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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2021

Ein absolutes Highlight für mich!

Die beste Zeit ist am Ende der Welt
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Bei einem Blick in das neue Programm des Arctis Verlags ist mir „Die beste Zeit ist am Ende der Welt“ sofort ins Auge gesprungen. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick; sieht es nicht wunderhübsch ...

Bei einem Blick in das neue Programm des Arctis Verlags ist mir „Die beste Zeit ist am Ende der Welt“ sofort ins Auge gesprungen. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick; sieht es nicht wunderhübsch aus? Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, zögerte ich keine Sekunde lang und ließ das Buch bei mir einziehen.

Die 17-jährige Peyton möchte einfach nur noch weg. Weg vom College, weg von ihren angeblichen Freunden, weg von allem. Sie braucht eine Veränderung, einen Neuanfang, ein anderes Leben. Sie beschließt kurzerhand nach Kanada zu flüchten. Allein und ohne einen festen Plan, aber mit ganz viel Entschlossenheit und ihrem geliebten Skizzenbuch, steigt sie in den nächstbesten Flieger nach Vancouver. Kurz nach ihrer Ankunft wird sie auf eine bunte Truppe Reisender treffen, die ihr endlich das geben werden, wonach sie sich schon so lange sehnt: Echte Freundschaft. Gemeinsam mit ihnen wird Peyton einen unvergesslichen Roadtrip durch die atemberaubende Landschaft Kanadas machen, bei dem sie nicht nur ihre Reisebegleiter und das Land besser kennenlernen wird, sondern vor allem auch sich selbst.

Kennt ihr das? Ihr beginnt mit einem Buch, lest ein paar Seiten und auf einmal überkommt euch dieses Gefühl, das euch sagt: Das wird gut. Das wird richtig, richtig gut! Das wird ganz bestimmt ein Highlight werden!
Mir erging es so bei „Die beste Zeit ist am Ende der Welt“. Als ich mit dem Lesen begann, war ich mir wirklich schon nach wenigen Zeilen vollkommen sicher, dass ich mal wieder einen absoluten Glückstreffer gelandet habe und mit „Die beste Zeit ist am Ende der Welt“ ein Buch in Händen halte, das ich lieben werde. Und tja, was soll ich sagen, genauso so war es dann auch.

Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Sara Barnard wahnsinnig gut gefallen, sogar besser als erwartet. Ich habe mich von Beginn an pudelwohl zwischen den Buchdeckeln gefühlt und einmal zwischen sie abgetaucht, wollte ich einfach nur noch eines tun: Lesen. Da ich zum Glück gerade sehr viel Zeit hatte und diese natürlich dem Buch gewidmet habe, habe ich die Geschichte ohne längere Pausen in vollen Zügen genießen können und im Nu durchgeschmökert.

Erzählt wird alles aus der Sicht der 17-jährigen Peyton in der Ich-Perspektive. Peyton habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist sympathisch, lustig und authentisch und da ihre Gefühls- und Gedankenwelt glaubhaft und realistisch dargestellt wird, ist es mir, trotz des Altersunterschieds, jederzeit mühelos geglückt mich in sie hineinzuversetzen und ihr Denken und Fühlen nachzuvollziehen. Hinzu kommt natürlich noch der Aspekt, dass uns Peyton abwechselnd von der Gegenwart und der Vergangenheit berichtet. Dank der zahlreichen Zeitsprünge kann man unsere Hauptprotagonistin nur noch besser verstehen, man lernt sie ganz genau kennen und fühlt sich ihr beim Lesen richtig nahe.

Mir hat die Erzählweise unheimlich gut gefallen. Die humorvolle Art, wie uns Peyton ihre Geschichte erzählt, war komplett meine und die ständigen Zeitwechsel sagten mir ebenfalls auf Anhieb zu. Sie gestalten das Leseerlebnis so schön abwechslungsreich und mitreißend, sodass man von Anfang an ganz gebannt von der Handlung ist.
Als Leser*in erfahren wir erst so nach und nach, was genau sich alles Schlimmes in Peytons Leben zugetragen hat und warum sie sich so sehr nach einer Flucht von allem sehnt.
Peytons Schulzeit war geprägt von täglichen Mobbingangriffen, Einsamkeit, Unsicherheiten und Selbstzweifeln und der Wechsel ans College wird ihr leider nicht den von ihr erhofften positiven Neuanfang bescheren. Ich habe bei den Davor-Kapiteln unendlich mit unserer Hauptprotagonistin mitgelitten. Sie möchte doch einfach nur dazugehören und Freunde haben, so wie sie es aus Filmen und Büchern kennt, aber irgendwie scheint ihr dies nicht vergönnt zu sein. Mir haben diese Erzählungen stellenweise richtig das Herz zerrissen.

Während Peytons Vergangenheit voller Schmerz und Leid steckt, ist ihr jetziges Leben um einiges hoffnungsvoller und glücklicher. Peyton wird sich kurzerhand dazu entschließen ganz allein nach Kanada zu reisen (wofür ich sie tief bewundert habe; ich hätte mich das im Leben nicht getraut) und während ihres Aufenthalts in diesem ihr völlig fremden Land wird die 17-jährige eine fantastische Entwicklung durchmachen.

Peyton wird in Kanada endlich zu sich selbst finden und sich über viele Dinge bewusst werden. Sie wird unter anderem erkennen, dass sie ihre eigene Entscheidung treffen muss, um ein Leben in Glück führen und der Mensch sein zu können, der sie sein möchte. Ihr wird klar werden, dass es in keinster Weise an ihr lag, dass sie all die Jahre gemobbt und ausgrenzt wurde. Sie wird lernen wieder Vertrauen zu anderen zu fassen und in deren Gegenwart die echte Peyton zu sein. Sie wird auf wundervolle Menschen treffen und entdecken, dass es wahre Freundschaft wirklich gibt. All dies mitzuerleben fand ich so schön und ergreifend. Ich habe Peyton wirklich nur zu gerne auf ihrem Selbstfindungstrip begleitet.

Es ist allerdings nicht nur Peyton zu verdanken, dass mir das Buch herrliche Lesestunden bereitet hat – auch die weiteren verschiedenen Charaktere haben dazu beigetragen, dass ich mich in diesen Roman verliebt habe. Wobei ich da jetzt nur von den Figuren im Hier und Jetzt spreche. Die Personen in den Davor-Kapiteln mochte ich definitiv nicht.
In Kanada aber wird Peyton die Bekanntschaft von lauter liebenswerten und außergewöhnlichen Menschen machen. Sie wird auf eine bunte Truppe Backpacker treffen und gemeinsam mit ihnen in einem coolen Wohnmobil namens Justin die atemberaubende Landschaft Westkanadas bereisen. Ich habe Peytons neue Wegbegleiter und Freunde ungeheuer liebgewonnen und mich vom ersten Moment an rundum wohl in diesem fröhlichen, witzigen und abenteuerlustigen Haufen gefühlt. Vor allem Beasey mochte ich super gerne und die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen ihm und Peyton noch entwickeln wird, hat mich sehr berührt.

Wovon ich euch nun endlos etwas vorschwärmen könnte, ist das Setting. Kanada ist schon seit langem eines meiner größten Reiseziele und Roadtrip-Stories lese ich für meinen Leben gerne. Ich bin hier daher ganz auf meine Kosten gekommen. Die Reise und die Schauplätze werden unglaublich toll beschrieben, sodass eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen wird und man beim Lesen das reinste Kopfkino hat. Es ist einfach nur traumhaft, sag ich euch. Mein Fernweh nach Kanada ist jetzt nur noch größer geworden. Hoffentlich kann ich mir meinen großen Reisewunsch eines Tages erfüllen.

Fazit: „Die beste Zeit ist am Ende der Welt“ ist so ein Buch, bei dem ich nur sagen kann: Unbedingt lesen! Es erzählt eine so wunderbare und wertvolle Geschichte über Selbstfindung, die wahre Bedeutung von Freundschaft, Liebe, Zukunftspläne, Reisen und das Sammeln von neuen Erfahrungen. Die Erzählung steckt voller Tiefe, Wärme und großartig gezeichneter Charaktere, sie nimmt uns auf einen unvergesslichen Roadtrip mit und ist schmerzhaft und wunderschön zugleich. Ich bin total begeistert, für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight. Es hat mich durchweg mitgerissen, bewegt, glücklich gemacht, die tollsten Bilder in den Kopf gezaubert und einfach nicht mehr losgelassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.08.2021

Außergewöhnlich und wunderbar schräg. Ein herrliches Lesevergnügen!

Pri und der unterirdische Garten
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Bei einem Blick in das neue Herbstprogramm des Mixtvision Verlags ist mir „Pri und der unterirdische Garten“ sofort ins Auge gesprungen. Von dem Cover habe ich mich auf den ersten Blick wie magisch angezogen ...

Bei einem Blick in das neue Herbstprogramm des Mixtvision Verlags ist mir „Pri und der unterirdische Garten“ sofort ins Auge gesprungen. Von dem Cover habe ich mich auf den ersten Blick wie magisch angezogen gefühlt und auch der Klappentext konnte meine Neugierde umgehend wecken. Das Buch klang einfach nur richtig gut! Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich es unbedingt lesen möchte.

Der fast 12-jährige Pri Kholi ist nicht nur das offizielle Maskottchen und der Lieblingspromi von Dunn’s Orchard – er war auch das erste Kind in dieser kleinen Stadt. Er kennt diesen Ort daher besser als jeder andere und kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie es früher war. Früher, ehe alles plattgemacht und zugebaut wurde. So ein Stadtexperte wie Pri müsste ja eigentlich in der Lage sein, auf sämtliche Fragen über seinen Heimatort antworten zu können, doch als das Mädchen Attica Stone eines Tages in Dunn’s Orchard auftaucht, muss Pri feststellen: Er weiß nicht alles über Dunn’s Orchard. Auf Atticas Frage, wo denn eigentlich die Obstgärten sind, die der Stadt ihren Namen gegeben haben, hat er keine Antwort. Auf ihrer Suche nach den verschwundenen Obstbäumen werden die beiden Kinder unter anderem dem mysteriösen Knochenmann im Gruselwald zu begegnen, auf ein Motorrad in einem Baum und einen Faultierexpress stoßen und ein Haus entdecken, das nur aus Türen besteht. Und die unglaublichste Entdeckung von allem könnte die Zerstörung ihrer Stadt bedeuten.

Kennt ihr das? Ihr beginnt mit einem Buch und denkt nach den ersten paar Seiten „Hmm, na ja...“, lest aber dennoch weiter, in der Hoffnung, dass euch die Story noch catchen wird. Aus dem „Hmm, na ja...“ wird allmählich ein „Doch, ja, ist irgendwie doch ziemlich cool.“ Und wenig später seid ihr so gefesselt und angetan von den Geschehnissen, dass ihr mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören könnt.
Mir erging es so bei „Pri und der unterirdische Garten“. Irgendwie habe ich ein kleines bisschen gebraucht, ehe ich komplett in die Handlung hineingefunden habe. Nachdem es mir aber schließlich einmal gelungen war und mir so richtig bewusst wurde, was für eine coole Geschichte sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, habe ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen können und mit großer Begeisterung verschlungen.

Mat Larkin hat mit seinem Middle-Grade-Debüt ein Buch aufs Papier gebracht, das man wahrlich nur als ungewöhnlich bezeichnen kann. Die Story ist echt schräg und steckt voller absurder Einfälle und skurriler Figuren. Und da sie zudem auf eine superwitzige Weise erzählt wird, bekommt man das Grinsen an vielen Stellen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Zugleich stimmt die Erzählung aber auch nachdenklich und vermittelt wichtige Werte und Botschaften. Solche Bücher liebe ich einfach. Diese Mischung aus Humor, Absurdität und Tiefgang ist absolut mein Ding und wenn es euch genauso gehen sollte, kann ich euch nur nahelegen „Pri und der unterirdische Garten“ zu lesen.

Erzählt wird alles aus der Sicht des fast 12-jährigen Pri in der Ich-Perspektive. Mit Pri hat der Autor einen ganz besonderen Hauptprotagonisten erschaffen. Pri ist ein total sympathetischer und humorvoller Typ, er ist schlau, authentisch und einzigartig - man muss ihn einfach gernhaben. Ich habe Pri sehr schnell in mein Herz geschlossen und mich teils köstlich über ihn amüsiert. Die Art und Weise wie er uns die Geschehnisse schildert ist einfach spitze und seine ulkige Angewohnheit ständig Selbstgespräche zu führen, hat mir immerzu breite Schmunzler entlockt.

Was die weiteren Charaktere angeht, kann ich mich ebenfalls nur begeistert äußern. Da hätten wir zum Beispiel Attcia Stone, die neu in die Stadt ist und mit der sich Pri rasch anfreunden wird, obwohl er sie zunächst etwas sonderbar findet. Attica ist wahrhaftig eine Nummer für sich. Also ich habe ihre einmalige Art so richtig gefeiert und das Zusammenspiel zwischen ihr und Pri zählte ganz klar zu meinen Highlights in dem Buch.
Mein persönlicher Star war allerdings Slotcar, eine Freundin von Pri. Slotcar ist sogar noch schrulliger drauf als Attica. Sie wirkt irgendwie echt total durchgeknallt, ist aber, da muss ich Attica völlig recht geben, absolut genial.
Die weiteren Figuren sind ebenfalls allesamt wunderbar kurios gezeichnet. In diesem Buch wimmelt es einfach nur so vor liebenswert-verrückten Gestalten. Am liebsten würde ich euch noch viel mehr von ihnen berichten, da sie mir alle so gut gefallen haben. (Janet zum Beispiel ist ebenfalls ein echter Knaller, hihi.) Ich möchte aber natürlich nicht zu viel verraten, daher leite ich nun mal zum Setting über.

In „Pri und der unterirdische Garten“ sind definitiv nicht nur die Charaktere wunderlich – auch der Ort, an dem sie leben, ist es. In der Kleinstadt Dunn’s Orchard sieht ein wackeliges Haus wie das andere aus, es gibt eine Second, eine Third, aber keine First, sondern eine Frist Street, es kommt ständig zu seltsam ruckeligen Stromausfällen und obwohl das Städtchen Dunn’s Orchard (also Dunn‘s Obstgarten) heißt, findet man in der Stadt keinen einzigen Obstbaum.
Ich fand den Schauplatz richtig klasse. Dunn’s Orchard und auch der mysteriöse Gruselwald, in den es uns noch mit Pri und Attica verschlagen wird, werden großartig beschrieben und die geheimnisvolle Atmosphäre, die durchweg herrscht, konnte mich vollkommen verzaubern.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits berichtet, dass sie mich durchweg mitreißen konnte. Sie steckt voller spannender und unterhaltsamer Szenen und kann mit lauter Überraschungen, Rätsel und fantasievoller Ideen aufwarten.
Neben diesen Dingen setzt sich die Geschichte aber auch mit vielen wichtigen Themen auseinander wie die Bedeutsamkeit von Natur, Mut, Freundschaft, Mobbing und Zusammenhalt. So abgedreht die Story teilweise auch sein mag, sie ist auch sehr intelligent und regt zum Nachdenken an.

Da die Erzählung recht abgeschlossen endet, gehe ich davon aus, dass es sich bei „Pri und der unterirdische Garten“ um einen Einzelband handelt. Mir hat das Ende sehr gut gefallen. Es hat mich absolut zufriedenstellen können, sodass ich das Buch glücklich wieder zuklappen konnte.

Fazit: Außergewöhnlich, fesselnd, herrlich schräg. Ein wundervoller Lesespaß für Jung und Alt!
Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Mat Larkin ein unvergessliches Leseerlebnis beschert. „Pri und der unterirdische Garten“ ist ein ganz besonderer Abenteuerroman für Leser*innen ab 10 Jahren voller unvergleichbarer Figuren, Fantasie und Geheimnisse. Die Geschichte ist lustig und klug geschrieben, sie sprüht nur so vor bizarren Ideen, Witz und Charme und enthält eine ganz tolle Message. Obwohl ich leichte Einstiegsprobleme hatte, werde ich dennoch die volle Sternenzahl vergeben. Dieses originelle Buch muss einfach 5 Sterne von mir bekommen. Ich kann es jedem nur ans Herz legen!

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  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2021

Märchenhaft, fantasievoll, wunderschön illustiert!

Fuchsland
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Da ich die Bücher von der Katja Frixe immer wahnsinnig gerne lese, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch „Fuchsland“ hörte. Bei einem Blick auf das Cover war ...

Da ich die Bücher von der Katja Frixe immer wahnsinnig gerne lese, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch „Fuchsland“ hörte. Bei einem Blick auf das Cover war es sofort um mich geschehen – ich finde es wunderschön, in meinen Augen ist es ein echter Hingucker! Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, stand für mich umgehend fest: Das Fuchsland und seine Bewohnerinnen möchte ich unbedingt kennenlernen. Ich ließ das Buch daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Juna lebt mit ihrer Familie im Fuchsland – ein einzigartiger und magischer Ort. Juna liebt ihre Heimat, in der das Glück zu Hause ist und in der alle Bewohner
innen einen ganz persönlichen Gegenstand besitzen, der nicht nur voller Magie steckt, sondern auch eine Seele und sehr eigenen Willen hat: Die Magielinge. Mit dem friedlichen Leben der Fuchsländer soll es nur jäh vorbei sein, als ein fremder Junge in ihr Dorf kommt. Er trägt den Namen Fion und ist fortan der neue fliegende Wolkenhändler. Bis auf Juna begegnen alle Fuchsländer dem unbekannten Jungen mit großem Misstrauen. Als kurz nach seiner Ankunft der mächtigste Magieling zerstört wird, verdächtigt jeder sofort Fion. Und als dann auch noch die geheimnisvollen Goldfüchse gesichtet werden, vor denen sich alle fürchten, nimmt die Ablehnung der Fuchsländer gegenüber Fion nur noch weiter zu. Nur Juna ist von seiner Unschuld überzeugt. Sie möchte ihrem neuen Freund unbedingt helfen und allen beweisen, dass er nicht der Übeltäter ist. Um das Glück, den Frieden und die Magie nach Fuchsland zurückzuholen, begibt sich Juna auf eine gefährliche Reise.

Da mich bisher noch kein Werk aus der Feder von Katja Frixe enttäuschen konnte und der Klappentext von „Fuchsland“ so gut klang, waren meine Ansprüche an das Buch ziemlich hoch, muss ich gestehen. Hinzu kam natürlich noch das Cover, bei dem es bei mir Liebe auf den ersten Blick war.
Langer Rede, kurzer Sinn: Meine Erwartungen konnten vollkommen erfüllt werden!
Mir hat das Buch einfach genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine phantastische Abenteuergeschichte für Leserinnen ab 9 Jahren, die voller Spannung, Magie, einzigartiger Figuren und wunderhübscher Illustrationen steckt; viele bedeutsame Werte und Messages vermittelt und auf eine warmherzige, packende, lustige und atmosphärische Weise erzählt wird. Ich habe eine zauberhafte Zeit zwischen den Buchdeckeln verbracht und musste das Fuchsland und seine Bewohnerinnen für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder verlassen.

Ich habe mühelos in die Handlung hineingefunden. Der bildliche und leichte Schreibstil von Katja Frixe gefiel mir auf Anhieb; für mich hat er sich mal wieder superangenehm und flüssig lesen lassen. Auch die Geschichte konnte sofort bei mir punkten. Ich habe mich einfach von den ersten Zeilen an pudelwohl in ihr gefühlt und da sie mich von Anfang bis Ende in ihren Bann ziehen konnte, habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen.

Für mich kam an keiner Stelle Langeweile auf. Die Erzählung sprüht einfach nur so vor originellen und fantasievollen Einfällen. Vor allem die Idee mit dem Magielingen fand ich klasse. Magielinge sind magische Gegenstände, die eine Seele haben und meist sehr eigenwillig drauf sind. Alle Bewohner*innen in Fuchsland besitzen ihren persönlichen Magieling wie beispielsweise ein Radio, das sich frühmorgens in voller Lautstärke von selbst einschaltet; eine Bürste, die die seltsamsten Frisuren zaubert und ein Büchereifahrrad, das alleine im Dorf herumdüst. In Fuchsland trifft man wirklich auf die unterschiedlichsten magischen Gegenstände mit den verschiedensten Eigenarten. Also ich fand die Magielinge echt genial. Irgendwie hätte ich jetzt auch voll gerne einen.

Katja Frixe hat ihrer Fantasie wahrlich ihren freien Lauf gelassen. Neben den Magielingen dürfen wir auch noch die Bekanntschaft des Wolkenhändlers machen, der mit seinem fliegenden Teppich herumreist und Waren aus aller Welt verkauft. Jede Woche kommt er auch im Fuchsland vorbei und veranstaltet dort seinen Fliegenden Flohmarkt. Und dann wären da natürlich noch die mysteriösen Goldfüchse, vor denen sich alle Fuchsländer fürchten. Über die Goldfüchse werde ich euch allerdings nichts weiter erzählen, ich möchte schließlich auf gar keinen Fall zu viel verraten.

Über die vielen großartigen Charaktere möchte ich euch aber unbedingt noch ein bisschen berichten. Mit den Figuren hat mich die Autorin definitiv überzeugen können.
Da hätten wir zum einen unsere Hauptprotagonistin Juna, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren und die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Juna ist liebenswert, klug, stark und mutig – man muss sie einfach gernhaben. (Ihr Magieling ist übrigens ein Klavier, das gerne von alleine Lieder klimpert.)
Sehr liebgewonnen habe ich auch Junas besten Freund Ilo, und Fion, den jungen Wolkenhändler, mochte ich ebenfalls unheimlich gerne. Mit Fion habe ich richtig mitgelitten. Nachdem der alte Wolkenhändler Taki verstorben ist, hat Fion dessen Nachfolge angetreten und diese Veränderung stößt bei den Fuchsländern auf wenig Begeisterung. Sie begegnen ihm äußerst misstrauisch, abweisend und unfreundlich – nur Juna vertraut und hält zu ihm.

Fremdenfeindlichkeit, Angst vor dem Unbekannten, Vorurteile, Toleranz, die Bedeutung von Glück, Mut, Freundschaft und Zusammenhalt – von all diesen Themen handelt die Geschichte unter anderem. Zudem zeigt sie auf, dass Kinder in der Regel viel schlauer und vernünftiger sind als Erwachsene oft denken und das man viel öfters auf sie hören sollte. Also ich bin echt begeistert von den zahlreichen wundervollen Botschaften, die uns dieses Buch mitgibt und von der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

Wovon ich ebenfalls ganz hin und weg bin: Das Setting. Das Fuchsland wird unglaublich toll beschrieben. Ich hatte von sämtlichen Schauplätzen die herrlichsten Bilder im Kopf und die märchenhafte Atmosphäre, die durchweg herrscht, konnte mich komplett verzaubern. Mit dem Fuchsland hat Katja Frixe eine ganz besondere Welt erschaffen, voller geheimnisvoller Orte, Wunder und Magie.

Neben der Story bin ich auch von der Innengestaltung völlig verzückt. Simona M. Ceccarelli hat die Erzählung mit zahlreichen stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen versehen, die perfekt mit dem Geschehen im Text harmonieren und ein einzigartiges, magisches Ambiente schaffen. Ob die kleineren Zeichnungen oder die ganzseitigen Bilder – allesamt sind sie einfach nur traumhaft und machen das Leseerlebnis zu etwas ganz Besonderem.

Enden tut die Geschichte sehr abgeschlossen, sodass ich davon ausgehe, dass es sich bei „Fuchsland“ um einen Einzelband handelt. Mir hat das Ende total gut gefallen. Es hat mich absolut zufriedenstellen können, sodass ich das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen konnte.

Fazit: Eine märchenhafte und zeitlos schöne Geschichte voller Geheimnisse, Fantasie und Abenteuer!
Ich habe mich eindeutig zurecht so sehr auf das neue Werk von Katja Frixe gefreut: Ich bin hellauf begeistert von dem, was mich in dem Buch erwartet hat und habe eine unvergessliche Zeit darin verbracht. Egal ob Jung oder Alt – ich kann „Fuchsland“ jedem nur ans Herz legen; vor allem Fans von Michael Ende und Cornelia Funke kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Traumhaft schön!

Little Women
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Die ganzen Jahr über hatte ich so gehofft, dass der Coppenrath Verlag eine Marjolein Bastin-Schmuckausgabe von dem Klassiker „Little Women“ herausbringen wird. Ich liebe „Little Women“ und ich liebe die ...

Die ganzen Jahr über hatte ich so gehofft, dass der Coppenrath Verlag eine Marjolein Bastin-Schmuckausgabe von dem Klassiker „Little Women“ herausbringen wird. Ich liebe „Little Women“ und ich liebe die Marjolein Bastin-Schmuckausgaben. Als ich hörte, dass mir der Coppenrath Verlag dieses Jahr meinen Wunsch endlich erfüllen wird, war meine Freude natürlich riesig. Und als ich dann sah, wie atemberaubend schön das Cover aussieht, ist meine Euphorie nur noch größer geworden. Das Buch musste ich selbstverständlich ganz unbedingt bei mir einziehen lassen.

Neuengland in den 1860er Jahren: Es ist die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und während der Vater als Geistlicher an der Front ist, sind die Mutter und ihre vier unterschiedlichen Töchtern Meg, Jo, Beth und Amy allein zu Hause geblieben. Obwohl es mittlerweile finanziell nicht mehr so gut um die Familie March steht, versuchen die Mutter und die vier Mädchen das Beste aus allem zu machen und geben nicht auf. Trotz zahlreicher Hindernisse, mit denen die vier Schwestern auf ihren Pfaden zum Erwachsenwerden konfrontiert werden, gehen sie ihren Weg und werden dabei, jede ganz auf ihre eigene Weise, zu unabhängigen Frauen heranwachsen.

„Little Women“ zählt schon seit langem zu meinem absoluten Lieblingsklassikern. In meinen Bücherregalen stehen inzwischen schon mehrere Ausgaben dieses unvergleichbaren Werkes, sowohl deutsch- als auch englischsprachige. Mit der Marjolein Bastin-Schmuckedition durfte sich nun also ein weiteres Schätzchen zu meiner Sammlung dazugesellen und was ich definitiv über sie sagen kann: Sie ist meine bisher schönste Little Women-Ausgabe. Sie sieht einfach so wunderhübsch aus – sowohl die äußere als auch die innere Gestaltung ist umwerfend. Das Cover ist die reinste Augenweide mit diesem hochwertigen Leinenband, den vielen Blumen und Schmetterlingen und den goldenen Veredelungen. Es ist natürlich immer Geschmackssache, ich jedenfalls bin völlig verliebt in das Cover und kann mich daran gar nicht sattsehen.

Die Aufmachung des Innenteils ist aber auch ein einziger Traum. Es gibt viele wunderschöne farbenfrohe Illustrationen der bekannten Künstlerin Marjolein Bastin (von Blumen, Tieren und verschiedenen Obstsorten), und zwischen einigen Seiten sind verschiedene liebevoll gestaltete Extras versteckt, die einem ein Strahlen ins Gesicht zaubern, wenn man beim Durchschmökern auf sie stößt.
So gibt es zum Beispiel Postkarten, Briefe, eine Karte von Massachusetts sowie interessante und hilfreiche Information über die damalige Zeit wie beispielsweise über den amerikanischen Bürgerkrieg. Eines meiner Highlights war der Stammbaum der Familie March, der sich hinten im Buch befindet. Ich mag Stammbäume irgendwie generell total gerne und der, in dessen Genuss wir hier kommen, ist, wie soll es auch anders sein, zauberhaft aufgemacht.
Es ist einfach nur unglaublich mit viel Liebe zum Detail diese Ausgabe gestaltet wurde. Das Leseerlebnis wird dadurch wahrlich zu etwas ganz Besonderem und Unvergesslichem. Und dank des prächtigen Einbands ist das Buch ein echter Blickfang im Regal.

Die Geschichte war mir natürlich bereits bekannt; den zweiten Teil (englischer Titel „Good Wives“) habe ich sogar erst vor kurzem gelesen, sodass mir vor allem dessen Ereignisse noch sehr präsent waren. Dass diese Ausgabe beide Teile enthält, hat mich übrigens überaus gefreut! Mir persönlich sind eher wenige deutsche Veröffentlichungen bekannt, in denen dies der Fall ist. Die meisten enthalten nur den ersten Band (englischer Titel „Little Women“), der daher auch um einiges bekannter ist. Zumindest hier bei uns in Deutschland.

Obwohl ich mich an die Geschehnisse noch sehr gut erinnern konnte, kam für mich beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Mir hat es auch beim wiederholten Male wahnsinnig viel Freude bereitet Zeit mit der Familie March und den weiteren Charakteren zu verbringen und die vier Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten.

Der Handlung wird, so denke ich, vermutlich vielen bekannt sein; vor allem die vom ersten Teil, der, wie oben bereits erwähnt, meiner Ansicht nach um einiges populärer hier bei uns in Deutschland ist. Und durch die Neuverfilmung mit Emma Watson im letzten Jahr war dieser Klassiker ja wieder sehr aktuell. Ich werde mich inhaltlich daher nun recht kurz halten.

Also, an alle, die diesen wundervollen Klassiker noch nicht kennen (Ändert das! Unbedingt!): In „Little Women“ haben wir das große Vergnügen die bezaubernde Familie March kennenzulernen, die in den Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs in einer Kleinstadt in Neuengland lebt. Gleich zu Beginn werden uns die vier March-Schwestern vorgestellt und was dabei sofort deutlich wird: Die Schwestern könnten unterschiedlicher wohl sein. Mein persönlicher Liebling war schon immer Jo, die Zweitälteste, gewesen. Ich liebe einfach ihre temperamentvolle Art und finde es zudem großartig, dass sie meine Liebe für Bücher und das Schreiben mit mir teilt.

Während der erste Band von der Kindheit der March-Schwestern erzählt, berichtet der zweite von ihrem Leben als erwachsene Frauen. Ich persönlich mag beide Bände gleich gerne. Beide erzählen einzigartige Geschichten voller herzerwärmender, fröhlicher, lustiger, trauriger, ergreifender und schwerer Momente. Sie vermitteln viele wichtige Botschaften und Werte und enthalten für ihre Zeit einen bemerkenswert feministischen Ton. „Little Women“ ist einfach so herrlich zeitlos und ganz klar zurecht zu so einem großen Klassiker geworden.

Zur Übersetzung kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Natürlich unterscheidet sich die Sprache von der heutigen – es handelt sich hier schließlich um einen Klassiker aus dem 19. Jahrhundert – aber der Schreibstil liest sich echt toll und ist in keinster Weise schwülstig oder so. Ich zumindest hatte keinerlei Schwierigkeiten, für mich hat sich das Buch von Anfang an angenehm flüssig lesen lassen.
Ein Punkt, der mir allerdings nicht so zugesagt hat: Der Untertitel. Die Wahl des deutschen Titels mit „Betty und ihre Schwestern“ bzw „Beth und ihre Schwestern“ wie er hier lautet, habe ich bis heute nicht nachvollziehen können. Er vermittelt den Eindruck, dass Beth die Hauptfigur sei und das ist sie eindeutig nicht. Es geht um alle vier Schwestern gleichermaßen. Warum man sich für diesen Titel entschieden hat, ist mir daher wirklich ein Rätsel. Ich werde deswegen bei meiner Bewertung aber selbstverständlich keinen Stern abziehen. Ich wollte es einfach nur mal erwähnt haben. Nein, dieser Buchschatz hat natürlich die volle Sternenzahl verdient!

Fazit: Endlich gibt es eine Marjolein Bastin-Schmuckausgabe von „Little Women“ und, hach, ich bin einfach nur ganz hin und weg von ihr. Sie ist so traumhaft schön gestaltet und dass das Buch sowohl den ersten als auch den zweiten Band enthält, hat mich unheimlich gefreut. Ich kann jedem nur ans Herz legen dieses Schmuckstück bei sich einziehen zu lassen. Für Klassikerliebhaber und Little Women-Fans ist es ein absolutes Muss und wer die Geschichten über die vier March-Schwestern noch nicht gelesen haben sollte, kann dies wunderbar mit dieser Ausgabe nachholen. Von mir gibt es nur zu gerne 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 14.08.2021

Turbulent, schräg, superwitzig! Ein herrlicher Lesespaß!

Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1
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Als ich das erste Mal von „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack und das ulkige Cover konnte ...

Als ich das erste Mal von „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack und das ulkige Cover konnte ebenfalls umgehend bei mir punkten. Die finnische Autorin Noora Kunnas war bisher völlig unbekannt gewesen. „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ sollte also mein erstes Buch von ihr werden.

Da die Eltern von Lilli und Mikko auf Geschäftsreise müssen, werden die Geschwister über die Sommerferien bei ihrem grauenhaften Onkel Jim abgeladen. Die Begeisterung der beiden hält sich sehr in Grenzen. Sie können ihren Onkel überhaupt nicht leiden – und er sie ebenfalls nicht. Onkel Jim hasst Kinder, sie machen in seinen Augen nur Dreck, Chaos und Ärger. Er hat sein Haus daher sorgfältig mit Abdeckfolie ausgelegt, nachts wird die Tür des Gästezimmers abgeschlossen, damit Lilli und Mikko nicht im Haus herumgeistern und zum Frühstück gibt es nur trockenes Knäckebrot. Na super. Das werden garantiert die schlimmsten Ferien aller Zeiten werden. Doch dann lernen die Geschwister die Nachbarin Flora Salmanteri kennen, die in dem Haus nebenan wohnt. Den beiden wird sehr schnell klar: Flora ist keine gewöhnliche alte Dame. Sie lebt mit einem sprechenden Hahn in Lederjacke und Glitzerboots zusammen und ist einfach nur total cool. Und das Frühstück bei ihr ist deutlich leckerer als bei Onkel Jim. Zudem besitzt sie einen 3D-Drucker, mit dem sie für ihren Freund Kapitän Holzbein-Vorsteen süße Mini-Piraten herstellt. Als Mikko aus Versehen eine komische Flüssigkeit über die Figuren verschüttet und diese daraufhin zum Leben erwachen, bricht in dem kleinen finnischen Städtchen Vammala das reinste Chaos aus. Und als wäre das Tohuwabohu, das die kleinen Piraten anrichten, nicht schon mehr als genug, sorgt dann auch noch der anstehende Blumenwettbewerb und ein Dieb für jede Menge Aufregung.

Dies war also mein erstes Werk aus der Feder von Noora Kunnas und es wird es ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein! Ich habe eindeutig mal wieder den richtigen Riecher gehabt – mir hat „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ unheimlich gut gefallen. Mich hat zwischen den Buchdeckeln einfach genau das erwartet, was ich mir erhofft habe: Ein turbulentes, superwitziges und wundervoll abgedrehtes Ferien-Detektivabenteuer voller skurriler Gestalten und origineller Illustrationen. Ich hatte tierisch viel Freude beim Lesen und habe das Buch für meinen Geschmack leider viel zu schnell beendet.

Für mich kam beim Lesen definitiv an keiner Stelle Langeweile auf. Vor allem die vielen verschiedenen Charaktere sorgen mit ihren ausgefallenen und teils etwas durchgeknallten Eigenarten für die allerbeste Unterhaltung. Ich zumindest habe mich prächtig über sie amüsiert und das Schmunzeln an vielen Stellen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.

Da hätten wir zum Beispiel Onkel Jim, der zwar ein mega unsympathischer Kerl ist, dessen Übellaunigkeit und Garstigkeit aber so schön überspitzt dargestellt wird, sodass er irgendwie trotzdem für eine richtig gute Stimmung sorgt.
Dann wäre da natürlich Flora Salmanteri, die eine verdammt coole Oma ist. Ich fand Flora einfach spitze. So eine tolle Nachbarin wie sie hätte ich auch gerne.
Mein heimlicher Star in dieser Geschichte ist allerdings Pedro, Floras sprechender Hahn. Ja, ihr habt richtig gelesen, ein sprechender Hahn. Wieso er die Menschensprache beherrscht, weiß Pedro selbst nicht. Er kann es eben einfach und da er nichts lieber tut als Reden und Singen, kommen wir Leserinnen im Verlauf des Buches in den Genuss von jeder Menge höchst vergnüglicher Hahnplappereien und Geträllere. Pedro ist aber nicht nur die reinste Quasselstrippe – er hat auch richtig Stil, hihi.
Den kauzigen Käpt'n Holzbein-Vorsteen fand ich aber auch herzallerliebst. Ach, mir haben einfach alle Charaktere wahnsinnig gut gefallen. Im Erschaffen von liebenswert-verrückten Figuren scheint die Noora Kunnas ein absolutes Händchen zu haben.

Die Geschwister Lilli und Mikko machen in diesem bunten und ungewöhnlichen Haufen noch einen recht normalen Eindruck. Großartig sind sie aber natürlich dennoch. Die beiden sind zwei ganz liebe und aufgeweckte Kinder, die man sofort ins Herz schließen muss.

Gemeinsam mit den Geschwistern und den Bewohnern von Vammala erlebt man als Leser
in eine überaus spaßige und aufregende Zeit, bei der unter anderem ein Blumenwettbewerb, lebendig gewordene Mini-Piraten, eine berühmte Sängerin und ein Diebstahl eine große Rolle spielen werden.
Mehr ins Detail gehen möchte ich dann auch eigentlich gar nicht – ich will schließlich nicht zu viel verraten. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass ihr das Buch gar nicht mehr aus der Hand mögt und es viel zu schnell durchgelesen haben werdet, da euch die Handlung so sehr mitreißt.

Zu dem flotten Lesetempo tragen dann auch die angenehm kurzen Kapitel sowie die kreative Aufmachung bei. Von den zahlreichen schwarz-weiß Illustrationen von Teemu Juhani bin ich ebenfalls ganz begeistert. Ob die kleineren Zeichnungen oder die ganzseitigen Bilder – allesamt sind sie mit viel Liebe und Humor gezeichnet und passen einfach nur perfekt zur Geschichte.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch, dass uns das Buch nach Finnland mitnimmt. Ich lese generell total gerne Bücher, die in Skandinavien spielen, allerdings hat es mich bisher überwiegend nach Schweden verschlagen und eher selten nach Finnland. Mich hat es daher wirklich sehr gefreut, dass das Setting in „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ eine finnische Kleinstadt ist. Die Schauplätze werden zudem zauberhaft beschrieben. Die Atmosphäre ist so schön sommerlich und die Erzählung sprüht nur so vor einmaligem finnischen Flair.

Das Ende ist recht abgeschlossen, sodass das Buch durchaus für sich alleine stehen könnte. Zum Glück handelt es sich hierbei aber nicht um einen Einzelband: Hinten auf der letzten Seite wird der zweite Band bereits angekündigt und für mich steht selbstverständlich fest, dass ich ihn lesen werde. Auf die Fortsetzung bin ich schon tierisch gespannt!

Fazit: Ein herrlicher Lesespaß voller guter Ferienlaune, Witz, Abenteuer und finnischem Charme!
Noora Kunnas ist mit „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ ein rundum gelungenes Kinderbuch ab 8 Jahren geglückt, mit welchem sie mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Die Geschichte ist so wunderbar schräg und lustig, sie ist fantasievoll, klasse illustriert und wird mit viel Tempo, Herz und Sprachwitz erzählt. Mir hat es ungeheuer viel Vergnügen bereitet Zeit mit den schrulligen Figuren in dem kleinen Städtchen Vammala zu verbringen und ich freue mich schon sehr auf mein Wiedersehen mit ihnen. Egal ob Jung oder Alt – ich kann „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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