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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2022

Unterhaltsames und durchaus spannendes Dorfdrama rund um einen Cold-Case

Ein irischer Dorfpolizist (DAISY Edition)
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PJ Collins ist Sergeant in Duneen, einem kleinen Ort im Süden Irlands. Sein Leben ist beschaulich, aufgrund seines Körperumfangs manchmal beschwerlich, aber es verläuft in geregelten Bahnen. Als auf einem ...

PJ Collins ist Sergeant in Duneen, einem kleinen Ort im Süden Irlands. Sein Leben ist beschaulich, aufgrund seines Körperumfangs manchmal beschwerlich, aber es verläuft in geregelten Bahnen. Als auf einem Baugrund menschliche Knochen gefunden werden, ändert sich von einem Tag auf den anderen plötzlich alles. Und gleich mehrere Dorfbewohner scheinen in diesen „Cold Case“ verstrickt zu sein. PJ Collins macht sich auf Spurensuche und entdeckt Unerwartetes…
Wer hier einen gruseligen Krimi erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Aber Graham Norton ist eine sehr, sehr liebenswerte und unterhaltsame Geschichte gelungen, die von Schicksalsschlägen erzählt, die das Leben mancher Menschen völlig aus der Spur wirft. Er schreibt lebendig, detailreich und farbenfroh, und begeistert den Hörer mit viel irischem Flair. Seine Menschen sind echt und voller Gefühle, und man spürt den Sog, den Strudel, in den PJ Collins unweigerlich gezogen wird.
Obwohl die Story vom Leben und Lieben der Menschen getragen wird und viele Rückblicke immer wieder etwas mehr Licht in die tödliche Vergangenheit bringen, gelingt es nicht, einen Täter zu fokusieren. Und so staunt man über ein unvorhergesehenes Ende, das gleichermaßen erschreckend wie auch berührend ist.
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen und Charlie Hübner ist einfach der perfekte Interpret für diesen eigentlich dramatischen Fall.

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Veröffentlicht am 08.12.2021

Viel Family-Business – weniger Spannung als gewohnt

Rehragout-Rendezvous
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Der Eberhofer Franz feiert Weihnachten im Kreise seiner Familie, alles könnte wunderschön sein, wäre da nicht die Mooshammer Liesl, die ihn gleich nach der Mette bekniet, eine Vermisstenanzeige für ihren ...

Der Eberhofer Franz feiert Weihnachten im Kreise seiner Familie, alles könnte wunderschön sein, wäre da nicht die Mooshammer Liesl, die ihn gleich nach der Mette bekniet, eine Vermisstenanzeige für ihren guten Freund Lenz aufzugeben. Der hätte diesmal nicht, wie sonst lange Jahre zuvor, zuverlässig ein Reh bei ihr abgeliefert – und gesehen hat ihn auch schon länger keiner mehr...
Rita Falk hat Einfälle, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus! Es ist einfach herrlich, wieder bei den Eberhofers zu Gast zu sein. Alle Protagonisten mit ihren liebenswerten Macken sind mir als Dauerfan natürlich bestens vertraut, die Geschichte begeistert mich auch dieses Mal wieder mit dem wunderbaren Humor, den frechen Sprüchen und den unvergleichlichen Szenen. Über viele Jahre kennt man Eberhofers Fälle, die er trickreich und findig mit dem Birkenberger Rudi löst.
Und Christian Tramitz ist wie immer der allerbeste Interpret. Er kann wunderbar intonieren, gekonnt formulieren und verleiht jeder Person ihren eigenen Charme.
Freilich bin ich auch von „Rehragout-Rendezvous“ absolut begeistert, und doch finde ich einen Wermutstropfen, denn diesmal ist für mich der Kriminalfall beinahe in den ganzen Familienturbulenzen untergegangen. So spannend wie sonst war’s diesmal nicht, dafür mega unterhaltsam!

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Veröffentlicht am 22.11.2021

Spannende Mischung aus brutalen Verbrechen und kulinarischen Gaumenfreuden

Provenzalische Verwicklungen
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Pierre Durand, ehemals Kommissar in der Metropole Paris, wurde aus seinem Job gemobt und bekleidet nun die Stelle als Dorfpolizist in einem kleinen Ort in der Provence. Er fühlt sich zufrieden und glücklich ...

Pierre Durand, ehemals Kommissar in der Metropole Paris, wurde aus seinem Job gemobt und bekleidet nun die Stelle als Dorfpolizist in einem kleinen Ort in der Provence. Er fühlt sich zufrieden und glücklich – bis ein brutaler Mord nicht nur das Dorf, sondern auch sein Leben völlig durcheinander bringt.
Ich bin ein großer Fan der bekannten und beliebten französischen, kulinarischen Kriminalromane. Und Sophie Bonnet reiht sich hier mit einer einerseits richtig grausamen und brutalen, andererseits liebenswerten und anregenden Geschichte ein.
Pierre Durand ist ein sympathischer, eher sanfter Protagonist, der zwar zunächst nicht so kann, wie er eigentlich möchte, sich dann aber mit Mut durchsetzt und den völlig undurchsichtigen Fall lösen kann. Spannung und Unterhaltung wechseln sich gekonnt ab, und Götz Otto setzt die Szenen perfekt um, erzählt sehr mitreißend und fesselnd und haucht den Menschen Leben ein. Seiner Stimme lauscht man gerne, sie ist durchweg angenehm und unaufdringlich.
Insgesamt ein abwechslungsreicher und spannender Kriminalroman, schön zum Hören und genießen.

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Spannender Fall für bewährte Ermittler

Das Grab in den Schären
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Auf Telegrafholmen, einer unbewohnten Schäreninsel, wird gebaut. Bei einer Sprengung werden Skelettknochen entdeckt, die man auch nach intensiven Ermittlungen nicht zuordnen kann. Gehören sie zu zwei vor ...

Auf Telegrafholmen, einer unbewohnten Schäreninsel, wird gebaut. Bei einer Sprengung werden Skelettknochen entdeckt, die man auch nach intensiven Ermittlungen nicht zuordnen kann. Gehören sie zu zwei vor langen Jahren verschollenen Frauen? Thomas Andreasson versucht, das Rätsel zu lösen – und Nora mischt sich ein…
Viveca Sten ist bekannt für ihre Schären-Krimis, und auch dieser Fall zieht den Leser wieder in den Bann. Ihr Schreibstil ist lebendig, detailreich und flüssig, die Protagonisten sind beliebt und durch viele Verfilmungen hat man die malerischen Inseln und die Ermittler direkt vor den Augen.
Der Knochenfund gibt Thomas Rätsel auf, und während er nach Spuren sucht, ist Nora ihm diesmal einen Schritt voraus. Sie befindet sich in einer verzweifelten Lage, was die Vermutung nahe legt, dass man eventuell diesmal den Vorgängerband gelesen haben sollte. Allerdings kann man sich gut einlesen und bekommt ausreichend Informationen, die zur Klärung dienen. Das unerwartete Ende ist ein fulminanter Showdown, bei dem Viveca Sten wieder für absolute Spannung sorgt!
Ein wieder rundum gelungener Krimi, der wieder zeigt, wie einfallsreich und gut durchdacht Viveca Sten schreiben kann!

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Veröffentlicht am 05.09.2021

Commissario Brunetti ist einfach Kult

Flüchtiges Begehren
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Zwei amerikanische Touristinnen werden in der Nacht von Unbekannten auf dem Steg des Hospitals abgelegt, bewusstlos, hilflos. Die Ermittlungen deuten zunächst auf einen Unfall, aber die Umstände sind zu ...

Zwei amerikanische Touristinnen werden in der Nacht von Unbekannten auf dem Steg des Hospitals abgelegt, bewusstlos, hilflos. Die Ermittlungen deuten zunächst auf einen Unfall, aber die Umstände sind zu mysteriös, um ad acta gelegt zu werden. Brunetti forscht weiter und muss die Kollegen der Carabinieri und der Küstenwache hinzuziehen, um einem furchtbaren Verbrechen auf die Spur zu kommen...
Brunetti ist einfach Kult, und auch sein dreißigster Fall reiht sich ein in die wunderbaren Venedig-Krimis von Donna Leon. Auch wenn Brunetti älter geworden ist – noch immer ist seine Familie zusammen, man fühlt sich vertraut mit seinen Gewohnheiten und den lieb gewordenen Kollegen, und auch wer Venedig noch nicht selbst gesehen hat, wird die traumhaften Szenen der Verfilmungen vor Augen haben.
Das Buch reißt einen zwar nicht vor lauter Spannung vom Hocker, aber es ist wieder solide gelungen und sehr unterhaltsam, und Donna Leon vergisst auch nie, auf die besondere Problematik Venedigs aufmerksam zu machen. Noch immer ankern die Kreuzfahrtriesen vor Venedig und überschwemmen die Stadt mit noch mehr Touristen, ein Drama für die verbliebenen Einheimischen. Ein angenehmer Krimi mit vertrauten Protagonisten, den man gerne empfehlen kann!

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