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Veröffentlicht am 04.06.2017

Glückssterne

Glückssterne
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Josefine Sonnenthal ist Anwältin und hat von dem Verlauf ihres Lebens genaue Vorstellungen. Als erstes die Karriere, dann die Heirat mit Justus und später, irgendwann einmal, auch Kinder. Doch ihrem Glück ...

Josefine Sonnenthal ist Anwältin und hat von dem Verlauf ihres Lebens genaue Vorstellungen. Als erstes die Karriere, dann die Heirat mit Justus und später, irgendwann einmal, auch Kinder. Doch ihrem Glück mit Justus steht ausgerechnet ein Ring im Weg. Ein altes Erbstück, und Josefine soll diesen am Tag ihrer Heirat tragen, damit ihre Ehe glücklich wird. Ein alter Aberglaube ihrer Familie, doch Josefine möchte ihre Großmutter, der sehr viel an dieser Tradition liegt, nicht enttäuschen.

Dann verschwindet plötzlich ihre Cousine Charlie mit einem Straßenmusiker nach Schottland – mit dem Ring, und ohne Ring keine Heirat. So bleibt Jo keine andere Wahl und sie muss ihrer Cousine folgen und den Ring zurückholen. Die schottischen Highlands haben neben Regen noch weitere Unannehmlichkeiten für Jo. Doch egal was passiert, fast jedes Mal hat sie ihren Retter in der Not, Konditor Aidan. Plötzlich steht ihre komplette Lebensplanung Kopf.

Mit viel Humor und schottischer Gelassenheit ist dieser Roman von Claudia Winter einfach hinreißend. Sofort schließt der Leser Jo und ihre beiden Großtanten Li und Bri, welche Jo auf ihrer Suche nach dem Ring begleiten, ins Herz. Ebenso wie im Laufe der Geschichte auch Aidan. Jos langsame Entdeckung der Schönheit Schottlands und ihre Veränderung begleitet der Leser mit.

Claudia Winters Schreibstil ist flüssig und locker. Natürlich hat auch dieser Liebesroman alle Zutaten, die der Leser von diesem Genre erwartet. Die Autorin erzählt mit diesen Zutaten eine traumhafte Geschichte mit Wendungen, die nicht immer so leicht vorhersehbar sind.

Als besonderer Leckerbissen warten am Ende des Buches die Rezepte zu den im Buch vorkommenden Leckerbissen. Natürlich mit den „Glückssternen“, die dürfen auf keinen Fall fehlen.

„Glückssterne“ ist eine leichte Lektüre, welche es schafft, ein romantisches Kopfkino laufen zu lassen. Man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und, wie alle guten Bücher, war es leider viel zu schnell vorbei.

Mehr Rezensionen gibt es auf www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 16.04.2017

AchtNacht

AchtNacht
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Wer hat nicht schon mal einer anderen Person den Tod gewünscht? Jetzt kann man sich diesen Wunsch erfüllen. Denn es gibt die „AchtNacht“. Am 8. August um 20.08 Uhr wird unter all den eingereichten Vorschlägen ...

Wer hat nicht schon mal einer anderen Person den Tod gewünscht? Jetzt kann man sich diesen Wunsch erfüllen. Denn es gibt die „AchtNacht“. Am 8. August um 20.08 Uhr wird unter all den eingereichten Vorschlägen ein Name gezogen. Diese Person soll von den Jägern gefangen werden. Selbst, wenn ein Jäger diese Person tötet, geht er straffrei aus. Bei einem Kopfgeld von 10 Millionen Euro ist die Versuchung groß, sich als Jäger zu registrieren. Was als ein massenpsychologisches Experiment beginnt, verselbstständigt sich immer mehr und ist nicht mehr aufzuhalten.

In Sebastian Fitzeks „AchtNacht“ wurden die Namen von Ben und Arezu gezogen und beide somit zu Gejagten. Sie wissen nicht, wer sie für diese Todeslotterie nominiert hat. Ben und Arezu kennen sich noch nicht mal, treffen im Laufe der Geschichte aber aufeinander und versuchen, ihrem Tod zu entkommen. Merkwürdigerweise kommen beide aus Berlin – Zufall?

Dieses Buch zeigt auf, wie weit der Mensch bereit ist zu gehen, wenn ein so hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Ab wann wird der einzelne, vernünftig denkende Mensch zu einem Teil des Schwarmes, der nur noch den Tod des Gejagten möchte? Weitere menschliche Abgründe werden sich im Laufe der Geschichte noch auftun.

Dank der sozialen Medien und der modernen Technik ist es für jeden Jäger einfach, den Spuren von Ben und Arezu zu folgen. In Gruppen machen sie sich auf den Weg, um sich das Geld zu verdienen. Die Masse stachelt sich gegenseitig auf. Unwahrheiten durchziehen das Internet und werden durch die ständige Wiedergabe doch irgendwann als Wahrheit angenommen. Dadurch kann das Experiment als gelungen betrachtet werden.

Genau wie dieser Roman. Der Autor schaffte es auch diesmal, die Geschichte so spannend und real zu schildern, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Viele Wendungen und falsche Hinweise sorgen dafür, dass die Spannung die ganze Zeit auf hohem Niveau bleibt. Getrieben von der Unruhe, endlich hinter das Geheimnis von „AchtNacht“ zu kommen, fliegt der Leser förmlich durch das Buch. Der gute Schreibstil unterstützt dies.

Auch die Schilderungen von drastischen Situationen wird nicht unnötig grauenhaft beschrieben. Nur, was wirklich für die Geschichte notwendig ist, wird dem Leser mitgegeben. Sebastian Fitzek spricht das Emotionale des Lesers mit dieser Geschichte direkt an. Sofort ist man auf der Seite von Ben und Arezu und möchte sie förmlich anfeuern, ihren Verfolgern zu entkommen und das Rätsel um „AchtNacht“ zu lösen.

Das Buch zieht den Leser förmlich in seinen Bann und lässt ihn nachdenklich zurück. Was würde ich tun, wenn mein Name gezogen würde? Wenn es ein anderer Name wäre, würde ich mit auf die Jagd gehen? Würde es die Masse schaffen, mich in den Mob mit hineinzuziehen?

Am Ende kann ich sagen: Genial geschrieben. Wer gerne Thriller liest, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Natürlich gibt es auch wieder eine Internetseite zum Buch.

Besuch mich auch auf www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 12.02.2017

Was wir getan haben

Was wir getan haben
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Katie, Luke und Nick waren noch Kinder, als etwas Schreckliches geschah. Ihr Leben würde nach diesen Geschehnissen am Fluss ein anderes sein. Überschattet von einem düsteren Geheimnis, versuchen alle drei, ...

Katie, Luke und Nick waren noch Kinder, als etwas Schreckliches geschah. Ihr Leben würde nach diesen Geschehnissen am Fluss ein anderes sein. Überschattet von einem düsteren Geheimnis, versuchen alle drei, ihr Leben weiterzuleben und zu vergessen.

Dreißig Jahre später verschwindet Luke. Katie bekommt einen toten Vogel per Post zugesandt. Scheinbar weiß jemand, was sie getan haben. Was hat dieser Unbekannte mit ihnen vor?

Dem Autorenduo Karen Gillece und Paul Perry ist ein spannender Roman gelungen. Abwechselnd wird die Geschichte von Nick und Katie – jeweils in der „Ich-Form“ – erzählt. Daneben gibt es vereinzelte Rückblicke in das Jahr 1982 – das Jahr, in dem ES geschah. Hier wird in der dritten Person aus der Sicht von Nicks Mutter Sally als Hauptprotagonisten geschrieben.

Lange schwebt die Frage nach den damaligen Geschehnissen unbeantwortet über der Handlung. Erst nach und nach bekommt der Leser Gewissheit über das, was die drei Kinder damals erlebt haben.

Die Geschichte fesselt den Leser ans Buch, und man kann es einfach nicht weglegen. Die Gefühle der Figuren kommen intensiv beim Leser an, so als säßen Nick und Katie einem direkt gegenüber. Die Wendungen der Geschichte geben immer wieder eine neue Sichtweise auf das, was geschah.

Genau das ist auch die Frage, mit der das Buch den Leser zurück lässt. Was ist Wahrheit und was macht die Erinnerung aus der Wahrheit? Gibt es überhaupt nur eine Wahrheit? Die Geschichte ist einfach genial und zählt bereits jetzt zu meinen Favoriten des Jahres 2017.

Mehr Rezensionen unter www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 05.02.2017

ZERO – Sie wissen, was du tust

ZERO - Sie wissen, was du tust
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Dank Freemee kann jeder Freemee-Nutzer sein Leben verändern. ActApps helfen bei Ernährung, Sport, Schule und vielem mehr. Also eine schöne neue Datenwelt? Dank Smartwatches, Smartphones und Datenbrillen ...

Dank Freemee kann jeder Freemee-Nutzer sein Leben verändern. ActApps helfen bei Ernährung, Sport, Schule und vielem mehr. Also eine schöne neue Datenwelt? Dank Smartwatches, Smartphones und Datenbrillen weiß Freemee alles über seinen Nutzer und gibt Tipps für alle Lebenslagen. Hält sich der Nutzer daran, erhöht sich sein persönlicher Wert.

Doch ist Freemee wirklich harmlos und eine echte Hilfe bei Problemen? Als ein Jugendlicher durch eine Datenbrille einen gesuchten Verbrecher entdeckt, begibt er sich auf Verfolgungsjagd. Diese bezahlt er mit seinem Leben. Aber was kann schon Freemee dafür? Der Mensch ist doch frei in seiner Entscheidung, oder?

ZERO macht mit Videos darauf aufmerksam, was die Datensammlungen von Freemee und anderen bekannten Programmen anrichten und welche Macht diese durch die gesammelten Daten haben. Journalistin Cynthia Bonsant erhält den Auftrag, herauszufinden, wer hinter ZERO steckt. Doch je näher sie ZERO kommt, desto gefährlicher wird die ganze Angelegenheit auch für sie.

Der Roman ZERO von Marc Elsberg spielt nicht in einer nahen Zukunft. Er spielt im Heute – oder vielleicht auch schon im Gestern, denn die Geschwindigkeit, mit denen sich die Technik ändert, ist rasant. Während sich die Journalistin erst mit den aktuellen technischen Möglichkeiten vertraut machen muss, gehört ihre Tochter zu den eifrigen Nutzern und Befürwortern von Freemee. Sie ist sich auch der Risiken bewusst. Beide Figuren stehen hier für die unterschiedlichen Meinungen, die man über die ganze Technologie haben kann.

Überall beobachten Kameras das Geschehen. Smartwatches und Smartphones bestimmen den Alltag. In Echtzeit übertragen Menschen ihre Mitteilungen in das Internet. Jeder ist ein Reporter geworden und lässt andere Menschen an seinen Erlebnissen teilhaben. Niemand kann sich dem entziehen.

Die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und der Schreibstil ist flüssig. Der Leser fliegt förmlich durch das Buch und erkennt wohl auch den ein oder anderen eigenen (?) Gedanken und wieder. In einem Glossar am Ende des Buches werden die wichtigsten Begriffe erklärt.

Es ist eines der Bücher, die einen auch nach dem Lesen nicht loslassen. Der Leser sollte im Anschluss den Text „Macht und Wert“ am Ende des Buches lesen. Dieser packende Roman verursacht schon alleine dadurch eine leichte Gänsehaut, dass er aufzeigt, wer schon heute was über uns weiß und wie leicht der Mensch doch beeinflussbar ist.

Gehören meine Gedanken wirklich noch mir? Sind es überhaupt noch meine Gedanken oder soll ich nur glauben, dass sie es sind? Weiß ein Computer-Programm mehr über mich als ich selbst? Wird man nun paranoid, nur weil man diese Gedanken hat? Viele Fragen bleiben.

Für den ein oder anderen Leser mag die Geschichte erst mal ein Schreck sein, doch sie ist ein Abbild der heutigen Wirklichkeit. Vi, die Tochter der Journalistin, sagt dazu einige interessante Sätze, die ich natürlich hier nicht verraten werde. Lest das Buch und ihr werdet verstehen, was ich meine.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Blanvalet-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Veröffentlicht am 29.01.2017

NOW – Du bestimmst, wer überlebt

NOW Du bestimmst, wer überlebt.
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In der nahen Zukunft regelt der intelligente Algorithmus NOW das Leben der Menschen. Ein Mensch muss sich keine Gedanken mehr um Kleidung, Nahrung oder Gesundheit machen. Darum kümmert sich NOW mit seinen ...

In der nahen Zukunft regelt der intelligente Algorithmus NOW das Leben der Menschen. Ein Mensch muss sich keine Gedanken mehr um Kleidung, Nahrung oder Gesundheit machen. Darum kümmert sich NOW mit seinen Robotern und Drohnen in allen Größen und für alle Lebenslagen. Alles ist untereinander vernetzt. Umweltverschmutzung gibt es nicht mehr, die Natur hat sich erholt. Es geht allen gut. Niemand muss arbeiten, jeder kann seinen Neigungen entsprechend sein Leben leben. Klingt nach einem Paradies? Für ein Prozent der Weltbevölkerung ist es das auch.

Die restlichen Menschen müssen jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Ihre Welt versinkt im Chaos. Alles, was vor NOW durch Computer geregelt wurde, funktioniert nicht mehr. Ein Reset in ein Leben hunderte Jahre zurück. Was diese Veränderung aus einem Menschen machen kann, zeigt die Geschichte.

Die Geschichte wird nicht linear erzählt. Es gibt Zeitsprünge in die Zeiten vor und nach NOW, sowie verschiedene Handlungsstränge. Spark, der Sohn des Miterfinders von NOW, Mitch, wächst nach dessen Tod bei Onkel Bill auf. Bill ist der Partner von Mitch und führt nun das Unternehmen alleine weiter. Natürlich gehören sie zu den Personen, die in Eden leben dürfen. Im Gegensatz zu einer Mutter, die mit ihren zwei Kindern weder vor noch nach NOW ein angenehmes Leben führen kann.

Es ist ein spannender Roman, der viel zu schnell vorbei ist. Die Zeitsprünge verraten nicht mehr, als unbedingt notwendig ist, was die Spannung straff hält. Einzig das Ende ging dann doch Schlag auf Schlag und plötzlich gab es keine Seiten mehr. Ein paar Fragen bleiben offen, aber auch das passt wieder zur Geschichte.

Stephan R. Meier hat eine sehr gut recherchierte Geschichte geschrieben. Der heutige Stand der Technik – mit all ihren Vor- und Nachteilen – ist im Roman schon Vergangenheit. In der Gegenwart sind die Menschen (zumindest die „Auserwählten“) ein Teil von NOW – einem Programm. Aber wie viel bleibt von einem Menschen, wenn NOW alles regelt? Dank NOW gibt es zwar keine Kriege und Nöte mehr, aber zu welchem Preis – auch für den Rest der Menschheit?

Auch die Gefahren, welche von NOW selbst ausgehen, bleiben nicht unerwähnt. Es ist ein Programm, welches selbstständig lernt und sowohl sich selbst als auch das Leben der Menschen optimieren möchte. Der Autor zeigt in seinem Roman auf, wie genau es dazu kommen konnte. Es ist die Geschichte eines Computerprogramms, seiner Entwickler und den Menschen, die entweder von ihm profitieren oder aus dem Raster fallen.

Möglich, dass der ein oder andere Leser denkt „was für ein Blödsinn, das wird es doch nie geben“. Doch, wie der Autor richtig schreibt, wir stecken schon mittendrin. Das wird eindrucksvoll im Buch geschrieben. Wer weiß schon, wer alles Zugriff auf unsere Daten hat und was er damit macht? Das Buch lässt den Leser mit einigen Fragen zurück. Diese wird nur die Zukunft beantworten können. Warten wir es ab.

Zwei Kritikpunkte gibt es dann aber noch. Das Wort „Du“ im Titel bezieht sich auf NOW, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Text auf der Rückseite weckte bei mir eine andere Erwartung an den Inhalt. Es ist keine Geschichte über einen Mann, der in der Wildnis um seine große Liebe und die Zukunft der Welt kämpft. Wer mit dieser Erwartung an das Buch geht, könnte enttäuscht werden. Ich selbst fand das Buch genial, da es zeigt, wohin die Zukunft gehen könnte.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.