… ist eine bedingungslose, zeitlose und trotz ungewollter Trennung nicht endende Liebe – berührend und ergreifend.
Das Geheimnis der HyazinthenLiebesromane zählen definitiv nicht zu meinem Lieblingsgenre – aber dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Mit einer so wundervollen Geschichte, die
In zwei Erzählsträngen ...
Liebesromane zählen definitiv nicht zu meinem Lieblingsgenre – aber dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Mit einer so wundervollen Geschichte, die
In zwei Erzählsträngen wird die Geschichte von Lilly und ihrer Mutter Iris erzählt. Iris, mit einer lebensverkürzenden Erkrankung in einem Pflegeheim lebend, registriert die zunehmende Überlastung von Lilly, da diese sich aufopferungsvoll, teilweise bis zur Erschöpfung, um ihre Mutter kümmert. Um Lilly eine mehr als dringend nötige Auszeit zu verschaffen, äußert Iris einen recht ungewöhnlichen Wunsch und leitet, ohne Lillys Wissen, bereits alles Notwendige in die Wege: Lilly soll im Garten des ehemaligen Elternhauses auf der Insel Sky eine Hyazinthe ausgraben, die Iris sehr viel bedeutet.
Lilly beginnt widerstrebend die aufgezwungene Reise und stellt sich mit großer Willenskraft der Herausforderung, im Februar eine Blumenzwiebel zu suchen und auszugraben. Dass durch die Suche in einer Umgebung, die ihr eine wunderschöne und unvergessliche Kindheit ermöglichte, nicht nur die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten hervorgerufen werden, ist keine Frage. Als jedoch mit Liam ein Jugendfreund auftaucht, mit dem sie einst eine Art Hass-Liebe verband, sind heftige Diskussionen aber auch Missverständnisse vorprogrammiert.
Neben diesem Handlungsstrang in der Gegenwart wird auch die Geschichte von Iris, gut 30 Jahre früher und kurz nach ihrer Heirat erzählt. Ihr Leben weist neben einer herzergreifenden tragischen Liebesgeschichte auch unerwartete Schicksalsschläge aus. Im Rückblick auf diese Zeit wird nicht nur das Geheimnis um eine ganz besondere Hyazinthenart geklärt, sondern auch der Grund für den Verkauf des Hauses.
Dass sich noch ein anderes Geheimnis, das von sehr großer Bedeutung für Iris und Lilly ist, endlich auflöst rundet die ganze Geschichte auf eine sehr ergreifende und berührende Weise ab.
Mit sehr großem Geschick und Einfühlungsvermögen gelingt es der Autorin, die beiden Zeitebenen mit Leben zu füllen. Davon profitieren auch die Charaktere, die auf eine ganz besondere Art und mit sehr viel Empathie gestaltet werden. Beide überzeugen von Anfang an, wobei Lillys noch immer vorhandener Schmerz über den Verlust ihres Vaters fast greifbar zu spüren ist. Und Iris, die ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude, vor allem aber ihre unerschöpfliche Liebe, nie verloren hat, sondern auch durch das Leid und die Sorgen, die sie trafen, bewahren konnte. Der Roman wird durch ihre Lebensgeschichte getragen. Mit einer Authentizität, Eindringlichkeit und überzeugenden Wirkung, die vergessen lässt, dass es sich um Fiktion handelt. Dabei besonders bemerkenswert, dass es der Autorin nahezu mühelos gelingt, die dörflichen Strukturen, Stimmungen und auch das Verurteilen bzw. die Vorbehalte bestimmter Gruppen innerhalb einer Dorfgemeinschaft aufzuzeigen. Erfrischend in diesem Zusammenhang aber auch die Unbekümmertheit, Sorglosigkeit und die positive Lebenseinstellung eines amerikanischen Paares, das sich zur gleichen Zeit wie Lilly im gleichen Ort aufhält und durch Ehrlichkeit und Offenheit schnell Freunde und Aufnahme findet.
Ein wunderbarer Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen möchte. Er bleibt in Erinnerung!