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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2021

Der Glanz der Kronen

111 royale Momente für die Ewigkeit
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Von Albert (Fürst von Monaco) bis William (2. der britischen Thronfolge) spannt sich der Bogen. Da das britische Königshaus eine recht weitverzweigte Familie ist, ist es verständlich, dass mehr als 35 ...

Von Albert (Fürst von Monaco) bis William (2. der britischen Thronfolge) spannt sich der Bogen. Da das britische Königshaus eine recht weitverzweigte Familie ist, ist es verständlich, dass mehr als 35 (!) der 111 royalen Momente sich mit den Windsors beschäftigen, auch, wenn der eine oder andere Moment (siehe Nr. 38, 48 und 49) so gar nicht königlich ist. Die „Chefin“ war da sicher nicht „amused“.

Neben lebenden Personen wirft Micheal Begasse auch den einen oder anderen Seitenblick auf verstorbene Mitglieder des Adels. Natürlich führt auch hier Lady Diana die Liste an. Interessant, weil vermutlich nur wenigen bekannt, sind Katharina von Braganza (14) oder Königin Christina von Schweden (21).

Als Österreicherin hätte ich mir als Abschluss „Z“ wie Zita von Bourbon-Parma (1892-1989), Gemahlin von Kaiser Karl (1887-1922), dem letzten Kaiser Österreich-Ungarns, gewünscht. Während Karl auf seinen Herrschaftsanspruch verzichtet hat, war Zita hier unbeugsam und mit einem Einreiseverbot nach Österreich belegt. Erst im hohen Alter von 90 Jahren durfte sie, nach Intervention von Spaniens König Juan Carlos und dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky, wieder nach Österreich einreisen.

Aber, wie der Autor andeutet, könnte es ja einen weiteren Band mit royalen Momenten geben.

Fazit:

Viele bekannte und manche unbekannte Einblicke in das Leben der Herrschaftshäuser. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2021

Einblick in menschliche Abgründe

Tod im Hohen Venn
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Auch in seinem zweiten Fall für den belgischen Ermittler Piet Donke ist hier wenig so, wie es scheint.

Eine Familie verschwindet und Piet setzt allen Ehrgeiz daran, die Personen zu finden. Ohne Rücksicht ...

Auch in seinem zweiten Fall für den belgischen Ermittler Piet Donke ist hier wenig so, wie es scheint.

Eine Familie verschwindet und Piet setzt allen Ehrgeiz daran, die Personen zu finden. Ohne Rücksicht auf sich selbst oder die anderen Ermittler wird beinahe 3 Tage durchgearbeitet. Daraus ergibt sich ein Erschöpfungszustand von Donker, der die Auflösung des Kriminalfalls fast scheitern lässt.

Die Geschichte ist recht düster und lässt uns Leser in menschliche Abgründe schauen. Die zahlreichen Wendungen überraschen die Leser. Mir waren sie einen Hauch zu viel. Daher gibt es einen Stern Abzug, und 4 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2021

Ein gelungenes Krimidebüt

Salzburger Rippenstich
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Dieser Krimi ist das Debüt der Salzburger Autorin Katharina Eigner.

Worum geht’s?

Die Arzthelferin Rosemarie Dorn ist begeisterte Krimileserin und so neugierig, dass es schon manchmal wehtut. Ihr, zum ...

Dieser Krimi ist das Debüt der Salzburger Autorin Katharina Eigner.

Worum geht’s?

Die Arzthelferin Rosemarie Dorn ist begeisterte Krimileserin und so neugierig, dass es schon manchmal wehtut. Ihr, zum Beispiel, wenn sie von ausgerechnet von jenem Hund gebissen wird, der a dem unbeliebten Dorfbewohner Pechtl gehört und b wenig später sich in einer Leiche verbeißt. Grauslich - das findet auch Rosemarie und fühlt sich durch diese Gemeinsamkeit berufen, dem Pechtl auf den Zahn zu fühlen.

Als dann ein zweiter Toter auftaucht, der noch dazu mit der ersten Leiche verwandt ist, gibt es für Rosemarie kein Halten mehr. Sie stochert in der Vergangenheit Pechtl herum, die sie in das kleine tschechische Dorf Brezi (sprich Bscheschi) führt. Die Erkenntnisse sich äußerst interessant, die Schlüsse, die die Möchte-gern-Miss-Marple daraus zieht, führen sie allerdings in eine völlig falsche Richtung .....

Meine Meinung:


Dieses Krimi-Debüt hat mir sehr gut gefallen, was natürlich an der unkonventionellen Ermittlerin liegt. Wir dürfen die Ereignisse direkt aus Rosemaries Perspektive erleben, da der Krimi in Ich-Form geschrieben ist.

Rosemarie ist selbst ein wenig vom Schicksal gebeutelt. Sie ist ein „Findelkind“ und kennt weder ihre Eltern noch irgendwelche Details zu ihrer Herkunft. Daher hat sie einige Erfahrung bei Recherchen und glaubt, diese bei den aktuellen Mordfällen einsetzen zu können. Trotz der Sehnsucht, Licht ins Dunkel ihrer Familie zu bringen, ist Rosemarie herzlich, ein wenig schusselig und auch ein wenig mit Vorurteilen behaftet. So steht für sie der alte Griesgram Pechtl gleich einmal im direkten Zusammenhang mit den Morden. Erst bei ihren Recherchen in Brezi, entdeckt sie, dass auch Pechtls Lebensgeschichte keine leichte war. Ob sich die beiden in einem nächsten Band verständnisvoller begegnen werden?

Der Exkurs in die Geschichte von Brezi führt die Leser in eine sehr dunkle, brutale Zeit, nämlich ins Jahr 1945, in der die Tschechen aus Rache auf Hitler-Deutschland alle Deutschen aus ihrem Land brutal vertreiben.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen und bringt den Lesern das Salzburger Flair näher. Für alle jene, die mit den österreichischen Begriffen nicht so vertraut sind, gibt es ein Glossar.

Ungewöhnlich für einen Krimi gibt es sowohl im Inhaltsverzeichnis als auch vor jedem Kapitel eine Kurzzusammenfassung der Ereignisse. Das hebt den Krimi von anderen ab.

Die Auflösung ist stimmig, wenn auch ein wenig überraschend.

Fazit:

Ein gut gelungenes Krimi-Debüt, das mir vergnügliche und spannende Lesestunden
Beschert hat. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.10.2021

Ein gelungener Reihenauftakt

Des Kummers Nacht
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Dieser historische Krimi versetzt die Leser in das Berlin um 1855.
Die beiden Studenten Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt werden Zeugen einer Explosion im Nachbarhaus. Als sie zu Hilfe eilen, ...

Dieser historische Krimi versetzt die Leser in das Berlin um 1855.
Die beiden Studenten Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt werden Zeugen einer Explosion im Nachbarhaus. Als sie zu Hilfe eilen, finden sie eine Tote, die von der Wucht der Sprengladung aus dem Fenster geschleudert wurde. Wilhelm, der über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, fallen bei der polizeilichen Einvernahme einige Ungereimtheiten auf. Zwar macht er sich durch die Details verdächtig, doch der Chef der Berliner Kriminalpolizei findet Gefallen an den Fähigkeiten des jungen Mannes und bietet ihm eine Job in seiner Truppe an. Wilhelm, Jura-Student gefällt die Arbeit. Dass er daneben noch ein Komplott, das sich gegen seine Eltern richtet, aufklärt, bestärkt seinen Entschluss, auch nach Aufklärung des Verbrechens an der jungen Frau, die sich als österreichische Gräfin herausstellt, fix in den Kriminaldienst einzutreten. Doch bis dahin vergehen interessante Lesestunden ...

Meine Meinung:

Der Mord an der, wie sich bald herausstellt, österreichische Adeligen verursacht Kopfzerbrechen bei der Berliner Polizei. Ist der Tod politisch motiviert? Oder doch ein Versehen? Oder ein Verbrechen aus Leidenschaft?

Gleichzeitig wird die Berliner Polizei erst aufgebaut. Man sucht fähige Männer und so kommt Wilhelm von der Heyden, der Sohn eines Junkers gerade recht. Obwohl für ihn eigentlich nur der höhere Staatsdienst in Frage kommt, setzt er sich durch und tritt, nachdem er gemeinsam mit Johann Schmidt, den komplexen Kriminalfall löst, ein.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Natürlich muss es einen Widersacher geben, der ausgerechnet der ehemalige Freund und Nachbarssohn Wilhelm von der Heydens ist. Interessant sind die Flashbacks und Albträume, denen Wilhem ausgesetzt ist. Ob wir im nächsten Band erfahren werden, was damaöls wirklich geschehen ist?

Geschickt werden historische Fakten und Personen mit Fiktion verquickt. So dürfen wir dem Gesandten Otto von Bismarck begegnen.

Der Schreibstil ist gefällig und zeugt von penibler Recherche. Ich mag historische Krimis, die einen Blick in die Bürgerhäuser werfen. Da braucht es für mich keine überbordende „Action“.

Der eine oder andere Leser wird sich über den Titel wundern: Er ist einem Gedicht entlehnt, das zu Beginn des Krimis steht.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt einer neuen historischen Krimireihe, der ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 09.10.2021

"Töchter können mehr"

Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz
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Dolores Schmidinger ist eine österreichische Schauspielerin und Kabarettistin, die bereits mehrere Bücher geschrieben hat. Dieses hier, ist die Familiengeschichte ihrer Mutter Johanna Deweis.

Die Autorin ...

Dolores Schmidinger ist eine österreichische Schauspielerin und Kabarettistin, die bereits mehrere Bücher geschrieben hat. Dieses hier, ist die Familiengeschichte ihrer Mutter Johanna Deweis.

Die Autorin lässt uns Leser in das Jahr 1938 zurückreisen, in dem sich für Österreich und seine Bewohner einiges ändert: Österreich hört auf zu existieren und wird als Ostmark Teil von Nazi-Deutschland.

Auch das Leben der jungen Sozialdemokratin Johanna Deweis wird auf den Kopf gestellt. Sie lernt den linkischen, erzkatholischen Josef Schmidinger kennen, der glaubt, ein neuer Caruso zu sein.

Dolores Schmidinger taucht tief in die Familiengeschichte ihrer Mutter Johanna ein, die als lediges Kind geboren wird, in einer Zeit, in der das in der bäuerlichen Gesellschaft des niederösterreichischen Waldviertels als schwerer Makel gilt. Barbara, Dolores‘ Großmutter, entflieht der dörflichen Enge und lässt das Hannerl in der Obhut der bäuerlichen Familie, während sie in Wien eine Ausbildung als Krankenschwester macht. Später wird sie dann Ignaz Deweis heiraten und mit ihm den gemeinsam Sohn Fredi haben. Das Verhältnis Barbara zu Hannerl wird nie sehr liebevoll sein. Der Stiefvater, ein überzeugter Sozialdemokrat, nimmt Hannerl zu den Versammlungen mit. Auf einer dieser Versammlungen wird sie, wie oben erwähnt, den Josef Schmidinger kennenlernen.

Meine Meinung:

Wer Dolores Schmidinger kennt, wird wissen, dass sie mit dem ihr eigenen fatalistischen Humor, ihre Herkunftsgeschichte aufarbeitet. Wir begegnen auf dieser Reise zahlreichen skurrilen Charakteren, die auch heute noch so, oder ähnlich anzutreffen sind.

Schmidinger zeigt mit spitzer Feder auf, wie Lebensträume am enervierenden Alltag scheitern, wie Frauen an gläserne Decken stoßen und sie sich - oft, um des lieben Friedens willen - klein machen (müssen). Da ist es nicht verwunderlich, dass Dolores Schmidinger eines ihrer Programme „Töchter können mehr“ nennt.

Sehr interessant ist auch ihre Sicht auf die begeisterten Anhänger des NS-Regimes und deren bigotte Mitläufer.

Fazit:

Ein interessanter Einblick in die Familiengeschichte der Dolores Schmidinger, der ich 4 Sterne gebe.