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Veröffentlicht am 13.11.2021

Quinn sieht mehr als andere

Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann
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„Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann“ von Kerstin Gier erschien am 29.09.21 als Hörbuch bei Argon Sauerländer Audio.
Spielzeit: 11 Std. 54 Min.
Sprecherin: Jasna Fritzi Baur, Timmo Niesner

Quinn ...

„Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann“ von Kerstin Gier erschien am 29.09.21 als Hörbuch bei Argon Sauerländer Audio.
Spielzeit: 11 Std. 54 Min.
Sprecherin: Jasna Fritzi Baur, Timmo Niesner

Quinn ist ein Sunnyboy, beliebt und smart, auf der Party seines besten Freundes hat eine seltsame Begegnung mit einer jungen Frau. Als er ihr später zu Hilfe kommen will wird er von grusligen Wesen verfolgt und rennt in ein Auto. Schon im Krankenhaus sieht er Dinge die es so nicht geben kann. Mathilda, eine Tochter der Nachbarn und keine Freundin, ist die einzige der er sich anvertraut, denn Quinn weiß sie ist Fantasy begeistert. Gemeinsam gehen sie den unnatürlichen Dingen nach. Was sie nicht wissen, sie bringen sich in große Gefahr, und sich unsterblich verlieben war auch nicht geplant!

Kerstin Gier packt tief in die Trickkiste und erzählt eine Story, gefüllt mit Magie, Abenteuer und Teenager Lovestory. Sie besitzt einen großen Vorrat an Einfallsreichtum, die Fantasyelemente sind nicht neu, doch mit sehr viel Details ausgeschmückt. Sie überzeugt mit leichter Sprache, die Dialoge der Hauptprotagonisten sprudeln, sie passen zu hervorragend in den Jugendbuch Bereich.
Der Fokus des ersten Bandes liegt mehr auf der angehenden Liebe zwischen Quinn und Mathilda.
Im letzten Drittel kommt Spannung auf, es gibt einige brenzlige Situationen, die für Band 2 mehr Fantasyanteil erhoffen lassen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sprühen vor Leben und Jugend. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Quinn und Mathilda, so bekommt der Hörer
in einen guten Einblick in ihre Gefühle und Gedanken.
Die beiden Sprecherin Jasna Fritzi Baur und Timmo Niesner klingen sehr jugendlich, harmonieren hervorragend zusammen und brillieren besonders in den Dialogen.

Fazit: Kerstin Gier beweist wieder viel Einfühlungsvermögen in junge Menschen. Der Fokus liegt mehr auf der angehenden Liebe der Figuren, der Fantasyanteil ist geringer und kommt am Ende mehr zum Tragen. Die Dialoge zwischen Mathilda und Quinn waren für mich
ein Genuss, besonders durch die beiden Sprecher
in. Ich wurde sehr gut unterhalten und empfehle es gerne weiter, besonders an alle Jugendbuch – Fans.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2021

Ein Leben ohne eigene Wahl

Die Goldene - Gefangen im System
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„Die Goldene – Gefangen im System“ von Jella Banks erschien am 28.08.2021
Das Cover leuchtet in Gold wie der Titel.

Liah wächst privilegiert auf, sie besitzt alles nur Freiheit gibt es nicht im System. ...

„Die Goldene – Gefangen im System“ von Jella Banks erschien am 28.08.2021
Das Cover leuchtet in Gold wie der Titel.

Liah wächst privilegiert auf, sie besitzt alles nur Freiheit gibt es nicht im System. Auch bei der Partnerwahl bestimmt das System, wer zusammen passt. Bei Liah fällt die Wahl auf Arjan, den zukünftigen Präsidenten, einem Mann den sie verachtet. Während sie sich in ihre vorbestimmte Rolle zwingt, zieht sie ihr neuer Beschützer in seinen Bann. Der geheimnisvolle Zayne, bringt ihr Herz ins Wanken, doch gefangen zwischen Loyalität und einem Strudel an Geheimnissen, muss sie herausfinden, wer sich irrt......

Die Autorin hat eine dystopische Welt erschaffen die Menschen keine Wahl lässt, ihr Leben selbst zu bestimmen. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, die Menschen werden gesellschaftlich abgestuft, sie fügen sich in ihre vorgezeichneten Bahnen. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen lehnt sich gegen das System auf, wie Terroristen gehen sie dabei ebenso rücksichtslos vor. Jella Banks zeigt dies sehr deutlich und ungeschminkt. Die Einblicke in beide Welten wirken sehr realitätsnah. Die Beschreibungen der Menschen, die dem System unterstellt sind, wirken sehr bedrückend. Sehr realistisch stellt sie die Zerrissenheit von Liah dar, denn sie fängt langsam an an der Unfehlbarkeit des System zu zweifeln. Die Autorin setzt das Stilmittel der unerwarteten Wendungen aussagekräftig ein, dabei werden einige Überraschungen präsentiert. Die Spannung ist zeitweise kaum zu ertragen, dass den Leser+in immer wieder zum Weiterlesen animiert.

Fazit: „Die Goldene“ ist der 1. Teil, einer spannungsvollen dystopischen Geschichte, mit einem Touch Romantik, die mit interessanten Wendungen aufwartet. Mich konnte sie in ihren Bann ziehen, denn sie beinhaltet alles was eine gute Story für mich haben soll. Ein guter Plot, authentisch wirkende Figuren, Spannung, knisternde und unvorhersehbare Momente. Ich gebe meine Leseempfehlung, sehr gut eignet sie sich für Fans von Dystopien mit einem Hauch Romantik.

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Veröffentlicht am 03.09.2021

Emilia und ihre Ängste

Aber vielleicht wird auch alles gut
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„Aber vielleicht wird auch alles gut“ von Lea Melcher erschien im Hörbuch Hamburg Verlag.
Sprecherin: Katja Sallay
Spieldauer: 9 Std. 16 Min.
Das farbenfrohe Cover fällt sofort ins Auge, es macht neugierig ...

„Aber vielleicht wird auch alles gut“ von Lea Melcher erschien im Hörbuch Hamburg Verlag.
Sprecherin: Katja Sallay
Spieldauer: 9 Std. 16 Min.
Das farbenfrohe Cover fällt sofort ins Auge, es macht neugierig auf den Inhalt.

Emilia, Ende 20, meldet sich auf Druck ihrer Schwester, zu einer Therapie wegen einer Angststörung an. Diese Angststörung beeinflusst ihren Alltag massiv. Versehentlich landet sie in einer Paartherapie mit ihrem Exfreund Jakob (Jack), beide klären die Verwechslung nicht auf. Emilias Leben wird durch die Begegnung mit Jack auf den Kopf gestellt.

Lea Melcher, die selbst an einer Angststörung leidet, hat eine humorvolle und berührende Geschichte geschrieben, die Handlung ist mit Leben gefüllt. Die Autorin beginnt mit Emilia, der Hörer bekommt einen tiefen Einblick in ihren Lebensalltag, wie sie sich immer wieder selbst ausbremst. Durch das Zusammentreffen, mit ihrem Exfreund, wagt sie sich aus ihrer Komfortzone. Authentisch wirkt die Darstellung dieser Darstellung, wie Emilia mit ihrem Leben hadert.
Die Protagonisten sind mit viel Liebe erschaffen, sie sind vielschichtig, liebenswert, oder auch nervig.
Der Schreibstil ist angenehm, locker und wortgewandt, durch die Zeitwechsel bekommt der Hörerin gute Einblicke in die Vergangenheit.
Die Sprecherin Katja Sallay setzt ihre Stimme variantenreich ein. Sie findet den richtigen Ton für Emilia, so fühlt der Hörer
in ihre Ängste direkt mit, sie gibt jedem Protagonisten*in seine eigene Stimme.

Fazit: Mich hat das Hörbuch sehr gut unterhalten, es hat mich emotional berührt, zum Lachen gebracht und positiv überrascht. Die Thematik wurde von Lea Melcher sehr humorvoll in die Handlung eingewoben. Katja Sallay setzt ihre Stimme gewohnt ausdrucksstark ein. Ich empfehle die Geschichte gerne weiter.

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Wissenschaft und Gottesglaube

Die Gottesmaschine
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„Die Gottesmaschine“ von Reinhard Kleindl erschien am 30. 07.2021 im Verlag Lübbe.

Frisch aus Afrika zurück gekehrt reist der römische Weihbischof Lombardi, auf Wunsch seines guten Freundes, in ein abgelegenes ...

„Die Gottesmaschine“ von Reinhard Kleindl erschien am 30. 07.2021 im Verlag Lübbe.

Frisch aus Afrika zurück gekehrt reist der römische Weihbischof Lombardi, auf Wunsch seines guten Freundes, in ein abgelegenes Kloster im Montblanc – Gebiet. Er soll nach dem Ziehsohn seines Freundes schauen, dem Wissenschaftler und Mönch Sébastien, um den er sich große Sorgen macht. Lombardi findet in tot, sein Leichnam weist Spuren von Gewalt auf, zusätzlich mit räteselhaften Symbole bemalt. Es bleibt nicht bei einem Toten, wegen eines Sturms ist das Kloster von der Außenwelt abgeschnitten, Hilfe kann nicht geholt werden. Mit der Physikerin Samira Amirpour begibt sich Lombardi auf Spuren Suche, sie haben das Gefühl die Mönche verheimlichen etwas. Sie stellen unglaubliches fest, denn Sébastien hat eine folgenschwere Entdeckung gemacht.

Die Handlung ist sehr komplex aufgebaut, durch kurze Kapitel und einem stetigen Perspektivwechsel, wird die Geschichte voran getrieben. Ab der Mitte des Buches bringt der Autor
den Vatikan als zweiten Spielort hinzu, so entstehen zusätzliche spannende Situationen, die in einem furiosem Showdown enden. Das Ende ist überraschend, in sich schlüssig, beantwortet alle wesentlichen Fragen.
Der Schreibstil ist abwechslungsreich, packend und lässt sich sehr flüssig lesen. Einzig die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel hätte es nicht bedarft, sie nutzen sich nach kurzer Zeit ab. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, besitzen Ecken und Kanten, dadurch wirken sie authentisch und lebensecht.

Fazit: Für mich ist „Die Gottesmaschine“ ein gelungener Thriller, der mich gut unterhalten hat. Das Thema war interessant, sehr spannend aufbereitet, Wissenschaft und die Existenz Gottes, die Ausführungen konnten mich im Großen und Ganzen überzeugen. Einzig die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel haben mich etwas genervt. Ich gebe mein Leseempfehlung für Thrillerfans, besonders gut eignet sich der Thriller für Leser*innen, die für eine Mischung aus Glaube und Wissenschaft offen sind.


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Veröffentlicht am 03.08.2021

Beck arbeitet sich wieder nach oben

Hundstage für Beck
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„Hundstage für Beck“ vom Tom Voss erschien am 30.06.2021 beim Fischer Verlag.

Der LKA – Ermittler Nick Beck, lässt sich nach einem traumatischen Einsatz, der seiner Kollegin das Leben kostete, nach Nordbeck ...

„Hundstage für Beck“ vom Tom Voss erschien am 30.06.2021 beim Fischer Verlag.

Der LKA – Ermittler Nick Beck, lässt sich nach einem traumatischen Einsatz, der seiner Kollegin das Leben kostete, nach Nordbeck versetzen. Ein kleiner Ort im Norden Hamburgs, Natur, Ruhe und Einsamkeit ist alles was er möchte. Sein Trauma ertränkt er im Alkohol. Eines Nachts überfährt er, bei einer seiner Alkoholfahrten, eine junge Frau, die seltsamer Weise nur einen BH trug. In seiner Panik versteckt er die Leiche in einem Kanal. Später wird ihm klar, die junge Frau muss schon tot gewesen sein, denn sein Auto weist keine Unfallspuren auf. So platziert er die Leiche im Wald, damit sie gefunden wird. Nach dem Auffinden laufen die Ermittlungen, eine Kollegin aus Hamburg übernimmt die Ermittlungen, Beck soll sie unterstützen. Eine Vermisstenmeldung gibt es auch schon, die junge Frau passt zu der Beschreibung. Für die beiden Ermittler ergeben sich nach kurzer Zeit einige Ungereimtheiten und menschliche Abgründe tun sich auf.

In der neuen Krimireihe steht der ehemalige LKA Beamte Nick Beck im Fokus, der einen Charakter darstellt der polarisiert. Ihm zur Seite steht Cleo Torner, die den perfekten Gegenpol aufzeigt, ehrgeizig, motiviert, gut ausgebildet. Doch sie ist schwanger, deshalb wurde sie vom Drogendezernat, in die vermeintlich ruhige Abteilung der Vermisstenstelle versetzt. Rund um die beiden Hauptprotagonisten hat der Autor einen spannenden, sowie kurzweiligen Krimi gewoben. Dabei benutzt Tim Voss bewusst Nick Beck als am Boden liegenden Charakter, der sich wieder nach oben arbeiten muss. Die Beschreibung der extremen Hundstage erzeugen eine besondere Atmosphäre, sie sind so detailliert, das die Hitze fast spürbar ist.
Der Schreibstil ist abwechslungsreich und sehr flüssig zu lesen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und vielschichtig aufgebaut, da verbergen sich einige tiefe Abgründe.

Fazit: „Hundstage für Beck“ ist für mich ein gelungener Reihenauftakt, der mir einige Überraschungen geboten hat. Mich konnte die Handlung fesseln. Der polarisierende Figur Nick Beck hat mir ebenfalls gut gefallen, er passt hervorragend zu Cleo Torner. Ich bin gespannt wie sie im 2. Fall zusammen arbeiten und harmonieren. Ich gebe meine Leseempfehlung für alle Krimi – Fans.

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