Profilbild von KristallKind

KristallKind

Lesejury Star
offline

KristallKind ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KristallKind über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2021

Ein Sternchen dieses Genres

Der Schwur der Göttin, Band 1: Beyond Eternity
0

Nayla überlebt auf unerklärliche Weise einen Autounfall. Danach ist in ihrem Leben nichts mehr wie es vorher war. Ihre Grübeleien über die Unfallsituation lassen sie nicht mehr los, ihre Eltern verhalten ...

Nayla überlebt auf unerklärliche Weise einen Autounfall. Danach ist in ihrem Leben nichts mehr wie es vorher war. Ihre Grübeleien über die Unfallsituation lassen sie nicht mehr los, ihre Eltern verhalten sich seltsam, und auf ihrer Schule tauchen zwei Typen auf, die wirklich geheimnisvoll zu sein scheinen. Zu einem von ihnen, dem zurückhaltenden Cyrian, fühlt Nayla sich auf den ersten Blick magisch angezogen. Als auch sie selbst letztlich ein Geheimnis hüten muss, drohen ihre derzeitigen Lebensumstände mit einem großen Knall zu platzen.

Mit „Beyond Eternity“ hat die Autorin in mir einen neuen Fan gefunden. Schon das Cover hat mich sehr angesprochen, so edel zurückhaltend und magisch verspielt. Ich gebe allerdings zu, dass ich vor der Lektüre etwas skeptisch war, denn ich hatte in der Vergangenheit mehrere Bücher dieses Genres gelesen, die mich eher langweilten. Doch glücklicherweise habe ich hier für mich ein neues Buchschätzchen entdeckt.

Vor allem Greta Miláns Schreibstil hat mich sehr angesprochen. Sie erzählte Naylas Geschichte auf aufregende Art und Weise ohne zu übertreiben, mit authentischen und meist nachvollziehbaren Entscheidungen der Figuren. Auch wenn mir diese nicht immer gefielen, ich hatte den Raum um die Perspektive zu wechseln und zu verstehen. Naylas Welt erreichte mich in allen Aspekten und ließ mich in die Handlung eintauchen, als wäre ich selbst dabei.
Die Spannung und die heimliche Verliebtheit zwischen den Protagonisten wurde meines Erachtens hervorragend auf den Punkt gebracht. Endlich trat mal wieder ein Paar in mein Bücheruniversum, bei dem es so richtig knisterte. Aber auch die freundschaftlichen Gefühle zwischen verschiedenen Charakteren wurden in dieser Geschichte wertgeschätzt, der Zusammenhalt und die Stärke von Vertrauten auf sensible Weise bewiesen.

Das bedeutende Thema der Befreiung, gekoppelt an Mut, Vertrauen und den damit verbundenen Willen sich von Fesseln zu lösen, wurde meiner Meinung nach fantastisch dargestellt. Vor allem die Phasen, welche die Protagonistin in diesem Prozess durchlebte, waren für mich deutlich spürbar.

Damit fand ich diesen ersten Band der Reihe allgemein sehr ausgewogen und rund, wobei ich wirklich dankbar bin, von seitenlangen Kampfszenen verschont worden zu sein. Allerdings war mir Naylas Abstammungslinie eine etwas zu komplizierte Kiste, aus der ich zwischenzeitlich gedanklich ausgestiegen war. Zum Ende hin wurde mir zwar vieles klarer, aber abfragen darf mich dazu niemand.

„Beyond Eternity“ hat mir sehr gut gefallen. Tolle Figuren, ansprechende Erzählweise und eine mythisch-geheimnisvolle Welt, die es zu entdecken galt. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 dieser aufregenden und bezaubernden Erzählung! / 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2021

Außergewöhnliche Idee

Imperator
0

Rom. Ein paar Verrückte glauben, sie wären die Reinkarnation verschiedener römischer Kaiser. Doch sind diese Leute wirklich verrückt? Leider haben es alle zu großer Macht in vielen einflussreichen Bereichen ...

Rom. Ein paar Verrückte glauben, sie wären die Reinkarnation verschiedener römischer Kaiser. Doch sind diese Leute wirklich verrückt? Leider haben es alle zu großer Macht in vielen einflussreichen Bereichen geschafft und sich nun verschworen, eine von ihnen geglaubte Ordnung wieder herzustellen. Derweil möchte Anna in der Metropole den Mord an ihrer Mutter aufklären und tarnt sich als Paparazzi. In diesem Kreis lernt sie Spartaco kennen, der viele Beziehungen hat und sich in der Stadt gut auskennt. Als sich plötzlich unglaubliche Vermutungen verdichten und mysteriöse, bedrohliche Dinge geschehen, scheint ein Zusammenhang mit dieser okkulten Gruppe nicht mehr unmöglich.

Ich bin begeistert! Bisher kannte ich den Autor lediglich dem Namen nach und hatte noch kein Buch von ihm gelesen. Das wird sich nun ändern, denn Schreibstil und Ideen sind genau nach meinem Lesegeschmack.

Der Klappentext hielt hier definitv, was er versprach. Dieser originelle Fantasy-Thriller glänzte für mich durch die Verbindung verschiedener Elemente. Der Schleier zwischen Realität und Fiktion schien hauchdünn zu sein und ließ Parallelwelten stückchenweise hindurch diffundieren. Hört sich seltsam an, fügte sich aber erstaunlich gut in diese spannende Geschichte. Zentrale Elemente erinnerten mich an den Film „Eyes Wide Shut“, die Paparazzi an den Tod von Prinzessin Di, die Behauptungen der Menschen eine Reinkarnation von Imperatoren zu sein an MK-Ultra-Programme, usw. Am Ende blieb dann doch die Frage, ob die betroffenen Figuren vielleicht einfach nur größenwahnsinnig oder Opfer einer Art Bewusstseinskontrolle wurden. Ich fand die Idee jedenfalls sehr spannend.

Die Protagonisten zeigten sich meines Erachtens recht oberflächlich und wenig präsent. Ich wusste am Ende nicht wirklich viel über sie. Allerdings störte mich das überhaupt nicht, denn die Handlung präsentierte sich so rätselhaft, dass alle ausschweifenden oder tiefgehenden Schilderungen zu einzelnen Charakteren eher störend gewesen wären. Interessant fand ich, dass es verschiedene Handlungsstränge gab, die gleichwertig nebeneinander liefen, sich nur punktuell berührten und sich trotzdem im gleichen mysteriös-magischen Terrain befanden. Einzig die Erlebnisse des Detektivs waren mir dann doch zu verrückt, um im Rahmen dieser Geschichte ernst genommen zu werden.

Leider konnten mir die meisten brisanten Situationen, die Anna und Spartaco bewältigen mussten, kein Gefühl von höchster Gefährlichkeit vermitteln. Ich fand diese Szenen von der Handlung her hochspannend, doch emotional konnte ich nur wenig mitfiebern.

Insgesamt gesehen gebe ich aber eine klare Leseempfehlung. Ein rätselhafter Thriller, mit vielen offenen Fragen, die hoffentlich in einer Fortsetzung beantwortet werden. Ich bleibe auf jeden Fall dran. / 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2021

Hat mich ziemlich herausgefordert

Die letzte Tochter von Versailles
0

Véronique wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Eines Tages wird ein Edelmann auf ihre Schönheit aufmerksam und holt sie in seinen Dienst. Das junge Mädchen landet in Versailles und ist nun ganz allein ...

Véronique wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Eines Tages wird ein Edelmann auf ihre Schönheit aufmerksam und holt sie in seinen Dienst. Das junge Mädchen landet in Versailles und ist nun ganz allein auf sich gestellt. Hier erwarten Véronique viele Herausforderungen. Viel mehr, als eine unschuldige Seele verkraften kann.

Das Cover täuscht! Ein wunderschönes Cover, keine Frage, jedoch hätte ich im Zusammenhang mit dem Klappentext und der Leseprobe eine ganz andere Art von Erzählung erwartet.

Ich bin jedoch nicht enttäuscht. Eva Stachniak führte mich nämlich durch eine Welt voller Entbehrungen, Sehnsüchten und Hoffnungen, welche über Generationen hinweg schicksalshafte Auswirkungen hatte. Der von mir erwartete Prunk des französischen Hofes im 18. Jahrhundert war in diesem Roman lediglich Nebensache und wurde zudem vollständig entzaubert. Die Autorin folgte der unbarmherzigen Lebensgeschichte von Véronique und deren Tochter strikt, ohne jeglichen Glamour, und konnte damit das Dasein der Bevölkerung in den Händen der damaligen royalen Elite abbilden.

Es wurde nichts romantisiert. Ich war emotional gefesselt von der bedrückenden Atmosphäre, der Orientierungslosigkeit der hübschen Protagonistin, deren Einsamkeit in jeglicher Hinsicht und letztlich auch von deren Ohnmacht bezüglich ihres Lebensweges.

Die Ausarbeitung der Figuren fand ich sehr gelungen. Ich hatte den Eindruck mit jedem Charakter selbst eine Art Beziehung zu führen, wobei ich deutliche Grenzen zwischen Sympathie und Abneigung, bis hin zur Abscheu ziehen konnte. Sehr gut gefallen hat mir der in der Geschichte etwas zu wenig beachtete Sohn Marie-Louises, Jean-Louis, der sich ziemlich unscheinbar von seinen verpflichtenden Fesseln befreite und somit auch eine Weiche und endlich eine Wahl hinsichtlich der Zukunft für seine Mutter bereitstellte. Mir ist dieser Part leider etwas zu wenig behandelt worden, und grundsätzlich hat mich auch das letzte Viertel des Buches nicht mehr so sehr mitgerissen. Der deutliche Schwenk auf die politischen Hintergründe der Zeit, veranschaulicht über das fast wahnhafte Verhalten von Marie-Louises Ehemann, haben mein Leserherz emotional von dieser Familiengeschichte getrennt.

Leider klaffte in Véroniques Lebensweg eine große Lücke, was ich wirklich bedauerte. Ich finde, ihr trauriges Los wäre eine Weiterverfolgung wert gewesen. Ebenso wurde in meinen Augen die Freundschaft zwischen dem Dauphin und der jungen Marie-Louise zu abrupt gekappt. Dieser Faden wurde einfach fallengelassen, wo ich ehrlich gesagt irgendeine Art von Abschluss erwartet hätte.

Allgemein gesehen hat mich dieser Roman überrascht. Intensiv, atmosphärisch, maskenlos, aber auch als schwer, rau und bedrückend würde ich „Die letzte Tochter von Versailles“ beschreiben. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. / 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

Die kluge Protagonistin war mir sehr sympathisch

Die Teehändlerin
0

1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren Kindern in Frankfurt, wo sie eine Teehandlung betreiben. Als Tobias eine Geschäftsreise nach China unternimmt, hat es Friederike in vielerlei ...

1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren Kindern in Frankfurt, wo sie eine Teehandlung betreiben. Als Tobias eine Geschäftsreise nach China unternimmt, hat es Friederike in vielerlei Hinsicht schwer. Als Frau hat sie in jener Zeit kaum die Möglichkeit Geschäfte zu tätigen oder eigenständige Entscheidungen zu treffen. Aber als sich der Prokurist des Unternehmens eines Tages sehr verdächtig verhält, muss Friederike eingreifen – koste es was es wolle.

Ich mag Erzählungen, die von wahren Geschichten inspiriert wurden. Die Marke Ronnefeldt war mir bisher überhaupt kein Begriff, daher freute ich mich über die spielerische Erweiterung meines Horizonts durch diesen Roman.

Vor allem die Ausarbeitung der Rolle der Frau im 19. Jahrhundert fand ich hier sehr gelungen. Susanne Popp hat die Sehnsüchte, verborgenen Talente und die Klugheit der weiblichen Charaktere unaufdringlich, aber deutlich dargestellt. Die Macht der gesellschaftlichen Konventionen schien jegliche Entwicklung zu erdrücken, was ich hier besonders in Friederikes und Tobias Beziehung wahrnehmen konnte. Die Autorin präsentierte mir ein Ehepaar, das wunderbar harmonierte, sich aber fast an die gesellschaftliche Norm verlor. Ich fand diese Zerrissenheit Tobias, die Angst vor dem Verlust der gesellschaftlichen Anerkennung, aber auch die Wertschätzung und den Stolz für seine liebe Friederike, sehr feinfühlig geschildert. Ebenso wie das zarte, vorsichtige Aufblühen von Souveränität im Leben seiner Frau.

Dieser Band 1 der Saga präsentierte verschiedene Herausforderungen einzelner Figuren, die jede für sich ein brisantes Thema aufarbeiteten, und deren weiterer Lebensweg wohl in den nächsten Bänden weiter verfolgt werden wird. So geht es beispielsweise auch um die Kluft zwischen den Religionen, oder um den Umgang mit Angehörigen fremder Völker.

Auch wenn sich die Geschichte für mich stellenweise etwas in die Länge zog, fand ich sie dennoch nie langweilig. Die Autorin konnte mich in jeglicher Hinsicht durch diese fernen Jahre führen, wobei der Zeitgeist leicht verständlich und greifbar war.

„Die Teehändlerin“, der Auftakt zur Ronnefeldt-Saga, hat mir eine schöne Lesezeit beschert. Dieser Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit wurde von der Autorin mit viel Gefühl erzählt, wobei verschiedene Schicksale spannend miteinander verwoben wurden. Empfehlenswert. / 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Hat mir fast noch besser gefallen als Band 1

Die Stadt der Tränen
10

Minou und Piet leben nun bereits seit Jahren auf ihrem Landsitz in Puivert und führen dort mit ihrer Tochter Marta ein bodenständiges Leben. Als sie einer Einladung zur königlichen Hochzeit nach Paris ...

Minou und Piet leben nun bereits seit Jahren auf ihrem Landsitz in Puivert und führen dort mit ihrer Tochter Marta ein bodenständiges Leben. Als sie einer Einladung zur königlichen Hochzeit nach Paris nachkommen, nimmt ihr harmonisches Leben allerdings ein jähes Ende. Marta verlässt unbeaufsichtigt das Haus und wird vermisst. Kurz darauf zwingt die Bartholomäusnacht Minou und Piet tragischerweise zur überstürzten Flucht aus der Stadt, da allen Hugenotten der Tod droht.

Die Fortsetzung des Buches „Die brennenden Kammern“ hat mir wieder eine schöne Lesezeit beschert! Durch die gute Anknüpfung an den ersten Band und die fabelhafte und bildhafte Ausdrucksweise der Autorin, befand ich mich augenblicklich wieder in Frankreich bei Minou und Piet. Ach, ich mag dieses Paar sehr. Sie sind so bodenständig und für ihre Verhältnisse bescheiden geblieben, trotz Minous umfangreicher Erbschaft. Grundsätzlich fand ich sogar alle Figuren treffsicher skizziert, jeder Charakter war stark spürbar. So konnte ich mich in jede Szene sehr gut hineinversetzen, was mich stellenweise sogar emotional herausforderte.

Trotz des schweren Themas und des hindernisreichen Lebensweges des sympathischen Paares, konnte die Autorin der Geschichte Leichtigkeit geben. Ich empfand lediglich einzelne Kapitel düster, beispielsweise jene, die mit Vidals verqueren Gedanken und empathielosen Handlungen zu tun hatten. Nichtsdestotrotz war es aufschlussreich, die Verbindung zwischen Piet und Vidal näher betrachten zu können.

Ich gebe zu, dass mir die tragische Geschichte um Marta, deren Leben und Entwicklung ohne ihre leiblichen Eltern und deren Wiederfinden, nicht so gut gefallen hat. Hier waren mir zu viel schicksalshafte Momente und Verknüpfungen. Es wirkte auf mich daher nicht ganz so glaubhaft, genau wie der Showdown, der mir irgendwie unpassend erschien – zu sehr Hollywood-like.

„Die Stadt der Tränen“ steht dem ersten Band in nichts nach. Wo im ersten Band der Krieg im Außen tobte, zeichneten sich hier die Scharmützel auch auf Beziehungsebene und im Inneren der Protagonisten ab. Ich freue mich schon darauf, womit mich Kate Mosse in Band 3 der Reihe überrascht. / 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema