dieses Level von Zurückhaltung war für mich sehr ungewohnt. Es hat mich dabei umso mehr gefreut, dass sie sich im Laufe der Geschichte geöffnet hat und nicht mehr vor allem Angst hatte. Ehrlich gesagt war es etwas mühevoll zu lesen, wie sie jeder guten Chance aus dem Weg gegangen ist und sie quasi zu ihrem Glück gezwungen werden musste. Ihr Bruder Felix oder auch ihrer Kollegin und späteren Freundin Rebecca haben sie jedoch dabei wundervoll und energisch unterstützt. Es ging nicht darum, Millie zu jemandem zu drängen, der sie nicht ist, sondern vielmehr, aus sich herauszukommen und offen zu sein, was das Leben so anbietet. Das Buch hat diese Thematik sensibel vermittelt und hat mir definitiv einige Denk- und Handlungsanstöße mit auf den Weg gegeben.

Millies Zusammentreffen mit Will, der Liebe auf den ersten Blick und das sofortige Herz-Ausschütten fand ich etwas zu viel des Guten bzw. kam mir etwas übereilt vor. Millie hatte bislang nicht den Eindruck gemacht, vor einem Fremden ihre Sorgen auszubreiten, und auch William schien etwas out of character. Wo er sonst sehr extrovertiert und "laut" in seinem Auftreten ist, holt Millie hier seine softe Seite hervor. Das hat mich nicht unbedingt gestört, sondern eher irritiert. Ihre restlichen Begegnungen sind wirklich süß und passen schon mehr zu den Charakteren. So ganz ist der Funke zwischen den beiden jedoch nicht auf mich übergegangen.

Ansonsten hat "Dein Herz in tausend Worten" typische Elemente eines Wohlfühlbuches: ein Happy End, liebevolle und hilfsbereite Charaktere, wunderschöne Zitate, einige Romanzen, passende "Zufälle" und ein gemütliches Setting. Von mir gibt es 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Langatmige Story, spannender Showdown und viel Gefühl!

Midnight Chronicles - Blutmagie
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Während Band 1 noch die Geschichte um Roxy und Shaw beleuchtet hat, geht es in "Blutmagie" nun nach Edinburgh zu Warden und Cain. Es hat mir wieder sehr gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus den ...

Während Band 1 noch die Geschichte um Roxy und Shaw beleuchtet hat, geht es in "Blutmagie" nun nach Edinburgh zu Warden und Cain. Es hat mir wieder sehr gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus den beiden Perspektiven erzählt wird. So hatte man tiefe Einblicke in die jeweiligen Gedanken und konnte die Handlungen viel besser nachvollziehen!

Auch die Charaktere habe ich liebgewonnen, jede war auf ihre eigene Art eigen und vielschichtig. Es war schön, wieder von Roxy und Shaw zu lesen, auch wenn der Fokus definitiv nicht auf ihnen lag und sie zu diesem Band auch nichts beigetragen haben. Eigentlich etwas schade, hier hätte man ihnen mehr Bedeutung zukommen lassen können.

In "Blutmagie" geht es zwischen den Hauptfiguren auch um einiges heißer her als im 1. Band, was ich sehr begrüßt habe! Die Szene hatte genau den richtigen Raum und den passenden Zeitpunkt, war für mich als Leser aber nicht aufdringlich, sondern eher voller Gefühl! Es war wundervoll, die Charaktere auf ihrer Entwicklung bis dorthin und weiter zu begleiten. Die Liebesbeziehung wird einem nicht auf die Nase gebunden, sondern fügt sich perfekt in die Handlung ein.

Das einzige, was mir negativ aufstößt, ist die unnötige Länge des Buches. Ich habe meinem Freund die Story erzählt und war nach nicht einmal 1 Minute durch. Nur, dass man mal einen Eindruck hat. Es passiert so gut wie nichts, es gibt viele Füllszene, in denen Aussagen und Erkenntnisse wiederholt werden, und der rote Faden lässt sich auf 4 Sätze beschränken. 100 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Nichtsdestotrotz war ich kontinuierlich interessiert, wie es denn weitergeht, weshalb auch ein Abbruch nicht in Frage kam. Der finale Showdown auf den letzten Seiten hat die Spannung dann nochmal hochgetrieben und die Längen zuvor etwas wettgemacht.

Ich fand den 2. Band etwas schwächer als den ersten, weswegen ich 4/5 Sterne vergebe, freue mich aber trotzdem auf den 3. und spreche eine klare Leseempfehlung aus :)

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