Profilbild von CynthiaM94

CynthiaM94

Lesejury Star
offline

CynthiaM94 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CynthiaM94 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2021

Identitätsdiebstahl mal anders

Network
0

Im Jahre 2046 ist einiges anderes als heute. Reale Jobs sind Mangelware. Um Unruhen vorzubeugen und den Menschen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, gibt es Netzarbeit, also praktisch reale Jobs in der digitalen ...

Im Jahre 2046 ist einiges anderes als heute. Reale Jobs sind Mangelware. Um Unruhen vorzubeugen und den Menschen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, gibt es Netzarbeit, also praktisch reale Jobs in der digitalen Welt. Daran gekoppelt sind Netzidentitäten. Wer keine hat, fällt aus dem System, bekommt kein Bürgergeld und wird zum Aussätzigen. Kein Wunder also, das Netzidentitäten heiß begehrt sind. Mia Babic und ihre Kollegen stoßen auf ein paar Ungereimtheiten bei anonymen Morden und plötzlich ziehen die Ermittlungen größere Kreise als erwartet.

Die Welt die im Buch geschaffen wird ist erschreckend realistisch, ist es doch das Berlin der Zukunft und den Grundstein für eine ähnlich dystopische Zukunft haben wir bereits gelegt. KIs werden über kurz oder lang diverse Jobs übernehmen und dem Menschen den Rang ablaufen. Beängstigend und sehr überzeugt kreiert Ansgar Thiel hier eine Welt, in der der Mensch praktisch austauschbar, einsam, fast schon überflüssig ist. Nur wenige, hochqualifizierte besitzen noch echte Jobs. Wer nicht reich genug ist sich „freizukaufen“ leistet online Zwangsarbeit. So ein trostloses Leben stelle ich mir grauenhaft vor.

Mia und ihre Kollegen weisen alle beeindruckende Lebensläufe und Qualifikationen auf, eine echte Eliteeinheit also. Zudem finde ich das Dreiergespann überaus sympathisch und ich finde es gut, dass es auch viele Einblicke in das Privatleben der Ermittler gibt, inklusive traumatischer Vergangenheit, Liebeleien am Arbeitsplatz und echter Freundschaft.

Das Buch greift ein paar wirklich spannende ökonomische und politische Themen auf.
Leider hatte das Buch einige Längen, die die Ermittlungen und meinen Lesefluss gestört haben, sodass ich passagenweise auch einfach mal nur überflogen habe, bis es wieder spannend wurde. Denn der Fall an sich und die Ermittlungen dazu, hatten es wirklich in sich.

Besonders gut haben mir die Beschreibungen aus den Randbezirken gefallen, wo die Aussätzigen leben. Hiervon hätte gerne mehr im Buch enthalten sein Können.

Das Buch zeichnet eine erschreckende und zugleich faszinierende Zukunftsvision, von der ich nur hoffen kann, dass sie sich nicht bewahrheitet. Insgesamt ein interessantes Buch mit einer spannenden Storyline. Absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

Familienbande

Dein dunkelstes Geheimnis
1

"Dein dunkelstes Geheimnis" ist ein Thriller, der die dunklen Abgründe einer Familie beleuchtet und die tiefsten Geheimnisse aufdeckt, von denen man hofft, dass sie für immer vergraben bleiben. Und willkürlich ...

"Dein dunkelstes Geheimnis" ist ein Thriller, der die dunklen Abgründe einer Familie beleuchtet und die tiefsten Geheimnisse aufdeckt, von denen man hofft, dass sie für immer vergraben bleiben. Und willkürlich stellt sich der Leser die Frage "wie weit würdest du gehen, um deine Familie zu schützen?".

Zum Inhalt: Vor 25 Jahren wurde Kathryns beste Freundin Elsie ermordet, ihre Leichen wurde allerdings nie gefunden. Verurteilt für diese Tat wurde Kathrys Vater der den Mord gestanden und damit das Leben seiner Familie für immer ruiniert hat. Als sich der Mord zum 25. Mal jährt verschwindet wieder ein kleines Mädchen auf Anglesey und Kathryn weiß, sie muss in ihre alte Heimat zurückkehren um endlich herauszufinden, was vor 25 Jahren passiert ist.

Das Cover finde ich schön gestaltet auch wenn es in meinen Augen keinen echten Bezug zur Handlung hat. Besonders gut gefällt mir das Bild, dass die Autorin von der kleinen Halbinsel Anglesey gezeichnet hat. Ein Ort, wo man seine Nachbarn kennt und es eine starke Gemeinschaft gibt, die einander hilft. Und wo man seine Kind unbesorgt auf die Straße schicken kann. Bis ein grausames Verbrechen die Gemeinde erschüttert und man den Nachbarn, die man für Freunde hielt, auf einmal nicht mehr trauen kann. Auch nach 25 Jahren werden Kathryn in ihrer ehemaligen Heimat Misstrauen, Abneigung und Verachtung zuteil und das nur, weil sie die Tochter eines Mörders ist. Die angespannte Atmosphäre ist deutlich zu spüren und man merkt, dass kleine Gemeinden wie diese eben niemals vergessen, geschweige denn vergeben.

Kathryn ist zwar die Protagonistin des Buches, aber in meinen Augen keine Sympathieträgerin. Auf mich wirkte es das ganze Buch über, als wäre der Tod ihrer Freundin ihre Ausrede, für alles was in ihrem Leben nicht gut lief. Sie kann keinen Job behalten- ihr Vater hat ihre Freundin ermordet. Sie kann keine echte Beziehungen oder Freundschaften eingehen- ihr Vater hat ihre Freundin ermordet. Deswegen war es ihr vermutlich auch so wichtig, bei dem neuen Vermisstenfall vor Ort zu sein, als würde somit auch ihr Leben auf wundersame Weise ins Lot geraten.

Schon relativ früh in der Story wird klar, dass vieles n nicht so ist, wie es zu Anfang schien und dass die Familie Bowen mehr als nur ein Geheimnis verbirgt. Schnell wird klar, dass auch andere Personen involviert sein müssen, auch wenn die Zusammenhänge erst ganz zu Ende offenbart werden. Die Auflösung des Falls fand ich geschickt erzählt und zumindest teils überraschend.

Die Geschichte ist schlüssig konstruiert und spannend erzählt. Ein echter Psychothriller war es in meinen Augen allerdings nicht, vielleicht eher ein Kriminalroman. Gerade zu Anfang hatte das Buch ein paar Längen und die gesamte Story über fand ich die versammelten Polizisten eher überflüssig als hilfreich. Am Ende ist es schließlich auch Kathryn, die Fall mithilfe ihres Bruders löst, was die Ermittler in meinen Augen ziemlich alt aussehen lässt.
Das Ende kam ziemlich abrupt und ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie es nach Abschluss des Falls weitergeht.

Insgesamt ein solider Krimi, der mich aber noch vom Hocker gehauen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

eine verhängnisvolle Affäre

Die Studentin
0

Tess Gerrigsen ist eine gefeierte Thrillerautorin. Mit „Die Studentin“ hat sie einen neuen packenden Pageturner geschrieben, der das immer wiederkehrende Thema verbotener Schüler/Lehrer-Beziehungen spannungsgeladen ...

Tess Gerrigsen ist eine gefeierte Thrillerautorin. Mit „Die Studentin“ hat sie einen neuen packenden Pageturner geschrieben, der das immer wiederkehrende Thema verbotener Schüler/Lehrer-Beziehungen spannungsgeladen aufgreift.

Zum Inhalt: Taryn Moore ist schön, intelligent und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Und doch beschließt sie es zu beenden. Das zumindest mutmaßt die Polizei, als die Leiche der jungen Studentin gefunden wird. Todesursache: ein Sprung vom Balkon. Doch ist Taryn wirklich gesprungen? Und welche Geheimnisse hat sie mit ins Grab genommen?

Das Thema des Buches ist jetzt nicht unfassbar neu, trotzdem finde ich es solide und spannend umgesetzt. Es wird auch innerhalb der Geschichte immer mal wieder aufgenommen, was ich geschickt gemacht finde.

Die Protagonisten sind detailreich gezeichnet, besonders Taryns Obsessivität und Abhängigkeit von der Achtung anderer kommen gut raus. Ich bin beim Lesen immer wieder zwischen Anerkennung ihrer Leistung und Mitleid über ihre Minderwertigkeitskomplexe geschwankt. Ihr manisches Verhalten war zum Schluss so beängstigend, dass ich ihr schon Selbstmord aus Rache unterstellt habe.

Das Buch ist wirklich fesselnd geschrieben, vor allem weil Taryns Persönlichkeit auch den Leser ein Stück weit manipuliert. Zumindest habe ich das so empfunden.

Satzbau und Sprache sind leicht verständlich und flüssig, sodass man gut durch die Seiten kommt. Die Einteilung der Story in „davor“ und „danach“ trägt stark zur Spannung bei und erst ganz zum Schluss erfährt der Leser was wirklich passiert ist. Das Ende fand ich überraschend und sehr gelungen.

Ein wirklich überzeugender Thriller, der mich mich ziemlich mitgenommen hat. Klare Leseempfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2021

über Missverständnisse und Liebe

Und immer nur du
0

"Und immer nur du" war für mich ein fast schon kitschiges und sehr vorhersehbares Buch mit einem heftigen Plot-Twist am Ende.

Zum Inhalt: Nachdem ihre Familie in ihrer Kindheit auseinander gerissen wurde ...

"Und immer nur du" war für mich ein fast schon kitschiges und sehr vorhersehbares Buch mit einem heftigen Plot-Twist am Ende.

Zum Inhalt: Nachdem ihre Familie in ihrer Kindheit auseinander gerissen wurde lebt Fenja mit ihrem Vater in Berlin. Der Tod ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimatstadt Dahrenburg, wo sich seit ihrer Kindheit nicht viel verändert hat. Inklusive Elias- Fenjas großer Jugendliebe. Ein gelüftetes Geheimnis stellt plötzlich Fenjas Welt auf den Kopf und ihre Gefühle in Frage.

Das Setting des Romans ist toll gewählt und gut beschrieben, sodass sich die Reise nach Dahrenburg auch für mich als Leser wie heimkommen angefühlt hat. Das Buch lebt meiner Meinung nach von den tollen Nebencharakteren, die viel zur „gemütlichen“ Stimmung beitragen und direkt ans Herz wachsen.
Mit den beiden Protagonisten hatte ich so meine Schwierigkeiten. Fenja ist zu Anfang unsicher, unglücklich und fremdbestimmt und muss sich im Laufe des Buches erstmal selbst finden. Und Elias war mir das ganze Buch über immer „zu viel“ und ist mit allem was er tut immer über das Ziel hinausgeschossen.

Mir war das Buch an vielen Stellen einfach „zu schnell“. Ja, die erste Liebe vergisst man nie und vielleicht endet sie auch nie wirklich aber hier haben sich die Ereignisse wirklich übertrieben schnell überschlagen. Das war mir einfach oft zu kitschig.
Ansonsten fand ich, dass das Buch wirklich unterhaltsam und voller liebenswerter Charaktere war. Es ging neben der eigentlichen Liebesgeschichte auch viel um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt.

Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen, die eisige Trotzhaltung zu Anfang weicht schnell einer Wärme und Emotionalität, die das Buch zu einem schönen Leseerlebnis machen.

Für mich eine schöne Urlaubslektüre mit unvorhersehbarem Ende und viel Herz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

gefährliche Machtspiele

Kronenkampf. Geschmiedetes Schicksal
0

„Kronenkampf“ ist mein erstes Buch der Autorin Valentina Fast, aber sicherlich nicht mein letztes. Es ist eine schöne Mischung aus Romance und Fantasy, die mir, als Neuling in diesem Genre, gut gefallen ...

„Kronenkampf“ ist mein erstes Buch der Autorin Valentina Fast, aber sicherlich nicht mein letztes. Es ist eine schöne Mischung aus Romance und Fantasy, die mir, als Neuling in diesem Genre, gut gefallen hat.

Zum Inhalt: Fiana lebt als unscheinbare Dienerin im königlichen Palast von Alandra. Doch herrschen eine Königin mit Eisenmagie und ein König mit Kupfermagie und alle 10 Jahre, treten die stärksten Magier im Kampf um die Krone Alandras gegeneinander an. Ohne es zu wollen, wird Fiana in diesen Kampf hineingezogen und muss dabei mehr von sich offenbaren, als nur ihre Kräfte.

Fiana ist eine starke und sympathische Protagonistin, die sich notgedrungen aber sehr gefasst ihrem Schicksal stellt, als sie am Kronenkampf teilnimmt. Stellt es doch ihre einzige Möglichkeit dar, dem sicheren Tod zu entkommen, stellt sie sich mutig den Herausforderungen und wächst über sich hinaus. Ich habe ihr während der Aufgaben die Daumen gedrückt, schließlich ist sie der „Underdog“ bei den Wettkämpfen. Kayden habe ich dafür verflucht, dass er Fiana das ganze Drama eingebrockt hat, aber mit fortlaufender Handlung wurde auch er mir immer sympathischer.

In dem Buch passiert so viel Handlung, dass es locker eigentlich für eine Dilogie oder Trilogie gereicht hätte. Stattdessen musste in kurzer Zeit der Kronenkampf gewonnen, ein ominöser Angriff abgewehrt, das eigene Leben gerettet und nebenbei die große Liebe gefunden werden. Die Lovestory der beiden Protagonisten fand ich zu Anfang etwas unglaubwürdig- er verrät sie, sie verzeiht ihm. Aber nachdem er mir immer sympathischer wurde, fand ich diesen Aspekt wirklich schön.

Der Schreibstil wechselt zwischen ruhig/gefasst und aufgeregt/rasant, was gut zum Genre passt. Nach den Kämpfen bekommt der Leser immer eine kurze „Romance“-Verschnaufpause. Das Buch ist gut geschrieben und lebt vor allem an den lebendigen Dialogen, da die Handlung doch recht vorhersehbar ist. An manchen Stellen gab es ein paar Längen mit sehr ausschweifenden Beschreibungen.

Ich fand das Buch eine gute Mischung aus Fantasy und Romance, aber besonders die den beiden Elementkräften und Fianas Ursprung hätte ich eigentlich gerne noch mehr erfahren. Auch die einzelnen Aufgaben des Kronenkampfes hätten für mich detaillierter sein können, aber so wird auch den Nebenfiguren Raum eingeräumt, wodurch sie ebenfalls lebendig und authentisch werden.

Insgesamt hat mich dieses Buch gut unterhalten, Thema und Handlung fand dich ansprechend und interessant. Vor allem für Fantasy-Neuling wie mich sicher einen Blick wert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere