Profilbild von strickleserl

strickleserl

Lesejury Star
offline

strickleserl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit strickleserl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2021

Besser leiten als Frau

Leiten auf Weiblich
0

Wir sind es inzwischen gewohnt, dass Frauen Leitungspositionen besetzen – in der Politik, im Beruf und auch in der Gemeinde. Doch Frauen in Leiterschaft müssen sich ganz anderen Herausforderungen stellen ...

Wir sind es inzwischen gewohnt, dass Frauen Leitungspositionen besetzen – in der Politik, im Beruf und auch in der Gemeinde. Doch Frauen in Leiterschaft müssen sich ganz anderen Herausforderungen stellen als Männer. Und oft fehlt ihnen ganz einfach der Mut sich selbst zu behaupten. In diesem Buch beschäftigt sich eine junge Führungskraft mit wichtigen Fragen rund um das Thema Leiterschaft. Wie finde ich meinen eigenen Führungsstil? Welche Werte habe ich? Wie schaffe ich mir Ruhepausen? Wie kann ich mich als Frau durchsetzen? Und welche Hilfe kann mir in dem allen der Glaube bieten?

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, wobei der erste Teil, in dem es um die eigene Person geht, den größten Raum einnimmt. Danach folgt ein Blick auf das Umfeld, und anschließend geht es um das Zwischenmenschliche. Das Buch schließt mit einem Kapitel über Spiritualität ab.

Dieses Buch, das prallgefüllt ist mit Wissen und Weisheit über verschiedene Aspekte der Leitung, enthält Beiträge von mehreren Autoren und Gesprächspartnern. Mal im Interviewstil, mal als Aufsatz, erzählen Frauen (und ein Mann) über ihre Erfahrungen mit Themen, die für Frauen besonders interessant sind. Es geht beispielsweise um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um das christliche Verständnis von weiblicher Führung, um Mode und Stil, um Wertschätzung und Respekt, und um Konflikte. Wie eine Moderatorin führt die Autorin den Leser durch die Beiträge, mit einleitenden Worten und abschließenden Bemerkungen. Mehrere der Beiträge wurden auch von ihr selbst verfasst.

Durch die Fülle an Themen, die besprochen werden, ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei, ganz gleich, ob es um eine Leitungsaufgabe im Beruf, in der Gemeinde, im Internet oder in der Familie geht. Besonders hilfreich sind außerdem die vielen Hinweise auf weiterführende Literatur. Die Beiträge lassen sich unabhängig voneinander lesen.

Dieses Buch macht Frauen Mut ihr Potenzial zu entdecken, und engagiert zu leiten. Gleichzeitig erfahren Frauen, dass auch Pausen und Entspannung wichtig sind. Der Hinweis auf den Glauben wirkt nicht aufgesetzt, es wird beim Lesen deutlich, dass der Glaube auf ganz natürliche Weise für die Autorin zum Leben dazugehört.

Schön sind ihre abschließende Worte, „Dir will ich immer dienen, mein Gott.“ Und das wird in diesem Buch deutlich – bei der Leitung geht es nicht um Selbstdarstellung und Macht, sondern um Demut und um eine dienende Haltung.

Fazit: Ein wertvolles und hilfreiches Buch über das Thema Leiterschaft, das mit verschiedenen Beiträgen die vielfältigen Facetten der Führung beleuchtet. Sehr empfehlenswert, nicht nur für Frauen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2021

Glaube, Geschichte und Spannung

Ben & Lasse - Agenten sitzen in der Falle
0

Die Brüder Ben und Lasse sehen sich als Agenten, denn sie haben schon einige rätselhafte Fälle gelöst. In diesem Buch begleiten sie ihre Eltern und ihren Großvater zu einem kleinen Ort in Bayern. Dort ...

Die Brüder Ben und Lasse sehen sich als Agenten, denn sie haben schon einige rätselhafte Fälle gelöst. In diesem Buch begleiten sie ihre Eltern und ihren Großvater zu einem kleinen Ort in Bayern. Dort soll das Haus einer älteren, verstorbenen Verwandten ausgeräumt werden. Das verspricht spannend zu werden, denn das alte Haus verbirgt einige geheime Orte und Machenschaften.

Während sich die Erwachsenen durch die vielen Bücher und Papiere kämpfen, unter anderen auf der Suche nach einem Testament, interessieren sich die Kinder vor allem für den Keller. Ben und Lasse bekommen bei ihrer Agententätigkeit Unterstützung, denn eine weitere Familie ist mit der verstorbenen Frau verwandt. Die fünf Kinder entdecken gemeinsam die Geheimnisse des Hauses, dabei geraten sie aber in eine lebensgefährliche Situation.

Onkel Hubert war der Besitzer des Hauses. Für Josef, der die beiden Familien bei der Durchsichtung des Hauses begleitet, war er ein Ersatzvater. Josef schwärmt von den Zeltausflügen und Fahrten des sogenannten Münsterbundes. Dieser Name geht zurück auf Sebastian Münster, ein Geograph, dessen Bild auf Hundert-Mark-Scheinen zu sehen ist.

Es stellt sich heraus, dass Onkel Hubert dunkle Geheimnisse hatte, die in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreichen. Und was hat es mit den geheimnisvollen Münsterblüten auf sich, deren Ausgabe sorgfältig aufgezeichnet wurden? Wie gut, dass Ben und Lasse erfahrene Agenten sind, denn auf einmal sind sie mittendrin im Ermitteln und Lösen von Rätseln.

Der Autor Harry Voß hat die Gabe schwierige Sachverhalte kindgerecht zu erklären. So erfahren die Kinder in diesem Buch wer die SS war und warum ihre Tätigkeit alles andere als ehrenhaft war. Es geht außerdem um gefälschte Banknoten und um Testamente, und nicht zuletzt auch um den Glauben. Wichtige Themen in diesem Buch sind Angst und die Antwort des Glaubens, außerdem Wertschätzung und Zusammenhalt.

Fazit: Dieses lohnenswerte Buch ist fast zu spannend für ein Kinderbuch. Mitreißend und kindgemäß geschrieben, eignet sich dieses Buch besonders gut für Kinder im Grundschulalter. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 28.07.2021

Auf der Suche nach Heilung

Und im Gepäck das Leben
0

Abbies wohlgeordnetes Leben bricht zusammen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr geliebter Mann eine Pause, eine Auszeit, von ihrer Ehe verlangt; ausgerechnet als ein Umzug aus dem vertrauten Familienheim ...

Abbies wohlgeordnetes Leben bricht zusammen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr geliebter Mann eine Pause, eine Auszeit, von ihrer Ehe verlangt; ausgerechnet als ein Umzug aus dem vertrauten Familienheim in eine moderne Wohnung der gehobenen Klasse ansteht. Da beide Söhne zur selben Zeit ausziehen, sitzt Abbie allein und verlassen zwischen Umzugskisten, die sie nicht auspacken will.

Für ihr Sohn Bobby geht ein langgehegter Traum in Erfüllung. Nach seinem Schulabschluss will er ein Jahr in Europa verbringen. Er möchte unbedingt Kunstmaler werden, doch seine Mutter stellt sich eher einen vernünftigen Beruf für ihn vor. Auf jeden Fall will sie unbedingt, dass er gleich mit dem Studium beginnt. Es ist nicht einfach, aber er setzt sich durch. Dabei unterstützt ihn seine Oma, die seine Leidenschaft für Kunst teilt.

Es liegt lange zurück, doch Caro leidet noch immer unter den gewaltsamen Verlust ihrer iranische Freundin. Lola verschwand am selben Tag, an dem ihre Mutter grausam ermordet wurde. Caro macht sich Vorwürfe, dass sie nicht für ihre Freundin da war.

Diese drei Personen begehen gemeinsam einen Pilgerweg. Abwechselnd erzählen sie ihre Geschichten, die auf erstaunliche Weise miteinander verwoben sind. Dabei geht es um Kontrollsucht und um die Angst loszulassen, um das erdrückende Tragen von fremden Lasten, und um die Suche nach einem Glauben, der in schweren Zeiten Halt gibt. Es geht auch um Liebe, sogar um drei verschiedene Arten von Liebesbeziehungen – ein junges Entdecken des anderen, die Frage nach dem richtigen Partner, und die Enttäuschung über die Veränderung des Partners in einer langjährigen Ehe.

Die Erzählweise dieses Buchs erinnert an Sharon Garlough Browns Bücher über vier Frauen, die auf einer Glaubensreise sind. Inneres Reifen und Wachsen der Charaktere stehen im Mittelpunkt. Dabei hilft eine geistliche Mentorin, die es versteht, die richtigen Fragen zu stellen. Die Auseinandersetzung mit Fehlentscheidungen und unguten Verhaltensweisen schenkt beim Lesen neue Einsichten.

Fazit: Obwohl es in dieser Geschichte vor allem um die Auseinandersetzung mit zerstörerischen Verhaltensweisen geht, ist die Handlung spannend. Sehr empfehlenswert, vor allem für Leser, die nicht nur oberflächliche Unterhaltung suchen.

Veröffentlicht am 28.07.2021

Bis an die Grenze - und dann noch weiter

Da geht’s lang
1

Hermann Gühring reist leidenschaftlich gern. Mittlerweile hat er über 150 Länder bereist. Dabei legt er gerne längere Strecken mit dem Auto zurück. Wie gut, dass er nicht alleine reist, sondern Gott an ...

Hermann Gühring reist leidenschaftlich gern. Mittlerweile hat er über 150 Länder bereist. Dabei legt er gerne längere Strecken mit dem Auto zurück. Wie gut, dass er nicht alleine reist, sondern Gott an seiner Seite hat. Denn er erlebt immer wieder knifflige Situationen, in denen er auf die Hilfe seines himmlischen Vaters angewiesen ist.

Dieses Buch enthält achtzig kurze Reisegeschichten. Jede Anekdote lässt sich in fünf bis zehn Minuten lesen, dabei ist die Reihenfolge beliebig. Die Geschichten sind nicht zeitlich geordnet, sondern nach Kontinenten.

Diese vielen Reisen unternimmt der Autor als Unternehmer, doch er nutzt seine Zeit in fremden Ländern auch um Kontakte zu einheimische Christen zu knüpfen. Dabei benutzt er den Sport als Brücke zu den Menschen. Seine Organisation bietet in vielen Ländern beliebte sportliche Aktivitäten für Kinder an. Dabei lernen die Kinder nicht nur eine Sportart, sie werden auch fürs Leben trainiert, indem ihnen wichtige Werte vermittelt werden. Ein weiteres Angebot seiner Organisation sind Leiterschulungen. „Wir wollten versuchen, in junge Menschen aus bildungsarmen Nationen zu investieren, indem wir ihnen alle Werkzeuge zur Verfügung stellten, die sie brauchten, um in ihren eigenen Ländern Verantwortung zu übernehmen.“

So berichtet der Autor in diesem Buch nicht nur von spannenden Erlebnissen an ungewöhnlichen Orten und auf gefährlichen Straßen, sondern auch von außergewöhnlichen Begegnungen mit Einheimischen. Hermann Gühring ist nicht nur wagemutig, er scheint auch sehr vergesslich zu sein. Die Brille, der Handgepäckskoffer, der Reisepass – seine Verluste führen zu interessante Begegnungen mit Zollbeamten und Polizisten. Er gerät außerdem gelegentlich in heikle politische Situationen. Immer wieder ist er von Herzen dankbar für Gottes übernatürliches Eingreifen. Davon zu lesen ist sehr ermutigend.

Das Herz des Autors brennt für Evangelisation. Nicht nur auf seinen Reisen, auch in diesem Buch benutzt er alltägliche Ereignisse, um geistliche Gedanken weiterzugeben. Das wirkt nicht frömmelnd oder aufgesetzt, sondern echt und natürlich. Auch von seinem Versagen berichtet er, wenn er zum Beispiel bitter bereut, dass er eine Gelegenheit anderen zu helfen nicht nutzt, oder er sich überfordert fühlt, als er unerwartet gebeten wird neue Gläubige zu taufen.

Das Buch enthält zwei Bildteile, die Eindrücke von seinen Reisen zeigen. Die Bilder sind faszinierend, schade, dass es nicht mehr sind. Auch bei den Berichten spürt man, dass es noch viel mehr zum Erzählen gäbe.

Fazit: Schon allein beim Lesen dieser aufregenden Reiseanekdoten bekommt man eine Gänsehaut. Der Autor lebt gefährlich, und erlebt dadurch Außergewöhnliches. Ein sehr empfehlenswertes Buch für Menschen, die sich für fremde Länder und für Christen in aller Welt interessieren. Vermutlich sollte jemand Mietwagenfirmen vor diesem waghalsigen Reisenden warnen!

Veröffentlicht am 27.07.2021

Morgens trennt ein Zaun Familien und Freunde

Die fremde Spionin
0

Ost-Berlin im Jahr 1961. Die zwanzigjährige Ria hat einen großen Wunsch – sie möchte ihre Schwester finden. Vor zehn Jahren wurde ihre Familie auseinandergerissen, da der Vater sich für ein vereintes Deutschland ...

Ost-Berlin im Jahr 1961. Die zwanzigjährige Ria hat einen großen Wunsch – sie möchte ihre Schwester finden. Vor zehn Jahren wurde ihre Familie auseinandergerissen, da der Vater sich für ein vereintes Deutschland stark machte. Ria und ihre Schwester wurden getrennt und wuchsen in zwei verschiedene Pflegefamilien auf. Jede Frage Rias nach ihrer Schwester wurde bestraft.

Als Ria einen Posten im Ministerium für Außenhandel bekommt, will sie das nutzen, um ihre Schwester zu finden und auch dem Regime zu schaden. Der BND wird auf sie aufmerksam und rekrutiert sie als Informantin. Sie weiß, dass sie für ihre Spionagetätigkeit sterben könnte, doch ihre Familie wurde vom DDR-Regime zerstört, darum ist ihr Wunsch nach Rache stärker als jede Angst.

Es dauert jedoch nicht lange bis die Gegenseite etwas von ihrer Tätigkeit ahnt. Kann sie sich retten, indem sie Doppelagentin wird? Wer wird ihr helfen ihre Schwester zu finden?

Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als unerwartet in einer Augustnacht die Grenzen dicht gemacht werden. Wer gestern spontan zu Besuch in der anderen Stadthälfte war ist nun eingesperrt. Was bedeutet das für Ria und ihre Spionagetätigkeit?

Dieses Buch ist der Auftakt einer dreiteiligen Reihe, die Erzählung ist aber in sich geschlossen. Die Geschichte bringt dem Leser auf spannende Weise historische Tatsachen nahe. Besonders gelungen sind die Beschreibungen des Alltags in den 60er Jahren. Der Autor wirft nebenbei einen Blick auf Verkehrsmittel, Einrichtungsgegenstände und Menschen, und lässt so diese vergangene Zeit lebendig werden.

Die Hauptperson Ria wirkt sympathisch, vor allem in ihrer Sehnsucht nach der verlorenen Schwester und nach einem Leben in Freiheit. Auch andere Personen sind gut gezeichnet, mit ihrer Zerrissenheit zwischen Gut und Böse. So hat selbst der Auftragsmörder eine verletzliche Seite. Historische Personen wie J.F. Kennedy und Honecker haben einen kurzen Auftritt. Auf den letzten Seiten des Buchs finden sich Anmerkungen über die Historizität einiger Elemente der Geschichte.

Fazit: Eine spannende Spionagegeschichte über einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte, der leicht in Vergessenheit gerät. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die historische Romane lieben.