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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2021

Außergewöhnliche Protagonistin

Tote schweigen nie
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Obwohl die Sektionsassistentin Cassie Raven mit ihrem Gothik Look ein wenig eigen ist und durch ihr Aussehen für allerlei Getuschel sorgt, kümmert sie sich liebevoll um die Toten und macht ihren Beruf ...

Obwohl die Sektionsassistentin Cassie Raven mit ihrem Gothik Look ein wenig eigen ist und durch ihr Aussehen für allerlei Getuschel sorgt, kümmert sie sich liebevoll um die Toten und macht ihren Beruf sehr gut. Als eines Tages ihre ehemalige Lehrerin Mrs. Geraldine Edwards auf ihrem Sektionstisch landet ist Cassie erstmal geschickt. Denn sie war es die sie aus der Strasse holte und ihr hat sie ihre Ausbildung zu verdanken. Alles deuten auf einen Unfall hin doch Cassie glaubt dies nicht und beginnt in dem früheren Leben ihrer Lehrerin zu suchen. Dabei hilft ihr auch die Polizistin Flythe, die auch versucht, die Wahrheit herauszufinden.
Was mir an diesem Buch gefallen hat ist die Tatsache, dass diesmal eine Sektionsassistentin die Ermittlungen übernimmt. Darüber hinaus hat mir die Herangehensweise der Hauptprotagonistin auch sehr gut gefallen. Die Handlung fand ich manchmal ein wenig langatmig, aber dann nach die Geschichte wieder Fahrt auf. Insgesamt ein guter Thriller mit einer klaren Auflösung und ein paar Überraschungen. Ich würde dem zweiten Fall definitiv eine Chance geben.

Veröffentlicht am 03.07.2021

Unterhaltsamer Auftakt einer neuen Krimireihe im Wien der Wandlung

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Wir schreiben das Jahr 1893 in Wien: Inspektor Leopold von Herzfeldt stammt aus Graz und ist neu bei der Wiener Polizei und muss sich erstmal einarbeiten und einen guten Ruf ergattern. Der versuchte Grabraub ...

Wir schreiben das Jahr 1893 in Wien: Inspektor Leopold von Herzfeldt stammt aus Graz und ist neu bei der Wiener Polizei und muss sich erstmal einarbeiten und einen guten Ruf ergattern. Der versuchte Grabraub von Bernhard Strauß auf dem Zentralfriedhof ist sein erster Fall, obwohl er bei viel spannenderen Ermittlungen mitwirken möchte. Zusammen mit dem Totengräber Augustin Rothmayer versuchen sie der Sache auf den Grund zu gehen. Gleichzeitig werden auf brutaler Art und Weise Dienstmädchen ermordet und als die Anzahl der Ermordeten zunimmt wird Leopold im Team mit einbezogen. Augustin steht im zur Seite und die überraschenden Wendungen lassen nicht mit sich warten.
Der bekannte und allbewährte Autor hat mit diesen Auftakt seiner neuen historischen Krimiserie einen facettenreichen Krimi erschaffen, an dem es an nichts mangelt. Diverse Informationen über die medizinischen Kenntnisse jener Zeit haben mich sehr interessiert, vor allem aber war ich eines weiteren überrascht, was für ein Aberglaube damals herrschte. Wien befand sich Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Tradition und beginnender Moderne und das macht sich in der Geschichte deutlich. Nicht nur für Liebhaber historischer Romane eine gute Wahl.

Veröffentlicht am 03.07.2021

Ungewöhnlicher Ermittler einer neuen Thrillerreihe

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Schon mal vorab, das Buchcover lässt einen das Blut in den Adern gefrieren. Der Wiedererkennungswert ist definitiv und man überschaut das Buch bestimmt nicht. Tom Bachmann, der sich in die Seelen der Psychopathen ...

Schon mal vorab, das Buchcover lässt einen das Blut in den Adern gefrieren. Der Wiedererkennungswert ist definitiv und man überschaut das Buch bestimmt nicht. Tom Bachmann, der sich in die Seelen der Psychopathen hineinlesen kann, und in diesem Fall hat der Ermittler es mit einem besonders brutalen Serienmörder zu tun. Mehrere Frauen werden grausam verstümmelt und in ein Kunstwerk aus Fleisch und Blut verwandelt. Es wird sehr detailliert beschrieben was der Täter mit ihnen macht deshalb ist der Thriller nichts für schwache Nerven.
Der Charakter des Ermittlers der in der Sonderabteilung 3 für Fälle die nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen, verantwortlich ist, hat mich ein wenig an Kommissar Hunter von den Chris Carter Thrillern erinnert. Da diese Thriller meine absoluten Lieblingsthrillers sind und ich sie nicht vergleichen kann, fand ich die Parallelen manchmal nicht sehr gelungen. Hätte ich diese Thriller nicht gekannt wäre ich siecher begeistert.
Die Story ist gut aufgebaut, der Plot solide und die Spannung steigt mit jedem weiteren Mord. Toms Vergangenheit holt ihn immer wieder ein aber auch die andere Charakteren fand ich authentisch. Das Ende war etwas abrupt aber für einen Serienstart fand ich das Buch recht gut gelungen. Man muss sich noch ein wenig auf den Ermittler Tom gewöhnen aber ich glaube die Serie hat hohes Entwicklungspotenzial.

Veröffentlicht am 02.05.2021

Ein Erbe mit Folgen

Enriettas Vermächtnis
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Nach dem Tod der 85-jährigen Enrietta da Silva, einer weltberühmten Schriftstellerin aus Argentinien, lädt ihr Testamentsvollstrecker Leuthard die Erben Emilio, ein Schönheitschirurg aus Buenos Aires und ...

Nach dem Tod der 85-jährigen Enrietta da Silva, einer weltberühmten Schriftstellerin aus Argentinien, lädt ihr Testamentsvollstrecker Leuthard die Erben Emilio, ein Schönheitschirurg aus Buenos Aires und Jana, eine Schauspiellehrerin aus Salzburg nach Zürich ein. Sie sollen in seiner Kanzlei über das große Vermögen von Enrietta sprechen, dass sie erben werden. Bevor aber die Konditionen festgelegt werden, taucht der junge Armando auf, der Anspruch auf den größten Teil des Erbes hat als angeblich leiblicher und sogar von Enrietta verheimlichter Sohn. Er soll nämlich aus einer geheimen Affäre stammen. Wird er dieses geheime Verhältnis zu der toten beweisen können?
Der Roman beschäftigt sich mit den Geschichten der drei Personen und geht, leider, weniger in die Lebensgeschichte von Enrietta ein. Der Schreibstil lässt mich etwas zwiespältig zurück, mal fand ich den Inhalt spannend, mal aber doch etwas langatmig. Ich denke schon, dass es ein lesenswertes Buch ist aber mit Potential noch nach oben.

Veröffentlicht am 25.04.2021

Eine poetische Reiselektüre

Der Schneeleopard
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In dieser Geschichte geht es darum, die innere Ruhe zu finden, mit sich selbst ins Reine zu kommen und zu merken welche Auswirkungen unser heutiges, modernes Leben auf unseren Körper, auf unsere Psyche ...

In dieser Geschichte geht es darum, die innere Ruhe zu finden, mit sich selbst ins Reine zu kommen und zu merken welche Auswirkungen unser heutiges, modernes Leben auf unseren Körper, auf unsere Psyche und auf unsere Umwelt hat. Silvain Tesson, Schriftsteller von Beruf, reist mit seinem Freund Munier, einen Naturfotografen und seiner Freundin Marie sowie dem Philosophen Leo ins unberührte Hochland von Tibet. Munier möchte den selten gesichteten Schneeleoparden fotografieren und nimmt diese schwierige Reise mit der kleinen Erfolgsquote auf sich. Und doch ist dies eine lohnenswerte Reise, denn Tesson findet in den Bergen des Himalaya zu sich selbst, sucht die Stille die Langsamkeit und die Einsamkeit. Das unendliche Warten um das Tier zu fotografieren wird zu einer unendlichen Reise in sich selbst, zu einer letzten Chance die Realität zu betrachten, die Wunder der Natur, die Zerstörung der Welt durch den Menschen.
Ihm wird bewusst wie gut ihm diese Ruhe tut und der Leser befasst sich mit den philosophischen, religiösen und existenziellen Gedanken des Autors. Wir haben es nicht bloß mit einem Reisebericht zu tun, es gibt auch viele poetische Ansätze und nicht zu Letzt ist es eine Gesellschaftskritik an den modernen Lebensstil.
Das Buch lernt und lehrt uns wie es sein mag, kurz innezuhalten und auf uns selbst zu hören. Darüber hinaus bekommt man auch interessante Einblicke in das Leben der Schneeleoparden mit ein paar wunderschönen Fotografien.
Für mich war diese poetische Reiselektüre ein verdienter Bestseller.