Profilbild von strickleserl

strickleserl

Lesejury Star
offline

strickleserl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit strickleserl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2021

Ehe zu dritt

Was Gott zusammengefügt hat …
0

Eine Ehe ist etwas Wunderschönes, doch in jeder Ehe gibt es auch mal Konflikte, denn es ist nicht immer leicht, wenn zwei Menschen ihren Weg gemeinsam gehen. Der 1937 geborene Psychologe, Eheberater und ...

Eine Ehe ist etwas Wunderschönes, doch in jeder Ehe gibt es auch mal Konflikte, denn es ist nicht immer leicht, wenn zwei Menschen ihren Weg gemeinsam gehen. Der 1937 geborene Psychologe, Eheberater und Seelsorger Manfred Engeli hat in den vielen Jahren seiner Beratungstätigkeit zahlreichen Paaren durch Durststrecken in ihrer Ehe begleitet. Dabei hat er wirksame Wege gefunden, um mit einfachen Schaubildern Zusammenhänge aufzuzeigen und Lösungswege anzubieten.

Dieses Buch, mit seinen neun Kapiteln, wirkt wie ein Handbuch zu einem Seminar. Einfache und klare Gedanken über die Ehe wechseln sich ab mit Erfahrungsberichten und Schaubildern.

Es werden viele Themen angesprochen, manche nur kurz, doch der Autor gibt das nötige Rüstzeug, um die Themen zu vertiefen. Das Buch beginnt mit einem Blick auf Gottes Schöpfungsplan, einschließlich Zerbruch und Erlösung. Danach erklärt der Autor die Grundlage seines Ehekonzepts, das Ehe-Dreieck, ein zentraler Gedanke in diesem Buch. In der Ehe stehen sich nicht nur zwei Menschen gegenüber; zwischen ihnen steht Gott, der beiden helfen will in guter Weise miteinander umzugehen. Obwohl Mann und Frau unterschiedliche Rolle haben, stehen beide auf derselben Stufe in ihrer Beziehung zu Gott. Sie wirken zusammen als Partner, ob bei Entscheidungen oder der Erziehung.

Nach der Erklärung des Ehe-Dreiecks folgen einfache Konzepte oder Beispielbilder, die Vorgänge im Ehealltag erklären. In den letzten Kapiteln geht es um Phasen einer Ehe, um Herausforderungen, um das Familienleben, um Krisen und um das Kostbare in einer Ehe. Im Anhang finden sich hilfreiche Übersichten und umfangreiche Begriffserklärungen.

Beim Lesen entsteht ein wohltuendes, hoffnungsvolles Gefühl, denn in einem ruhigen, liebevollen Ton vermittelt der Autor, dass Gott großen Anteil an Ehen nimmt. Darum will er ganz konkret antworten und helfen, wenn ein Mensch nach seiner Hilfe fragt. Ein Schaubild zeigt das Wechselspiel zwischen eigenem Tun und Gottes Handeln. Es ist eine große Entlastung zu erfahren, dass es bei der Aufarbeitung von Eheproblemen nicht darum geht sich noch ein bisschen mehr zu bemühen. Außerdem darf der vergebliche Versuch den Ehepartner zu verändern aufgegeben werden, das kann nur Gott. Fehlende Liebe kann nicht erzwungen werden. Der Schlüssel zu einer glücklichen, harmonischen Ehe ist die Beziehung des Einzelnen zu Gott. Und selbst wenn nur ein Partner bereit ist an der Ehe zu arbeiten, kann die richtige Herzenshaltung des Einen positive Veränderungen in der Ehe bewirken.

Fazit: Dieses Buch, mit seinem ganz anderen Konzept, ist das überzeugendste christliche Ehebuch auf dem Büchermarkt, da es immer wieder auf Gott, dem Stifter und Erhalter der Ehe verweist. Wohltuend, entlastend und hilfreich, vermittelt dieses Buch Hoffnung und zeigt ganz praktische Hilfen und Lösungen auf. Echt und lebensnah geschrieben, ist dieses Buch sehr empfehlenswert, sowohl für frisch verheiratete Paare als auch für solche, die schon lange verheiratet sind!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2021

Freude und Schmerz bei der Erfüllung eines Lebenstraums

Sellawie - So ist das Leben
0

In diesem Buch nimmt die Autorin ihre Leser mit hinein in ihr bewegtes Leben. Anhand von Tagebuchauszügen entsteht so ein buntes Bild von Erfolgen und Freuden, Zweifeln und Nöten. Neben einem Schwerpunkt ...

In diesem Buch nimmt die Autorin ihre Leser mit hinein in ihr bewegtes Leben. Anhand von Tagebuchauszügen entsteht so ein buntes Bild von Erfolgen und Freuden, Zweifeln und Nöten. Neben einem Schwerpunkt auf die Bearbeitung ihrer Trauer und der Bewältigung einer neuen Herausforderung, enthält es ein Sammelsurium an Gedankensplittern, die teilweise lustig sind und oft zum Nachdenken anregen.

Die Tagebucheinträge beginnen Januar 2009. Obwohl ihre beiden Töchter schon eine Weile in Australien sind, vermisst Bianka sie sehr. Gleichzeitig setzt sie sich damit auseinander, wie sie diese neue Lebensphase gestalten soll, eine Phase, in der sie eigene Ziele verfolgen kann, da ihre Kinder erwachsen sind und selbstständig werden.

Kaum sind die Kinder zurück und die Familie wieder vollständig, stirbt ihre Mutter. Unerwartet und viel zu früh. Das wirft Bianka vollkommen aus der Bahn und wirft Fragen und Zweifel auf. Doch trotz allem Schmerz geht das Leben weiter.

Bianka und ihr Mann überlegen, wie sie die letzten Jahre ihrer Berufstätigkeit gestalten wollen. Sie haben einen Traum, der sie einfach nicht loslässt. Es scheint unmöglich zu sein, der Misserfolg vorprogrammiert, doch sie träumen weiter. Sie wollen einen Ort der Begegnung schaffen. Ein Café und gleichzeitig ein Laden. Monate vergehen. Und auf einmal ist beiden klar, sie packen es an!

Der Weg zur Erfüllung ihres Traumes ist sowohl steinig als auch schön. September 2012 wird ihr großer Traum wahr, das Café wird eröffnet. „Sellawie“ heißt dieser besondere Ort, in Erinnerung an eine Wortschöpfung ihrer Mutter.

Es dauert ein paar Seiten, bis man sich hineingelesen hat, vor allem wenn man die vorherigen Bände der Autorin nicht kennt. Doch schon bald fällt es schwer dieses Buch aus der Hand zu legen, denn es ist fesselnd und abwechslungsreich, und sehr gut geschrieben. Die Tagebuchaufzeichnungen erzählen nicht nur von Ereignissen, sie geben vor allem einen Einblick in die Gefühlswelt und das Glaubensleben der Autorin. An manchen Tagen ist sie so glücklich, dass sie durch die Gegend tanzen könnte, an anderen Tagen verzweifelt sie an dem, was sie erlebt. Auch in ihrer Ehe wechseln sich gute und weniger gute Tage ab. Ihre Erfahrungen sind nachvollziehbar, vermutlich erleben die meisten Menschen ähnliches, doch sie sprechen nicht darüber.

Einige Nachrichten von Familienangehörigen und Freunden sind mit eingestreut, da sind vor allem die herzerwärmende E-Mails der Mutter, die sich im Alter an einen „Klapptop“ wagt, zum Schmunzeln. Eine tolle Ergänzung sind die Bilder im Innenteil und das Lesebändchen.

Fazit: Dieses Buch zeigt, wie eine 50jährige Frau mit Trauer und Verlust umgeht, und wie sie beharrlich ihren großen Traum verfolgt. In allem weiß sie sich von Gott getragen, auch wenn sie ihn nicht immer versteht. Authentisch, zum Nachdenken anregend, und sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 17.10.2021

Gott ist Liebe

All you need is love
0

Als 19jährige erlebt Sabine Ball die Bombierung der Stadt Dresden. Ihre Eltern sind noch in Ostpreußen, sie ist allein für den kleinen Bruder zuständig. Beide überleben, doch nun bangen sie um die Eltern, ...

Als 19jährige erlebt Sabine Ball die Bombierung der Stadt Dresden. Ihre Eltern sind noch in Ostpreußen, sie ist allein für den kleinen Bruder zuständig. Beide überleben, doch nun bangen sie um die Eltern, vor allem als sie vom Untergang der Gustloff hören, dem Schiff, auf dem ihre Eltern kommen wollten.

Doch zum Glück schaffen es die Eltern in den Westen. Sabine möchte aber nicht in Nachkriegsdeutschland bleiben, sie reist als 24jährige zu einer Tante in Amerika. Langsam arbeitet sie sich in der neuen Heimat hoch und hat schließlich eine Stelle in einem Jachtclub, in dem die Reichen und die Schönen verkehren. Ein Besucher verliebt sich in sie, und er wirbt anhaltend um sie. So wird das Flüchtlingsmädchen aus Ostpreußen zu einer Millionärin.

Doch Sabine muss entdecken, dass Geld nicht glücklich macht. Ihr neues Leben füllt sie nicht aus. Sie leidet außerdem unter dem übermäßigen Trinken ihres Mannes. Als sie keinen anderen Weg mehr sieht, lässt sie sich scheiden. Unerfüllt macht sie sich nun auf die Suche nach dem wahren Lebensglück. Sie diskutiert über philosophische Fragen, gründet eine Hippie-Kommune und reist nach Ostasien. Doch erst als ein Bewohner ihrer Kommune sie auffordert in der Bibel zu lesen, findet sie ihr Lebensglück.

Sie wie alles im Leben, lebt Sabine diesen neuen Glauben auch mit voller Kraft aus. Der Wunsch Hoffnung weiterzugeben, führt sie schließlich zurück nach Dresden. In dieser Stadt gründet sie mit Freunden einen Verein, der sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert. Die einst reiche Frau lebt bescheiden und demütig unter diesen jungen Menschen, Kindern aus zerbrochenen Familien. Mit ihrem Leben lebt sie ihre Botschaft aus – Du bist wertvoll und Gott liebt dich!

Diese Lebensgeschichte ist faszinierend und ungewöhnlich. Die Lebensetappen von Sabine sind so interessant, dass das Buch schnell gelesen ist.

„Gott ist Liebe“, so signierte Sabine gerne ihre Bücher. Diese Botschaft war auch kennzeichnend für ihr Leben als Christ. Aufopferungsvoll ließ sie sich gebrauchen, um diese Liebe weiterzugeben.

Fazit: Gut geschrieben, erzählt diese Autobiographie vom Leben einer Frau auf der Suche nach dem wahren Leben. Reichtum, fernöstliche Religionen und ein ungebundenes Hippie-Dasein bieten ihr nicht die ersehnte Antwort. Trotz anfänglicher Skepsis findet sie das wahre Leben beim Gott des christlichen Glaubens. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 12.10.2021

Geheimagentinnen für Jesus

Aufbruch in die Freiheit
0

In islamischen Ländern haben Frauen in der Regel weniger Wert als Männer. Sie können oft nicht frei entscheiden, wen sie heiraten, wo sie leben, oder was sie glauben. Dieses Buch erzählt die Geschichten ...

In islamischen Ländern haben Frauen in der Regel weniger Wert als Männer. Sie können oft nicht frei entscheiden, wen sie heiraten, wo sie leben, oder was sie glauben. Dieses Buch erzählt die Geschichten von Frauen, die sich in Jesus verliebt haben, und alles riskieren, um ihm nachzufolgen.

In sieben Kapiteln lernt der Leser diese Frauen kennen. Da ist Dina. Sie leidet so sehr unter ihrem gewalttätigen Mann, dass sie davon träumt ihn umzubringen. Doch auf einmal ist er völlig verwandelt. Ob das anhält?

Die selbstbewusste Fahra hat eine gute Arbeitsstelle und viel Freiheit. Mit dem Heiraten hat sie es nicht eilig. Doch dann bestimmt ihr Vater, dass sie einen Mann heiraten muss, der um sie wirbt. Es ist ausgerechnet ein Mann, den Fahra verachtet. Aber das Brautgeld wird für eine dringend benötigte Operation der Mutter gebraucht. Andernfalls könnte sie sterben. Wie kann Fahra da nein sagen? Ihr Leben als Ehefrau ist eine Qual, bis sie im Glauben neue Hoffnung findet.

Kady muss heimlich ihre Heimat verlassen, denn als ihre Familie erfährt, dass sie Christin geworden ist, steht für sie fest, dass Kady umgebracht werden muss.

Die Autorin dieses Buchs hat diese und andere Frauen, die zum christlichen Glauben gekommen sind, kennengelernt und erzählt hier ihre Geschichten. Nach den Erzählungen folgt oft ein kurzes Interview mit den Frauen, in denen die Frauen von der verwandelnden Kraft des Glaubens erzählen, und westliche Christen auffordern ganz für diesen Glauben zu leben. Das ist beeindruckend und inspirierend. Im Gegensatz zu diesen Frauen können wir frei unseren Partner, unseren Wohnort und unseren Glauben wählen, doch ob unsere Begeisterung für unseren himmlischen Vater an ihre heranreicht?

Die Berichte lesen sich wie eine moderne Apostelgeschichte. Es ist berührend zu erfahren, wie Gott diese Frauen zu sich hin liebt. Manche begegnen Jesus in einem Traum, andere werden auf übernatürliche Weise zu gläubigen Menschen hingeführt. Durch diese Begegnungen verändert sich ihr Leben radikal. Trotz Lebensgefahr stehen sie nun zu diesem Glauben und bezeugen ihn. Weil das lebensgefährlich ist, suchen sie Wege diese Hoffnungsbotschaft im Verborgenen weiterzugeben.

Im ganzen Buch ist eine große Wertschätzung für Frauen herauszulesen. Wie hier zu sehen ist, sind Frauen oft die ersten in der Familie, die zu einem lebendigen Glauben kommen. Sie sind bereit ihr Leben für diesen Glauben aufzugeben. In einem Nachwort werden Leser ermutigt auch in ihrer Umgebung muslimische Frauen anzusprechen. Dieses Buch hilft zu verstehen, unter welchen Nöten sie leiden.

Fazit: Ein wichtiges und ermutigendes Buch über Gottes Wirken unter Frauen in muslimischen Ländern. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 10.10.2021

Ein Hirte, der zu den Schafen geht

Der Kneipenpastor
0

Der 1969 geborene Titus wächst in der ehemaligen DDR auf. Er genießt es als Kind in der freien Natur zu spielen, doch in der Schule leidet er unter den Hänseleien der anderen. Als Jugendlicher erwacht ...

Der 1969 geborene Titus wächst in der ehemaligen DDR auf. Er genießt es als Kind in der freien Natur zu spielen, doch in der Schule leidet er unter den Hänseleien der anderen. Als Jugendlicher erwacht in ihm die Sehnsucht nach der weiten Welt. Lange spart er, um eine lange und abenteuerliche Reise nach Bulgarien zu machen. Genau zu diesem Zeitpunkt, beginnt der Osten zu zerbröckeln. Es ist auf einmal leicht in den Westen zu fliehen. Titus würde auf dieser Reise am liebsten alles zurücklassen und in den Westen abhauen, doch er zögert.

Wenig später sind tatsächlich alle Grenzen offen, und für Titus beginnt ein neues Leben im Westen. Mit harter Arbeit baut er sich einen florierenden Betrieb auf. Doch damit überfordert er sich wohl selbst. Als die Steuerfahndung kommt, werden Unstimmigkeiten aufgedeckt. Er muss ins Gefängnis. Besonders schmerzhaft für ihn ist die Härte, die seine Mitarbeiter im Betrieb von den Behörden erleiden müssen. Schlimm ist es auch seine Familie zurückzulassen.

Die Zeit im Gefängnis ist sehr hart für ihn, besonders als er in medizinischer Einzelhaft ist. Doch am Tiefpunkt seines Lebens begegnet er in seiner Gefängniszelle Gott. Von dann an verändert sich sein ganzes Leben. Er macht mehrere kirchliche Ausbildungen und kann dadurch nach dem Absitzen seiner Straftat als Pastor und Seelsorger dienen. In seiner Kneipe übt er Samstagabends seine Predigten, und die Kneipenbesucher hören gerne zu. So wird er zum Kneipenpastor.

Diese Lebensgeschichte lässt sich gut und schnell lesen. Die Kindheit und Jugend des Autors im Osten werden ausführlich beschrieben, was sehr interessant ist. Die Lebenswende im Gefängnis ist beeindruckend, und die Idee in einer Kneipe zu predigen ist außergewöhnlich und schön, denn so erreicht Titus Menschen, die ihren Fuß nie in eine Kirche setzen würden. Und so kann der Autor für Schweres in seinem Leben dankbar sein, weil ihm das die Möglichkeit gibt andere Menschen zu erreichen.

Fazit: Es ist wohltuend von einem Menschen zu lesen, der zu seinen Fehlern steht, und für den nicht alles optimal läuft. Das wirkt authentisch und macht Mut. Eine ungewöhnliche Lebensgeschichte, die sehr empfehlenswert ist!