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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat mich nicht so umgehauen

Lily Frost
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Lily Frost ist 15 Jahre alt und wohnt direkt neben ihrer besten Freundin Ruby. Doch Lilys Eltern wollen nach Gideon ziehen, einen Ort, der weniger Einwohner hat als Lilys Schule Schüler. Sie versteht nicht, ...

Lily Frost ist 15 Jahre alt und wohnt direkt neben ihrer besten Freundin Ruby. Doch Lilys Eltern wollen nach Gideon ziehen, einen Ort, der weniger Einwohner hat als Lilys Schule Schüler. Sie versteht nicht, warum dieser Umzug sein muss, doch als sie das Haus das erste mal betritt, zieht es sie automatisch direkt unter das Dach. Dort steht ein Spiegel, und Buchstaben sind in den Boden geritzt. Lilys ungutes Gefühl weckt ihre Neugier, und als sie an ihrem ersten Schultag Danny kennen lernt, will sie Gideon eine Chance geben.

Lily Frost ist ein 15 Jahre alter Teenager, und sie schafft es jeden auf die Palme zu bringen, sogar sich selbst. Sie war von Anfang an gegen das neue Haus, so dass ihr keiner glaubt, dass es mehr als nur unheimlich ist. Sie ist, was Menschen betrifft, sehr auf ihre beste Freundin Ruby angewiesen, und ohne sie zwischenmenschlich völlig verloren. Und obwohl Lily nicht ganz nett zu Ruby war, ist sie doch die einzige, die zu ihr hält. Lily ist meiner Meinung nach sehr übertrieben eigenbrötlerisch, das passt nicht so ganz zu einer 15jährigen.
Obwohl der Schreibstil sehr flüssig und leicht verständlich ist, zieht sich die Geschichte ins Unendliche. Man sollte meinen ein Geist im Haus bringt mehr Spannung in die Geschichte und die plötzlichen Erscheinungen sorgen für den nötigen Gruselfaktor, doch entweder bin ich zu alt für das Buch, oder ich bin verwöhnt. Jedenfalls hat mich der Fluch aus dem Jenseits nicht gefesselt. Der Einstieg in die Geschichte war sehr gut mit Lilys eigener Nahtoderfahrung, doch der Rest zieht sich ins Unermessliche, und ist so langweilig wie der Ort Gideon.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Seelenwaage

Die Seelenwaage
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Dieses Buch ist für mich schwer zu rezensieren, weil ich ganz klar eine falsche Vorstellung und somit falsche Erwartungen hatte. Ich dachte, es ginge um Burgls Zeit bei Dr. Mengele, und doch geht es hauptsächlich ...

Dieses Buch ist für mich schwer zu rezensieren, weil ich ganz klar eine falsche Vorstellung und somit falsche Erwartungen hatte. Ich dachte, es ginge um Burgls Zeit bei Dr. Mengele, und doch geht es hauptsächlich um ihr Leben nach dem Krieg. Um ihre Rückkehr aus dem Lager nach Hause, die beiden Zwillinge, die sie bei sich hatte, und ihren Eid nichts zu sagen.

Walburga ist 17 Jahre al als sie 1944 von der Zwillingsstation unverhofft nach Hause geschickt wird. Weil sie das eine Zwillingspärchen lieb gewonnen hat, erzählt sie es Dr. Mengele, der die nötigen Papiere zusammenstellt, damit Walburga die Zwillinge mitnehmen kann. Sie weiß nicht, welche Beweggründe er dafür hat, oder dass die Russen quasi schon vor der Tür stehen, sondern macht sich frohen Mutes auf nach Hause.
Walburga ist mit der Ideologie des Dritten Reichs aufgewachsen, war auch bei den BDM und hat anschließen die Ausbildung zur braunen Schwester gemacht. Stolz und Ehre sind ihr anerzogen, genau so wie keine Gefühle zeigen und keine Fragen stellen. Sie ist sehr jung und naiv, und folgt dem Führer blind. Sie bewundert auch Dr.Mengele, weil er ein Gelehrter ist, führend in der Genetik und Zwillingsforschung, ohne dass sie weiß, was das eigentlich bedeutet oder für die Zwillinge heißt, denn sie kümmert sich nur um die Kinder.
Als der Krieg dann vorbei ist, erfährt Burgl mit der Zeit, was eigentlich wirklich alles im Dritten Reich passiert ist, und obwohl sie eigentlich nichts gemacht hat, ist sie Mitwisser und fürchtet die Verurteilung.
Jahre Später, Burgl ist eine alte einsame Frau, will sie endlich Absolution von ihren Sünden, aber auch den Zwillingen, die sie damals gerettet hat, näher kommen. Also bucht sie die selbe Pilgerfahrt, wie die Zwillinge, und ahnt nicht, dass sie einen ganz anderen Blick auf ihr Leben wirft, bevor es zu spät ist.

Ich sag ja, es ist schwer. Auf der Pilgerreise mit dem Bus durchlebt Walburga nicht nur nochmal den Heimweg vom Lager Auschwitz nach Hause und die ersten Tage danach, sondern auch, unter welchen Umständen ihre Mutter gestorben ist, dass selbst ihr Vater ins Gefägnis musste als Mitwisser, ihre Angst, ihr Wissen, die gesamte Vergangenheit quält sie.
In dem Buch erzählt sie in ihren letzten Tagen alles ihrem alten und wieder neu gefundenen Freund Vinzenz, weil er der einzige ist, dem sie sich anvertrauen kann. Sie ist eigentlich total vergrämt, hat niemanden an sich ran gelassen aus Angst, sie könnte sich verraten, und stirbt vermutlich als alte einsame Frau. Zu spät erkennt sie, dass sie sich ihr Leben selbst zur Hölle gemacht hat.

Zum Abschluss muss ich noch sagen, dass der Anfang vom Buch sehr schleppend war, weil die alte Walburga erzählt, warum sie ihre Geschichte nun endlich erzählt, und es ist, als wenn eine alte, senile Frau einem nicht vorhandenen Freund ihr Leben erzählt. Später wurde die Erzählweise fließender, aber der Anfang war sehr schleppend. Was mir sehr gefällt, ist dass Vinzenz Walburgas Geschichte zu Ende erzählt.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Guter Anfang, dann wurde es stressig

A Kiss full of Magic
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Aeri findet im tiefsten Winter riesige Wolfsspuren um ihre Hütte herum und bekommt es mit der Angst zu tun. Damit sie nicht auf den Tod warten muss, macht sie sich auf die Jagd. Sie schafft es sogar, dem ...

Aeri findet im tiefsten Winter riesige Wolfsspuren um ihre Hütte herum und bekommt es mit der Angst zu tun. Damit sie nicht auf den Tod warten muss, macht sie sich auf die Jagd. Sie schafft es sogar, dem riesigen schwarzen Wolf zwei Pfeile in den Körper zu jagen. Doch dann wird sie von einem Usurpator angegriffen und der Wolf rettet sie. Aus Mitleid schleppt sie den Wolf mit in ihre Hütte und pflegt ihn wieder gesund. Anschließend sind sie Freunde und verbringen viel Zeit im Wald. Der Wolf scheint mehr zu sein, als ein riesiger Veddawolf, denn er scheint Aeri zu verstehen.

Dieses Buch hat mir anfangs richtig gut gefallen. Der Erzählstil aus Aeris Ich-Perspektive war locker und leicht und ich mochte sie in ihrer Hütte sehr gerne. Erst später wurde klar, dass sie vielleicht kein Mensch ist. Das Leben mit dem Wolf fand ich auch unterhaltsam, und sein Geheimnis wird spätestens offenbart, als Fremde die beiden besuchen.
Ab da wurde das Buch irgendwie anstrengend. Aeri war entweder krank oder verletzt oder beides; sie und der Wolf waren auf der Flucht, oder auf dem Weg nach Hause; es war einfach nur noch anstrengend. Einerseits rennt die Zeit, andererseits muss sich Aeri drei Wochen von den Strapazen erholen, nur um dann im Nachthemd wieder zu fliehen. Ich habe mich richtig gehetzt gefühlt. Und dabei ist so viel um die beiden herum passiert, aber das blieb auf der ewigen Flucht schlichtweg auf der Strecke. Das Ende war ganz nett, aber da hatte ich das Buch gedanklich schon abgeschlossen. Ich werde die Trilogie auch nicht weiterführen.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Gute Ansätze, leider waren mir die Charaktere zu flach

Königsblau
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„Früher hieß er George und hatte ganz gewöhnliche schwarze Haare Eines seiner Experimente in jungen Jahren ist schiefgegangen und verursachte die dauerhafte Färbung seiner Haare. […] Schon zu dieser Zeit, ...

„Früher hieß er George und hatte ganz gewöhnliche schwarze Haare Eines seiner Experimente in jungen Jahren ist schiefgegangen und verursachte die dauerhafte Färbung seiner Haare. […] Schon zu dieser Zeit, als er noch König war und nicht abgedankt hatte, war George nicht gerade für seine Freundlichkeit bekannt. Schon bald verbreitete sich der Name Bluebeard.“ (S. 4. Kapitel, 19%)

Ich liebe Märchen und Märchenadaptionen und obwohl ich das Märchen um Blaubart nicht kenne, habe ich mich auf Königsblau eingelassen (ohne Vorgeschichte).
Diese Adaption hat zwei Erzählstränge, die zunächst nicht so richtig zusammen passen wollen, schon weil sie zeitlich ziemlich auseinander liegen. Der eine Strang erzählt die Geschichte von Rosalie, wie sie von Bluebeard ausgesucht wird, seine nächste Braut zu werden, wie sie in seiner Festung ankommt und dort geehelicht wird.
Der zweite Strang erzählt die Geschichte von Claire, die eigentlich die Prinzessin des Landes ist, aber durch einen Fluch aussieht wie ein altes Mütterchen. Nur die wahre Liebe kann sie erretten und als plötzlich ein junger Jäger vor ihrer Tür erscheint, hofft Claire auf Erlösung.
Die Geschichten von Rosalie und Claire sind grob ganz spannend, allerdings sind mir alle Charaktere zu flach gestaltet: Rosalie ist hübsch, Bluebeard ist böse, seine Bediensteten sind unfreundliche Nebencharaktere, Claire ist verflucht. Vor allem aber die Interaktionen mit den Angebeteten wirken steif und oberflächlich. „Rosalie verspürt so tiefe Gefühle für diesen Stallburschen, wie sie sie noch niemals für jemanden empfunden hatte.“ (9. Kapitel, 41%) Davon ist nichts zu merken, die Gefühle sind plötzlich da und nicht nachvollziehbar. Ähnlich ist es in Claires Erzählstrang.
Die unterschiedlichen Elemente von Königsblau haben mir gut gefallen: die beiden Erzählstränge, wie jede Frau mit einem anderen Schicksal zu kämpfen hat; die magischen Wesen; Claires Schicksal.
Was mir nicht gefallen hat war Bluebeard, weil er einfach nur böse war um böse zu sein. Bis zum Ende gibt es dafür keine Begründung, warum er Rosalie misshandelt. Auch seinen englischen Namen finde ich fragwürdig, da zwischen Bluebeard und Blaubart kein großer Unterschied ist. Warum also ist er englisch?

Nach ca 50% bin ich auf Querlesen umgestiegen, weil mir die Interaktionen zwischen den Protagonisten und die Liebesgeschichten einfach zu flach waren. Wobei mir Claires Erzählstrang besser gefallen hat als Rosalies, und das Potential einer Liebe zwischen den beiden zu erkennen war. Ich glaube, dass das Vorwissen um das Märchen von Blaubart keinen Unterschied gemacht hätte, wie ich diese Adaption aufgenommen habe.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

leider passiert nicht so viel

Das Schicksal der Fluchträger - Teil 1: Träume und Erinnerungen
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„Willst du`s immer noch nicht begreifen? Es hast dich auserwählt! Aus Tausenden von Tausenden! Dich!“ (21%)

Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel des Autors auf Instagram gewonnen; die Karte dazu ...

„Willst du`s immer noch nicht begreifen? Es hast dich auserwählt! Aus Tausenden von Tausenden! Dich!“ (21%)

Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel des Autors auf Instagram gewonnen; die Karte dazu sieht hinreißend aus. Doch leider konnte das Buch mich nicht fesseln und ab 64% habe ich quer gelesen und festgestellt, dass mein Eindruck sich bis zum Ende durchzieht.

Fionn und Kellen sind zwei Freunde, die dem Ort, in dem sie leben, gerne entkommen würden. Sie planen das verlassene, gestrandete Boot an der Küste auf Vordermann zu bringen. Doch dann finden sie ein Schwert, das ihnen unheimlich vorkommt. Fionn möchte beweisen, dass er genauso stark wie Kellen ist und zieht das Schwert aus seiner Scheide, nur um von düsteren Visionen übermannt zu werden. Später schieben die beiden Jungen dies auf die sommerliche Hitze und gehen ihrem ganz normalen Tagen nach.
Bis ein dunkles Eisenschiff an ihrer Küste auftaucht und das ganze Dorf in Gefahr bringt.

Das Buch startet gemächlich und ab ca. 50% nimmt die Spannung langsam zu. Der Schreibstil ist sehr detailliert und es wird viel Zeit auf die Charakterbeschreibungen und -entwicklungen verwendet. Es wurden besonders häufig „nich“ und „is“ in der wörtlichen Rede verwendet, und ich bin mir nicht sicher, ob das Absicht war. Leider gab es auch einige Sätze, die anders endeten als sie geplant waren, oder falsche Zeitformen von Verben.

Das Schicksal der Fluchträger wird aus vier wechselnden Perspektiven erzählt: von den zwei Freunden Kellen und Fionn, dem Gelehrten Nehepu, und Sam.
Fionn wird als schwach, als Feigling dargestellt, was es schwierig macht, ihn zu mögen. Kellen als Gegenpart, mit einer Ausbildung als Kämpfer, war mir trotzdem nicht sympathischer. Die Beziehung der beiden ist undurchsichtig: sind sie Freunde oder Liebhaber? Kellen küsst Fionn z.B. auf die Stirn, was m.E. ungewöhnlich für 14-jährige Jungs ist.
Sam und Nehepu haben Abwechslung in die Handlung gebracht und im Fall von Nehepu auch die Geschehnisse aus einer anderen Perspektive. Das hat mir gut gefallen.
Im Laufe des Geschehens werden die meisten Zusammenhänge auch deutlich, doch bis ca 60% war mir Sams Rolle nicht ganz klar.

Leider war es für mich nicht spannend genug, um direkt in den zweiten Teil einzutauchen.

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