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Veröffentlicht am 13.09.2021

Nichts ist wie es scheint

Tod am Canal Grande - Ein Fall für Jackie Dupont
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Nach Monaco und London treffen wir Jackie und Kit (Christopher) nun in Venedig an. Er logiert beim britischen Botschafter, wie das damals anscheinend wohl üblich war. Nach einer Abendgesellschaft zeigt ...

Nach Monaco und London treffen wir Jackie und Kit (Christopher) nun in Venedig an. Er logiert beim britischen Botschafter, wie das damals anscheinend wohl üblich war. Nach einer Abendgesellschaft zeigt er einer neu in Venedig angekommenen, früheren Bekannten, Mitzy, sein gerade zu Ende restauriertes Gemälde in einer Kirche.

Am nächsten Tag fehlt von Mitzy aber jede Spur - dafür ist Jackie eingetroffen, auf der Suche nach demjenigen, der eine Liste mit Namen weiterer Spione gestohlen hat. Diese sind verängstigt. Ihr Leben steht auf dem Spiel, denn über ihr Doppelleben weiss kaum jemand Bescheid.

Jackie und ihr Onkel Daniel, der ebenfalls in Venedig weilt, machen sich auf die Spur dieses "Superspions". Kit muss sich derweilen mit der Botschafterfamilie und dessen Gästen beschäftigen, was ihn langweilt, doch da muss er durch. Gefährlich wird es für ihn noch früh genug!

In "Tod am Canal Grande" lässt Eve Lambert die Leser manchmal hinter Jackies taffe Fassade blicken - und in eingeschobenen Rückblicken ihres Onkel erfährt man wie das mit Diana aka Jackie gewesen sein könnte. Doch nicht nur was ihr Dasein betrifft, auch für diesen dritten Band gilt: Nichts ist wie es scheint.

Geschickt webt die Autorin viele verschiedene Fährten mit ein, die manchmal ins Off laufen, manchmal aber auch Dinge enthüllen, die vielleicht nicht immer direkt für den Fall, aber auch sonst äusserst interessant sind.

Erneut hat Eve Lambert einen höchst unterhaltenden Kriminalroman vorgelegt. Kit ist wie immer mein Lieblingscharakter. Doch auch die anderen Beteiligten haben etwas in sich, niemandem will man wirklich trauen. Onkel Daniel nun kennen zu lernen, war aufschlussreich. Die Briten kommen bei ihm nicht so gut weg, seine Kommentare machen einfach Spass - solange man selbst nicht zu der britischen Aristokratie gehört

Dieser dritte Band ist derjenige, der am meisten neugierig auf den nächsten Band macht, denn Kit und Jackies Privatleben nimmt Form an, im wahrsten Sinne des Wortes. Da kann man nur gespannt sein, wie es mit den beiden weiter geht.

Fazit: Wieder super gerne und viel zu schnell ausgelesen!
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Die Hacienda in Ecuador

Das Parfum der Liebe
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Zum 175jährigen Jubiläum hat der Droemer Knaur Verlag sechs Jubiläums-Ausgaben gedruckt, allesamt Kurzromane von ihren Stamm-Autor*innen und als "Sehnsuchtsromane" beschrieben.

Einer davon sprach mich ...

Zum 175jährigen Jubiläum hat der Droemer Knaur Verlag sechs Jubiläums-Ausgaben gedruckt, allesamt Kurzromane von ihren Stamm-Autor*innen und als "Sehnsuchtsromane" beschrieben.

Einer davon sprach mich sofort an, Hannah Caspians "Das Parfum der Liebe". Dieser Kurzroman spielt im Jahr 1904, knapp 120 Jahre vor unserer Zeit - und spielt somit 55 Jahre nach der Verlagsgründung.

Die Autorin nimmt uns mit nach Ecuador, ein eher seltenes literarisches Reiseziel, und bringt den Leserinnen die farbenprächtige ecuadorianische Pflanzenwelt den Leserinnen näher.

Auf der Reise durch Südamerika begleitet Viola ihren Onkel, der als Apotheker nach seltenen Pflanzen sucht, und hat die Aufgabe übernommen, diese Blumen zu zeichnen. An einem Abend lernt sie Adrian kennen, ein Parfümhersteller - die beiden sind anfangs gar nicht gut aufeinander zu sprechen, doch bald ist Adrian fasziniert von der mutigen und begabten Viola. Die damaligen gesellschaftlichen Zwänge machen es ihnen aber nicht leicht aufeinander zuzugehen, zu viele Hindernisse stehen vorerst zwischen ihnen.

Hannah Caspian schafft es, auf wenigen Seiten (128) eine vollständige Geschichte mit interessanten Charakteren zu erzählen. Es fehlt nichts und man hat auch nicht das Gefühl, dass etwas zu kurz kam. Ausser dass man die Reise der Beteiligten am liebsten noch viel länger verfolgen würde, denn die ist spannend aufgebaut.

Fazit: Eine schöne Geschichte über zwei junge Gleichgesinnte.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Aufwühlender Fall für Mags, aber oberflächlich

Je lauter der Sturm
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Mags und Sam haben sich endlich getraut, sprich geheiratet, allerdings nicht mit einem grossen Fest, sondern still und leise, bevor sie nach Belize flogen. Miss Clara ist wie das ganze Dorf Rosehaven enttäuscht, ...

Mags und Sam haben sich endlich getraut, sprich geheiratet, allerdings nicht mit einem grossen Fest, sondern still und leise, bevor sie nach Belize flogen. Miss Clara ist wie das ganze Dorf Rosehaven enttäuscht, aber da scheint noch mehr zu sein, denn Miss Clara ist ganz anders als sonst. Genau wie Jim. Ob das etwas mit der alten Geschichte zu tun hat, mit dem verschwundenen Junge, der in Mags neu gekauftem Cottage lebte?

Als dessen Schwester noch einmal noch Rosehaven kommt, stirbt plötzlich ein Mann und zwei weitere Männer verschwinden. Was ist bloss los?

In diesem sechsten Band ist für einmal alles ein wenig anders. Miss Clara ist komisch drauf, ebenso Jim. Eric scheint irgendetwas zu verheimlichen und Mary misstraut jedem. Und für einmal begibt sich nicht Mags, sondern Sam in Gefahr.

Die Geschichte wirkt leider ein wenig oberflächlich, auf 247 Seiten hat allerdings auch nicht viel mehr Platz. Alle Charaktere sind aufgewühlt, doch keiner bekommt in diesem Band die Chance, dies genauer und tiefgründiger zu erklären. Dies empfand ich als Manko.

Einiges wird sicher im nächsten Band weiter erzählt, aber wahrscheinlich - wenn ich mir die Entwicklung der bisherigen Bände ansehe - auch nur in einigen Nebensätzen abgehakt. Das ist sehr schade. Vielleicht müsste man einige Bände am Stück nacheinander lesen, um zu sehen, ob dies nur mein aktueller Eindruck ist oder ob es sich tatsächlich durch die Reihe zieht.

Immerhin muss man auf den nächsten Band, den siebten, nur einen Monat warten, da ist der Abstand nicht so lang wie bei den bisherigen Fällen.

Fazit: Angenehm erzählter, aufwühlender, aber leicht oberflächlicher Fall für Mags.
Knappe 4 Punkte.

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Veröffentlicht am 30.06.2021

Kaum Herbarium, aber viele neue Freunde

Wildblütenzauber
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Anders als der Klappentext verlauten lässt, geht es im Roman erst gegen Ende um den Nachlass von Sarahs Mutter. Das Herbarium hingegen spielt gar keine Rolle - man hätte es auch weglassen können. Ich war ...

Anders als der Klappentext verlauten lässt, geht es im Roman erst gegen Ende um den Nachlass von Sarahs Mutter. Das Herbarium hingegen spielt gar keine Rolle - man hätte es auch weglassen können. Ich war nämlich sehr neugierig deswegen, aber es ging um alles andere, nur leider nicht um ein altes Herbarium.

Und dies, obwohl Sarahs Mutter viel mit frischen und getrockneten Kräutern arbeitete. Ihre Tees, ihr Hustensirup und anderes sind den beiden jungen Frauen, Sarah und Doreen, noch bestens in Erinnerung. Doreen ist Sarahs beste Freundin, und fast ein bisschen wie eine Schwester für sie. Doreen kümmert sich liebevoll um Sarah, die vom Unfalltod ihrer Mutter überrascht wurde und nun verständlicherweise stark trauert.

In der Geschichte geht es neben der ganzen Trauerbewältigung um Sarahs Wunsch umzuziehen. Soll sie ins Haus ihrer Mutter ziehen, in die Nähe von Doreen, in eine Wohnung, in ein Haus, und falls ja, in welches?

Dabei lernt sie neue Menschen kennen, die vielleicht bald zu Freunden werden könnten. Mandy aus dem "Brombeerzimmer" etwa, Konstantin, Doreens Nachbar Bernd, aber auch Leonie mit ihrem Vater Florian oder Ruth. Spannend empfand ich dabei, wie einige sehr unterschiedliche Charaktere miteinander harmoniert haben und auf der anderen Seite sich einige der Figuren weiter entwickelt, fast schon ein anderes Gesicht gezeigt haben.

Den Roman hatte ich schnell ausgelesen. Einerseits weil er "nur" 304 Seiten aufweist, andererseits weil der Schreibstil von Anne Töpfer (bekannt auch als Anne Barns und Andrea Russo) wie immer so gefällig und flüssig zu lesen ist.

Die Handlung erschien mir aber nicht so perfekt durchdacht, wie in ihren anderen Romanen. Es waren mir zu viele Themen nur angerissen. Am besten war die Trauer- und Freundeskreis-Thematik ausgearbeitet. Bei der Herbarium- und Erbsache und der Häuserfrage hätte es aber noch mehr Seiten gebraucht, um alles stimmig rüber zu bringen. Das ging mir alles zu schnell und war mir zu wenig intensiv.

Fazit: Netter und ruhiger Roman für Zwischendurch.
Knappe 4 Punkte.

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Veröffentlicht am 24.06.2021

Picasso nahm nicht nur ihre Hand

Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe
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Von Dora Maar hab ich nie bewusst als eigenständige Künstlerin gehört, mir war sie immer nur im Zusammenspiel mit Pablo Picasso begegnet. Höchste Zeit also für einen Roman, der uns das Leben der Fotografin ...

Von Dora Maar hab ich nie bewusst als eigenständige Künstlerin gehört, mir war sie immer nur im Zusammenspiel mit Pablo Picasso begegnet. Höchste Zeit also für einen Roman, der uns das Leben der Fotografin und Malerin in "Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe" näher bringt.

Aufgewachsen in Bueno Aires und zurück in Paris, wo sie geboren ist, studierte Dora erst Fotografie und Malerei. Später arbeitet Dora eng mit Man Ray und Paul Elouard zusammen und lernt dabei Pablo Picasso kennen. Es ist von Anfang an eine gefährliche, flammende Beziehung und auch wenn Dora wusste, dass Picasso nur mit seiner Kunst verheiratet war, die Kunst das einzig Stabile in seinem Leben ist und seine Frauenbeziehungen kommen und gehen, konnte sie am Ende doch nicht wirklich gut damit umgehen.

Nach acht intensiven Jahren an der Seite von Picasso ähnelt Dora am Beziehungsende zeitweise ihrer krankhaft eifersüchtigen Mutter Julie. Wie schon viele berühmte Künstlerinnen vor ihr bleibt auch Dora ewig im Schatten ihres Geliebten - kommt dem Wahnsinn sehr nahe, aber grad noch knapp vorbei.

Diese zwei Gesichter der Dora Maar zeigt uns Autorin Bettina Storks in diesem Roman ganz genau: auf der einen Seite das Bewusstsein, nie Nummer eins, nicht die erste und letzte Frau im Leben Picassos zu sein und dennoch als starke Frau und Künstlerin da zu stehen. Auf der anderen Seite das Dunkle der Depression, die Dora befiel, als sie merkte, dass es nun tatsächlich so weit ist und Françoise Gilot nicht nur eine Affäre ist, sondern Doras Nachfolge an Picassos Seite antrat.

Er ist der Leuchtturm, allen anderen schenkt er kurz mal sein Licht. Picasso nahm nicht nur Doras Hand, der Egomane wollte die ganze Dora Maar, jedenfalls solange er sie als Muse sah und sie nicht teilen musste mit ihrer Kunst. Dass Dora ihn künstlerisch weit brachte, indem sie zum Beispiel sein Jahrhundertwerk "Guernica" fotografisch begleitete, las ich mit grossem Interesse.

Doch die Autorin hat nicht nur Dora Maars Leben und ihre Beziehung mit Picasso eindrücklich porträtiert, sondern auch die Kriegszeit in Paris geschildert. Viele Künstler haben Paris in dieser Zeit verlassen, nur wenige sind geblieben oder zurück gekommen, so wie Picasso und Dora Maar, so dass man bisher nicht viel "Augenzeugenberichte" zu lesen bekam. Storks beschreibt, wie Picasso ausser einem Ausstellungsverbot nicht viel von den Besatzern merkte, sein ausschweifendes Leben beibehielt und im Gegensatz dazu, andere sich darum kümmerten, dass "entartete" Kunst versteckt werden konnte und nicht alle Gemälde geraubt werden konnten. Wer davon mehr lesen möchte, kann dies in Storks Roman "Leas Spuren" tun.

Später im Roman berichtet die Autorin von Dora Maars Jahren in Ménerbes - sehr gut gefallen hat mir, wie sie am Ende im Epilog nochmals mit besonderen Augen kurz darauf zurückblickte.

Nun, nach der Lektüre von "Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe", mag ich Picasso noch weniger, werde aber bewusster nach Doras Einfluss in seinem Werk schauen und ebenso nach Doras Kunst Ausschau halten.

Fazit: Lebendig geschriebener Einblick in eine aussergewöhnliche Liebe, die mit Haut und Haar gelebt wurde.
4 Punkte.

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