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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2021

Spannende Frauenpower

Der rote Raum
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Das Ermittlerteam um Ingrid Nyström hat sich verändert, wie Neueinsteiger wie ich in dieser 9. Folge der Reihe erfahre. Eine gleichermaßen exzellente wie impulsive Polizistin, Stina Forss, hat sich versetzen ...

Das Ermittlerteam um Ingrid Nyström hat sich verändert, wie Neueinsteiger wie ich in dieser 9. Folge der Reihe erfahre. Eine gleichermaßen exzellente wie impulsive Polizistin, Stina Forss, hat sich versetzen lassen. Sie ist durch eine üppige junge Blondine ersetzt worden, um die sich die beiden Männer der Abteilung fast schon lachhaft bemühen. 
Es gibt einen schaurigen Mordfall, bei dem ein alleinstehender junger Mann mit aufgeschlitztem Torso und fehlendem Herzen aufgefunden wird.
Fast zeitgleich hat Stina oben am Polarkreis einen ähnlich gelagerten Fall. Hier fehlt dem Opfer eine Leber und es ist die klassische rätselhafte Situation: Die Leiche befindet sich in einem von innen geschlossenen Raum. Wie konnte der Mörder entkommen? 
Spannend verbinden die Autoren die beiden Morde, wechseln an der aufregendsten Stelle gekonnt hin und her. Beide Kommissarinnen haben ihre Stärken und Schwächen, was sie sehr sympathisch macht. Aber auch die anderen Kollegen werden einprägsam charakterisiert. Besonders schön ist der Hahnenkampf, den die beiden älteren Kommissare um die Gunst der jungen Mitarbeiterin veranstalten.
Während mir der eine Handlungsstrang richtig gut gefallen hat, enttäuscht mich der andere umso mehr, weil die Auflösung an den Haaren herbei gezogen ist. 
Ach ja, eigentlich gibt es noch den dritten Handlungsstrang von zwei jungen Männern, die durch Europa reisen. Ganz zum Schluss fügt er sich ins große Ganze ein, doch mich haben diese Einschübe eher im Lesefluss gestört.
Obwohl ich einige Kritikpunkte an dem Krimi habe, kann er mich mit seinem hohen Spannungspotenzial überzeugen. Volle Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 23.10.2021

Hochspannung

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Dieses Buch ist der 6. Band aus der Fabian-Risk-Reihe. Man findet ohne Mühe in die Handlung hinein, auch wenn man noch keine Vorkenntnisse hat. Der Autor lässt alle benötigten Informationen kurz und knapp ...

Dieses Buch ist der 6. Band aus der Fabian-Risk-Reihe. Man findet ohne Mühe in die Handlung hinein, auch wenn man noch keine Vorkenntnisse hat. Der Autor lässt alle benötigten Informationen kurz und knapp in die laufende Handlung einfließen.
Hier geht es (mal wieder) um den korrupten Kopenhagener Polizeichef Sleizner. Dunja, eine ehemalige Mitarbeiterin, ist seine erklärte Erzfeindin. Ihr ganzer Lebensinhalt ist auf die Vernichtung Sleizners gerichtet. Fabian Risk hat seine eigenen Gründe, einen persönlichen Rachefeldzug zu starten.
"Meeressarg" ist ein richtig dicker skandinavischer Wälzer. Es gibt fast schon zu viele Personen und diverse Handlungsstränge, doch die Handlung ist klar strukturiert, deshalb verliert man den roten Faden nicht. Über die Charaktere erhält man viele Hintergrundinformationen, sodass die Persönlichkeit klar definiert ist. Auch die "Guten" kämpfen hier mit ganz harten Bandagen, die längst nicht alle legal sind. Trotzdem bleibt man an ihrer Seite, denn für ihr Handeln gibt es keine Alternative.
Von allen Protagonisten hat mir doch der Schurke Sleizner am meisten imponiert. Immer wenn man denkt, jetzt schnappt die Falle zu, dann findet der schlaue Fuchs immer noch einen letzten Ausweg. Deswegen wird es gegen Ende auch von Seite zu Seite immer spannender.
Ja, "Meeressarg" ist der ultimative Pageturner. Da muss man einfach 5 Lesesterne vergeben, oder?
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 23.10.2021

Grauen im Darknet

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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Bettina und Markus haben ein florierendes Carsharing-Unternehmen. Eines Abends verschwindet Bettina. Markus bekommt einen mysteriösen Anruf und muss im Darknet mit ansehen, wie seine Frau gequält wird. ...

Bettina und Markus haben ein florierendes Carsharing-Unternehmen. Eines Abends verschwindet Bettina. Markus bekommt einen mysteriösen Anruf und muss im Darknet mit ansehen, wie seine Frau gequält wird. Am nächsten Morgen findet er sie tot auf.
Schnell schießt sich die Polizei auf Markus als Täter ein. Da die Beweislast so überwältigend ist, verliert er sämtlichen Rückhalt bei Familie und Freunden. Das ist umso schrecklicher, als seine Tochter in die Hände des gleichen Entführers fällt und Markus ganz auf sich allein gestellt ist, um sie zu retten.
Bei dieser Inhaltsangabe wird direkt klar, dass der Leser von der ersten Seite an in atemlose Action verwickelt wird. Markus steht mit dem Rücken zur Wand. Die Situation ist sogar so schlimm, dass nicht nur der Leser, sondern auch Markus selbst an seiner Unschuld zweifeln muss. 
Die Personen bleiben leider klischeehaft, weil der Schwerpunkt auf der Handlung ruht. Ich muss leider sagen, dass diese ausgesprochen unglaubwürdig ist. Vor allem das Tatmotiv kann mich nicht überzeugen.
Doch trotzdem kann ich eine hundertprozentige Leseempfehlung geben, weil der Autor meisterhaft mit der Spannung jongliert. Da kann ich über die Mängel hinwegsehen.
Ich habe die Hörbuchversion gehört. Der Sprecher Sascha Rotermund ist perfekt für die Rolle des Erzählers. Ganz große Klasse, wie er den starken Emotionen Ausdruck verleihen kann.
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 22.10.2021

starke Frauen

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Helene Sommerfeld versetzt den Leser unmittelbar ins Berlin der wilden 20er-Jahre. Es macht nichts, dass man das erste Buch um die Polizeiärztin Magda Fuchs nicht gelesen hat, denn nie kommt das Gefühl ...

Helene Sommerfeld versetzt den Leser unmittelbar ins Berlin der wilden 20er-Jahre. Es macht nichts, dass man das erste Buch um die Polizeiärztin Magda Fuchs nicht gelesen hat, denn nie kommt das Gefühl auf, etwas an Vorkenntnissen verpasst zu haben. Was wichtig ist, wird geschickt im Verlauf der Geschichte eingeflochten.
Magda ist eine tüchtige und ehrgeizige Ärztin. Sie hat einen Job bei der Polizei, doch bald kann sie eine eigene Praxis eröffnen. Auch die Lebensgeschichten ihrer Pensionsmitbewohnerinnen fließen in den Plot mit ein. Man erhält Einblick auch in die dunklen Seiten Berlins, in der Armut und Gewalt herrschen. Der Hass auf die Juden nimmt immer mehr zu, und wird von den wenigsten als bedrohlich empfunden.
Dieser Roman ist so spannend geschrieben, dass man an den Seiten klebt. Die Schicksale der Frauen bewegen, aber auch das Zeitgeschehen wird anschaulich dargestellt. Man kann sich auf eine Fortsetzung freuen.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Jugendsünden

Spätsommermord
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Geradezu fluchtartig verlässt Anna Vesper die Stockholmer Mordkommission, um einer internen Ermittlung zu entgehen. Ihr neuer Arbeitsplatz liegt in Schonen. Sie übernimmt dort die Leitung der Polizeistation. ...

Geradezu fluchtartig verlässt Anna Vesper die Stockholmer Mordkommission, um einer internen Ermittlung zu entgehen. Ihr neuer Arbeitsplatz liegt in Schonen. Sie übernimmt dort die Leitung der Polizeistation. Der alte Polizeichef legt ihr unter dem Deckmantel der Freundlichkeit jede Menge Steine in den Weg. Vor 27 Jahren gab es nämlich einen Mordfall, dessen Aufklärung er in seinem Sinne betrieben hat. Anna ist erst noch unsicher, wem sie vertrauen kann und wie sie auftreten soll, um sich den nötigen Respekt zu verdienen. Auch privat läuft es nicht ganz rund. 
Der Tod ihres Ex-Mannes belastet sie stark, denn er war ihre große Liebe. Auch Tochter Agnes hat die Situation noch nicht verkraftet und reagiert mit mürrischem Verhalten. Die ganzen Umstände sind demnach nicht einfach für Anna.
Im Laufe der Handlung kann man deutlich verfolgen, wie sie in ihre neue Rolle hineinwächst. Sie deckt Verbindungen auf, die sogar Auswirkungen auf ihr Verfahren in Stockholm haben.
Auch wenn es ein sehr ruhiger Krimi ist, bleibt eine permanente Spannung erhalten, denn man mag Anna, auch wenn man nicht nachvollziehen kann, wie viel sie ihrer Tochter durchgehen lässt und man will wissen, wie sie mit dem neuen Lebensabschnitt zurechtkommt. Die Leute im Dorf, ganz besonders die Verdächtigen, werden gut charakterisiert, sodass man ihre Handlungen nachvollziehen kann.
Für mich ist die Geschichte in sich rund und hat mir gut gefallen. Aber ich kannte den Autor schon aus einem früheren Buch und hatte mich sowieso auf einen guten Krimi gefreut.
Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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