Profilbild von Tintenwelten

Tintenwelten

Lesejury Star
offline

Tintenwelten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tintenwelten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2022

Frei ausgelegte, aber gelungene Neuerzählung

Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald
0

Vor drei Monaten kam es zur Krise: ein Virus löscht den Großteil der Weltbevölkerung aus. Die Apokalypse ist da und Red auf sich allein gestellt. Denn die größte Gefahr geht von den Menschen und ihren ...

Vor drei Monaten kam es zur Krise: ein Virus löscht den Großteil der Weltbevölkerung aus. Die Apokalypse ist da und Red auf sich allein gestellt. Denn die größte Gefahr geht von den Menschen und ihren dunklen Begierden aus. Ihr Ziel ist es sich zu ihrer abgeschieden lebenden Großmutter durchzukämpfen. Sie will niemandem ein Leid zufügen, doch wer alleine durch Wälder streift muss ich verteidigen können.

Es handelt sich hier um eine sehr frei ausgelegte Neuerzählung vom Märchen Rotkäppchen. Es gibt einige Gemeinsamkeiten, die man sofort erkennt. Das Setting ist aber ein ganz anderes: es spielt in unserer modernen Welt nach einer Katastrophe und ist daher eher im Genre Dystopie mit Horror-Elementen einzuordnen. Meiner Meinung nach sehr gelungen, man muss es aber wissen, ansonsten stellt sich vielleicht Enttäuschung ein.

Red heißt eigentlich Cordelia, doch sie bevorzugt rote Hoodies - daher der Spitzname. Nach einem Unfall in der Kindheit ist sie außerdem gehandicapt. Sie liebt Bücher, Filme und Serien mit Weltuntergangs-Szenario, was ihr nun natürlich zugute kommt. So ist sie schon bereit ihre Heimat zu verlassen, bevor der Rest ihrer Familie auch nur darüber nachdenkt. Ich fand Red einfach klasse. Ja, sie wirkt ein bisschen rechthaberisch, aber es ist in dem Fall nun mal auch berechtigt 🤭😂. Sie ist nicht die typische Protagonistin, sondern hat ihre Schwächen, Ängste und Probleme.

Nachdem mich „Die Chroniken der Meerjungfrau“ nicht komplett überzeugen konnte, bin ich hier wieder ziemlich begeistert von der düsteren, bedrohlichen und spannenden Atmosphäre. Es wird wieder blutig und brutal, aber auch etwas unheimlich und mysteriös. Christina Henrys Schreibstil ist besonders, metaphorisch und mitreißend. Er hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende gefesselt. Bemerkenswert ist, dass dieser Teil tatsächlich vor Corona entstanden ist und doch so einige Parallelen aufweist, so dass ich mich noch besser in das Geschehen einfühlen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2021

Zieht genauso in den Bann wie die Vorgänger-Bände

Der Prinz der Wüste
0

15 Jahre sind vergangen nachdem Arlen, Renna und Jardir die Bedrohung durch die Dämonen nahezu ausgerottet haben. Doch dann werden Gerüchte laut, dass einige der sogenannten Horclinge überlebt haben sollen. ...

15 Jahre sind vergangen nachdem Arlen, Renna und Jardir die Bedrohung durch die Dämonen nahezu ausgerottet haben. Doch dann werden Gerüchte laut, dass einige der sogenannten Horclinge überlebt haben sollen. Eine neue Generation an Helden ist nun gezwungen sich der Gefahr zu stellen.

Neben den beiden Protagonisten Olive und Darin begegnen uns auch altbekannte Charaktere wieder oder sie werden zumindest erwähnt. Für mich als Fan der „Dämonenzyklus“-Reihe war das ein Gefühl wie „nach Hause zukommen“. Es war toll herauszufinden, wie es Renna, Leesha, Jardir, Inevera, Gared und all den anderen in den letzten Jahren ergangen ist.

Hauptaugenmerk liegt aber auf Olive, der Tochter von Leesha und Jardir sowie auf Arlens und Rennas Sohn Darin. Sie sind in einer bestimmten Rolle und mit bestimmten Erwartungshaltungen ihnen gegenüber aufgewachsen und beide tun sich schwer diesen gerecht zu werden. So ist Olive die behütete Prinzessin des Tals, die sich wie in einem goldenen Käfig fühlt und endlich frei, selbst bestimmt und einfach sie selbst sein möchte. Darin fühlt sich im Vergleich zu seinem Vater, dem „Erlöser“, unbedeutend, schwach und feige. Er glaubt, dass jeder von ihm selbst, seinen Fähigkeiten und Leistungen enttäuscht ist. Beide sind unglaublich spannende und vielschichtige Charaktere, die eine große Entwicklung durchmachen und teilweise über sich hinauswachsen.

Mit über 1000 Seiten hat das Buch natürlich eine gewisse Länge. Meiner Meinung nach wird es aber nie langweilig. Es gibt so viele neue Persönlichkeiten kennenzulernen, bereits geliebte Charaktere und Orte wiederzusehen, Intrigen zu spinnen, Kämpfe zu bestreiten und Verluste zu betrauern. Und ja, es wird teilweise recht blutig, brutal, manchmal schon fast ein wenig abstoßend. Es gibt einige Kampfszenen, die sehr detailliert beschrieben sind.

Die Dämonen-Saga ist ein wahres Epos, ein Muss für Fantasy-Fans, das Familie, Freundschaft und tiefe Gefühle, Politik und Machtspiele, die Suche nach sich selbst und der eigenen Identität sowie den Kampf ums Überleben vereint. Es geht um Schicksal, Bestimmung, Magie und einen übermäßigen Gegner. Die Geschichte um Olive, Darin und ihre Freunde zieht genauso in ihren Bann wie die Vorgänger-Bände!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.08.2021

Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Fantasy

Die schwarze Maske
0

Nachdem mich der Vorgänger schon begeistert hat, war ich sehr gespannt auf diesen zweiten und finalen Teil der Puzzler-Saga und wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht - im Gegenteil!

Die Geschichte ist ...

Nachdem mich der Vorgänger schon begeistert hat, war ich sehr gespannt auf diesen zweiten und finalen Teil der Puzzler-Saga und wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht - im Gegenteil!

Die Geschichte ist aus vier verschiedenen Perspektiven geschrieben. Funkelauge ist bereits aus „Das schwarze Mal“ bekannt, auch seine Gefährten spielen wieder eine wichtige Rolle, kommen aber selber nicht zu Wort. Wir lernen zusätzlich gleich drei neue Charaktere kennen: Peach, Mannes und Artium. Alle vier Handlungsstränge habe ich sehr gerne verfolgt, jeder war auf seine Art und Weise sehr spannend und hat eine unterschiedliche Sicht auf die Welt und Ereignisse ermöglicht. Es werden nahezu alle wichtigen Fragen geklärt, vor allem erfährt man auch endlich was vor der Großen Katastrophe wirklich passiert ist und wie es zu dieser Apokalypse kam. Dementsprechend springt die Geschichte immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her.

Das Setting, das komplexe Worldbuilding und auch die Charaktere haben mich überzeugen können. Ich mochte einerseits die zwischenmenschlichen Beziehungen, die humorvollen Szenen, ebenso wie die actionreichen. Manchmal ist das Buch auch ganz schön blutig und brutal. Außerdem ist es erschreckend zu sehen wie die Menschheit noch weiter verkommt, wenn Zivilisation und Natur bereits zerstört wurden, Ressourcen knapp werden und jeder nur um sein eigenes Überleben und für seinen eigenen Vorteil kämpft.

Diese Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Fantasy hat wirklich genau meinen Geschmack getroffen. Schade, dass die Dilogie schon beendet ist, ich hätte gerne noch mehr über die Charaktere und ihre Zukunft erfahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2021

Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Fantasy

Das schwarze Mal
0

Die Welt ist nach der Großen Katastrophe nahezu völlig zerstört. Milliarden Menschen sind gestorben, Städte wurden zerstört, die Natur verwüstet und verstrahlt. Die Überlebenden kämpfen um die verbleibenden ...

Die Welt ist nach der Großen Katastrophe nahezu völlig zerstört. Milliarden Menschen sind gestorben, Städte wurden zerstört, die Natur verwüstet und verstrahlt. Die Überlebenden kämpfen um die verbleibenden Ressourcen, ständig auf der Jagd nach wertvollen Tarakanischen Artefakten, den Überbleibseln einer vergangenen Zivilisation.

Nach der Apokalypse sind sogenannte Gezeichnete aufgetaucht, Menschen mit rätselhaften Tätowierungen, welche ihnen spezielle Fähigkeiten verleihen. Sie werden gefürchtet und gehasst, geraten sie an die falschen Leute, droht ihnen der Tod. Und doch sind einige von ihnen auch sehr gefragt: Die Puzzler können Mithilfe der Tätowierungen an ihren Fingern komplizierte Schlösser knacken und damit den Weg zu verborgenen Schätzen öffnen.

Wir treffen auf verschiedene Charaktere. Im Buch geht es hauptsächlich um den Puzzler Rafik. Funkelauge ist ein Gelehrter und er hat die Aufgabe erhalten die Komm-Spezialistin Vincha zu finden, da es heißt, sie könne ihm berichten, was mit dem Jungen passiert ist. Dabei steht ihm der Söldner Galinak zur Seite. Dementsprechend gibt es zwei Handlungsstränge: die Gegenwart und somit Funkelauges Mission sowie die Geschichte um Rafik, die ihm nach und nach erzählt wird, auf der anderen Seite. Das Untereinander, Miteinander und Gegeneinander zwischen Funkelauge, Vincha und Galinak war sehr amüsant, grade die beiden letzteren hatten immer einen flotten Spruch auf Lager.

Das Buch hält einige Überraschungen und Wendungen für den Leser bereit. Es ist spannend, humorvoll, aber auch teilweise blutig und brutal. Besonders gefallen haben mir die Elemente bezüglich der Gezeichneten und der Tarakanischen Artefakte. Die Tarakaner waren vor der Großen Katastrophe nicht nur technologisch und medizinisch sehr weit entwickelt und damit dem Rest der Bevölkerung weit überlegen. Man gibt ihnen zwar die Schuld an der Apokalypse, ist aber dennoch ganz wild auf ihre Artefakte, weil man damit den menschlichen Körper verbessern kann indem man sie als Mods dort einbaut. Dadurch entstehen im Prinzip mal mehr, mal weniger menschliche Cyborgs, die meist als Söldner ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Es handelt sich also um eine Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Fantasy. Mich haben sowohl das Setting, als auch das komplexe Worldbuilding und die Charaktere sofort in ihren Bann gezogen. Ich bin gespannt auf den finalen Teil!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2021

Mix aus Phantastische Tierwesen, Nevernight und Pokémon

Die Tiermagierin – Schattentanz
0

Ich finde die Idee ziemlich gut: Tiermagier, die Tierwesen zähmen und beherrschen können sowie untote Assassine, die über Schatten befehlen - wenn das nicht mal vielversprechend klingt. Für mich ist es ...

Ich finde die Idee ziemlich gut: Tiermagier, die Tierwesen zähmen und beherrschen können sowie untote Assassine, die über Schatten befehlen - wenn das nicht mal vielversprechend klingt. Für mich ist es ein Mix aus Phantastische Tierwesen, Nevernight und Pokémon, der auf seine eigene Art und Weise einzigartig und neu ist. Mit charmanten, toughen und interessanten Charaktere, die immer für einen humorvollen und sarkastischen Spruch zu haben sind. Es gibt aber ich einige emotionale, heiße oder sogar blutige Szenen. Alles in allem hat mich dieser erste Teil sehr begeistert.

Ich mochte Leena und Noc, deren Perspektiven immer wieder wechseln, ebenso wie auch ihre Begleiter. Besonders faszinierend fand ich sowohl die Fähigkeiten der Assassinen als auch die von Leena und den Tierwesen. Es gibt so viele verschiedene davon: große und kleine, starke und zerstörerische, einige können heilen oder sogar Wünsche erfüllen. Am Ende gibt es ein Bestiarium, in dem man nachlesen kann, welche Tierwesen im Buch vorkommen, wie sie aussehen, welche Besonderheiten sie haben und wie sie gezähmt werden können - toll gemacht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere