Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2021

Ode an die Ehe

Wer sind Sie und was haben Sie mit meinem Mann gemacht?
0

Männer sind anders, wir aber auch! Während der Ehe bleibt die Essenz, die Teilnehmer aber reifen, mit bisweilen erstaunlichen Effekten. Heike Abidi hat ihren Mann noch während ihres Studiums geheiratet, ...

Männer sind anders, wir aber auch! Während der Ehe bleibt die Essenz, die Teilnehmer aber reifen, mit bisweilen erstaunlichen Effekten. Heike Abidi hat ihren Mann noch während ihres Studiums geheiratet, nach nur kurzem Kennenlernen, doch dann musste eine Aufenthaltsberechtigung her, denn er stammt aus Tunesien. So kam eine Ehe zustande, der keiner eine Chance gab, denn die beiden Hauptakteure haben eigentlich nichts gemeinsam, außer der aufrichtigen Liebe für einander. Wobei, heißt es nicht immer, dass die Liebe alleine nicht reicht? Hier kann man sich in 7 Teilen und ebenso vielen Tests und noch mehr Kapiteln vom Gegenteil überzeugen. Denn egal welche Schrullen die Eheleute Abidi im Laufe von 30 Jahren entwickelt haben mögen (und glaubt mir, Ihr werdet so einige wiedererkennen und schmunzelnd einräumen, „Ja, so isses!“) die magische Zutat dieser Ehe besteht in der positiven Grundeinstellung zueinander. Egal was ihr Mann auch tut und wie seltsam dessen Blüten tragen mögen, geht sie stets davon aus, dass er es nie böse ihr gegenüber meint. Er will sie nicht ärgern, es ist halt so – er ist halt so! Ja, Humor und Toleranz können Liebe weiter wachsen lassen und frisch halten. Dass das ausgesprochen vergnüglich ist, beweist dieses Buch, das eigentlich eine einzige Liebeserklärung an Herrn Abidi, die Ehe und die Beständigkeit ist! Es ist eine Ode an die Schönheit und das Glück im Alltäglichen, die wunderbar im Kontrast zu den gängigen modernen Fernsehserien steht und daher unendlich glücklich macht (ja, ich bin tatsächlich froh, dass mein Lehrergatte kein Drogenlabor bei uns im Keller betreibt oder im Lendenschurz mit Streitaxt loszieht).

Beim Lesen dieses Buches habe ich einiges von uns wiedererkannt, auch wenn ich oft auf Seite des kochenden Ehemannes und nicht der Dame des Hauses stand. Also auch ich habe beim Kochen einen Plan und eine Vorstellung davon, was es werden soll, auch wenn nicht immer ein Rezept existiert. Auch ich merke mir Preise von Produkten, aber beim Thema Wetterapps oder Navigationssystemen stehe ich voll hinter ihr! Es gibt da so ein paar Dinge, die können wohl nur Männer begreifen, das müssen wir aber auch nicht. Wir können uns auch zurücklehnen und genießen, denn was anderes bleibt uns ja nicht übrig, außer vielleicht sich zu ärgern, aber das macht ja bekanntlich Falten und wer will die schon! Es geht um viele Themen des Alltags von der Fernbedienung über das Radio, Ruhe in Katastrophen... Dabei ist es sicherlich hilfreich, dass die Autorin halbwegs in meiner Generation aufwuchs, wenn auch etwas früher und besonders schön, in meinem Bundesland, wenn auch am anderen Ende (aber so groß ist Rheinland-Pfalz ja bekanntlich nicht).

Ich fand es herrlich, dass ich nicht die Einzige bin, die das System einer Thermomixparty kaltlässt oder immer wieder gerne an den gleichen Urlaubsort zurückkehrt (wenn auch nicht nach Holland). Wem dies noch nicht des Glücks genug ist, hat dann noch die Möglichkeit anhand zahlreicher Tests, Pärchen-Quiz, Männer-Typologien oder Bullshit-Bingo seinen Heiterkeitshorizont zu erweitern!

Dieses Buch ist sicherlich lustiger für die Generation Midlife-Crisis dachte ich, bis ich ein paar der gerade genossenen Anekdoten meiner Familie zum Besten gab und sich diese köstlich amüsierte. Kommentar meiner Tochter (14): „Mama, das muss ich auch unbedingt hören!“
Tut mir leid mein Schatz, aber das wirst Du wohl selbst lesen müssen, das gibt es nur für die Augen, nicht für die Ohren!

Dieses Buch war für mich einfach Buch gewordener Seelenbalsam in Zeiten der geballten Katastrophen von Pandemie über Hochwasser zu Rekordwaldbränden....

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2021

Freundschaft, Mut, Forschergeist und die Bereitschaft die Welt auf den Kopf zu stellen

Die Yetis sind los! - Verflixt und zugeschneit (Band 1)
0

Ganz versteckt in Eis und Schnee, am südlichsten Zipfel des Südpols leben die Yetis in einem einsamen Tal. Sie essen Schnee, sie schmelzen Schnee zum Trinken, sie spielen mit Schnee und sie schlafen auf ...

Ganz versteckt in Eis und Schnee, am südlichsten Zipfel des Südpols leben die Yetis in einem einsamen Tal. Sie essen Schnee, sie schmelzen Schnee zum Trinken, sie spielen mit Schnee und sie schlafen auf Schnee. Vor dem Einschlafen erzählen sie ihren Kindern Geschichten von Menschen, denn die gibt es ja bekanntlich nicht. In dieser weißen Welt, leben auch die Freunde Bibber und Rosa. Rosa ist freundlich und hilfsbereit, aber dennoch eine Außenseiterin, denn sie ist anders als die anderen, sie ist rosa! Warum das so ist und ob es noch andere Farben als nur weiß und rosa gibt, interessiert sie brennend. Also beschließt sie, wie ihr Großvater, das Tal zu verlassen und mehr von der Welt zu erkunden, um vielleicht Menschen oder andere Farben kennenzulernen. Yetijunge Bibber ist anfangs besorgt, schließlich hat sich das außer Opa noch niemand getraut und den halten alle für merkwürdig. Polarfuchs Piko hat noch viel mehr Bedenken, doch alleine und ungeschützt will der die Yetikinder auch nicht losziehen lassen. Gemeinsam starten sie in ein unvergleichliches Forschungsabenteuer voller aufregender Entdeckungen, die ihre Welt auf den Kopf stellen!

Diese reich illustrierte Vorlesegeschichte eignet sich für Kinder ab 5 Jahren, aber man kann sie auch später noch selbst lesen, deswegen sind die Abenteuer der Forscheryetis auch auf Antolin gelistet. Sollten ältere Geschwister den Kleineren vorlesen, können sie gleichzeitig Punkte bei Antolin sammeln. Als weitere Motivationshilfe zum selber Vorlesen, gibt es eine Übersichtskarte im Inneneinband, die den Weg der Freunde über den Südpol nachzeichnet. Für jedes der 20 Kapitel gibt es ein kleines rundes Spielfeld, in das man eines der Sticker im Hinterteil des Buches einkleben kann, sobald man wieder ein Kapitel beendet hat. Da kann man seinen Lesefortschritt ganz genau im Blick behalten! Damit man dabei nicht vergisst, wo man gerade stehen geblieben war, gibt es ein fröhliches grünes Lesebändchen zur Markierung. Das finden wir kristallstark!

Mit 5 Jahren befinden sich Kinder im typischen Fragealter. Sie stellen infrage, wollen die Hintergründe verstehen.... Das ist aber nicht nur bei Menschenkindern so, sondern auch bei Yetis. Da Rosa einfach keine vernünftigen Antworten erhält und sich die Frage nach ihrer Andersartigkeit in ihrem Kopf im Kreis dreht, will sie dieses Gedankenkarrussel anhalten. Das geht nur, wenn sie herausfindet, warum sie so ist, wie sie ist und warum die anderen sie deswegen ärgern. Da hat sie sich ganz schön was vorgenommen. So mutig und wissbegierig war vor ihr noch kein Yeti, aber einer muss ja schließlich anfangen und dann ist es um so besser, wenn man gute Freunde an seiner Seite hat. Na ja, Polarfuchs Piko ist anfangs keine große Hilfe, versucht er doch vor allem, sie auszubremsen. Das macht er aber vor allem, aus Sorge um sie. Bei Forschungsreisen ist ja eigentlich schon der Weg das Ziel und somit ist dieser auch kein bisschen langweilig, aber dennoch nicht zu vergleichen mit dem, was Rosa an ihrem Ziel erwartet (das soll aber nicht verraten werden). Stefan Gemmel vermittelt auf abenteuerliche und witzige Weise, dass jeder gut so ist wie er ist. Anders zu sein, macht das Leben aufregender und bunter, wären alle gleich, gäbe es keine Abenteuer und keine aufregenden Entdeckungen. Alles bliebe immer gleich. Um den Dingen auf den Grund zu gehen, muss man aber auch mutig sein und dabei helfen einem gute Freunde. Einen solchen hat Rosa in Bibber auf jeden Fall gefunden. Für ihren Mut und ihre Freundschaft werden die beiden auch am Ziel ihrer Forschungen auch belohnt. Diejenigen, die ihr Dorf jedoch noch nie verlassen haben, wollen ihnen aber zuerst nicht glauben. Es ist ja auch nicht einfach, alles bisher Vertraute in Frage zu stellen und seine Gedanken mal in neue Bahnen zu lenken. Aber gerade wenn man als Kind seinen Radius vergrößert, so wie bei Vorschulkindern und mit der Einschulung, passiert das eigentlich fast täglich. Was für ein aufregendes Abenteuer, auf das man sich ebenso freuen sollte, wie auf neue Abenteuer dieses witzigen Gespanns, bei dem ich den ängstlichen Piko auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte. So erklärt verstehen auch Kinder, dass Andersartigkeit nicht schlimm, sondern eine Bereicherung ist.

Auch wenn es am Südpol fast ausschließlich weiß ist, sind die wunderschönen Illustrationen von Stefanie Reich durchgängig in Farbe. So kann man noch besser sehen, wie die Welt der jungen Yeti-Freunde an Farbe gewinnt, als sie erst einmal ihre gewohnte Umgebung verlassen und die Forschungsstation der Menschen erreichen. Die Darstellungen sind stets freundlich und witzig, so dass es sich auch sehr gut als Gute-Nacht-Geschichte eignet, da die jungen Zuhörer sicherlich keine Angst bekommen werden, dafür aber Staunen und Kichern werden.

Sehr süß ist auch wieder der Mitmachteil zum Ende des Buches und genau an das Alter der Zielgruppe angepasst. Dort erfahren sie coole Fakten über Eis und Schnee und finden eine Anleitung zum Schneeflocken basteln mit Schere und Papier! Eine wunderbare Idee für schlechtes Wetter und die beginnende Bastelzeit!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2021

Urkomisch!

Luis und Lena - Der Zwerg des Zorns
0

Dieses Abenteuer ist von Luis höchstpersönlich verfasst, daher aus seiner völlig unvoreingenommenen Perspektive erzählt und immer wieder mit analytischen Listen und Tabellen versehen, die es allerdings ...

Dieses Abenteuer ist von Luis höchstpersönlich verfasst, daher aus seiner völlig unvoreingenommenen Perspektive erzählt und immer wieder mit analytischen Listen und Tabellen versehen, die es allerdings nicht schaffen, den magischen Katastrophen Herr zu werden. Am Ende klappt es dann aber doch, wie darf ich aber nicht verraten, denn es ist streng geheim! Louis hält zwischendurch mit seinen Lesern Zwiesprache, woran man erkennt, dass er weiß, dass Geheimnisse gerade in der Provinz nicht lange geheim bleiben...

Wir denken, dass diese Reihe für Jungs und Mädchen gleichermaßen witzig ist und vertrauen hier voll auf das Urteil meines Lehrergatten, der tatsächlich mitlachte und immer wieder fragte: wie heißt das Buch? Ab 10 Jahren, mit absoluter Lachgarantie!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2021

Tierisch witzig und kniffelig!

Die Tierpolizei 3. Mach nicht so 'ne Welle!
0

Noch beseelt von der erfolgreichen Lösung ihres letzten Falles erwachen die vier Tierpolizisten: die clevere Katzenbärin Flopson, der mutige, etwas brummelige Hamster Jack, die pfiffige Blaumeise Meili ...

Noch beseelt von der erfolgreichen Lösung ihres letzten Falles erwachen die vier Tierpolizisten: die clevere Katzenbärin Flopson, der mutige, etwas brummelige Hamster Jack, die pfiffige Blaumeise Meili und das gutmütige, aber etwas einfältige Zwergpony Fridolin. Vor allem Fridolin freut sich auf sein Frühstück, doch dafür bleibt keine Zeit: eine namenlose Otterfamilie braucht dringend die fachkundige Hilfe der Tierpolizei: ihr Fluss, an dem sie leben ist verschwunden und die letzte große Pfütze, wird von der Gangsterbande des hinterhältigen Tortellini und seiner Nudelbande kontrolliert. Wer einen Schluck trinken möchte, muss dafür teuer bezahlen. Von so etwas haben die vier Freunde ja noch nie gehört! Doch ist ihnen keine Herausforderung zu groß, auch wenn sie erst einmal keinen Plan haben, wo sie anfangen sollen.

Die Aufmachung des Buches ist wieder ein echter Hingucker. Angefangen mit dem Ausschnitt im Buchcover durch den man den plantschenden Fridolin sieht, über den Buchschnitt im Stil eines Tatortabsperrbandes, die witzigen Kapitelüberschriften, die stets angepinnt scheinen bis zu den absolut herrlichen und witzigen Illustrationen von Ramona Wultschner. Diese versteht es ganz wunderbar die Emotionen und Gedanken der tierischen Protagonisten einzufangen und bei besonders geheimnisvollen Exemplaren nicht zu viel Preis zu geben!

Dies ist bereits der dritte Band der Reihe und ich muss gestehen, dass wir lediglich den ersten kannten, noch nicht aber den zweiten. Das war aber überhaupt kein Problem! Von daher sollte man die Bände auch unabhängig von einander lesen können, aber schöner ist es schon, keinen auszulassen. Insbesondere denken wir, dass dies eine Reihe ist, die so witzig und rätselhaft ist, dass auch Lesemuffel bei der Aufmachung sich vielleicht doch überwinden können selbst zu lesen. Durch die zahlreichen Illustrationen und die angenehme Schriftgröße und kurze Kapitel ist es auch überraschend unanstrengend, wenn man es denn erst mal versucht. Dafür gibt es aber jede Menge zu Rätseln, Staunen und vor allem zu Lachen! Versprochen!

Die Aufgabe der Polizei scheint ungeheuerlich, denn Flüsse verschwinden ja nicht von heute auf morgen und da müssten doch auch Menschen ein Interesse daran haben, den Fluss wieder zu finden, oder etwa nicht? So einfach ist es leider nicht, denn wie die Ermittler feststellen müssen, ist nicht nur der Fluss verschwunden, auch der See aus dem er entsprang scheint ein Problem zu haben, was natürlich auch genauerer Nachforschungen bedarf. Hier will ich aber nicht zu viel verraten, nur, dass die vier einen ganz schön weiten Weg vor sich haben, der richtig anstrengend ist, besonders, wenn man noch nicht gefrühstückt hat! Aber alle Tiere machen sich Sorgen wegen des versiegenden Wassers und der merkwürdigen Löcher im Boden, deswegen sind bis auf die Schurken von der Nudelbande auch alle Tiere, die sie treffen und befragen, sehr hilfsbereit. Doch das hilft auch nicht weiter, wenn niemand auch nur eine Ahnung von der Ursache des Problems hat. Dadurch lernen sie aber jede Menge neue Tiere kennen, sowohl Flusstiere, als auch Seetiere und sie stellen fest, dass diese eigentlich viel freundlicher sind als die Stadttiere. Denn wenn es einem gut geht und man sich wohl fühlt, ist es viel einfacher freundlich zu sein und alle anderen sind ebenso freundlich zurück! Ein sehr schöner Gedanke, der den vier Tierpolizisten sehr gut gefällt. Sie passen ja eigentlich auch überhaupt nicht zusammen, da es ihnen bei Jack auf dem Grundstück der Tierpolizeizentrale aber so gut geht, kommen sie bestens miteinander aus, mit all ihren kleiner und größeren Macken und Besonderheiten mögen, respektieren und helfen sie sich. Bisweilen staunen sie sogar selbst darüber wie gut das funktioniert! Kein Wunder also, dass sie letztendlich dem Rätsel nicht nur auf den Grund gehen, sondern den Fluss auch wieder befreien können. Für Feiern bleibt dennoch nicht viel Zeit, denn ihr Ruf verbreitet sich derart rasant, dass eine kleine Maus gleich wieder ihre Hilfe benötigt. Was dahinter steckt, erfahren wir in Band 4!

Der Schreibstil ist locker flockig und gespickt mit Gedanken, die Mut und gute Laune machen. Da fällt es leicht, schnell noch ein bisschen weiter zu lesen, in der Hoffnung, dass man entweder den Verbleib des Flusses, oder aber die Identität von Schurke Tortellini heraus bekommt! Eine wirklich sehr gelungene Kombination für Kinder ab 8 Jahren, die so witzig und hinreißend ist, dass wir sie immer noch gerne lesen, auch wenn unsere Jüngste inzwischen 12 Jahre alt ist.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2021

Hinter den Kulissen des Landtags!

Die Isar-Detektive 1. Falscher Alarm
0

Es sind zwei Wochen Pfingstferien in Bayern! Die schlaue Metti ist zu Besuch bei ihrer tierverrückten Freundin Flo und gemeinsam mit deren älteren Bruder Elias und dem gemeinsamen Freund Balu sitzen sie ...

Es sind zwei Wochen Pfingstferien in Bayern! Die schlaue Metti ist zu Besuch bei ihrer tierverrückten Freundin Flo und gemeinsam mit deren älteren Bruder Elias und dem gemeinsamen Freund Balu sitzen sie in der Kantine des bayrischen Landtags im Maximilianeum. Balus Vater ist dort der Chefkoch und hat die vier Isar-Detektive eingeladen. Gerade als Elias meint, sie sollten sich auflösen, sie hätten ja eh keine gescheiten Fälle, schrillt der Feueralarm durch das altehrwürdige Gebäude. Die ganze Aufregung scheint umsonst zu sein, denn es war ein falscher Alarm. Allerdings wurde das Chaos genutzt, um das Porträt des letzten Landtagspräsidenten zu stehlen. Während die jungen Detektive noch grübeln, wer denn so was macht, reißt wieder Flos Kater Max aus und macht das Maximilianeum unsicher. Bei der Suche nach ihm, finden sie im Keller das vermisste Gemälde. Oder doch nicht? Bei genauerer Betrachtung, handelt es sich um eine Fälschung, die Verwirrung könnte größer nicht sein. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber die Isar-Detektive geben nicht auf!

Auf in den bayrischen Landtag! Wir sind zwar keine Bayern, aber ein Blick hinter die Kulissen der Macht ist doch immer spannend! Bevor es dazu aber kommt, werden die Isar-Detektive gründlich vorgestellt, mit Bild und den wichtigsten Merkmalen. So ist Balu kein Bär, sondern 12 Jahre alt, Hobbykoch und häufiger Gast im Maximilianeum, schlechter Schüler und Sohn einer indischen Mutter, der er seinen Namen verdankt. Metti ist nicht minder schlau als ihr großer Bruder, der als Stipendiat ebenfalls im Gebäude wohnt. Sie ist ein wandelndes Lexikon und versucht verzweifelt Balus schulische Leistungen zu pushen. Flo und Elias sind gerade mal 1,5 Jahre auseinander und ihre ständigen Geschwisterkappeleien gehen den anderen beiden mächtig auf den Keks. So wie bisweilen auch Mettis Neunmalklugheit den anderen. Wir lieben solche Portraits zu Beginn!

Die Geschichte ist ab 9 Jahren, ich habe sie meiner 12 jährigen Tochter bei Reparaturarbeiten vorgelesen. Sie hatte da so einige Fragen, aber alles was sie genauer wissen wollte, wurde dann auch anschließend im Text erklärt, so dass sie es auch verstanden hat. Wir haben dann noch weiter darüber diskutiert, insbesondere haben wir auch über die Namen von Flos Mini-Zoo diskutiert, die die Hausmeisterin so zum Lachen brachte. Alle Namensvorbilder der Tiere haben wir als Rheinländer allerdings nicht zusammen bekommen.

Die vier Freunde sind erstaunlich gut vernetzt und durch neue Bekanntschaften während des Feueralarms wächst ihr Netzwerk sogar noch weiter! Dabei geht es um Menschen jeder Herkunft und in jeder Position, egal ob der Sicherheitsmann, Landtagspräsidentin, der Küchenchef oder Abgeordneter. Auf jeden Einzelnen kommt es an. Auf der Suche nach dem Motiv für diesen scheinbar sinnlosen Diebstahl begleitet man die Freunde quer durch das Gebäude, lernt seine Strukturen und seine Geschichte kennen. Meistens ist es Metti, die ihren Freunden erklärt, wie der Landtag funktioniert, aber manchmal kennt sich auch Balu vor Ort besser aus. Hautnah erfahren sie aber auch einiges aus erster Hand von einem jungen Abgeordneten. So lernen die jungen Leser neben der Aufklärung eines rätselhaften Verbrechens auch die Strukturen der Politik und des Landes kennen. Über vieles haben die jungen Leser wahrscheinlich noch gar nicht nachgedacht, aber wenn man erst mal anfängt, sich mit dem Thema zu befassen, ist es ganz schön spannend. Aufgelockert wird es dabei von Balus Liebe für leckeres Essen und Flos verrückten Kleintierzoo, ebenso wie die zahlreichen Illustrationen von Stefan Leuchtenberg.

Am Ende klärt sich tatsächlich alles auf und auch wenn es etwas irrwitzig ist, ist es doch nachvollziehbar und ziemlich typisch für diese Kreise auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten und dem Labyrinth der Ausschreibungen und Bürokratien.

Wir sind gespannt auf weitere Abenteuer im bayrischen Landtag mit kindertauglichen Verbrechen! Wir sind ja zuversichtlich, dass Anja Janotta die Isar-Detektive nicht zu Drogenkonsum auf den Landtagstoiletten oder Schmiergeldzahlungen für Vertragsabschlüsse ermitteln lässt ;)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere