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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2021

Dramatisch, tiefgründig, vielschichtig

Die vier Winde
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Die Geschichte spielt während der Großen Depression in Texas und ich muss gestehen, dass ich den Sachverhalt erst einmal nachlesen musste. Durch Elsas Augen reist der Leser nun durch diese, im amerikanischen ...

Die Geschichte spielt während der Großen Depression in Texas und ich muss gestehen, dass ich den Sachverhalt erst einmal nachlesen musste. Durch Elsas Augen reist der Leser nun durch diese, im amerikanischen als Dust Bowl bezeichneten Epoche, und erfährt aus erster Hand die Schwierigkeiten in den Great Plains.

Kristin Hannah ist mit einer fesselnden Geschichte und vielschichtigen Charakteren eine wie ich finde realistische Darstellung dieses eines Abschnitts der amerikanischen Geschichte überzeugend gelungen. Elsas Wandlung von einem zerbrechlichen, unsicheren Mädchen zu einer furchtlosen, widerstandsfähigen Frau mitzuerleben, fand ich tiefgründig und mit Herz erzählt. Voller Stärke und Willenskraft und einer großen Portion Selbstvertrauen beginnt für sie ein Kampf ums Überleben und eine bessere Zukunft für sich und ihrer Familie.

Dank des flüssigen Schreibstils und der angenehmen Erzählweise war ich schnell in die Geschichte eingetaucht und es war auch eine interessante Geschichtsstunde über eine wenig ruhmreiche amerikanische Zeit, aber gleichzeitig auch über die Möglichkeiten seinen ganz persönlichen amerikanischen Traum zu verwirklichen. Ich kann diesen richtig guten Roman, der ab und an zwar eine paar Längen hat, weiterempfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.09.2021

Opulentes Sittengemälde

Die letzte Tochter von Versailles
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„Die letzte Tochter von Versailles“, der neue Roman von Eva Stachniak, ist eine üppige und fesselnde Geschichte, die am französischen Hof von König Ludwig XV. spielt und über Liebe, Affären, Skandale und ...

„Die letzte Tochter von Versailles“, der neue Roman von Eva Stachniak, ist eine üppige und fesselnde Geschichte, die am französischen Hof von König Ludwig XV. spielt und über Liebe, Affären, Skandale und Intrigen erzählt.
Unter falschen Versprechungen kommt Veronique nach Hirsch Park, einem Herrenhaus auf dem Gelände des Schlosses von Versailles, um hier angeblich für eine Anstellung im Haushalt des Grafen Kenntnisse zu erlangen. Doch Veronique ahnt schnell, mit wem sie es wirklich zu tun hat, doch es ist zu spät und so nimmt ihr Schicksal seinen Lauf.

Eva Stachniak gelingt hier ein Sittengemälde, das detailreich und in rasantem Tempo ein Frankreich im Umbruch zeigt. Und in diesem Frankreich während und nach der Revolution versucht Marie-Louise, Tochter Veroniques, Antworten auf die Frage nach ihrer Herkunft zu finden.

Die Geschichten der beiden Hauptfiguren sind spannend erzählt und durch die historisch belegten Fakten bekommt die Handlung seinen authentischen und lebensechten Rahmen. Denn neben dem ausschweifenden und opulenten Leben bei Hofe beschreibt die Autorin auch sehr anschaulich die Lebensumstände des einfachen Volkes.

Mich hat dieser Roman wirklich gut unterhalten. Auch der Schreib- und Erzählstil waren flüssig und angenehm zu lesen. Und somit spreche ich eine Leseempfehlung aus und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.09.2021

Erster Fall für Maigret

Maigret und Pietr der Lette
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Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen ein internationaler Hochstapler und ein amerikanischer Investor, die sich in einem der besten Hotels von Paris treffen. Von Interpol um Amtshilfe gebeten, greift ...

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen ein internationaler Hochstapler und ein amerikanischer Investor, die sich in einem der besten Hotels von Paris treffen. Von Interpol um Amtshilfe gebeten, greift Maigret ins Geschehen ein.
Durch die unerschrockene und solide Gegenwart Maigrets, der den Fall sehr unaufgeregt aber überzeugend bearbeitet und löst, ist der Kriminalroman eher einer von der „leisen“ Sorte. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass es hier und da an der nötigen Spannung für einen Kriminalroman fehlt. Das hört sich zwar nach Langeweile an, das ist aber nicht. Maigrets erster Fall hat durchaus etwas Zwingendes, und zwar das Katz- und Maus-Spiel zwischen Polizei und den Ganoven. Simenon schafft es einen neuen Ermittler zu etablieren, der geradlinig und ohne viel Aufsehen seinen Job erledigt, stringent und erfolgreich, auf seine ganz eigene überzeugende Art und Weise eben.

Fazit: Für mich ist „Maigret und Pietr der Lette“ ein guter Einstieg in die Maigret-Reihe. Ich bin gespannt wie sich Maigret und sein Team in den nächsten Büchern entwickeln wird, Potenzial ist ja reichlich vorhanden. Von mir gibt es hierfür eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.09.2021

Düster, verstörend, packend

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Das Buch ist ein atmosphärisch dichter, spannender Roman, von dem ich von Beginn an gefesselt war. Die Stimmung ist düster und die kleine Gruppe von Charakteren, sieben an der Zahl, sind Zeitgenossen mit ...

Das Buch ist ein atmosphärisch dichter, spannender Roman, von dem ich von Beginn an gefesselt war. Die Stimmung ist düster und die kleine Gruppe von Charakteren, sieben an der Zahl, sind Zeitgenossen mit Fehlern und Makeln, die dem Plot seine Glaubwürdigkeit geben:
Daniel: wird tot auf seinem Hausboot gefunden
Laura: die Daniel als letzte gesehen hat und ihre eigenen Probleme mit sich herumträgt
Miriam: Daniels Nachbarin, die die Leiche findet und mit einer verstörenden Vergangenheit klarkommen muss
Carla: Daniels Tante, die an einer Familientragödie schwer zu tragen hat
Theo: Carlas Ehemann und Schriftsteller
Angela: Daniels Tante und Schwester von Carla
Irene: Angelas Nachbarin, eine alte Dame.
Jeder von ihnen hat Geheimnisse, die möglichst unausgesprochen bleiben sollen. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr Wahrheiten kommen ans Licht. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus ihren Sichtweisen erzählt. Paula Hawkins versteht es aber den Leser dabei nicht zu überfordern und diese verschiedenen Blickwinkel zu einem wunderbaren Ganzen zu verflechten und einen überzeugenden Schluss zu enthüllen.
Mein Fazit: Der Roman beinhaltet eine Geschichte von Eifersucht, Wut, Hass, Trauer und Angst, die die Autorin langsam wie Feuer schwelen lässt und in einem einleuchtenden Finale zu Ende bringt. Es ist ein kluger Plot mit unvollkommenen Charakteren, die dadurch die Handlung wiederum sehr authentisch werden lassen. Für mich erneut ein fesselndes und packendes Buch von Paula Hawkins, das ich absolut weiterempfehlen kann und mit 4 von 5 Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 22.09.2021

elegant, clever, bewegend

Das Glashotel
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Das Buch beginnt mit Paul, einem Musiker und Junkie, der eine katastrophale Entscheidung trifft und bei seiner Halbschwester Vincent Zuflucht sucht. Später wird ein Manager des Glashotel Zeuge eines verstörenden ...

Das Buch beginnt mit Paul, einem Musiker und Junkie, der eine katastrophale Entscheidung trifft und bei seiner Halbschwester Vincent Zuflucht sucht. Später wird ein Manager des Glashotel Zeuge eines verstörenden Ereignisses. Wieder geht es schnell voran, und eine junge Frau denkt über ihr Leben nach. Es entsteht im Handlungsverlauf ein Geflecht der einzelnen Figuren, die durch ihre jeweiligen Handlungen und deren Folgen in Verbindung zueinander geraten. Aber hier werde ich nicht weiter darauf eingehen sonst könnte ich eventuell spoilern.

Ich fand das Buch total faszinierend. Es war wie ein Puzzle, bei dem Teil für Teil allmählich das komplette Bild entsteht und man als Leser am Ende den ganzen Zusammenhang enthüllt bekommt.

Fazit: „Das Glashotel“ ist ein spannender, bis ins letzte Detail wunderbar geschriebener Roman, der mich so schnell nicht losgelassen hat. Für mich ein tiefgründiger Roman über Rücksichtslosigkeit und Moral, der mich überzeugt hat. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.