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Veröffentlicht am 11.11.2018

Pageturner durch und durch...

Der Insasse
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Fairerweise muss ich erwähnen, dass es sich bei "Der Insasse" um meinen ersten Fitzek handelt. Aufgrund dessen habe ich keinen Vergleich zu den Vorgängern. Dies hat den Hintergrund, dass ich persönlich ...

Fairerweise muss ich erwähnen, dass es sich bei "Der Insasse" um meinen ersten Fitzek handelt. Aufgrund dessen habe ich keinen Vergleich zu den Vorgängern. Dies hat den Hintergrund, dass ich persönlich bei deutschsprachigen Autoren skeptisch bin, ob sie mich so mitreißen können, wie englischsprachige. Es mag ein Vorurteil sein, jedoch trifft dies bei mir auch auf ebensolche Filme zu. Fitzek konnte mein Vorurteil, zumindest was dieses Buch betrifft, fast zur Gänze aus dem Weg räumen.

"Der Insasse" hat mich überzeugt, mehr von diesem begabten Autor zu lesen und auch in die Vergangenheit zu reisen, um die etwas "in die Jahre gekommenen" Bücher mal aufzuschlagen.

In "Der Insasse" geht es um Max Berkhoff, einen kleinen Jungen, der verschwindet. Er wird bereits über ein Jahr vermisst, als sein Vater Till so stark verzweifelt ist, dass er alle Qualen, sowohl physisch als auch psychisch, auf sich nimmt, um dem Täter näher zu kommen und zu erfahren wo sich Max befindet. Auch wenn dies bedeutet, dass Till sich in die Steinklinik in Berlin einweisen lässt. Er wird zum Insassen, womit eine Achterbahnfahrt der Ängste und Paranoia beginnt. Lebt der kleine Max noch oder ist schon alles zu spät? Schafft es Till, dem Täter irgendwann gegenüberzustehen?

Fazit:
Erstmal muss man einfach das Cover erwähnen. Es ist unmöglich daran vorbei zu gehen, so simpel und doch ein Eyecatcher!
Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, waren die kurzen Kapitel, für die Fitzek wohl bekannt ist. Vor allem aber auch der Schreibstil, welcher auf den Punkt genau das ausdrückt, was für den Leser relevant ist. Es sind einige Cliffhanger eingebaut und man verspürt den Drang weiterzulesen. Ich konnte mir die Protagonisten gut vorstellen, die Steinklinik und jedes andere Setting genauso. An manchen Stellen bekam ich das Gefühl "Oh nein, ich kann jetzt nicht weiterlesen! Was wenn jetzt das und das passiert..?".
Genau dieses Lesegefühl hat mich schlussendlich doch überzeugt.


Was mir nicht so gefallen hat (und das ist Meckern auf höchstem Niveau) war, dass für mich persönlich der Beginn des Buches etwas schleppend war. Es war durchwegs spannend, jedoch kam für mich die Story erst so ab dem ersten Drittel bzw. der Hälfte des Buches so richtig in Fahrt.

Kann auch daran liegen, dass ich persönlich mehr "Gemetzel" erwartet habe bzw. ich bei gewissen Handlungen auf den "worst-case" mental vorbereitet war. Ich denke, die ersten Kapitel waren jedoch auch notwendig, um die Story erstmal aufzubauen und die Protagonisten kennen zu lernen.

Was für mich trotz allem die 4,5 Sterne ausmacht, ist wie erwähnt, der tolle Schreibstil, die Prägnanz und Spannung mit der Fitzek den Leser fesselt.
Es ist ein Pageturner durch und durch. Ab der ersten Seite steigt der Autor schonungslos ins Gaspedal und fackelt nicht lange. Teilweise ist Schnappatmung gegenwärtig. ;) Es regt das eigene Kopfkino an und lässt einem keine andere Wahl, als weiterzulesen.
Wirklich empfehlenswert!

Veröffentlicht am 07.04.2022

Einfühlsamer Roman

Wo auch immer ihr seid
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Eine Wiedervereinigung der Familie, das ein oder andere Geheimnis und eine junge Frau im Zwiespalt zwischen zwei Kulturen.

Ich mochte die Protagonisten, die kurz gehaltenen Kapitel und den prägnanten, ...

Eine Wiedervereinigung der Familie, das ein oder andere Geheimnis und eine junge Frau im Zwiespalt zwischen zwei Kulturen.

Ich mochte die Protagonisten, die kurz gehaltenen Kapitel und den prägnanten, nicht ausschweifenden Schreibstil. Es hat Spaß gemacht darin zu lesen und in eine neue, in diesem Fall vietnamesische, Kultur einzutauchen. Man konnte den unausgesprochenen Schmerz dieser Familie fühlen, welcher sich über Jahre in der Eltern-Kind Bindung, aber auch zwischen Geschwistern angestaut hat. Auch habe ich einiges über die vietnamesische Kultur, aber auch den Krieg, mitgenommen. Man wechselt zwischen der Gegenwart und Vergangenheit der Protagonisten, die aus unterschiedlichen Generationen bestehen.

Das Buch hat mir gut gefallen und es hat mich vor allem vom kulturellen und familiären Aspekt her neugierig gemacht.
Wie es ist, als junge Frau von der Gesellschaft, der eigenen Familie und auch den Erwartungen an sich selbst getrieben zu sein.
Das innerlich zerrissene Gefühl, sich zwischen einer Kultur entscheiden zu „müssen“ oder eben nie wirklich in einer anzukommen.
Ob es Sinn macht, den Erwartungen anderer zu entsprechen oder sich selbst treu zu bleiben. Ist man erst dann eine vollwertige Frau, wenn man selbst Familie hat oder bereits davor? Ab wann ist man der einen oder anderen Kultur zugehörig?
Die ein oder andere Frage hat sich so mancher von euch mit Sicherheit auch schon einmal gestellt.
Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wo möchte ich sein? Was oder wer definiert mich zu dem, was ich bin?
Ein Buch, dass viel mehr ausdrückt, als es vorerst scheint.

Ich hätte sehr gerne noch den weiteren Zukunftsweg über Kim erfahren. Und dich konnte mich die Autorin mit ihrer behutsamen Schreibweise überzeugen.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Wunderschönes Buch!

Milena und die Briefe der Liebe
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„Jeder Mensch ist eine begrenzte Welt für sich. Doch manchmal, wie durch ein Wunder, trifft man den einen, der diese Grenze überschreitet, ohne sie zu verletzen, weil er die Gesetze des anderen respektiert.“

Ein ...

„Jeder Mensch ist eine begrenzte Welt für sich. Doch manchmal, wie durch ein Wunder, trifft man den einen, der diese Grenze überschreitet, ohne sie zu verletzen, weil er die Gesetze des anderen respektiert.“

Ein wirklich tolles Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle. Milena hat mich als Charakter begeistert. Ihr erfrischender Esprit, die Wortgewandtheit, das Selbstbewusstsein, die Zielstrebigkeit und ab und an auch naive Art, war sehr unterhaltsam. Trotz mehrerer Rückschläge und allen Widerständen zum Trotz, schaffte sie es sich immer wieder geschickt und mit vollem Elan in das nächste Abendteuer zu stürzen und lebte ihr Leben nach ihrem Wertesystem. Ein feinfühliges und doch aufregendes Buch zugleich. Immer wenn man dachte, man weiß nun alles über Milena, kam wieder ein neuer Umstand dazu, welcher die Neugier auf den Rest des Buches bestärkte.

Milenas Engagement als Aktivistin, ihre Weltanschauung, Diversität, die Beziehung und Loyalität ihren Freundinnen gegenüber, die optimistische Art, mit welcher sie die Dinge anpackte, die Offenheit und der Mut, in der damaligen Zeit für sich und die Frauen einzustehen, sind bewundernswert.

Und Kafka.. ist eben Kafka. :) An manchen Stellen war ich etwas genervt von ihm, da er in meinen Augen nicht wirklich wusste, was er will. Und doch verkörperte Kafka für mich den Kontrast in diesem Buch, welcher die Spannung aufbaute. Seine verletzliche, sehr melancholische und teilweise düstere Weltanschauung - im Gegensatz dazu, die quirlige und lebensbejahende Milena. Gegensätze ziehen sich an, trifft es hier auf den Punkt.

Ein großes Lob an die Autorin. Auch historisch gesehen, ein sehr interessantes und informatives Buch. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von Stephanie Schuster lesen. Der Schreibstil war sehr flüssig und spannend gestaltet. Eine Lektüre, die ich sehr gemocht habe. Auch an den Verlag ein Lob für das tolle Cover.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Skurril und doch spannend!

Der Heimweg
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Die Kapitel sind kurz und knackig, wie von Fitzek gewohnt. Interessante Protagonisten mit tiefen Abgründen und psychotischen Beweggründen.
Die Thematik, vermutlich in unserer Gesellschaft, noch immer ...

Die Kapitel sind kurz und knackig, wie von Fitzek gewohnt. Interessante Protagonisten mit tiefen Abgründen und psychotischen Beweggründen.
Die Thematik, vermutlich in unserer Gesellschaft, noch immer ein Tabu und doch wichtig zu thematisieren. Die diversen Demütigungen und nennen wir sie mal „Veranstaltungen“, nicht nach meinem Geschmack.
Trotz kleiner Mankos, manch sehr skurrilen bzw. weit herbeigeholten Szenarien, dem etwas (für mich persönlich) „wirrem“ Ende und natürlich dem Thema an sich (verbale, physische und psychische Gewalt in der Ehe, Vergewaltigung und Demütigung - eine Triggerwarnung wäre für so manches Gemüt mit Sicherheit angebracht gewesen), muss ich ehrlich zugeben, dass es ein Pageturner war, welcher mich oft den Atem anhalten lies. Die Spannung zog sich durch das gesamte Buch, inklusive vieler Fragezeichen im Kopf, welche man Seite für Seite wieder auflösen wollte. @sebastianfitzek ist der Meister der Cliffhanger. Dieses Gefühl der Paranoia beim abendlichen Toilettengang, nachdem man das Buch zuvor gelesen hatte 😉 und die Tatsache, dass man es kaum aus der Hand legen wollte, lassen mich über die o.a. Ungereimtheiten hinwegsehen. Wer nach Spannung und Nervenkitzel sucht, bereit ist, nicht jedes getippte Wort auf die Goldwaage zu legen, ist hier genau richtig. Wie immer pure Geschmacksache.

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Veröffentlicht am 17.07.2019

Süsse Cupcakes treffen die Hamptons!

Die kleine Bäckerei in Brooklyn
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REZENSION:
4/5 ⭐️

Julie Caplin hat wieder einmal ein Wohlfühlbuch geschaffen.

Die Food - Journalistin Sophie Bennings - Bauschamp, trennt sich nach 2-jähriger Beziehung, von ihrem Exfreund James und ...

REZENSION:
4/5 ⭐️

Julie Caplin hat wieder einmal ein Wohlfühlbuch geschaffen.

Die Food - Journalistin Sophie Bennings - Bauschamp, trennt sich nach 2-jähriger Beziehung, von ihrem Exfreund James und stürzt sich nach einem beruflichen Angebot, für sechs Monate in NY zu arbeiten, Hals über Kopf in die Metropole.
Als sie London, getrieben vom Liebeskummer, verlässt, landet Sophie in Brooklyn, in einem Apartment, welches ihr Bella vermietet.

Unter dem Apartment betreibt Bella eine kleine Bäckerei, wo es täglich nach frischen Leckereien duftet. Schnell freundet sich Sophie mit Bella, Wes und Todd, dem Cousin von Bella, an. Sie wird sehr herzlich empfangen und kann mit der Zeit auch ihre Wunden heilen. Obwohl Sophie so gar keine Lust auf Männer hat und noch trauert, kann sie Todds Charme nicht ganz widerstehen. Todd gilt als Playboy aka. „Man in the City“, wie ja auch seine Kolumne heisst. Sogar Bella warnt Sophie immer wieder vor ihm und seiner Bindungsunfähigkeit. Schliesslich scheint er ja täglich eine andere Frau auszuführen.

Bella und Sophie verstehen sich auf Anhieb und verbringen Stunden in der Bäckerei beim Backen von leckeren Cupcakes & Torten. Dabei tauschen aie sich bei einem Gläschen Wein gerne über Gott und die Welt...und andere wichtige Dinge des Lebens, aus.

Welche Abenteuer erwarten Sophie in Brooklyn wirklich und wie kann sie Playboy Todd handeln?

FAZIT:
Die kleine Bäckerei in Brooklyn ist eine wirklich sehr süsse Geschichte und bietet ein wohliges Lese - Ambiente. Ich mochte die Protagonisten sehr gerne, auch wenn ich Sophies Handlungen, vor allem zu Beginn des Buches nicht ganz nachvollziehen konnte bzw. selbst anders gehandelt hätte. Es war etwas fern der Realität. Vor allem, dass DIESE Art von Beziehung mit James, zwei Jahre lang gewesen sein soll. Hätte man etwas kürzen können. ? Doch das drumherum hat mich neugierig gemacht, wie es mit Sophie weitergeht.
Sophie war mir trotz allem sympathisch. Vor allem Todd mochte ich sehr gerne. Paul hätte nicht unbedingt sein müssen. ? Bella war eine aufgeweckte und direkte Persönlichkeit, die ich ins Herz schliessen konnte.
Alles in allem eine süße Story, die man schnell lesen kann. Den Ausflug in die Hamptons mochte ich besonders.
An den Vorgänger „Das kleine Café in Kopenhagen“ konnte es meiner Meinung nach, nicht ganz anknüpfen, da dieser für meinen Geschmack sehr viel „hyggeliger“ war. ?
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und musste ab und an auch mal herzlich lachen. Es war durchgehend unterhaltsam und nie langweilig. Das Buch ist frech und süss zugleich. Der Schreibstil ist wieder toll! Ich mag diese Reihe, die leichte Kost und wirklich toll zu lesen ist, wenn man mal abschalten will.
Ein bisschen Liebe und leckeres Essen, das geht doch immer! Ich freue mich schon auf „Die kleine Patisserie in Paris“!