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GabrieleMarina

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2021

Beeindruckende Geschichte

Ritchie Girl
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Ritchie Girl erzählt die Geschichte der amerikanischen Besatzungsoffizierin Paula Bloom, die nach neun Jahren nach Deutschland zurückkehrt. Die junge Frau ist die Tochter eines amerikanischen ...

Ritchie Girl erzählt die Geschichte der amerikanischen Besatzungsoffizierin Paula Bloom, die nach neun Jahren nach Deutschland zurückkehrt. Die junge Frau ist die Tochter eines amerikanischen Geschäftsmanns, der ihr in Berlin ein sorgenfreies Leben ermöglicht hatte. Dieses Leben war eine Lüge, wie Paula feststellen muss. Ihre Ausbildung im Camp Ritchie und ihre besonderen Kenntnisse über Kunst sowie die Fähigkeit deutsch zu sprechen bringen Paula zunächst nach Italien, später nach Frankfurt und Nürnberg. Sie wird mit der Aufgabe betraut, dem angeblichen Spion Johann Kupfer die Wahrheit zu entlocken.
Dieser Roman von Andreas Pflüger hat mich sehr beeindruckt. Es ist sehr deutlich zu erkennen, wie genau und umfangreich der Autor für dieses Buch recherchiert hat. Ich selbst habe diese im Roman behandelte Zeit nicht erlebt und habe einen Einblick in dieses grausame Kapitel deutscher Geschichte erhalten, der mich bei der Lektüre stark berührt hat. Die Gefühle der Protagonistin konnte ich sehr gut nachvollziehen. Andreas Pflüger lässt die Zeit, ihre Konflikte und die Personen des damaligen Lebens so lebendig werden, dass ich immer wieder atemlos innehalten musste, um das Ausmaß der Grausamkeiten und die Verherrlichung der Gewalt zu ertragen. Schuld und Scham sind ebenso Thema wie die Liebe und die unverständlichen Gründe für die Veränderung der Menschen in dieser Zeit. Hass und Gleichgültigkeit gegen Andere waren an der Tagesordnung und in all diesem Gewimmel versucht Paula Bloom, einen Weg zu finden, den sie gehen kann. Die große Liebe zu verlieren, eine tiefe Freundschaft zu finden und Menschen so zu akzeptieren wie sie sind - all das findet sich in diesem großartigen Roman, der sicher nicht einfach zu lesen war - der aber einen wirklichen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich werde dieses Buch sicher noch ein weiteres mal lesen und gebe 5 Sterne sowie eine unbedingte Empfehlung für Leser, die sich für die Wahrheiten der Geschichte interessieren.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Ein echter Politthriller

Russische Botschaften
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Merle Schwalb ist Journalistin beim Berliner Globus und daran gewöhnt, über Extremisten zu berichten. Bei der Recherche für ihren neuesten Artikel stolpert sie über einen unbekannten Toten, der vom Balkon ...

Merle Schwalb ist Journalistin beim Berliner Globus und daran gewöhnt, über Extremisten zu berichten. Bei der Recherche für ihren neuesten Artikel stolpert sie über einen unbekannten Toten, der vom Balkon fiel. Merle forscht nach und erfährt, dass es sich bei dem Toten um einen russischen Agenten handelt, der wegen brisanter Informationen sein Leben gelassen hat. Die Spur führt Merle Schwalb zu den Clans in Berlin. Als sei erkennt, dass diese Nachforschungen für sie allein eine Nummer zu groß sind, verbündet sie sich mit ihren Kollegen von der Norddeutschen Zeitung - eigentlich die ungeliebte Konkurrenz. Es dauert nicht lange bis die Recherchen auffallen.

In diesem Thriller geht es um Politik, die Lancierung von Informationen, der Verbreitung falscher News und die brillante und mutige Recherchearbeit der Journalistin Merle Schwalb. Dem Autor gelingt es, eine sehr realistische Situation aufzuzeigen, bei der die Atmosphäre dem Leser eine leichte Gänsehaut spüren lässt. Berlin als Schauplatz für Spionage und die Clans im Milieu sind sehr gut gewählt.

Yassin Musharbash lässt seine eigenen Erfahrungen als Journalist einfließen, dadurch wirkt der Thriller authentisch. Der Schreibstil gefällt mir gut, die Spannung beginnt mit den ersten Seiten und begleitet die Geschichte bis zum Ende. Das Thema journalistische Arbeit, um Wahrheiten ans Licht zu bringen und die Aufdeckung gefährlicher Hintergründe sind ansprechend erfasst. Die Protagonistin deckt die Identität des unbekannten Mannes auf - und der Ärger beginnt.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ein Thriller mit einem brandaktuellen Thema. Ich gebe 5 Sterne und eine Empfehlung für Leser, die Thriller mögen, bei denen man ein wenig mitdenken und die Informationen zu einem Gesamtbild zusammen setzen muss.

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Veröffentlicht am 14.08.2021

Interessante Entscheidungssituation

Dreieinhalb Stunden
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Am 13. August 1961 verlässt der Interzonenzug D-151 München in Richtung Ost-Berlin. An Bord befinden sich viele Menschen mit unterschiedlichem Lebenshintergrund und Zielen. Eine Ost-Band, nach ...

Am 13. August 1961 verlässt der Interzonenzug D-151 München in Richtung Ost-Berlin. An Bord befinden sich viele Menschen mit unterschiedlichem Lebenshintergrund und Zielen. Eine Ost-Band, nach ihrem ersten Auftrag im Westen auf dem Rückweg in die Heimat, Ein Ehepaar mit der Urne des verstorbenen Bruders, dessen letzter Wunsch es war, in Dresden begraben zu werden. Eine junge Frau, die ihrem Gatten nicht die ganze Wahrheit sagt, eine Hochleistungssportlerin und auch noch die Lokführerin, die den Zug nach der Grenze übernehmen soll. Plötzlich geht im Zug das Gerücht um, die Grenze soll verschlossen werden - obwohl doch Walter Ulbricht noch im Juni verkündet hatte, es gäbe keine Absicht, eine Mauer zu bauen.

Nun haben die Passagiere dreieinhalb Stunden Zeit für die Entscheidung, den Zug zu verlassen und ein neues, anderes Leben im Westen zu beginnen oder in die neue Ungewissheit des Ostens zu fahren.

Der Autor beschreibt in seinem Roman die Protagonisten in wechselnder Folge, so dass man als Leser nicht wirklich ein Beziehung zu den Personen und ihrer Entscheidungsfindung bilden kann. In relativ kurzen Kapiteln gelingt es Robert Krause jedoch, die Situation, in der sich die Reisenden befinden an sich sehr gut darzustellen. Die Ungläubigkeit, der Versuch mittels eines alten reparaturbedürftigen Radios Gewissheit zu erlangen und auch der Wechsel zu den Meldungen der Volkspolizei sorgen für eine gewisse Spannung. Eine Entscheidung für das ganze zukünftige Leben zu fällen, stelle ich mir unsäglich schwierig vor - dieser Roman zeigt genau dieses. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und beschreibt gut detailliert. Die Idee, in einem Zug von der Entscheidung für ein neues Leben fällen zu müssen, hat mich sehr fasziniert, denn die Protagonisten bewegen sich immer mehr auf den Moment der Entscheidung zu. Ich gebe diesem Roman 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Gute Ermittlerarbeit

Die Chiffre
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Die Chiffre ist der zweite Thriller mit dem Kryptologen Arne Stiller, der es mit seinen Kollegen und Vorgesetzten nicht ganz leicht hat.

In diesem Thriller tüftelt der Spezialist an einem kryptischen ...

Die Chiffre ist der zweite Thriller mit dem Kryptologen Arne Stiller, der es mit seinen Kollegen und Vorgesetzten nicht ganz leicht hat.

In diesem Thriller tüftelt der Spezialist an einem kryptischen Gedicht, das der Täter in Pseudolatein verfasst hat. Arne Stiller findet gemeinsam mit seiner Kollegin Inge den Bezug zu einem alten Fall. Inge gerät selbst in Gefahr, als sie bei den Recherchen über den Tod eines Musikers und einer Künstlerin dem Täter begegnet, ohne es zu wissen.

Die am Tatort hinterlassenen Nachrichten kann Arne Stiller nach und nach entschlüsseln und nach einer interessanten Zusammensetzung der Puzzleteile und einem Wettlauf gegen die Zeit seine Kollegin retten und den Täter stellen.

Dieser Thriller von Elias Haller zeigt die unterschiedlichen Möglichkeiten der Polizeiarbeit auf und bringt dem Leser die Kryptologie erneut auf spannende Weise nahe. Sowohl die Ermittlungen als auch die persönliche Situation des Protagonisten werden von Elias Haller so nachvollziehbar beschreiben, dass man als Leser das Gefühl hat, dabei zu sein.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Konflikte des Kryptologen Arne Stiller werden pointiert dargestellt. Der Spannungsbogen zieht sich konstant durch das ganze Buch, am Schluss überrascht der Autor mit einer Lösung, die so nicht zu erahnen war.

Mit Arne Stiller hat Elias Haller einen Protagonisten erschaffen, der seinen eigenen Weg mit Erfolg geht, das gefällt mir sehr gut. Ich gebe diesem Buch 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.08.2021

Spannend und interessant geschrieben

Pirlo - Gegen alle Regeln
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Dieser Justiz-Krimi von Ingo Bott, selbst ein angesehener Strafverteidiger, führt den Leser nach Düsseldorf zu einem spannenden Fall und direkt ins Leben des in Ungnade gefallenen Anwalts Anton Pirlo. ...

Dieser Justiz-Krimi von Ingo Bott, selbst ein angesehener Strafverteidiger, führt den Leser nach Düsseldorf zu einem spannenden Fall und direkt ins Leben des in Ungnade gefallenen Anwalts Anton Pirlo. Nachdem er aus der Kanzlei gemobbt wurde, für die er großer Erfolge erzielt hatte, versucht er die erlittene Niederlage im Alkohol zu ertränken. Schon bald jedoch ereilt ihn ein Auftrag - sein ehemaliger Professor und Mentor, bittet ihn eine Frau zu vertreten, die beschuldigt wird, ihren gewalttätigen Ehemann ermordet zu haben. Ihm zur Seite steht die junge Anwältin Sophie Mahler. Pirlo braucht einen Sieg und widmet sich dem fast aussichtslosen Fall. Wie schon zu ahnen ist, deckt der Strafverteidiger schon bald ungeheuerliche Dinge auf.
Der Autor hat mit Pirlo einen Protagonisten geschaffen, der charismatisch, ungewöhnlich und brillant in seiner Arbeitsweise ist. Die Charaktere sind wirklich sehr gut vorstellbar, auch die familiären Hintergründe von Pirlo und seiner Anwaltskollegin Sophie werden sehr gut in die Geschichte und die Ermittlungen eingebaut. Düsseldorf als Handlungsort gefällt mir gut, man hat das Gefühl dabei zu sein.
Der Schreibstil des Autors ist locker und angenehm zu lesen, die Kapitel haben eine gute Länge und sind mit hilfreichen Überschriften und Zeiteinteilungen versehen. Der Spannungsbogen beginnt mit dem Prolog bereits interessant und lässt während der gesamten Geschichte nicht nach, obwohl Ingo Bott durchaus humorvoll schreibt. Der juristische Hintergrund ist gegeben, dieser erste Fall als nun selbständiger Strafverteidiger Pirlo macht Lust auf mehr. Besonders der mutige Anfang mit einer Wohnzimmerkanzlei hat mir gefallen. Das Cover und der Titel passen sehr gut zur Story, die Ähnlichkeit des Protagonisten mit dem Autor ist wohl gewollt. Es ist wie der Autor schreibt: Ich bin nicht Pirlo, ich kenne ihn aber ganz gut. ich hoffe, dass Ingo Bott dieses Wissen bald in einem neuen Roman mit seinen Lesern teilt. Gern gebe ich diesem Buch 5 Sterne.

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