Profilbild von gaensebluemche

gaensebluemche

Lesejury Star
offline

gaensebluemche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gaensebluemche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Von gut bis weniger gut

Versprich mir, dass du tanzt
0

Die erste Hälfte des Romans hat mir echt gut gefallen. Ich mochte das Setting des Buches sehr, den Fakt, dass es zu einem großen Teil im Winter spielt, in einem Schneesturm, in einer abgelegenen Hütte ...

Die erste Hälfte des Romans hat mir echt gut gefallen. Ich mochte das Setting des Buches sehr, den Fakt, dass es zu einem großen Teil im Winter spielt, in einem Schneesturm, in einer abgelegenen Hütte im Wald, in der Josh, einer der Protagonisten des Romans, lebt. Das hat für eine atmosphärische, interessante, mitunter auch spannende Stimmung gesorgt. Auch fand ich den Hintergrund des Romans interessant, den Grund dafür, warum Lily und Josh aufeinandertreffen. Dazu gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonisten. Das hat ihre Geschichte auf besondere Weise erzählt und hat mir ebenfalls gut gefallen. Die Autorin arbeitet sehr stark mit Emotionen, schafft dadurch Verbindung zu ihren Lesern. Leider wandelte sich mein Eindruck von dem Buch mit dessen zweiter Hälfte, vor allem mit dem letzten Drittel. Hier werden Details in die Handlung eingebaut, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen. Alles wirkt etwas übertrieben, etwas zu dramatisch, etwas zu überspitzt. Das Buch hätte eine wirklich schöne, runde Geschichte erzählen können. Aber diese kleinen Details haben mich sehr gestört. Ich glaube, manches hätte anders erzählt werden können und der Roman hatte dennoch gut funktioniert. So fand ich es leider übertrieben und unnötig dramatisch. Ich denke, dass die Bücher der Autorin daher wohl eher nichts für mich sind. Es war mir zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt und zu voll mit Sachen, die nicht hätten sein müssen, gerade bei einem belletristischen Roman, der nicht genug Umfang bietet, um sich in der Tiefe mit den Emotionen und den Prozessen der Charaktere zu befassen. So wirkte das Ende zu abrupt und unbefriedigend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2025

Mehr cosy als Crime

Dark Cinderella
0

Bei diesem Buch hatte ich mich vor allem auf Spannung und Knistern gefreut. Leider war der Crime-Anteil sehr gering. Fast schon zu gering dafür, dass der Klappentext so vielversprechend klang. Und irgendwie ...

Bei diesem Buch hatte ich mich vor allem auf Spannung und Knistern gefreut. Leider war der Crime-Anteil sehr gering. Fast schon zu gering dafür, dass der Klappentext so vielversprechend klang. Und irgendwie war alles zu niedlich, um wirklich Knistern zu erzeugen. Die Protagonisten zeigen Anklänge von Tiefgründigkeit und die Autorin hat ihnen Charaktereigenschaften verpasst, die sie interessant machen. Aber es hat nicht gereicht, um mich so richtig mitzureißen und zu begeistern. Ich hatte mir mehr erhofft. Das Buch liest sich schnell weg, der Schreibstil ist locker und leicht. Mir fehlte ein wenig die Tiefe, das gewisse Etwas, vielleicht auch ein gewisses Drama. Der Cliffhanger am Ende des Buches kann es leider nicht wettmachen, denn den fand ich sehr übertrieben und zu reißerisch gewählt. Man sollte die Fortsetzung nicht nur aufgrund des Cliffhangers lesen wollen. Diesen Drang hätte die Autorin meiner Meinung nach schon weitaus früher auslösen müssen. Daher leider nur drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2024

Leider nicht so gut wie gehofft

Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse
0

Ich wollte das Buch wirklich unbedingt mögen, weil ich die Idee mit den vier Jahreszeiten-Schwestern als Aufhänger der Reihe so gut finde und ich mich so gern auf das Erscheinen der drei Fortsetzungen ...

Ich wollte das Buch wirklich unbedingt mögen, weil ich die Idee mit den vier Jahreszeiten-Schwestern als Aufhänger der Reihe so gut finde und ich mich so gern auf das Erscheinen der drei Fortsetzungen gefreut hätte. Aber leider reicht es in meiner Bewertung nicht für mehr als drei Sterne, und ob ich die Nachfolger lesen möchte, kann ich noch gar nicht so richtig sagen.

Das Buch fing gut an. Die beiden Protagonistinnen Spring und Sophia werden vorgestellt und ich mochte vor allem, wie viel Zeit die Autorin sich für die Beschreibung der Atmosphäre der Geschichte nimmt. Ich konnte mir das London, in dem die Handlung ihren Lauf nimmt, so gut vorstellen.

Doch leider wurde die Geschichte ziemlich schnell ziemlich abstrus. Dass die Eltern der Jahreszeiten-Schwestern Hippies sind und einen etwas anderen Lebensstil pflegen, konnte ich noch ganz gut verkraften. Aber dass - und wie! - sie ihre freie Liebe vor den Augen der Leser so ungehemmt ausleben, war mir dann doch zu viel. Und leider wurde auch der Teil der Geschichte, der in der Vergangenheit spielt, immer absurder, je mehr das Buch sich seinem Ende näherte. Es war in meinen Augen alles viel zu überspitzt und konstruiert, irgendwie erzwungen.

Lesefreude kam so leider kaum auf. Daher leider nur drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2023

Zwischen weit weg und hautnah

Keine gute Geschichte
0

Es ist ein kleines Buch. Nur fünf Kapitel auf nur 240 Seiten. Es liegt gefällig in der Hand, fühlt sich gut an. Und hat es gleichzeitig so faustdick hinter den Ohren, oder vielmehr zwischen den Seiten, ...

Es ist ein kleines Buch. Nur fünf Kapitel auf nur 240 Seiten. Es liegt gefällig in der Hand, fühlt sich gut an. Und hat es gleichzeitig so faustdick hinter den Ohren, oder vielmehr zwischen den Seiten, in jeder Zeile, in jedem Wort. Es ist eine Geschichte über ein Leben, von dem man hofft, dass es niemandem wirklich so geht, und man gleichzeitig ganz genau weiß, dass es die Realität ist. Nicht für jeden von uns, schon gar nicht für einen selbst, was für ein Glück. Aber es gibt Leben wie dieses der Protagonistin Arielle, gar nicht so weit weg, viel näher, als man denkt, viel näher, als man möchte: dieses Leben zwischen Altbauwänden, ungewaschenen Gardinen, misstrauischen Blicken, Angst, Verzweiflung, Sorgen, Not. Es gibt diese Schicksale, die sich in Existenzängsten entfalten, in Identitätskrisen, in mehr Fragen als Antworten. Wer soll sie auch geben, in diesem Leben, in dem ein Schicksal so sehr dem anderen gleicht.

"Keine gute Geschichte" hat mich sehr betroffen gemacht und ist mir sehr nahegegangen. So nahe, dass ich mich sehr von dem Buch distanzieren musste, um es lesen zu können. Es ist keine Geschichte für nebenbei, schon gar nicht für zwischendurch. Es erfordert fast Mut, sie zu lesen. Der Schreibstil und damit Erzählstil der Protagonistin ist direkt, unverblümt, ungefiltert und ungebremst. Er ist voller Emotionen, von Vorwurf bis Anklage und tiefer Ehrlichkeit. Nichts für zarte Gemüter, nichts für Lesende auf der Suche nach schönem. Denn der Titel verrät nicht zu viel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2021

Bittersüß

Regenglanz
0

Hamburg auch bei Regen lieben zu können, ist meiner Meinung nach keine große Kunst. Denn diese Stadt strahlt für mich wie keine andere das Gefühl von Heimat, Zuhause, Schönheit und Natürlichkeit aus. Egal ...

Hamburg auch bei Regen lieben zu können, ist meiner Meinung nach keine große Kunst. Denn diese Stadt strahlt für mich wie keine andere das Gefühl von Heimat, Zuhause, Schönheit und Natürlichkeit aus. Egal bei welchem Wetter.

Doch was, wenn sich der Regen, oder sogar ein Gewitter, gar nicht im Außen abspielt, sondern im Inneren? Was, wenn Schuld, Scham und Angst einen Menschen so fest im Griff haben, dass es ihm schwerfällt, die Schönheit um ihn herum wahrzunehmen? Dann ist es vielleicht umso schwerer, sich selbst, andere oder eine Stadt zu lieben.

Anya Omah erzählt in "Regenglanz" nicht nur von der Stadt Hamburg, sondern auch von Menschen, die nicht nur mit dem Regen im Außen, sondern auch mit dem im Inneren klarkommen müssen. Und wollen. Es so sehr versuchen. Und doch immer wieder Rückschläge einstecken müssen. Dabei geht sie sehr liebevoll vor, sehr behutsam und achtsam. Mir war es vor allem in Bezug auf die Beziehung zwischen den Charakteren etwas zu leichte Kost. Ich hätte mir diesbezüglich mehr Tiefgang gewünscht. Die Protagonisten sind süß, aber es hat für mich nicht gereicht, um mich in sie zu verlieben. Das Knistern hat sich nicht auf mich übertragen, die Neckereien und Flirtereien haben mich nicht berührt. Ich konnte es nicht fühlen.

Der Tiefgang kommt umso geballter, wenn die Autorin von den Schicksalsschlägen erzählt, die ihre Protagonisten erleiden mussten. Hier kommt die harte Kost zum Tragen. Manchmal war es mir etwas zu viel, etwas zu gewollt, etwas zu bemüht dramatisch. Gerade weil es in so starkem Kontrast zu den spritzigen, frischen Szenen stand, die es vor allem in der ersten Hälfte des Buches gibt. Die Autorin macht so viele Fässer auf, spricht so viele Themen an, versucht sehr, alles miteinander zu verweben. Und bleibt dann doch wieder an der Oberfläche, flüchtet aus dem Tiefgang, kratzt doch nur an der Oberfläche. Es wirkte auf mich nicht rund, zu gewollt, zu konstruiert, zu bemüht. Es war zu viel auf einmal.

Daher kann ich leider nur drei Sterne vergeben, obwohl ich mich vor allem aufgrund des Settings riesig auf das Buch gefreut hatte. Doch auch Hamburg wird nur oberflächlich beschrieben - wie es sich anfühlt, in dieser Stadt zu sein, konnte ich nicht fühlen. Dafür reicht es nicht, bekannte Straßen oder Gegenden zu erwähnen. Das Gefühl kommt allein dadurch nicht zum Tragen. Und so ging es mir letztlich auch mit den Charakteren und der Verbindung zu ihnen. Es hat mir an Gefühl gefehlt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere