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Veröffentlicht am 28.10.2021

Rätselhaftes Geisterabenteuer

Die Geister der Pandora Pickwick
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Die dreizehnjährige Fanny verbringt ihre Sommerferien im Antiquitätenladen ihrer Adoptiv-Tante Harriet. Dort ereignen sich seltsame Begebenheiten und Fanny beschleicht das Gefühl, dass ihre Tante ihr nicht ...

Die dreizehnjährige Fanny verbringt ihre Sommerferien im Antiquitätenladen ihrer Adoptiv-Tante Harriet. Dort ereignen sich seltsame Begebenheiten und Fanny beschleicht das Gefühl, dass ihre Tante ihr nicht die Wahrheit sagt. Warum lässt man sie im Ungewissen und was hat es mit der antiquen Truhe auf sich, die ihre Tante nicht verkaufen will, obwohl man ihr ein Vermögen dafür bietet?

Erst nach und nach wird klar, welches magische Geheimnis hinter allem steckt und was das mit Fannys Familie zutun hat. Genauso ahnungslos zu sein wie Fanny ist ideal, weil man sich dann einfach dem Verlauf der Geschichte hingeben kann und gemeinsam mit der Hauptfigur die Welt des Übernatürlichen erkunden kann - deswegen wird hier auch nicht mehr verraten.
Die interessantesten Charaktere sind dabei Fanny selbst, die sympathisch, ehrgeizig und gutmütig ist, und oft ihren Gedanken nachhängt. Der manchmal angeberische Geisterjunge Alastair entwickelt sich zu einem guten Freund und sorgt für Abwechslung und etwas Humor.
Die Idee wurde interessant umgesetzt und vor allem die Kulisse des Antiquitätenladens, hatte es uns beim Lesen angetan. Der Geisterspuk war dabei das i-Tüpfelchen. Dabei hat Christina Wolff sich reich aus dem übernatürlichen Fundus bedient: Geister-Seánce, Dimensionen und die mitternächtliche Geisterstunde. Verknüpft mit Freundschaft, Familienzusammenhalt und Geheimnissen wird die Geschichte erst interessant. Leider war sie streckenweise etwas langatmig und hätte mehr Höhepunkte, Humor und Spannung vertragen können. Alles läuft auf den überraschenden Showdown hin und im Verlauf der Handlung lässt sich kein bisschen erahnen, worauf es hinauslaufen könnte.
Der Schreibstil ist altersgerecht und leicht zu lesen. Man kann der Handlung gut folgen und es gibt eine überschaubare Menge an Figuren und Schauplätzen. Es ist außerdem eher atmosphärisch als gruselig geschrieben und daher empfehlenswert für Kinder, die es nicht zu unheimlich mögen. Unser Gestaltungs-Highlight waren die Porträts der wichtigsten Charaktere im vorderen und hinteren Buchdeckel.

Fazit: Eine rätselhafte Geistergeschichte für Kinder ab 10 Jahren, mit vier s/w-illustrieren Doppelseiten, die uns streckenweise nicht so ganz mitreißen konnte. Durch die altersgerechte Umsetzung der Idee und das spannende Ende aber durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Gelungene Zusammenstellung literarischer Heldinnen

Book Rebels
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„Book Rebels - 75 Heldinnen aus der Literatur“ ist ein Projekt mit Studenten und Studentinnen des Literaturinstituts Hildesheim, die eine Sammlung ihrer literarischer Heldinnen zusammengestellt haben, ...

„Book Rebels - 75 Heldinnen aus der Literatur“ ist ein Projekt mit Studenten und Studentinnen des Literaturinstituts Hildesheim, die eine Sammlung ihrer literarischer Heldinnen zusammengestellt haben, die sie beim Lesen bewunderten und die auch nach der Lektüre einen prägenden Eindruck hinterlassen konnten.

Das Buch durchzustöbern, ist ein Vergnügen. Auf jeder Doppelseite lässt sich ein neues Porträt entdecken. Sowohl die übersichtliche, einheitlich farbige Gestaltung mit einem treffendem Zitat, als auch die kunstvollen, seitenfüllenden Illustrationen, waren genau mein Geschmack. Manche Details in den Illustrationen verraten vor allem denen etwas, die die Bücher bereits gelesen haben - ein nostalgisches Element, in der ansonsten freien Interpretation der Künstlerin Felicitas Horstschäfer.

Ich verstehe „Book Rebels“ nicht nur als eine Ansammlung weiblicher, literarischer Vorbilder, sondern vor allem als Hommage an erinnerungswürdige Bücher wie „Der geheime Garten“ oder „Miss Marple“, die bereits viele Generationen begeistern konnten. Hier ist die Mischung aus Klassikern der Kinderliteratur, wie „Pipi Langstrumpf“ oder der Weltliteratur, wie „Romeo und Julia“ und neueren Werken, wie „The Hate U Give“ gut gelungen.
Ich hätte mir beim Lesen manche Texte allerdings in einfachen Worten gewünscht, was die Autoren und Autorinnen an den Figuren so motiviert und begeistert hat, und warum man das vorgestellte Buch deshalb unbedingt lesen sollte. Gerade in Anbetracht der Tatsachen, dass „Book Rebels“ sich an Kinder richtet und einen Anreiz zum Lesen bieten soll. Die meisten Texte fassen allerdings nur die wichtigsten Aspekte oder schlicht den Inhalt zusammen. Die Porträts hätten dabei auch gern etwas ausführlicher sein dürfen. Hier fehlte mir die persönliche Note und eine Umsetzung, die der Zielgruppe auch einen Nutzen bringt, der über eine kurze Buch- bzw. Charaktervorstellung hinaus geht.

Fazit: Ein schönes Buch zum Stöbern, das vor allem die Freude daran vermittelt, in Geschichten einzutauchen und neugierig auf außergewöhnliche Mädchen und Frauen der Literatur macht. Empfehlenswert für Literaturbegeisterte, die gern in Erinnerungen schwelgen. Unter den vorwiegend bekannten 75 Büchern, ist sicher auch eins dabei, das man noch nicht kennt.

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Eine romantisierte Mutmachgeschichte

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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„Lass die Angst zu, und ziehe es trotzdem durch.“

Der fast 65-jährige Postbote Albert scheut sich vor menschlichen Interaktionen und verbringt seine Zeit am liebsten zuhause mit seiner Katze Gracie. Ist ...

„Lass die Angst zu, und ziehe es trotzdem durch.“

Der fast 65-jährige Postbote Albert scheut sich vor menschlichen Interaktionen und verbringt seine Zeit am liebsten zuhause mit seiner Katze Gracie. Ist Albert nur gefangen in seiner Schüchternheit oder verbirgt sich mehr dahinter? „Keiner denkt mal darüber nach, dass mich bestimmte Erfahrungen einfach vorsichtig und zurückhaltend gemacht haben.“ Als Albert die Zwangspensionierung droht und er einen weiteren Schicksalsschlag verkraften muss, wird ihm die Leere in seinem Leben bewusst, und er nimmt sich vor, seine Befangenheit zu überwinden und sich auf kurze Schwätzchen einzulassen. So wird er Stück für Stück ermutigt, sein Glück zu finden.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und beschreibt bildhaft Albert’s inneres Chaos: „Schleichend war er von einer ihm eigentlich fremden Schüchternheit überwältigt worden, die durch seine Furcht verstärkt wurde, wie eine Strömung, gegen die er nicht anschwimmen konnte – bis er darin ertrank.“ Die Handlung ist vorhersehbar und verläuft geradlinig, damit Albert’s Entwicklung klar erkennbar wird. Neben Rückblenden, die fünfzig Jahre in die Vergangenheit reichen, verlaufen zwei Handlungsstränge nebeneinander: Albert’s Geschichte und die von der 19-jährigen Mutter Nicole, die ebenfalls mit Vorurteilen um ihre Liebe kämpft. Eine nette Nebenstory, die zwar auch Einfluss auf Albert hat, aber ebenso für Längen sorgt.

Ein Diversity-Roman in dem sich alles um Angst dreht, und wie stark Einsamkeit, Selbstzweifel und Rückzug das Leben beeinflusst, wenn man seinen Ängsten immer wieder nachgibt. Albert’s wachsendes Bedürfnis nach Nähe weist ihm den Weg und jedes Mal, wenn er seine Zweifel überwindet, stellen sich lohnende Erfolge in Aussicht.
Fazit: Ein Liebesroman über einen Mann, der sich auf die Suche nach einer Jugendliebe macht. Vorhersehbar, ohne Tiefgang und romantisiert, vor allem darauf abzielend, beim Lesen angenehme Gefühle hervorzurufen. Die oberflächlich konstruierte Handlung hat mich manchmal gelangweilt, aber der leichte Schreibstil und die Positivität, erleichterten mir das Durchhalten. Manchmal ist es auch schön, solche Bücher zu lesen, wenn man einfach nur leichte, lebensbejahende Lektüre sucht.

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Veröffentlicht am 12.09.2021

Schöner Naturschutz-Roman, aber kein Krimi

Dicke Biber
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„Es gibt nichts schöneres für Kinder als ein Leben in der Natur.“

Der dreizehnjährige Pico hätte lieber Urlaub in einem Hotel gemacht, stattdessen sitzt er nun in einer alten Hütte am Lackelwasser fest. ...

„Es gibt nichts schöneres für Kinder als ein Leben in der Natur.“

Der dreizehnjährige Pico hätte lieber Urlaub in einem Hotel gemacht, stattdessen sitzt er nun in einer alten Hütte am Lackelwasser fest. Als er die Nachbarstochter Juanita kennenlernt, ist jedoch sein Interesse geweckt, und er lässt sich von ihr die Natur zeigen, während der Unmut der Anwohner gegen die Biber wächst. Jeder findet einen andern Grund, um ihnen am liebsten das Fell über die Ohren zu ziehen. Scheinbar setzt sich nur der Umweltbiologe David für die Biber ein, denn „Biber sind große Philosophen und echte Vorbilder. Quasi Guru’s“, die es zu schützen gilt.

Zahlreiche Kurznachrichten zwischen Pico und seinem Freund Batman bilden eine Nebenhandlung, die für humorvolle Abwechslung sorgt. Im Fokus steht aber die Freundschaft zwischen Pico und Juanita. Zwei Charaktere, die prima harmonieren. Juanita stellt sich als Biologie-Ass heraus und mit ihrer direkten Art weist sie auch gesellschaftskritisch auf Missstände hin. Pico nimmt die neue Denkanstöße dankend an und berichtet von bedenklichen Anekdoten aus seiner Familie. Einige heimische Tiere haben ihren Auftritt und auch Themen wie Tod und Sterben werden abseits der Biber behandelt.

Leider weckt der Klappentext falsche Erwartungen. Der erwähnte Tod des ältesten Biber-Männchens Flumy, von dem man annimmt, das er in der Geschichte kriminalistisch untersucht wird, spielt eigentlich keine Rolle (Achtung Spoiler: erst am Schluss gibt es dazu ein paar Seiten). Das war sehr enttäuschend, da es sich doch, laut Untertitel, um einen Naturschutz-Krimi handeln sollte. Spannung sucht man aber leider vergebens. Auch die aufkommenden Geheimnisse verdächtiger Ereignisse werden unspektakulär und ohne Belang aufgeklärt. Dabei ist „Dicke Biber“ trotzdem ein unterhaltsamer und gut geschriebener Roman, mit dem Fokus Naturschutz und Freundschaft, der mit seinen originellen, farbigen Illustrationen und s/w-Vignitten genauso überzeugt wie mit trockenem Humor, lebendigen Charakteren und Wissenswertem über die Natur - vor allem Biber - und kultivierte Ausdrücke. In der Aufmachung ganz auf die junge Leserschaft zugeschnitten sind die Protagonisten allerdings mit dreizehn Jahren etwas älter als das angegebene Lesealter von zehn Jahren, weshalb man „Dicke Biber“ als einen Coming-of-Age Sommerroman bezeichnen könnte, bei dem auch die erwachsene Leserschaft noch etwas lernen kann.

Fazit: Unterhaltsamer Naturschutz-Roman mit lebendigen Charakteren und viel Wissenswertem über das Leben und die Natur. Unter dieser Prämisse kann ich das Buch empfehlen. Wer einen spannenden Krimi erwartet, wird jedoch enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Magische Elfenwelt

Keeper of the Lost Cities – Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1)
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In “Keeper of the Lost Cities“ geht es um die zwölfjährige Sophie, deren Leben völlig über den Haufen geworfen wird, als sie den Elfen Fitz trifft, der ihr offenbart, dass sie aus einer anderen Welt stammt ...

In “Keeper of the Lost Cities“ geht es um die zwölfjährige Sophie, deren Leben völlig über den Haufen geworfen wird, als sie den Elfen Fitz trifft, der ihr offenbart, dass sie aus einer anderen Welt stammt und ihr bisheriges Leben einer Lüge gleicht. Sie muss herausfinden, welches Geheimnis sich dahinter verbirgt und warum sie unter Menschen aufgewachsen ist.

Sophie besitzt viele Begabungen. Neben einem fotografischen Gedächtnis, mit dem sie spielend leicht die Schule meistert, kann sie als Telepathin hören, was andere (wirklich) denken. Als Freak und Streber bei den Menschen, eröffnet sich Sophie eine völlig neue Welt bei den Elfen. Dort ist sie die Ahnungslose und muss sich zum ersten Mal anstrengen, um mit den anderen mithalten zu können. Trotz aller Furcht und Verwirrung, bauen sich erste Freundschaften und Verstrickungen auf und sie taucht in ihr großes magische Abenteuer ein.

Die Autorin Shannon Messenger nimmt sich im ersten Band die Zeit, ihre Leser in die komplett neue talentbasierte Welt von Elfen einzuführen, während es noch weitere gibt, die in Lumenaria alle aufeinander treffen. Man lernt nach und nach die Charaktere kennen und wird mit den Gesetzen, magischen Fähigkeiten wie Lichtsprünge, und skurrilen Eigenheiten dieser Welt vertraut. Mir haben die vielen kreativen Einfälle gefallen und das wertebasierte Elfenvolk, dass eine völlig andere Form der Gesellschaft etabliert hat. Es gibt immer wieder Hinweise, die schon erahnen lassen, dass es noch einige Geheimnisse gibt, die gelüftet werden - das lädt zum Weiterlesen ein.
Da ich im Klappentext gelesen habe, dass Sophie Gedanken lesen kann, hatte ich mir diesbezüglich mehr erhofft. Hier wurde meiner Meinung nach Potential verschenkt - oder wird auf die zahlreichen weiteren Bände verteilt. Einige Charaktere sorgen für lockere Stimmung, aber mehr Situationshumor hätte mir, bei der Ernsthaftigkeit der Elfen, besser gefallen. Ich hatte auch den Eindruck, dass Shannon Messenger sich nicht mit Nebensächlichkeiten und allzu bildhafter Sprache aufhalten wollte, um die Zielgruppe nicht zu langweilen. Dadurch hat mir der Ausbau der Charaktere gefehlt und ich tat mich etwas schwer, in diese Welt einzutauchen. Die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht so richtig überzeugen, während die letzten 200 Seiten mehr Vielfalt boten und sich dem vielversprechenden Prolog angenähert haben. Mit der Zeit nimmt die Geschichte an Fahrt auf und Sophie muss sich einer Reihe schwieriger Herausforderungen stellen, während die Dynamiken zwischen den Charakteren immer interessanter werden. Als weibliche Heldin des Romans ist Sophie tapfer, selbstlos und aufrichtig - irgendwie zu rund, mal abgesehen davon, dass sie bei Nervosität ihre Wimpern zupft.

Fazit: Ein Elfen-Roman mit viel Magie, Geheimniskrämerei, vielfältigen Charakteren und vielversprechender Story, der viele Fantasy-Fans beglücken wird, mich aber nur teilweise mitreißen konnte. Für die elfjährige+ Zielgruppe ein magischer Auftakt über eine Außenseiterin mit schicksalhafter Bestimmung, was ein bisschen an Harry Potter erinnert und sich ebenfalls über mehrere Bände erstreckt.

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