Profilbild von Annabell95

Annabell95

Lesejury Star
offline

Annabell95 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Annabell95 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2021

Intrigen im Kleeblattbündnis

Die Wanderhure und der orientalische Arzt
0

Deutschland, 1441: Marie und Michel sind auf dem Weg zu Burg Hettenheim. Sie trauen ihren Augen kaum, als sie auf einmal auf eine junge, schwer verletzte Frau stoßen. Sie liegt mit einem Pfeil in der Brust ...

Deutschland, 1441: Marie und Michel sind auf dem Weg zu Burg Hettenheim. Sie trauen ihren Augen kaum, als sie auf einmal auf eine junge, schwer verletzte Frau stoßen. Sie liegt mit einem Pfeil in der Brust vor ihnen. Tags zuvor sind sie in einer Herberge auf einen geheimnisvollen orientalischen Arzt getroffen. Diesen lässt Michel holen. Er schafft es mit seinen Heilkünsten die junge Frau am Leben zu halten. Doch Marie und Michel ahnen gar nicht, dass sie dadurch mitten in die Fehde verfeindeter Adelsgeschlechter, die um die Vorherrschaft kämpfen, geraten.

"Die Wanderhure und der orientalische Arzt" ist der 8. Band der "Wanderhuren-Reihe". Er lässt sich auch ohne Vorkenntnisse sehr gut lesen. Ich kannte zuvor noch keinen Roman dieser Reihe und habe mich direkt von Anfang an in die Story und Protagonisten einfinden können.

In der Handlung kamen sehr viele Protagonisten mit sehr ähnlichen Namen vor. Wenn fast alle Personen zeitgleich aufeinander getroffen sind, kommt man sehr leicht ins Straucheln und tut sich schwer sie zuzuordnen. Das Personenverzeichnis im Anhang hilft einem aber zum Glück. Die ähnlichen Namen waren bestimmt Absicht, aber es kann auch leicht von Einfallslosigkeit zeugen.

Ich fand die Story sehr authentisch erzählt. Zudem ließ sich der Schreibstil schön und angenehm lesen.

Es war von Anfang bis zum Ende spannend, auch wenn Manches schon recht früh aufgedeckt worden bzw. es auch ein wenig vorhersehbar war. Aber gut, wir haben es hier ja auch nicht mit einem Krimi oder Thriller zu tun. Dramatische Ereignisse lassen die Spannung trotzdem nicht abreißen. Man denkt jetzt wird alles gut, aber nein es wird dann noch eine Schippe drauf gelegt und man hält wieder die Luft an und bangt um den Protagonisten. Die Auflösung war schlüssig und es wurde alles aufgeklärt, sodass keine offenen Fragen mehr geblieben sind.

Die Ausarbeitung des Hintergrunds über Macht und Gier im Mittelalter unter den damaligen Adelshäusern wurde toll ausgearbeitet und authentisch rüber gebracht.

Sehr gefallen hat mir auch der Humor zwischendurch. Die Lage konnte manchmal noch so ernst sein, aber durch einen lockeren Spruch musste ich als Leserin dennoch schmunzeln.

Die Charaktere waren facettenreich. Jeder Protagonist war auf seine eigene Art und Weise stark in seiner Persönlichkeit und jeder hatte Stärken und Schwächen.

Durch den orientalischen Arzt habe ich gedacht, dass man hier auch etwas aus dem damaligen Orient erfährt. Der Orientbezug war zwar da, aber ich habe dennoch etwas mehr erwartet.

Mein Fazit:
Eine sehr spannende und fesselnde Erzählung, kaum aus der Hand zu legen. Hat zwar ganz leichte Schwächen, deswegen 4,5 Sterne, aber absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2021

Pageturner mit Nervenkitzel

Abgetrennt
0

In der Rechtsmedizin bei Paul Herzfeld schlagen ominöse Leichenteile auf. Sie wurden zuvor in einem privaten medizinischen Lehrinstitut beschlagnahmt. Herzfeld erkennt einen Arm mit einer tätowierten Nazi-Sonne. ...

In der Rechtsmedizin bei Paul Herzfeld schlagen ominöse Leichenteile auf. Sie wurden zuvor in einem privaten medizinischen Lehrinstitut beschlagnahmt. Herzfeld erkennt einen Arm mit einer tätowierten Nazi-Sonne. Mittels DNA- und Blutpobenvergleich beweist er, dass er die dazugehörige Leiche schon einmal auf dem Seziertisch hatte. Verkauft einer seiner Kollegen Leichenteile oder stammen die Körperteile von Mordopfern. Auf seiner Suche nach Antworten kommt Paul Herzfeld mal wieder den Schuldigen gefährlich nahe, sodass sein Leben auf dem Spiel steht.

"Abgetrennt" ist der dritte und leider letzte Teil der Herzfeld-Trilogie. Man kann die Teile auch unabhängig voneinander lesen. Die nötigen Hinweise um den Hintergrund zu verstehen werden während der Handlung eingestreut, doch es empfiehlt sich die Trilogie in der Reihefolge zu lesen sonst wird man gespoilert oder versteht doch nicht so ganz den Hintergrund von Herzfeld.

Die Schuldigen sind dem Leser von Anfang an bekannt. Man könnte nun meinen, dass Herzfelds Ermittlungen langweilig zu lesen sind, aber nein es ist grade spannend und interessant zu lesen, wie er den Schuldigen Schritt für Schritt immer näher kommt. Dabei gerät er mal wieder selbst in Gefahr und das zu lesen ist grade im grandiosen Finale nervenzerreißend. Beim Showdown am Ende konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Der Schreibstil ist wieder sehr detailreich und ausführlich. Die Handlungsorte und auch die Handlungen selbst wurden wieder sehr gut und anschaulich beschrieben. Aber Achtung - nichts für schwache Gemüter. Da kann sich schonmal der Magen umdrehen. Ich aber fand es sehr interessant, wie dem Leser dadurch die Arbeit in der Rechtsmedizin näher gebracht wurde.

Die recht kurzen Kapitel mit Perspektivwechseln und Cliffhängern lassen einen nur so durch das Buch fliegen. Von Kapitel zu Kapitel wurde es immer spannender bis hin zum grandiosen Showdown.

Was ich aber ein bisschen schade finde, dass manches nicht ganz aufgeklärt wurde. Bei mir blieben noch ein paar Fragen, fallbezogen und auch aus Herzfelds privatem Umfeld, offen. Dafür dass es der Abschluss der Trilogie sein soll, hätte da ruhig noch etwas im Nachgang kommen können, zumindest eine kleine Zusammenfassung. So fand ich das Ende ein wenig abgehackt.

Mein Fazit:
Nervenkitzel und Herzklopfen pur. Ein packender Pageturner. Da mich das Ende ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat, vergebe ich 4,5 Sterne und das Buch muss man gelesen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2021

Stürmische Jagd auf Sylt

Sturmgepeitscht
0

Jan Fischer recherchiert auf Sylt. Als er auf seine Feinde trifft, muss er sich während eines Orkans, der über die Insel peitscht, zusammen mit einer jungen Frau in einem verlassenen Hotel verstecken. ...

Jan Fischer recherchiert auf Sylt. Als er auf seine Feinde trifft, muss er sich während eines Orkans, der über die Insel peitscht, zusammen mit einer jungen Frau in einem verlassenen Hotel verstecken. Doch ihre Feinde sind ihnen auf der Spur und so beginnt die Jagd. Jan's Freundin die Fotografin Charlotte Sander kann ihnen jetzt nur noch helfen. Aber die Menschen auf der Insel scheinen eine eingefleischte Gruppe zu sein. Blut ist hier dicker als Wasser und Charlotte weiß nicht wem sie wirklich trauen kann.

"Sturmgepeitscht" ist der dritte Teil mit dem Journalist Jan Fischer und der Fotografin Charlotte Sander. Aber der erste Teil, der im Gmeiner Verlag erschienen ist. Als ich anfangen habe zu lesen, habe ich es etwas gemerkt, dass das eine Fortsetzung ist, aber gestört hat es mich nicht wirklich. Der eigentliche Fall ist unabhängig, aber die Geschichte der Charaktere fehlt einem etwas. Für Einsteiger hätte man noch ein paar Eckdaten in die Handlung einfließen lassen sollen, damit man sich besser ein Bild machen kann.

Mit den spannenden und flüssigen Schreibstil war ich sofort drin im Geschehen. Der Autor hat auch viel Lokalkolorit von Sylt mit eingebracht, hat alles schön beschrieben, dass man es sich gut bildlich vorstellen konnte, wie es auf der Insel ausschaut. Trotz des tobenden Orkans hat der Handlungsort die Reiselust bei mir geweckt.

Die Stimmung des Sturms war hervorragend und beeindruckend in die Handlung eingebaut. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, als wenn ich selbst mit drinstecke. Es war sehr bildlich und abenteuerlich geschrieben.

Man weiß wer dahintersteckt, aber hauptsächlich geht es um die Flucht von Jan und der jungen Frau. Alles geht Schlag auf Schlag und zusammen mit den Perspektivwechseln, unerwarteten Wendung und Überraschungen steigt die Spannung enorm. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

In die Handlung wurden brisante Themen, wie Videos im Internet, kritisiert und perfekt mit eingeflochten. Es hat auf jeden Fall zu der außergewöhnlichen Story gepasst.

Die Charaktere waren vielseitig. Der ein oder andere Charakter hat bei mir am Anfang Sympathien geweckt, bis er dann sein wahres Gesicht gezeigt hat, womit ich partout nicht gerechnet habe.

Mein Fazit:
Eine außergewöhnliche Story bei einem wütenden Sturm auf Sylt. Die Hauptprotagonisten waren mir etwas blass, deswegen 4,5 Sterne, aber sonst ein super Thriller. Es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2021

Der Tote im Dunsumer Watt

Gischtgrab
0

Als eine grausam zugerichtete Leiche im Dunsumer Watt gefunden wird, ruft das erneut die Kommissarin Kerrin Iwersen aus Flensburg auf den Plan. Gemeinsam mit dem Inselpolizist Hark Hansen ermittelt sie ...

Als eine grausam zugerichtete Leiche im Dunsumer Watt gefunden wird, ruft das erneut die Kommissarin Kerrin Iwersen aus Flensburg auf den Plan. Gemeinsam mit dem Inselpolizist Hark Hansen ermittelt sie in ihrem neuesten Fall auf Föhr. Der Tote war grade zurück aus der Psychatrie und hat versucht seine Ehe zu retten. Trotz vieler Hinweise kommen sie dem Mörder nicht auf die Schliche und dann verschwindet auch noch seine Tochter spurlos. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

"Gischtgrab" ist der zweite Fall für Kerrin Iwersen und Hark Hansen. Man kann ihn ohne Vorkenntnisse lesen, doch es ist empfehlenswert zunächst "Dunkelmeer" zu lesen, da man sonst die schöne Vorgeschichte der Hauptprotagonisten verpasst. Aber man bekommt während der Handlung auch alle wichtigen Informationen zum Privatleben.

Wie auch im ersten Teil konnte mich die Autorin wieder mit ihrem tollen Schreibstil und dem vielen Lokalkolorit begeistern. Der Schreibstil lässt sich flüssig und angenehm lesen.

Auch in diesem Band lässt die Autorin wieder viele Föhrer Gegebenheiten einfließen. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich grade Urlaub auf der Insel gemacht und so hat es nochmal ganz anders auf mich gewirkt.

Das ganze Ermittlerteam hat gut und engagiert gearbeitet, hat keine Überstunden gescheut. Der Ermittlungsarbeit konnte ich sehr gut folgen und habe auch selbst immer mitgerätselt, wer denn der Mörder ist. Die Autorin hat es geschafft immer wieder falsche Fährten zu legen. Doch irgendwie gab es dann einen ausschlagenden Hinweis, dass ich dann ziemlich schnell den richtigen Riecher hatte. So war das Ende dann leider keine wirkliche Überraschung mehr.

Die Mischung aus Kriminalfall und Privatleben war wieder ausgewogen und ist ihr gut gelungen. Die Charaktere haben sich schön weiterentwickelt.

Mein Fazit:
Ein super gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit und bildhaften Beschreibungen. Er lässt einen das Urlaubsherz höher schlagen. Tolle 4,5 Sterne von mir und es gibt auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2021

Knochen Nr. 1954

Ostseeschmerz
0

Gestern noch stand eine berühmte Esoterikerin bei Gretas Lesung neben ihr. Am nächsten Tag ist liegt sie tot in ihrer Sauna. Greta ist fasslungslos, als sie zusammen mit Hardy Finkel zu der Leiche gerufen ...

Gestern noch stand eine berühmte Esoterikerin bei Gretas Lesung neben ihr. Am nächsten Tag ist liegt sie tot in ihrer Sauna. Greta ist fasslungslos, als sie zusammen mit Hardy Finkel zu der Leiche gerufen wird. War es ein Unfall oder war es Mord? Greta und Hardy folgen einer blutigen Spur nach Hiddensee. Irgendwer scheint einen Fall der 39 Jahre zurückliegt wieder aufgeriffen zu haben und jetzt eine Todesliste abzuarbeiten.

"Ostseeschmerz" ist der vierte Teil in der Reihe mit dem tollen Ermittlerduo Hardy Finkel und Greta Silber. Man kann es auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Aber die private Geschichte der Hauptprotagonisten entwickelt sich immer weiter. Alle nötigen Informationen bekommt man als Leser aber in die Handlung eingewoben, ohne dass es den Lesefluss stört.

Mich hat der Schreibstil wie gewohnt auf ganzer Linie überzeugt. Es lässt sich flüssig und angenehm lesen. Die kurzen Kapitel lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Dann noch die Perspektivwechsel und die Cliffhänger an den Kapitelenden dazu haben bei mir für die nötige Abwechslung und Spannung gesorgt.

Ein klitzekleines Manko habe ich allerdings. Mir hat ein wenig der Nervenkitzel gefehlt. Diese Art von Spannung kann der Herr Haller aber besser ;) Deswegen konnte er mich nicht ganz so packen wie seine Vorgänger.

Als Leser ist man immer am miträtseln gewesen. Ich hatte zwar schon von einem Teil recht früh eine Ahnung, um was es geht, aber noch lange nicht wer denn nun hinter den Taten steckt. Stück für Stück wurden die Puzzleteilchen aufgedeckt, aber auch ein ums andere Mal wurde ich auf die falsche Spur geschickt. Zum Schluss gab es dann eine plausible Aufklärung. Der riesige Cliffhänger ganz zum Schluss ist natürlich mal wieder richtig fies, aber ich freue mich schon wie es mit Greta und Hardy weitergehen wird.

Das Thema mit der DDR und Flucht hat mir sehr gut gefallen. Solche Themen find ich allgemein immer sehr interessant.

Mein Fazit:
Auch wenn er mich nicht ganz so packen konnte wie seine Vorgänger, ist "Ostseeschmerz" aber wieder rundum gelungen. Interessantes Thema und interessante Mordfälle, die es sich zu lesen lohnt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere