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Veröffentlicht am 21.05.2017

Lasst die Revolution beginnen! - Ein gelungener Abschluss für eine tolle Trilogie

Das Juwel – Der Schwarze Schlüssel
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Inhalt
Der Geheimbund Der schwarze Schlüssel plant einen gross angelegten Anschlag auf den Adel, einen Anschlag, der das Leben auf der Insel für immer ändern soll. Mittendrin sind Violet und ihre Freunde, ...

Inhalt
Der Geheimbund Der schwarze Schlüssel plant einen gross angelegten Anschlag auf den Adel, einen Anschlag, der das Leben auf der Insel für immer ändern soll. Mittendrin sind Violet und ihre Freunde, die Mitkämpfer anwerben und ausbilden. Doch auch wenn Violet sich ihrer Wichtigkeit in dem Plan bewusst ist, kann sie an nichts anderes denken, als an ihre kleine Schwester Hazel, die an ihrer Stelle nun im Juwel festgehalten wird. Und so fasst sie den Beschluss, ins Juwel zurückzukehren und ihre Schwester zu befreien. Als Dienstmagd verkleidet gelangt sie zurück ins Haus zum See, doch kann die Revolution beginnen, wenn sie nicht vor Ort ist?

Meine Meinung
Nachdem ich von Band 1 positiv überrascht war und mich Band 2 total geflasht zurückgelassen hatte, habe ich voller Vorfreude den dritten und letzten Teil von Das Juwel angefangen. Schnell war ich wieder in der Geschichte drin, auch wenn ich erst etwas Mühe hatte, mich an die vorderen Teile zu erinnern - schliesslich ist ein halbes Jahr vergangen, seit ich den Auftakt gelesen habe. Dennoch habe ich mich gut zurecht gefunden und die Charaktere schnell wieder erkannt. Der Schreibstil ist zwar in Präsens gehalten, was ich sonst nicht sehr mag, aber hier stört es mich irgendwie nicht, tatsächlich habe ich es nicht einmal richtig bemerkt. Der Schreibstil ist toll, lässt sich flüssig lesen, schafft es, den Leser zu fesseln. Nur ganz gegen Ende des Buches sind mir plötzlich ein paar wenige Fehler aufgefallen.

Das Buch beginnt eher etwas langsam, es passiert noch nicht sehr viel, wir sind wieder in der weissen Rose, wo sich der Widerstand gebildet hat. Violet und Raven rekrutieren Mädchen aus den Verwahranstalten - künftige Surrogate - und zeigen ihnen ihr wahres Wesen. Dennoch kann sich Violet nicht vollständig auf ihre wichtige Aufgabe konzentrieren, da ihre kleine Schwester Hazel im Haus zum See gefangen gehalten wird. Also macht sie sich auf den Weg zurück ins Juwel, wo sie - getarnt als Zofe - ihre Schwester befreien will. Natürlich läuft nicht alles nach Plan, und ab hier wird es dann langsam immer spannender.

Es passiert sehr viel, die Stimmung wird immer bedrückender. Der Adel fühlt sich zwar noch sicher hinter seinen Mauern, aber man merkt, dass etwas in der Luft liegt. Der schwarze Schlüssel verübt mehrere kleine Anschläge, die Stimmung kippt immer mal wieder, aber das macht das Buch gerade besonders spannend. Nie weiss man, ob die Sache nun klappen kann, oder ob alles zum Scheitern verurteilt ist, ob Violet weiter unerkannt im Haus zum See ihre Intrigen spinnen kann, oder ob sie bald auffliegt und ihr der Tod droht. Diese Stimmung zu schaffen ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Der Abschluss der Trilogie befasst sich mit dem geplanten Anschlag auf den Adel, deckt aber auch weitere Geheimnisse auf, liefert Insiderwissen und gibt den Charakteren noch mehr Tiefe. Alle Stränge des teils verworrenen roten Fadens laufen hier zusammen. Gegen Ende hin gab es für mich kein Halten mehr, die Spannung war fast unerträglich und ich bin zwar traurig, dass es vorbei ist, gleichzeitig aber sehr zufrieden mit diesem Ende.

Setting
Das erste Drittel spielt wieder in den äusseren Kreisen, vor allem in der weissen Rose im Kreis der Farm. Der Ort ist sehr harmonisch beschrieben und ich habe mich wohl gefühlt, auch wenn man merkt, dass alle dort wie auf Nadeln sitzen.

Dann darf der Leser wieder mit Violet ins Juwel zurückkehren. Dieses Mal wird das Haus zum See aus Sicht der Dienstboten dargestellt und man erfährt viel darüber, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Diese Sicht der Dinge habe ich als wirklich gelungen empfunden.

Ebenfalls wird noch mehr Licht auf die Geschichte und das Wesen der Paladininnen geworfen, was sehr interessant und spannend war. Das Setting und das Worldbuilding können in der Trilogie Das Juwel definitiv überzeugen.

Charaktere
Violet's Wandlung im zweiten Teil hat mir ja schon sehr gefallen und nun macht sie noch mehr Fortschritte. Sie wird zu einer Kämpferin, zu einer Anführerin, muss schwierige Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen leben. Eine sehr mutige Protagonistin, die viel durchmachen muss.

Ash, Violet's grosse Liebe und ehemaliger Gefährte bekommt nicht ganz die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. Violet will ihn immer zurückhalten, weil sie grosse Angst um ihn hat, während er fast verzweifelt, weil er nicht wirklich helfen kann. Er kommt sehr authentisch herüber und ich fand es etwas schade, dass er etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Auch Raven ist wieder mit von der Partie, sie hat sich gut erholt und ist ebenso kämpferisch und selbstbewusst, wie Violet geworden. Sie gibt eine wunderbare Freundin ab und einen sehr sympathischen Nebencharakter. Garnet, der Sohn der Herzogin vom Haus zum See hat sich im Geheimen den Rebellen angeschlossen, seine Rolle fand ich in diesem letzten Band fast die beste. Er muss sehr viel mitmachen, kämpft aber stets für die gute Sache. Natürlich ist auch Lucien wieder mit von der Partie. Er war mir nie ganz sympathisch, aber ein starker Charakter, der viel durchgemacht hat. Hier hat er mich vollends überzeugen können als Anführer der Rebellen, aber auch als Freund von Violet.

Auch hier kann ich die Charaktere wieder nur loben. Sie sind wirklich gut durchdacht und ausgearbeitet, haben Schwächen und Stärken, eigene Geschichten, ein eigenes Leben. Wie in jeder guten Geschichte, muss der Leser aber auch in "Der schwarze Schlüssel" von geliebten Charakteren Abschied nehmen und ja, ich war geschockt und ja, mein Herz ist phasenweise fast stehen geblieben. Aber auch das kann ich nur loben.

Fazit
"Der schwarze Schlüssel" ist ein würdiger Abschluss für eine gelungene Reihe. Erst etwas ruhig vermag er mit der Zeit richtig zu fesseln, legt ein tolles Tempo vor, bringt Action und Spannung und lässt einen atemlos aber zufrieden zurück. Mit einem wunderbaren Setting und perfekt ausgearbeiteten Charakteren vermag diese Trilogie mein Herz höher schlagen lassen und ich stelle die Bücher mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück in mein Regal.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 15.05.2017

Schattenmacht

Die Krieger der Königin: Schattenmacht
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Inhalt
Sechs Jahre nachdem Solie zur Königin der Sylphen wurde, regiert sie über das blühende Reich Sylphental. Immer mehr Fremde und Händler zieht es in die florierende Stadt. Doch mit ihnen kommt nicht ...

Inhalt
Sechs Jahre nachdem Solie zur Königin der Sylphen wurde, regiert sie über das blühende Reich Sylphental. Immer mehr Fremde und Händler zieht es in die florierende Stadt. Doch mit ihnen kommt nicht nur Handel und Reichtum, sondern auch Attentäter aus anderen Königreichen, die Sylphental und seine Königin nicht anerkennen. Krieger Hedu und seinesgleichen beschützen ihre Königin und den Stock mit ihrem Leben, doch was, wenn das Böse nicht von aussen kommt?

Meine Meinung
Band 1 und 2 konnten mich schon total begeistern und auch Band 3 hatte mich schnell wieder in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist und bleibt - und da bin ich mir nicht sicher, ob es effektiv der Stil oder aber die Übersetzung ist - etwas zu einfach und vor allem die phasenweise häufige Wiederholung von "aber" und "trotz" verleiten manchmal zum Augenverdrehen. Trotzdem lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen und dadurch, dass sie wieder auf Solie und Hedu fokussiert ist, gibt es auch wieder einiges zu lachen.

Sechs Jahre nach Band 1 und erst kurz nach Band 2 beginnt "Schattenmacht". Wir befinden uns diesmal in Sylphental, dem Tal, dass Solie's Sylphen aus der kargen Einöde geschaffen haben. Unter den Bewohnern herrscht Friede und alle fühlen sich wohl und frei, obschon sie von den Kriegern bewacht werden. Bis ca. Seite 100 plätschert das Buch vor sich hin, bietet Einblick in das Geschehen und die Wirtschaft und das Leben von Sylphental und ich wollte erst schon etwas enttäuscht sein. Doch dann werden Attentäre gefasst und es kommen erste Meister um, was deren Sylphen schier in den Wahnsinn treibt. Und plötzlich rast die Geschichte nur so, ein Ereignis jagt das andere und ich habe die Seiten regelrecht inhaliert.

Dadurch, dass auch in diesem Band die Perspektiven immer wieder wechseln, ist man als Leser allwissend. Trotzdem hat die Autorin versucht, das eine oder andere Geheimnis einzuweben. Meiner Meinung nach ist ihr das nicht immer gelungen und ich fand einiges vorhersehbar, dennoch war das Buch unglaublich spannend.

Sylphental an und für sich finde ich einen sehr schönen Ort, friedlich, voller Leben und wunderbar dargestellt. Die Autorin hat sich sehr um ihre Welt bemüht, was man immer wieder merkt. Mir auf jeden Fall hat es gut gefallen, wie sie die neu geschaffene Stadt umschrieben und integriert hat.

Die Charaktere fand ich wieder super. Solie und Hedu kennen wir ja aus Band 1 schon und vor allem Hedu sorgt regelmässig für Lacher. Auch Lizzy, Ril und Leon haben wieder ihren festen Platz, ihnen merkt man die Ereignisse aus Band 2 noch gut an, sie haben sich aber toll entwickelt. Neu dazu kommen Gabralina und ihr Krieger Wass, die beide nicht gerade mit Intelligenz gesegnet sind, aber im Verlauf der Geschichte an Sympathie gewinnen. Dann gibt es da noch Sala, Gabralina's beste Freundin, die mir von Beginn an etwas suspekt war. Leider muss der Leser in diesem dritten Teil auch Abschied nehmen von geliebten Charakteren und ein Tod hat mich besonders hart getroffen und ich trauere der fiktiven Gestalt noch etwas nach...

Fazit
Der dritte Band der "Krieger der Königin" trumpft mit einem wunderbar fantastischen Setting, tollen Charakteren, fesselnden Schicksalen, Humor und vor allem mit Spannung. Zum Ende hin konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen und ich bin traurig, dass die Serie nun (zumindest auf Deutsch) zu Ende ist.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 25.04.2017

Düsterer als Band 1 aber genauso toll <3

Die Krieger der Königin: Falkenherz
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Inhalt
Als die junge Lizzy bei einem Ausflug von Sklavenhändlern entführt wird, steht für ihren Vater und dessen Krieger Ril fest; sie holen sie zurück, koste es, was es wolle. Und so machen sich der Berater ...

Inhalt
Als die junge Lizzy bei einem Ausflug von Sklavenhändlern entführt wird, steht für ihren Vater und dessen Krieger Ril fest; sie holen sie zurück, koste es, was es wolle. Und so machen sich der Berater der Königin, der geschwächte Krieger und der Jüngling, der Lizzy versprochen ist, auf den Weg, die junge Frau zu befreien. Ihr Weg führt sie in die Wüstenstadt Meridal, einer Stadt voller Sklaven, unterdrückter Sylphen und grosser Gefahr....

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Band schon sehr gefallen hat, wollte ich direkt mit der Geschichte fortfahren. "Falkenherz" ist aber total anders als sein Vorgänger: Es spielt sechs Jahre, nach dem ersten Band, nachdem Solie Königin wurde und Sylphental gegründet hat. Die Hauptprotagonisten sind diesmal Leon, dessen Tochter Lizzy und sein Krieger Ril. Wie Band 1 schon ist die Geschichte immer wieder aus einer anderen Perspektive geschrieben; begleitet jemand anderen. So erhält man nicht nur Einblick in die Gedankenwelt von Leon, Ril und Lizzy, sondern auch in die von anderen Sylphen, von Sklaven aus Meridal und auch von Sklaventreibern. Diese Wechsel geben dem Buch eine besondere Spannung und dem Leser den ultimativen Überblick.

Lizzy, die seit Band 1 zu einer jungen Frau herangewachsen ist, will endlich wissen, was sie im Leben will. Bei einem Ausflug wird sie von Sklavenhändlern entführt - mit dem Ziel sie und ihr Wissen um Sylphental teuer zu verkaufen. Doch es kommt anders als gedacht, niemand will den Preis zahlen und so landet sie in einem Harem in der Wüstenstadt Meridal. Fortan soll sie den Kriegern der Stadt Vergnügen bereiten. Erst war ich etwas überrumpelt davon und hatte Angst, dass sich ab hier nur noch alles um Vergewaltigung durch Krieger dreht, doch es kam anders als gedacht (was ich eigentlich hätte wissen müssen...). Denn auch die Krieger in Meridal sind mehr, als die Menschen je gedacht hätten und so haben sie sich mit ihrer misslichen Lage arrangiert.

Leon, den ich schon in Band 1 sehr mochte, macht sich natürlich sofort auf den Weg, seine Tochter zu befreien. Ihn begleiten Ril, sein Krieger, der seit einem Kampf angeschlagen ist und nie mehr zu seiner eigentlichen Kraft zurückfinden kann, und Justin, ein Junge aus Sylphental, der Lizzy heiraten möchte. Eine lange, beschwerliche Reise führt sie nach Meridal, doch nie hätten sie denken können, was sie da erwartet...

Meridal als neuer Handlungsort fand ich sehr gelungen. Die Stadt ist völlig anders, als Eferem oder Sylphental - viel schlimmer, als alles, was man sich vorstellen kann. Die Reichen und Mächtigen leben in einer schwebenden Stadt, während die Armen und Sklaven und Sylphen am Boden in deren Schatten ein trauriges Leben führen. Wer auch nur ein wenig Brot stiehlt oder die Krieger schräg ansieht, landet entweder in der Arena - wo ihn der sichere Tod erwartet - oder in einem Käfig, in dem er als Futtersklave für die Sylphen landet. Wer gedacht hat, Eferem sei schlimm gewesen, wird von Meridal richtiggehend geschockt sein. Trotzdem kann ich hier das Setting nur loben - alles war wirklich authentisch und die richtige Stimmung ist definitiv aufgekommen; Angst, Beklemmung, Herzrasen.

Die Charaktere waren auch hier wieder sehr gelungen. Leon, der fürsorgliche Vater und pflichtbewusste Berater, der alles für seine Familie tut, der Kriegssylph Ril, der durch seine Schwäche fast die Hoffnung verliert und trotzdem für seine Liebe kämpft, Lizzy, die im Verlauf der Geschichte eine unglaubliche Wendung durchmacht - sie alle haben mir gut gefallen und mich überzeugen können. Besonders berührt haben mich das Schicksal von Konkubine Eapha und deren geliebter Krieger Zwo, aber auch das von Justin - obwohl ich den gar nicht ausstehen kann, sein Schicksal hat er nicht verdient.

Einziger Mängel ist auch hier wieder der Schreibstil. Der lässt nämlich noch etwas zu wünschen übrig. Viel zu oft werden Wörter wie "aber" und "doch" benutzt, was auf Dauer etwas genervt hat, ausserdem ist mir auch aufgefallen, dass Dinge wiederholt werden - nach ein, zwei Sätzen. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Fazit
Ein weiteres wunderbares Abenteuer um die Sylphen und ihre Welt, diesmal aber anders als der Vorgänger: Andere Orte, andere Protagonisten, viel düsterere Thematik und dennoch spannend von der ersten Seite an! Lizzy und Ril konnten mich total packen. Einziges Manko: Sprachlich besteht auch hier noch Luft nach oben.

4,5 Sterne

Veröffentlicht am 18.04.2017

Ein gelungener Auftakt mit einer aussergewöhnlichen Welt

Die Krieger der Königin
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Inhalt
Im Königreich Eferem verschwinden immer wieder junge Mädchen spurlos. Was kaum jemand weiss; die Mädchen werden geopfert um die besonders mächtigen Sylphen - magiebegabte Wesen aus einer anderen ...

Inhalt
Im Königreich Eferem verschwinden immer wieder junge Mädchen spurlos. Was kaum jemand weiss; die Mädchen werden geopfert um die besonders mächtigen Sylphen - magiebegabte Wesen aus einer anderen Welt - an einen Menschen zu binden. Die junge Solie wird entführt und soll als Opfer für einen Krieger sterben, doch sie schaffte es, das Ritual zu stören. Dabei läuft etwas vollkommen schief und Solie bindet sich an den beschworenen Sylphen. Auf der Flucht vor dem tobenden, um einen Kriegssylphen betrogenen König, erhält sie unerwartete Hilfe...

Meine Meinung
Das Buch hatte ich Ewigkeiten auf der Wunschliste und danach Ewigkeiten ungelesen im Regal. Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der dem Leser die Welt näher bringen soll und vor allem auch über die Sylphen aufklärt. Schon im Prolog fällt auf, dass die Übersetzung, vielleicht aber auch der Schreibstil selber ein wenig unreif wirkt. Vor allem die Szenen, in denen etwas über die Welt erklärt wird, wirken etwas, naja, unerfahren. Nichts desto trotz lässt sich der Schreibstil sehr flüssig lesen, bringt die richtigen Emotionen herüber und auch diese kleinen "Ecken und Kanten" oder halt eben die "Unerfahrenheit im Schreiben" wirkt nicht wirklich störend.

Im Königreich Eferem werden Sylphen, magisch begabte Wesen, durch ein Ritual an Menschen gebunden, um diesen zu dienen. Besonders selten und daher besonders begehrt sind die Krieger: Mächtige Sylphen, die auf Befehl alles Vernichten können, was ihnen in den Weg kommt. Doch nicht nur die Zerstörung ist ihnen eigen, sondern auch der Hass, der sie spürbar umwabert. Um eine solche Sylphe zu binden benötigt es ein Jungfrauenopfer. Unsere Hauptprotagonistin Solie soll genau so ein Jungfrauenopfer werden. Doch sie stört das Ritual und bindet sich aus Versehen an den Kriegssylphen. Erst hat sie panische Angst vor der Kreatur, doch dann verwandelt sich der Sylph in einen Menschen und nennt sie dauernd "meine Königin". Natürlich hat der König, der den Kriegssylphen an seinen Sohn binden wollte, alles andere als Freude an der Entwicklung und Solie und der Kriegssylph müssen fliehen. Unterwegs erhalten sie Unterstützung von unerwarteter Seite und erfahren immer mehr über die Wahrheit und die Sylphen.

Die Geschichte beleuchtet abwechslungsweise wichtige Handlungen. So begleitet sie Solie am Tag des Rituals aber auch später immer wieder, zeigt aber auch Szenen aus dem Königshaus und aus der Sicht der Verfolger wie auch der neuen Freunde von Solie. Dies sorgt dafür, dass der Leser den Überblick nicht verliert und gleichzeitig wird so eine tolle Spannung aufgebaut.

Die Welt, in der Solie lebt hat mir gut gefallen, ebenso die Idee mit den Sylphen. Erst dachte ich ja, es handle sich dabei um ein normales High Fantasy-Buch, wurde dann aber rasch eines Besseren belehrt, denn es kommen doch einige erotische Szenen vor. Diese haben mich zwar erst überrascht, aber nicht weiter gestört, weil sie sich super in die Geschichte integriert haben und nicht unnötig oder übertrieben gewirkt haben.

Das Buch regt durchaus auch zum denken an, denn Solie und ihre Gefährten entdecken, dass die Sylphen eigentlich mehr sind, als alle gedacht haben. Durch das Ritual und die Gesetze ist es den magischen Wesen nicht erlaubt, zu kommunizieren und sie dürfen ihre Gestalt nicht wechseln und dabei wird ganz vergessen, dass auch sie Lebewesen mit Gefühlen sind. Nicht ganz so komplexe Lebewesen, wie der Mensch, aber die Idee der Sylphen fand ich doch wirklich sehr gelungen!

Setting
"Die Krieger der Königin" spielt in einer fiktiven Welt, hauptsächlich in den Königreichen Eferem und Para Dubh. In beiden Königreichen herrschen Männer, das gemeine Volk wird mal mehr und mal weniger unterdrückt und nur ganz glückliche oder aber reiche Männer können sich eine Sylphe leisten. Frauen können keine Sylphen an sich binden, so die Meinung.

Mir hat es Spass gemacht, Eferem und Teile von Para Dubh gemeinsam mit Solie zu erkunden. Das Setting, das Worldbuilding haben mir wirklich zugesagt. Abgesehen von den magisch begabten Sylphen existiert keine Magie in den Reichen und so werden diese auch nicht von übermässig vielen Wesen etc. überrannt.

Die Sylphen haben mich vollkommen überzeugen können. Sie sind ein eigenes Volk, das ein komplexes und gleichzeitig einfaches System der Herrschaft hat. Die Sylphen, die in die Menschenwelt gebannt werden, werden an einen Mann gebunden und so von ihrem Volk getrennt. Es gibt verschiedene Sylphen, so Elementar-Sylphen (Wasser, Erde, Luft und Feuer) und Kriegssylphen, aber auch - wenn auch sehr selten - Heilersylphen. Ganz besonders ist der Hass, den die Kriegssylphen ausstrahlen. Sie scheinen alles und jeden, sogar ihre eigen Meister, abgrundtief zu hassen und diesen Hass spürt jeder, der einem Kriegssylphen zu nahe kommt.

Charaktere
Solie ist die Hauptprotagonistin der Geschichte. Durch einen Zwischenfall bindet sie einen Kriegssylphen an sich. Sie wird sich erst nach un nach bewusst, was das bedeutet und versteht nicht, warum der Krieger sie andauernd "meine Königin" nennt. Solie war mir sehr sympathisch, da sie einerseits eigenwillig und stur ist, andererseits sehr unsicher. Dennoch schafft sie es irgendwie, alles zu meistern.

Hedu ist der Kriegssylph, den Solie an sich bildet. Er ist ein junger, unerfahrener Sylph, fühlt sich aber total glücklich, eine Königin gefunden zu haben. Hedu sorgt immer wieder für Lacher, weil er sich in der Welt der Menschen noch nicht so richtig zurecht findet.

"Die Krieger der Königin" bietet ein riesiges Spektrum an interessanten Charakteren und Sylphen. Besonders gut gefallen hat mir die Nebengeschichte um den Sicherheitsbeauftragten des Königs - Leon - und dessen Kriegssylphen Ril. Wie jeder Krieger hasst Ril seinen Meister aus ganzem Herzen, doch aus dem Hass entwickelt sich etwas anderes, denn Leon ist von all den Meistern der gütigste. Auch den Krieger Mace fand ich sehr interessant, ebenso den jungen Mann Devon mit seiner Luftsylphe Airi.

Die Charaktere der Geschichte haben mich überzeugen können. Sie alle haben ihre eigene Persönlichkeit und kommen authentisch und echt herüber.

Fazit
Ein sehr gelungener und spannender Auftakt zu einer aussergewöhnlichen High Fantasy-Reihe, der mit tollem Worldbuilding, interessanten Charakteren und den noch nicht gekannten Sylphen toppen kann, jedoch sprachlich noch ein wenig Luft nach oben lässt.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 21.03.2017

Der Tod will nicht mehr ...

Knochenjob!
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Inhalt
Der Tod hat es satt. Immer wird er als der Böse dargestellt, als der Spielverderber, als der, der immer nur nimmt und nie gibt. Also fasst er einen Plan: Er will fortan Leben retten und der Menschheit ...

Inhalt
Der Tod hat es satt. Immer wird er als der Böse dargestellt, als der Spielverderber, als der, der immer nur nimmt und nie gibt. Also fasst er einen Plan: Er will fortan Leben retten und der Menschheit zeigen, was für ein toller Kerl er doch ist. Seine Mitarbeiter Leben, Glück, Zufall, Schicksal, Krankheit und Karma trauen ihren Ohren nicht, als sie von diesem Plan erfahren. Doch der Tod lässt sich nicht unterkriegen und so beginnt ein irrwitziges Abenteuer...

Meine Meinung
Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert vom Schreibstil. Der Witz, der Sarkasmus, die Ironie darin sind unglaublich toll und ich wage zu behaupten, dass es einen Schreibstil wie diesen nicht allzu häufig gibt. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Buch offenbar das Debüt der jungen Schriftstellerin ist. Immer wieder kommt ein wunderbar trockener Humor vor, Selbstironie, und gleichzeitig regt das Buch zum denken an...

Aber von Anfang an: Wir lernen Tod kennen, den etwas miesepetrigen Gesellen, der die Seelen von Verstorbenen abholt und wegbringt. Je nach Ort und Art, je nach dem wie der/die/das Verstorbene sich den Tod vorstellt, erscheint er mal als klappriges Knochengestell, mal als Sensemann oder auch als Besen. Nur hat er es langsam satt, denn die Menschen zollen ihm nicht mehr den Respekt, den er sich verdient hat, und überhaupt, warum muss immer er der Böse sein? So schafft er sich ein Erste Hilfe-Buch an und plant, in Zukunft die Seelen zu retten. Doch leichter gesagt als getan, denn der Tod ist offensichtlich nicht geeignet, Seelen zu retten. Auch seine Mitarbeiter sehen das so und bringen ihn damit nur noch mehr auf die Palme. Ein neuer Plan muss her!

Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr süss. Der Tod, der nicht mehr töten will, ist ein sehr sympathischer Protagonist. Naja. Fast immer. Auch die Idee, dass alles eine Art grosse "Fabrik" ist, wo die Zeit die Chefin und Leben, Tod, Schicksal, Zufall, Krankheit und Karma (das eigentlich anders heisst...) die Mitarbeiter sind, fand ich sehr gelungen. Die Dialoge zwischen den einzelnen "Mitarbeitern" waren herrlich komisch. Mit Fussnoten ergänzt die Autorin ihre eh schon witzige Geschichte mit noch witzigeren Anekdoten und Anmerkungen. Alles in allem sprüht das Buch - trotz des eigentlich ernsten Themas - nur so vor Witz. Und genau das hat mir hier gut gefallen.

Es gibt immer wieder kleine Einschübe, Rückblicke, Anmerkungen, Listen, auch Mal einen Chatverlauf, die das Buch zu etwas aussergewöhnlichem machen. Es macht richtig Spass, die Geschichte weiter zu verfolgen. Trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, es wird mir zu viel. Besonders gegen Ende hin habe ich die Rückblende auf die Evolution als etwas mühsam empfunden. Ansonsten fand ich es aber sehr unterhaltsam und erheiternd, die Geschichte der Welt auf diese Art neu zu entdecken.

Fazit
Eine unterhaltsame Geschichte über das Leben und den Tod, die irgendwie nicht miteinander aber auch nicht ohne einander können. Mit viel Charme und Witz wird die Geschichte der Welt neu erzählt und regt zum denken an.

4.5 Sterne