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Veröffentlicht am 23.09.2021

Ein großartiges und wichtiges Buch, unbedingt lesen!

Wie ein Schatten im Sommer
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Die Jugendromane von Adriana Popescu lese ich immer wahnsinnig gerne, für mich sind sie schon längst absolute Must-Reads. Dem Erscheinen von „Wie ein Schatten im Sommer“ habe ich daher ganz sehnsüchtig ...

Die Jugendromane von Adriana Popescu lese ich immer wahnsinnig gerne, für mich sind sie schon längst absolute Must-Reads. Dem Erscheinen von „Wie ein Schatten im Sommer“ habe ich daher ganz sehnsüchtig entgegen gefiebert, auf das Buch war ich tierisch gespannt.

Vio zieht mit ihren Eltern von München in das beschauliche Walddorf auf dem Land, wo die kleine Familie einen Neuanfang wagen möchte. Andere Umgebung, andere Leute, weit weg von ihrem alten Zuhause und ihrer Vergangenheit – das ist es, was Vio jetzt braucht. Allerdings macht sie der Umzug, so kurz vor dem letzten Schuljahr, auch ziemlich nervös. Was ist, wenn sie keinen Anschluss findet? In einem Dorf, wo sich alle schon seit Ewigkeiten kennen? Zum Glück trifft sie aber bereits am ersten Tag ein paar nette Jugendliche in ihrem Alter, mit denen sie sich schnell anfreundet. Teil der Gruppe ist auch der schüchterne und freundliche Konstantin, der die Schmetterlinge in Vios Bauch zum flattern bringt. Der Sommer könnte eigentlich perfekt sein, wäre da nicht Vios rumänische Herkunft und die Clique von Konstantins großem Bruder Robin, die mit ihren fremdenfeindlichen Sprüchen einen dunklen Schatten über die unbeschwerte Sommeridylle werfen. Als sich dann auch noch immer wieder rassistische Straftaten ereignen, werden die dunklen Wolken über dem Dorf zunehmend größer und bedrohlicher.

Da mich Adriana Popescu mit ihren drei letzten Jugendromanen aus dem cbj Verlag so richtig aus den Socken hauen konnte, habe ich mir von „Wie ein Schatten im Sommer“ natürlich enorm viel erhofft. Ich bin also mit ziemlich hohen Erwartungen in das Buch eingetaucht – und wurde zum Glück nicht enttäuscht! Ich bin total begeistert von diesem Buch, für mich ist es ein echtes Highlight.

Bei mir trat von den ersten Zeilen an das ein, was eindeutig für eine richtig gute Story spricht: Einmal mit dem Lesen begonnen, wollte ich am liebsten gar nicht mehr damit aufhören. Die Handlung konnte mich einfach umgehend packen und fesseln und in den Schreibstil von Adriana Popescu habe ich mich mal wieder sofort verliebt. Sehr gefreut hat mich zudem, dass die Geschichte im Wechsel von Konstantin und Vio erzählt wird, jeweils in der Ich-Perspektive. Wer meinen Lesegeschmack kennt, wird wissen, dass ich diese Erzählform ausgesprochen gerne mag. In meinen Augen ist sie hier auch die perfekte Wahl. Das Leseerlebnis wird durch die ständigen Sichtwechsel so schön mitreißend und abwechslungsreich gestaltet und dank der anschaulichen Einblicke, die wir in die Gefühls- und Gedankenwelten unserer zwei Hauptprotagonisten erhalten, fühlt man sich den beiden richtig nahe und lernt sie sehr genau kennen.

Mir waren sowohl Vio als auch Konstantin auf Anhieb sympathisch, vor allem Vio fand ich klasse. Ich mochte ihre aufgeschlossene, selbstbewusste und humorvolle Art unheimlich gerne und habe mich jederzeit hervorragend in sie hineinversetzen können. Ich persönlich habe ihre Kapitel ein klein wenig lieber gelesen, da ich mich mit ihr irgendwie ein bisschen mehr verbunden gefühlt habe, aber auch die Passagen aus Konstantins Blickwinkel habe ich überaus genossen und auch ihn habe ich super liebgewonnen. Konstantin ist ein herzensguter Kerl, man muss ihn einfach gernhaben. Leider ist er nur ziemlich zurückhaltend und unsicher und schweigt in der Regel lieber als den Mund aufzumachen, aus Sorge sonst jemanden zu verletzen oder zu enttäuschen. Ich habe Konstantins Verhalten stets vollkommen nachvollziehen können, auch wenn ich es nicht immer gut fand. Konstantin wird aber aus seinen Fehlern lernen und sich wunderbar weiterentwickeln, so viel sei schon mal verraten.

Mein heimlicher Star in diesem Buch war jedoch Mone, ein Mädchen, das zu Konstantins Bekanntenkreis gehört. Von Mone war ich richtig fasziniert, sie ist tough, mutig und stark und die beste Freundin, die man sich nur wünschen kann. Zwischen ihr und Vio wird sich im Verlauf der Geschichte noch eine tolle und innige Freundschaft entwickeln, was wunderschön veranschaulicht wird.
Zu den weiteren Charakteren kann ich mich ebenfalls nur positiv und begeistert äußern. Wie ich es von Adriana Popescu gewohnt bin, hat sie sämtliche Figuren mal wieder bemerkenswert authentisch und facettenreich skizziert. Im Erschaffen von realitätsnahen Charakteren ist die Adriana Popescu zweifellos eine wahre Meisterin. Die Personen in ihren Büchern wirken wirklich immer beeindruckend echt und machen stets völlig glaubwürdige Entwicklungen durch.

Auch mit der Handlung hat die Autorin auf ganzer Linie bei mir punkten können. Ihr ist es erneut vortrefflich geglückt eine ernste und brisante Thematik auf eine einfühlsame und leichte, zugleich aber auch aufrüttelnde Weise zu verpacken. Die Geschichte wird an keiner Stelle zu bedrückend oder heftig, regt aber extrem zum Nachdenken an und klingt nach.
Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Gruppenzwang, Vorurteile, Freundschaft, Mut, Loyalität und Liebe – von diesen Dingen handelt die Geschichte unter anderem. Die Erzählung zeigt auf, wie beeinflussbar und manipulierbar wir Menschen sein können und dass der Fremdenhass und das Schubladendenken gerade auf dem Land, in kleinen Dörfern, wo jeder jeden kennt, oft eine größere Rolle spielt als in Großstädten. Zudem führt sie uns vor Augen, wie wichtig es ist sich stets seine eigene Meinung zu bilden und für andere einzustehen. Gerüchten glauben schenken, zum Mitläufer werden, wegschauen und rassistische Äußerungen einfach so hinnehmen – wenn man dieses Buch liest wird einem nur zu bewusst wie schlimm und falsch so ein Verhalten ist.

Mich hat die Geschichte tief berührt und aufgewühlt und komplett abgeholt. Und als ich dann anschließend das Nachwort der Autorin gelesen habe, aus welchem hervorgeht, dass viele eigene Erfahrungen in diesem Buch stecken, ist meine Erschütterung, Begeisterung und Faszination nur noch größer geworden.
Ganz angetan bin ich auch von dieser einzigartigen Mischung aus sommerlicher Leichtigkeit, Ernst und Tiefgang. Trotz der schweren und teils harten Thematik verströmt die Erzählung dank der idyllischen Kulisse eine herrliche Sommerwohlfühlatmosphäre und macht total Lust auf sonnenwarme Tage auf dem Land und Badeurlaub am See. Das Setting wird einfach wundervoll beschrieben, überaus bildhaft, stimmungsvoll und lebensecht, mir hat es unglaublich gut gefallen.

Das Ende konnte mich ebenfalls gänzlich überzeugen. Es ist hoffnungsvoll und zufriedenstellend und schließt die Geschichte rundum gelungen ab.

Fazit: Eindringlich, fesselnd, tiefgründig. Ein großartiger Jugendroman, der mitreißt, bewegt und nachhallt.
Adriana Popescu hat es mal wieder geschafft und mir absolutes Highlight beschert. Ich habe „Wie ein Schatten im Sommer“ regelrecht verschlungen und eine unvergessliche Zeit mit Vio, Konstantin und Co. verbracht. Ich kann nur sagen: Unbedingt lesen! Dieses Buch öffnet Augen und behandelt so viele wichtige und aktuelle Themen. Egal ob Jugendliche oder Erwachsene - ich kann „Wie ein Schatten im Sommer“ jedem wirklich nur ans Herz legen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Eine zauberhafte und hexenstarke Fortsetzung!

Ein Mädchen namens Willow 2: Waldgeflüster
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Ich liebe die Kinderbücher von der Sabine Bohlmann und der erste Band ihrer Willow-Serie konnte mich im vergangenen Jahr vollauf begeistern. Mir stellt sich daher gar nicht erst die Frage ob ich auch ...

Ich liebe die Kinderbücher von der Sabine Bohlmann und der erste Band ihrer Willow-Serie konnte mich im vergangenen Jahr vollauf begeistern. Mir stellt sich daher gar nicht erst die Frage ob ich auch die Fortsetzung lesen möchte. Natürlich musste ich auch diese unbedingt bei mir einziehen lassen.

Junghexe Willow und ihre drei Hexenfreundinnen hatten sich riesig auf ihre Übernachtungsparty in ihrem Hexenhaus gefreut, doch als eine Gruppe Jungs ganz plötzlich in ihrem Wald auftaucht, vergeht den vier Mädchen die gute Laune. Diese drei Jungs, die sich den albernen Namen „Die Waldschrate“ gegeben haben, wollen sich ohne zu fragen ein Baumhaus im Wald bauen! Also das geht ja mal gar nicht. Willow, Valentina, Gretchen und Lotti sind sich sofort einig, dass diese drei Idioten unbedingt aus ihrem Wald vertrieben werden müssen. Und die blöde Gundula, die sich nach wie vor an Willows Vater rannmacht, muss ebenfalls endlich vergrault werden. Willow will diese dumme Pute und ihre beiden Kinder einfach nicht in ihrem Leben haben. Würde sich ihr Papa doch nur in Valentinas Mutter Amanda verlieben. Dann wären alle glücklich und Amanda würde nicht mehr darüber nachdenken mit ihren Kindern nach Australien auszuwandern. Die Liebe kann nur manchmal ganz schön kompliziert sein. Ob die Freundinnen vielleicht mal mit ein bisschen Liebestrank nachhelfen sollten?

Endlich habe ich mich gemeinsam mit Willow und ihren drei Freundinnen in ein neues tolles Hexenabenteuer stürzen können und tja, was soll ich sagen, die Wartezeit von über eineinhalb Jahren hat sich definitiv gelohnt: Ich finde die Fortsetzung absolut bezaubernd, mir persönlich hat sie sogar ein bisschen besser gefallen als der Vorgänger und bereits dieser war ein Highlight für mich. Mit „Ein Mädchen namens Willow“ hat die Sabine Bohlmann einfach eine ganz besondere Kinderbuchserie herausgebracht, voller Spannung, Spaß, Warmherzigkeit und magischem Hexencharme.

Solltet ihr gerne in Hexengeschichten eintauchen und noch nicht die Bekanntschaft mit Junghexe Willow gemacht haben, kann ich euch echt nur nahelegen dies schleunigst zu ändern. Für Hexenfans, egal ob Groß oder Klein, ist diese Reihe ganz klar ein großes Muss. Allerdings würde ich raten lieber zuerst zu Band 1 zu greifen. Zwingend erforderlich ist es zwar nicht – meinem Empfinden nach kann man die beiden Bücher gut unabhängig voneinander lesen – aber da die Bände aufeinander aufbauen, ist die Lesefreude zweifellos um einiges höher wenn man sie in der chronologischen Reihenfolge liest.

Bei mir trat auch dieses Mal von Beginn an das ein, was schon beim Serienstart der Fall war: Einmal nach dem Buch gegriffen und darin versunken, wollte ich es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Story konnte mich von den ersten Zeilen an mitreißen und begeistern und von Sabine Bohlmanns wunderschönem Schreibstil war ich mal wieder sofort ganz angetan; für mich hat er sich abermals angenehm flüssig lesen lassen. Da ich zum Glück gerade sehr viel Zeit zum Lesen hatte und diese natürlich ganz Willows neuem Abenteuer gewidmet habe, habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgeschmökert.
Langeweile kam für mich dabei wahrlich an keiner Stelle auf. Die Geschichte sprüht nur so vor Witz, Charme und Einfallsreichtum und kann mit viel Spannung und lauter Überraschungen aufwarten. So sorgen unter anderem die teils sehr amüsanten Eigenarten der Figuren für die allerbeste Unterhaltung sowie die witzigen Hexereien von Willow und ihren Freundinnen. Ich bin stellenweise aus dem Schmunzeln gar nicht mehr herausgekommen – vor allem Gretchens ulkige Sprüche fand ich einfach wieder herrlich. Und als sie dank eines Zaubers eine Zeit lang nur noch ganz geschwollen und altmodisch reden kann, habe ich das vergnügte Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, hihi.
Ins Mitfiebern bin ich aber natürlich auch geraten, und wie. So sorgt vor allem der Plan von Valentinas Mutter nach Australien auszuwandern für jede Menge Aufregung. Dass dieser verhindert werden muss, steht für die vier Freundinnen selbstverständlich sofort fest, sie wollen schließlich auf gar keinen Fall voneinander getrennt werden. Aber auch die drei Jungs, die plötzlich im Wald auftauchen, treiben die Handlung ordentlich voran. Ich kann euch versprechen: Einmal mit dem Lesen begonnen, mag man wirklich nicht mehr damit aufhören.

Neben den spannenden und unterhaltsamen Szenen kommen dann auch die berührenden und nachdenklich stimmenden Momente nicht zu kurz. Wie ich es von Sabine Bohlmann gewohnt bin, hat sie auch dieses Mal eine Geschichte aufs Papier gebracht, die voller bedeutsamer Botschaften und Werte steckt. Mit viel Herz und Wärme werden einem viele wunderbare Themen nähergebracht wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Ehrlichkeit. Zudem wird aufgezeigt, dass man sehr viel aus seinen Fehlern lernen kann und auch die Wichtigkeit und Schönheit von Natur wird auf eine kindgerechte Weise vermittelt.

Mit den Charakteren hat mich Sabine Bohlmann ebenfalls wieder vollends überzeugen können. Ob bekannte Gesichter oder neue Personen – alle wurden sie mit viel Liebe ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften zu einem ganz besonderem.
Da hätten wir zum Beispiel Junghexe Willow, unsere personale Erzählerin. Willow fand ich bereits im ersten Band wundervoll und auch dieses Mal hat sie sich sofort in mein Herz geschlichen. Sie ist liebenswert, mutig und aufgeweckt, man muss diesen pfiffigen rothaarigen Wuschelkopf einfach gernhaben.
Mit ihren drei Freundinnen Valentina, Gretchen und Lotti schaut dies ganz genauso aus. Die Mädchen sind einfach alle vier ganz reizend und einzigartig und ergeben gemeinsam ein erstklassiges und starkes Team.

Auch von der Gestaltung des Buches bin ich völlig hingerissen. Simona M. Ceccarelli, deren Zeichenstil ich wahnsinnig gerne mag, hat die Geschichte mit zahlreichen traumhaft schönen schwarz-weiß Illustrationen versehen, die perfekt zu diesem fantasievollen Abenteuer passen und eine magische Atmosphäre schaffen.
Bezüglich des Covers brauche ich vermutlich gar nicht groß was sagen, oder? Sieht es nicht toll aus? Also ich liebe es.

Das Ende konnte mich ebenfalls vollkommen zufriedenstellen. Es ist herzerwärmend und absolut stimmig und obwohl es recht abgeschlossen ist, macht es dennoch große Hoffnung auf einen weiteren Folgeband. Also ich hoffe sehr, dass es auch noch einen dritten Teil geben wird. Ich würde unglaublich gerne noch viele weitere aufregende Abenteuer mit Willow und Co. erleben.

Fazit: Warmherzig, lustig, hexenstark. Eine zauberhafte Fortsetzung voller Abenteuer, Fantasie und turbulenter Hexenmagie!
Auf mein Wiedersehen mit Willow und ihren Freundinnen habe ich mich eindeutig zurecht so sehr gefreut: Mich hat Sabine Bohlmann mit dem zweiten Band ihrer „Ein Mädchen namens Willow“ - Serie sogar noch etwas mehr verzaubern können als mit dem Vorgänger. Ich finde diese Kinderbuchreihe ab 10 Jahren einfach großartig und kann sie jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen. „Waldgeflüster“ erhält von mir 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Berührend, unterhaltsam, tiefgründig, wunderschön!

Marthas Boot
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Da mir meine bisherigen Werke aus der Feder von Polly Horvath ausgesprochen gut gefallen haben, war meine Neugierde sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch „Marthas Boot“ hörte. Beim ...

Da mir meine bisherigen Werke aus der Feder von Polly Horvath ausgesprochen gut gefallen haben, war meine Neugierde sofort geweckt als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch „Marthas Boot“ hörte. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick und da mich der Klappentext ebenfalls direkt ansprach, stand für mich sehr schnell fest: Die vier McCready-Schwestern möchte ich unbedingt kennenlernen.

Als die Eltern der McCready-Schwestern bei einem Tsunami ums Leben kommen, erklärt sich nur ihre Großtante Martha dazu bereit die vier Mädchen bei sich aufzunehmen. Doch als Fiona (14), Marlin (12), Natasha (10) und Charlie (8) in Kanada ankommen, erwartet sie dort bereits die nächste schlimme Nachricht: Auch ihre Großtante ist ganz plötzlich verstorben. Völlig auf sich alleine gestellt versuchen die vier Schwestern nun, sich auf der idyllisch gelegenen kleinen Farm ihrer Großtante ein neues Leben aufzubauen. Dass die vier Mädchen alleine leben, muss allerdings streng geheim bleiben. Sollte das Jugendamt davon erfahren, würden sie sonst ganz bestimmt voneinander getrennt werden. Ob ihr Plan auf lange Sicht gut gehen kann?

Dies war mal wieder so ein Buch, bei dem ich einfach schon nach wenigen Seiten wusste, dass ich es lieben werde. Trotz des traurigen Anfangs habe ich mich sofort pudelwohl in der Geschichte gefühlt und wollte, nachdem ich einmal in ihr versunken war, am liebsten gar nicht mehr aus ihr auftauchen. Da die Erzählung an keiner Stelle ihren Zauber auf mich verloren hat (ganz im Gegenteil) und sich der leichte und flüssige Schreibstil superangenehm für mich hat lesen lassen, bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe „Marthas Boot“ innerhalb eines Tages verschlungen. Mein Lesevergnügen war insgesamt also ein recht kurzes, dafür aber ein zauberhaft schönes. Mein erster Eindruck hat mich also nicht getäuscht: Ja, ich bin total begeistert von diesem Buch!

Beginnen tut die Geschichte wie bereits erwähnt ziemlich traurig. Gleich im ersten Kapitel erfahren wir, dass die Eltern der vier McCready-Schwestern bei einem Tsunami ums Leben gekommen sind und da außer Großtante Martha niemand aus der Familie die vier Mädchen bei sich aufnehmen möchte, verschlägt es uns Leserinnen sehr schnell nach Kanada, wo die Großtante weit abgeschieden auf einer kleinen Farm lebt. Leider müssen die Geschwister kurz nach ihrer Ankunft jedoch erfahren, dass auch ihr neuer Vormund verstorben ist und sie somit nun ganz auf sich alleine gestellt sind.

Obwohl die Stimmung zunächst recht hoffnungslos ist, war ich sofort ganz angetan von ihr. Vor allem ab dem Moment, wenn wir in Kanada ankommen, habe ich die Atmosphäre richtig geliebt. Ich lese wahnsinnig gerne Bücher, die in Kanada spielen, insbesondere in British Columbia. Kulissenmäßig bin ich daher vollkommen auf meine Kosten gekommen – das Setting wird einfach großartig beschrieben. Die Landschaft und die Natur von Pine Island, Tante Marthas malerische kleine Farm...traumhaft, sag ich euch. Ich hatte beim Lesen lauter herrliche Bilder im Kopf und wäre nur zu gerne in das Buch hineingekrochen.

Auch mit den Charakteren hat mich Polly Horvath überzeugen können. Allesamt wurden sie mit viel Liebe und Authentizität ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren verschiedenen Eigenschaften zu einem ganz besonderen.
Da hätten wir zum einen die vier McCready-Schwestern, die ich augenblicklich in mein Herz geschlossen habe. Mich persönlich haben die vier irgendwie ein kleines bisschen an die March-Schwestern aus „Little Women“ erinnert. Wie diese, so müssen auch Fiona, Marlin, Natasha und Charlie gemeinsam eine harte Zeit durchstehen und könnten unterschiedlicher nicht sein. Jede von ihnen besitzt ihre Besonderheiten, mit denen sie uns Leser
innen verzaubern und so einige sehr spaßige Momente bescheren.
Obwohl die Grundstimmung eine recht melancholische ist, bin ich insgesamt erstaunlich oft ins Schmunzeln geraten. Vor allem die kleine achtjährige Charlie hat mich an vielen Stellen bestens unterhalten und auch die aufgeweckte Marlin hat bei mir öfters für große Erheiterung gesorgt. Also in meinen Augen ist Polly Horvath die Balance zwischen Tiefe und Leichtigkeit, Ernst und Humor fabelhaft geglückt. Sitzt man in einem Moment noch ganz ergriffen da und leidet mit, hat man im nächsten schon wieder ein vergnügtes Lächeln auf den Lippen.

Mich hat es tief bewegt zu sehen wie die vier Schwestern gemeinsam ihre Probleme meistern und dabei über sich selbst hinauswachsen werden und niemals ans Aufgeben denken. Ich bin richtig ins Mitfiebern geraten und habe es einfach zutiefst genossen Zeit mit diesen vier ungleichen Mädchen zu verbringen und mitzuerleben wie sie sich ein neues Leben in Kanada aufbauen.
Wen ich von den Vieren ich am liebsten gewonnen habe, kann ich gar nicht sagen. Mit Fiona, in deren Gefühls- und Gedankenwelt wir eindeutig den anschaulichsten Einblick erhalten, habe ich mich jedenfalls am meisten verbunden gefühlt. Da ich selbst eine große Schwester bin, habe ich mich nur zu gut in sie hineinversetzen können und an vielen Stellen unendlich mit ihr mitgelitten. Da sie die Älteste ist, bleibt das Meiste an ihr hängen und diese große Verantwortung, die permanent auf ihr lastet, erdrückt sie regelrecht und treibt sie öfters an ihre Grenzen. Fiona ist aber beeindruckend stark und entschlossen und sehr erwachsen für ihr Alter – ich habe sie richtig dafür bewundert wie wunderbar sie das alles managt.

Neben den McCready-Schwestern dürfen wir im Verlauf der Geschichte noch viele weitere tolle Figuren kennenlernen wie die herzliche und hilfsbereite Schuldirektorin Miss Webster und den Nachbar Al Farber. Letzteren kann man allerdings nicht als sympathisch bezeichnen. Dieser Typ ist der absolute Griesgram. So unfreundlich und übellaunig er aber auch sein mag, er erklärt sich dazu bereit den Schwestern dabei zu helfen ihre aktuelle Lebenssituation geheim zu halten. Zudem wird sich noch zeigen, dass in ihm durchaus auch nette und positive Züge stecken. Die Entwicklung von Al hat mir neben denen von den Schwestern ganz besonders gut gefallen. Mich hat sie sehr berührt.

Das Ende konnte mich ebenfalls komplett zufriedenstellen. Es ist stimmig und herzerwärmend und rundet die Geschichte perfekt ab. Ich habe das Buch mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht wieder zuklappen können, nachdem ich eine unvergessliche Zeit darin verbracht habe.

Fazit: Ein wundervoller und sehr berührender Roman über vier starke Schwestern, die sich nicht unterkriegen lassen.
Mir hat Polly Horvath mit „Marthas Boot“ ein echtes Highlight und absolutes Wohlfühlbuch bescheren können. Das Buch erzählt eine wunderschöne Geschichte über Geschwisterliebe, die Bedeutung von Familie, Hoffnung, Entschlossenheit, Schicksalsschläge und Zusammenhalt, es ist unterhaltsam und ergreifend zugleich und steckt voller Warmherzigkeit und Tiefgang. Ich kann „Marthas Boot“ jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Eine zauberhafte Fortsetzung!

Mila und die geheime Schule 2. Schlafende Drachen weckt man nicht
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Da mir der erste Band von „Mila und die geheime Schule“ so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Milas zweites Abenteuer war ich tierisch ...

Da mir der erste Band von „Mila und die geheime Schule“ so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Milas zweites Abenteuer war ich tierisch gespannt!

Mila hat sich wunderbar auf ihrer neuen Schule, Internat Burg Wiesenfels, eingelebt und kann es kaum erwarten endlich dort wohnen zu dürfen. Tja, kein Wunder, schließlich ist Burg Wiesenfels kein normales Internat, sondern ein magisches und zudem eine Schutzstation für die letzten Fabelwesen der Welt. Mila ist jedoch nicht die einzige neue Schülerin: Auch der Junge Adrik soll fortan in ihre Klasse gehen. Irgendetwas stimmt mit diesem Jungen aber nicht, Mila ist er richtig unheimlich. Als dann auch noch plötzlich sämtliche Fabeltiere krank werden und sie selbst sich ebenfalls überhaupt nicht gut fühlt, überkommt Mila sehr schnell der Verdacht, dass Adrik dahinterstecken könnte. Aber kann das wirklich sein? Mila muss der Sache schleunigst auf den Grund gehen.

Obwohl es bei mir nun tatsächlich schon wieder relativ genau ein Jahr her ist, dass ich den Auftaktband gelesen habe, waren mir dessen Geschehnisse noch sehr präsent. Ich habe daher mühelos nach Burg Wiesenfels zurückgefunden. Kurze Info an alle Neueinsteiger: Da der zweite Teil sehr auf den ersten aufbaut, rate ich dringend die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten. Ich bin mir nicht sicher ob man der Handlung in der Fortsetzung ohne Probleme folgen kann, wenn man ohne Vorwissen in sie eintaucht.

Wie oben bereits erwähnt, konnte mich Miriam Mann mit dem Serienstart hellauf begeistern. Von der Fortsetzung habe ich mir dementsprechend natürlich ziemlich viel erhofft und um es kurz zu machen: Ich wurde nicht enttäuscht! Miriam Mann hat mich auch mit dem zweiten Teil auf ganzer Linie überzeugen können. In meinen Augen ist ihr mit „Schlafende Drachen weckt man nicht“ ein rundum gelungener Folgeband geglückt, der genauso wundervoll und fabelhaft ist wie der Vorgänger und große Lust auf mehr macht. Ich habe mich auch dieses Mal von den ersten Zeilen an pudelwohl beim Lesen gefühlt und das Buch für meinen Geschmack leider viel zu schnell beendet.

Die Handlung setzt ziemlich direkt an dem Ende von Band 1 an und man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen. Zu Beginn der Geschichte halten wir uns noch bei Mila zu Hause auf, allerdings wird es uns bereits im ersten Kapitel zurück nach Burg Wiesenfels verschlagen – Milas neuer Schule, auf der sie fortan sogar wohnen wird. Da ich Internatsgeschichten wahnsinnig gerne mag, habe ich mich diebisch über die Neuigkeit gefreut, dass Burg Wiesenfels künftig Milas neues Zuhause sein wird. Ich bin dann auch zum Glück ganz auf meine Kosten gekommen: Die Erzählung spielt ausschließlich auf Burg Wiesenfels und es kommt vom ersten Moment an ein herrliches Internatsfeeling auf.

Das Setting konnte auf jeden Fall wieder vollends bei mir punkten. Mit Burg Wiesenfels hat Miriam Mann einfach eine einzigartige Kulisse erschaffen, voller Magie, Rätsel und außergewöhnlicher Fabelwesen. Dank der bildlichen Beschreibungen habe ich mir erneut alles ganz genau vorstellen können und die geheimnisvolle Atmosphäre konnte mich mal wieder komplett verzaubern.

Auch die Charaktere haben mir wieder ausgesprochen gut gefallen. Ob bekannte Gesichter oder neu eingeführte Personen – allesamt wurden sie mit viel Liebe ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Besonderheiten absolut perfekt.
Da hätten wir zum Beispiel Mila, unsere Hauptprotagonistin, aus deren Sicht wir wieder alles in der Ich-Perspektive erfahren. Mit ihr hat die Autorin eine bezaubernde und starke Buchheldin skizziert; Mila ist mutig, aufgeweckt und sympathisch, man muss sie einfach gernhaben und da ihre Gefühls- und Gedankenwelt völlig authentisch dargestellt wird, gelingt es einem jederzeit spielend leicht sich in sie hineinzuversetzen.

Neben Mila treiben noch viele weitere liebenswerte Figuren ihr Unwesen in dieser Reihe wie Freddie, den man meist in seiner Tiergestalt antrifft, oder Laila, Milas neue Freundin, mit der sie sich ein Zimmer im Internat teilen wird. Es gibt allerdings auch ein paar weniger freundliche Gestalten wie der grimmige Lehrer Herr Ritter. Und der neue Schüler Adrik macht zunächst irgendwie auch keinen so wirklich netten Eindruck. Irgendetwas ist komisch an ihm, er verbirgt etwas, nur was? Liegt es wirklich an ihm, dass plötzlich alle Fabeltiere krank werden?

Was genau es hat mit Adrik auf sich hat, werde ich euch hier natürlich nicht verraten. Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Auch sonst möchte ich zur Handlung eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Ich kann euch jedenfalls versprechen, dass ihr beim Lesen so richtig ins Mitfiebern geraten werdet und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mögt.
Neben der Spannung kommen auch die Fantasyelemente nicht zu kurz – Fans von Fabelwesen werden definitiv nicht enttäuscht werden. Und neben diesen Dingen vermittelt die Erzählung dann auch noch wichtige Themen und Werte wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, was mich sehr gefreut hat. So etwas darf für mich bei einem guten Kinderbuch einfach nicht fehlen.

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liegt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Wer schon ein geübter Leser ist, sollte bei dieser Reihe keine Schwierigkeiten mit dem Selberlesen haben. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Schrift hat eine angenehme Größe und die Kapitel sind schön kurz. Es gibt zudem zahlreiche Illustrationen, die den Textfluss prima auflockern.

Zu den wunderhübschen schwarz-weiß Zeichnungen von Simona M. Ceccarelli kann ich mich mal wieder nur verzückt äußern. Zu meiner großen Freude wird die Geschichte von sehr vielen Bildern begleitet und egal ob die kleineren Illustrationen oder die größeren – alle sind sie zum Träumen schön und schaffen eine ganz besondere Stimmung.
Zum Cover brauche ich vermutlich gar nicht groß was sagen, oder? Sieht es nicht großartig aus? Die Simona M. Ceccarelli kann einfach so toll zeichnen. Ich liebe ihren Zeichenstil.

Das Ende ist recht abgeschlossen, allerdings wird dennoch deutlich, dass es weitergehen wird. Auf der Verlagsseite habe ich gestern entdeckt, dass der dritte Band dort sogar schon für März 2022 angekündigt wird, yay! Auf mein Wiedersehen mit Mila und Co. freue ich mich schon sehr.

Fazit: Ein fantastisches Schulabenteuer voller Überraschungen, Geheimnisse und zauberhafter Fabeltiermagie!
Miriam Mann hat mit dem zweiten Teil ihrer „Mila und die geheime Schule“ - Serie eine wunderbare Fortsetzung aufs Papier gebracht, mit welcher sie mich genauso begeistern konnte wie mit dem Vorgänger. Wenn ihr gerne spannende und unterhaltsame Tierfantasy- und Schulgeschichten lesen solltet und Fans von Fabeltwesen seid, kann ich euch nur ans Herz legen Mila nach Burg Wiesenfels zu begleiten. Mir hat es unheimlich viel Vergnügen bereitet in den zweiten Band einzutauchen, daher vergebe ich sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.09.2021

Ein weiterer wunderbarer Folgeband voller Spannung, Fantasie & Magie!

Pages & Co. (Band 3)
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Da die ersten beiden Bände der Pages & Co - Reihe Jahreshighlights für mich waren, habe ich dem Erscheinen des dritten Bandes ganz sehnsüchtig ungeduldig entgegen gefiebert. Auf meine Rückkehr in die Welt ...

Da die ersten beiden Bände der Pages & Co - Reihe Jahreshighlights für mich waren, habe ich dem Erscheinen des dritten Bandes ganz sehnsüchtig ungeduldig entgegen gefiebert. Auf meine Rückkehr in die Welt der Buchwandler habe ich mich wahnsinnig gefreut!

Die hinterhältigen Underwood-Geschwister haben es geschafft die British Underlibrary unter ihre Kontrolle zu bringen und bauen ihre Macht über die Buchwandler immer weiter aus. Matilda, ihre Familie und Oskar müssen ihre Widersacher unbedingt aufhalten. Gemeinsam mit Oskar macht sich Tilly nach Amerika auf, um dort nach den sagenumwobenen Archivaren zu suchen. Nur mit deren Hilfe können sie die Buchmagie schützen und das Buchwandeln retten. Zum Glück sind die beiden Kinder bei diesem gefährlichen Abenteuer aber nicht auf sich alleine gestellt, sondern haben viele Verbündete an ihrer Seite. Ob es ihnen wohl gelingen wird die machthungrigen Underwood-Geschwister zu stoppen?

Wie oben bereits erwähnt, konnten mich die beiden vorherigen Bände so richtig vom Hocker hauen. An „Matilda und das Rätsel der magischen Karte“ bin ich dementsprechend natürlich mit ziemlich hohen Erwartungen herangegangen...und wurde zum Glück nicht enttäuscht! Anna James ist es erneut mit Bravour geglückt mich restlos zu begeistern. Für mich ist auch der dritte Pages & Co-Band ein absolutes Highlight. Ich habe habe eine wundervolle Lesezeit mit dem Buch verbracht und es leider viel zu schnell beendet.

Da mir die Geschehnisse aus den beiden Vorgängern noch recht präsent waren, habe ohne Probleme in das Pages & Co - Universum zurückgefunden. Kurze Info an alle Neueinsteiger: Bei der Pages & Co - Serie ist es definitiv erforderlich die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da sie sehr aufeinander aufbauen. Um euch nicht zu spoilern und dem Geschehen mühelos folgen zu können, solltet ihr also unbedingt von Teil 1 an aufwärts lesen.

Bei mir trat das ein, was schon bei Band 1 und 2 der Fall war: Einmal in die Geschichte versunken und mit dem Schmökern begonnen, wollte ich am liebsten gar nicht mehr damit aufhören. Die Handlung konnte mich sofort in ihren Bann ziehen und der mitreißende Schreibstil von Anna James hat sich abermals flüssig und locker-leicht für mich lesen lassen. Sehr gefreut hat mich zudem, dass die Kapitel wieder so schön kurz sind. Für mich kam von Beginn ein superangenehmer und packender Lesefluss zustande, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Als Leser*in begleiten wir unsere Romanheldin Matilda, kurz Tilly, und ihren allerbesten Freund Oskar auch dieses Mal in die magische Buchwelt und dürfen lauter fantastische Orte und tolle Figuren kennenlernen. Am Anfang halten wir uns noch in England auf, genauer gesagt in der einmaligen Buchhandlung Pages & Co, die von Tillys Großeltern gefühlt wird, aber es wird uns schon sehr schnell in die Vereinigten Staaten verschlagen und kurz darauf geht es endlich mit dem Buchwandeln los. In diesem Band werden wir unter anderem in „Der Sommernachtstraum“ von William Shakespeare mitgenommen und auch einen kurzen Abstecher in die Baker Street 221B werden wir machen, was mich, als großer Sherlock Holmes-Fan, diebisch gefreut hat.

Dank der bildhaften Beschreibungen hatte ich von sämtlichen Schauplätzen das reinste Kopfkino und die märchenhafte Atmosphäre konnte mich mal wieder vollkommen verzaubern. Besonders angetan war ich von der Buchhandlung Shakespeare's Sisters (die doppelseitige Illustration dazu sieht megacool aus!) und den Geschichtenwelt-Express habe ich richtig geliebt. Mit diesem hat sich die Autorin etwas unglaublich Tolles und Faszinierendes ausgedacht.
Die Verknüpfung von realen und fiktiven Orten ist Anna James einfach rundum gelungen. Dank ersterem wird so einiges interessantes und teils historisches Wissen vermittelt und beim Eintauchen in die Bücherwelten kommt man mal wieder in den Genuss auf so einige berühmte literarische Persönlichkeiten treffen zu dürfen. Da hat es Anna James meiner Ansicht nach erneut vortrefflich geschafft, den Charme der namhaften Figuren beizubehalten und große Klassiker, die Kinder heutzutage vermutlich kaum noch kennen (leider), leicht und verständlich näherzubringen.

Mit den Charakteren hat mich Anna James auf jeden Fall wieder vollends überzeugen können. Egal ob alte Bekannte oder neue Gesichter – alle wurden sie mit viel Liebe ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren verschiedenen Eigenschaften zu etwas ganz Besonderem.
Unsere 12-jährige Hauptprotagonistin Tilly, aus deren Sicht wir wieder alles in der dritten Person erfahren, habe ich schon längst ganz fest in mein Herz geschlossen. Tilly ist mutig, stark, clever und sympathisch – man muss sie einfach gernhaben und für ihre Tapferkeit und Stärke kann man sie nur bewundern.
Oskar zählt ebenfalls zu meinen persönlichen Lieblingen. Er besitzt so eine herrlich humorvolle Art, ich habe musste an vielen Stellen wieder sehr über ihn schmunzeln.
Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch die Darstellungsweise von William Shakespeare. Dieser wird unserem pfiffigen Duo bei ihrem Kampf gegen die fiesen Underwood-Geschwister eine große Hilfe sein, so viel sei schon mal verraten.

Was genau Tilly und Oskar alles Aufregendes und Gefährliches erleben werden, möchte ich hier eigentlich gar nicht groß erzählen. Ich kann euch jedenfalls versprechen, dass euch dieser Band ein unvergessliches Abenteuer bescheren wird, voller Spannung, Überraschungen, Witz, Charme und Fantasie. Ich war die ganze Zeit über ganz gebannt am Lesen, habe so richtig mit unseren Protagonisten mitgefiebert und der beeindruckende Einfallsreichtum der Autorin konnte mich mal wieder in helle Begeisterung versetzen.

Das Ende ist recht abgeschlossen und eigentlich war ich ja bis gerade eben der Annahme gewesen, dass es sich bei der Pages & Co - Reihe um eine Trilogie handelt. Allerdings habe ich eben entdeckt, dass im Englischen diese Woche ein vierter Band erscheinen wird, hurra! Über diese Info freue ich mich gerade wie Bolle. Hoffentlich, hoffentlich wird auch der vierte Teil ins Deutsche übertragen werden. Ich bin so gespannt wie es mit Tilly und Co. weitergehen wird!

Und zu guter Letzt, ehe ich zu meinem Fazit komme, muss ich euch unbedingt noch von der Gestaltung etwas vorschwärmen. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick, ich finde es genauso wunderhübsch wie die Cover der zwei Vorgänger.
Der Innenteil kann sich aber ebenfalls sehen lassen. Paola Escobar hat auch den dritten Band mit zahlreichen atmosphärischen schwarz-weiß Illustrationen versehen und egal ob die kleineren oder die ganzseitigen Bilder – alle Zeichnungen sind einfach nur zum Träumen schön und schaffen eine ganz besondere, geheimnisvolle Stimmung.
Klasse fand ich auch wieder die kreative Spielerei mit der Schrift. So purzeln zum Beispiel auch dieses Mal einige Wörter langsam aus ihren Zeilen. Von dieser originellen Idee bin ich nach wie richtig begeistert.

Fazit: Ein wunderbares Abenteuer voller Spannung, Fantasie und zauberhafter Buchmagie.
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut und tja, was soll ich fragen, eindeutig zurecht! Mich hat Anna James auch mit dem dritten Band ihrer Pages & Co – Serie auf ganzer Linie überzeugen können. Die Geschichte, die Charaktere, die Aufmachung – ich bin einfach von allem völlig verzaubert. Wer diese Kinderbuchreihe ab 10 Jahren noch nicht kennt, hat echt etwas verpasst! Also ich finde sie einfach großartig und kann sie jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen. „Matilda und das Rätsel der magischen Karte“ erhält von mir 5 von 5 Sternen.

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