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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2021

Toller unterhaltsamer Krimi

Stürmische Algarve
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Die Journalistin Anabela ist privat ziemlich ausgelastet, denn sie teilt sich mit ihrer Mutter die Pflege des an Demenz erkrankten Vater, wobei ihr Liebesleben mit Chefinspektor Joao Almeida in den Hintergrund ...

Die Journalistin Anabela ist privat ziemlich ausgelastet, denn sie teilt sich mit ihrer Mutter die Pflege des an Demenz erkrankten Vater, wobei ihr Liebesleben mit Chefinspektor Joao Almeida in den Hintergrund tritt. Anabela entdeckt eine tote Frau in einem Wohnmobil und die Polizei geht von Selbstmord aus, jedoch hat die Frau in den sozialen Netzwerken einen Hinweis hinterlassen, der den Selbstmord in Frage stellt. Ermittlungen werden aufgenommen, ungeahntes kommt zum Vorschein und es wird eine Lawine von Ereignissen ausgelöst.


Mir gefällt der Erzählstil der Autorin sehr, denn ich entwickele meine eigenen Bilder im Kopf und fühle mich mittendrin im Geschehen. Außerdem finde ich es gut, dass die beiden Hauptprotagonisten Anabela und ihr Freund Joao, der Chefinspektor, sehr sympathisch sind und authentisch herüberkommen. Dazu noch das Flair der Algarve, nebst einem äußerst interessanten Fall und komplexer, vielfältiger Ermittlungen.

Verdiente fünf Sterne


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Veröffentlicht am 30.10.2021

Beeindruckende Geschichte um eine junge 'Frau, die ihren Weg geht

Das Bauwerk der Sehnsucht
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„Das Bauwerk der Sehnsucht“ ist der zweite Teil der Mandelli-Saga von Ladina Bordoli und für mich mein erster Roman von ihr.

In diesem Teil steht die 19jährige Rosalba Mandelli im Mittelpunkt der Geschichte, ...

„Das Bauwerk der Sehnsucht“ ist der zweite Teil der Mandelli-Saga von Ladina Bordoli und für mich mein erster Roman von ihr.

In diesem Teil steht die 19jährige Rosalba Mandelli im Mittelpunkt der Geschichte, die ebenso wie ihre Mutter Maurerin gelernt hat und weil es um die Auftragslage des familieneigenen Bauunternehmens nicht so gut bestellt ist, hat Rosalba bei ihrem italienischen Onkel, der in der Schweiz lebt, ein Praktikum gemacht, um neue Anregungen zu erhalten. Dazu muss man wissen, dass Rosalba nicht nur die praktischen Fähigkeiten einer Maurerin hat, sondern zusätzlich viele Ideen hat, wie man Häuser und Gärten gestalten kann.

Die Geschichte erzählt von Rosalbas schweren Einstieg in die Welt der Bauunternehmung in der 'Schweiz. Hier hat sie mit den Vorurteilen und Übergriffen zu kämpfen, die einmal mit ihrer italienischen Nationalität und zum anderen mit ihrem Geschlecht zu tun haben.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin die Geschichte erzählt. Sie schafft es Bilder von den Gebäuden, den Gärten und den Menschen zu erzeugen, sowie mich die Atmosphäre wahrnehmen zu lassen. Der Roman verbindet auf grandiose Weise mehrere Themen, wobei es um die Liebe und die Familie geht, die unterschiedlichen Traditionen, Weltanschauungen, das eigene Unternehmen, aber auch auch um den persönlichen Neid auf Rosalba und die Ressentiments gegenüber Ausländern sowie die Rolle der Frau in besonderer Weise. Zudem fühle ich zwischen den Zeilen an vielen Stellen das italienische Lebensgefühl sowie ich vermehrt Appetit auf die italienische Küche bekomme.

Dieser Roman schaffte die Balance zwischen Liebe, der Leichtigkeit des Seins, tief berührenden traurigen Ereignissen, sowie er einen Appell für die Selbstverwirklichung von Frauen insbesondere enthält, aber auch generell die Botschaft , das man versuchen sollte seine Lebensträume zu verwirklichen.

Fünf Sterne für diesen großartigen Roman. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil, denn ich möchte nun unbedingt erfahren, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Ein sehr intensiv erzählter Roman, der mich sehr aufgerüttelt hat

Die Enkelin
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Als Kaspar eines Tages nach Hause kommt, findet er seine alkoholkranke Frau Birgit tot auf. Als er ihre Hinterlassenschaftet sichtet, erfährt er ungeahntes über die Vergangenheit seiner Frau, die er liebte, ...

Als Kaspar eines Tages nach Hause kommt, findet er seine alkoholkranke Frau Birgit tot auf. Als er ihre Hinterlassenschaftet sichtet, erfährt er ungeahntes über die Vergangenheit seiner Frau, die er liebte, aber scheinbar nicht richtig kannte. Damals ist sie zu ihm in den Westen geflohen, um der Enge des DDR-Regimes zu entkommen. Kaspar unternimmt nun die Reise in die Vergangenheit von Birgit, denn diese hatte auch erste Anstrengungen unternommen, mehr über die Vergangenheit bzw. was dann in ihrer Abwesenheit passiert ist, zu erfahren.
Kaspar findet Birgits Tochter, die in einer völkischen Gemeinschaft lebt und eine 14jährige Tochter hat.
Der Roman beschreibt sachlich und trotzdem sehr intensiv, was Kaspar alles erlebt, wie er die unterschiedlichen Menschen wahrnimmt und eine Beziehung zu seiner (Stief-)Enkelin herstellt.
Warum Birgit nicht zu Ruhe im Westen kam, das wir mir als Leser schnell klar. Wie sich ihre Tochter entwickelt hat und das sie eine Enkelin hat, das hat Birgit nie erfahren. Wie wäre es ihr damit ergangen? Ich bin total schockiert, mit welchem Weltbild Sigrun, die Enkelin, aufwächst. Es findet quasi eine andere Indoktrination statt, ,was mich sehr nachdenklich gemacht hat. Wie viele von diesen Gemeinschaften bzw. wie viele Menschen gibt es, die diese Ansichten vertreten? Kaspar ist unsagbar engagiert in seinem Handeln Sigrun aus ihrer "Blase" herauszuholen und ich bin bewegt davon, wie gern er sie hat. . Ich selber stelle für mich fest, wie wenig ich von völkischen Gemeinschaften weiss und habe die Gefahr, die von ihnen ausgeht, in dem sie ihr Gedankengut an ihren Nachwuchs weitergeben, völlig unterschätzt.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Brisante Thematik, die sehr gut umgesetzt wurde

Wenn ich wiederkomme
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Der Roman „Wenn ich wiederkomme“ von Marco Balzano beschäftigt sich mit der Thematik der Frauen, die im Ausland als Kindermädchen, Pflegekräfte etc. Geld verdienen und dafür ihre eigene Familie „alleine“ ...

Der Roman „Wenn ich wiederkomme“ von Marco Balzano beschäftigt sich mit der Thematik der Frauen, die im Ausland als Kindermädchen, Pflegekräfte etc. Geld verdienen und dafür ihre eigene Familie „alleine“ zurücklassen. Daniela lässt eines Tages ihre Familie – Mann , zwei Kinder und die Eltern zurück, um die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren zu können. Was für eine Lawine an Ereignissen, kleinen wie großen, damit ausgelöst wird, erzählt der Roman aus der Sicht der Sohnes Manuel, der Tochter Angelica sowie aus Danielas.
Mir hat der Schreibstil des Autors sehr gut gefallen. Ich konnte mich in die Protagonisten sehr gut einfühlen und ich habe ihre Verzweiflung und Wut gespürt. Daniela hat sich im Ausland genauso einsam/verlassen gefühlt wie ihre Familie zu Hause.Die Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit hat sie im gewissen Rahmen den von ihr betreuten Menschen zukommen lassen, die ohne sie ebenso verlassen wären wie ihre Kinder zu Hause. Der einzige Unterschied ,sie als „Pflegekraft“ ist austauschbar, aber als Mutter ist sie nicht zu ersetzen. Sie will das Beste für ihre Familie, aber was ist „das Beste“? Der Autor hat die brisante Thematik und das Konfliktpotential, was es birgt, grandios umgesetzt und lässt mich nachdenklich mit der Frage zurück, was können wir tun, was kann ich tun, um dieses Situation zu ändern?

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Tief verborgene Familiengeheimnisse

Das letzte Bild
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Eva ist 43 Jahre, verheiratet, Mutter eines 15jährigen Sohnes und Schriftstellerin. Als sie einem Morgen das Phantombild einer ermordeten Frau in der Zeitung entdeckt, gerät bei ihr alles ins Wanken. Die ...

Eva ist 43 Jahre, verheiratet, Mutter eines 15jährigen Sohnes und Schriftstellerin. Als sie einem Morgen das Phantombild einer ermordeten Frau in der Zeitung entdeckt, gerät bei ihr alles ins Wanken. Die Frau, deren Identität bis jetzt nicht geklärt werden konnte, sieht ihrer Mutter und ihr sehr ähnlich. Sie begibt sich auf Spurensuche.
Der Roman "Das letzte Bild" von Anja Jonuleit hat mir herausragend gut gefallen. Ich konnte mich gut in die Protagonistin Eva hineinfinden und es hat mich sehr berührt, was sie alles erfahren hat, ebenso wie sich die Beziehung zu ihrer Mutter verändert hat. Gelungen war der Perspektivwechsel zwischen Eva und der mittlerweile toten Frau, sowie zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Beide Erzählperspektiven wurden sehr intensiv dargestellt, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte, es aber getan habe, um das Geschriebene "sacken" zu lassen. Evas Mutter hat die Zeit des Nationalsozialismus als kleines Mädchen erlebt und das, was ihr persönlich wiederfahren ist, hat sie ihr ganzes Leben und auch Evas Leben geprägt. Es hat mir sehr gut getan zu lesen, dass nun, nachdem viele Geheimnisse gelüftet worden sind, selbst Evas Mutter mit über 80Jhren ihr Leben noch mal neu "gestaltet". Eine jahrzehntelange Last ist von ihr genommen worden.
Dieser Roman birgt ein Plädoyer gegen das Vergessen oder Beiseiteschieben von "Erinnerungen" an die damalige Zeit.
Chapeau, fünf Sterne!



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