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Veröffentlicht am 06.07.2022

Leider viel zu knapp abgehandelt.

Schallplattensommer
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Alina Bronsky hat einige gute Bücher geschrieben. "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche", "Scherbenpark", "Spiegelkind" und "Spiegelriss" haben mir wirklich gut gefallen. Doch bereits ihr Roman ...

Alina Bronsky hat einige gute Bücher geschrieben. "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche", "Scherbenpark", "Spiegelkind" und "Spiegelriss" haben mir wirklich gut gefallen. Doch bereits ihr Roman "Und du kommst auch drin vor" (2020), wie auch nun "Schallplattensommer" konnten mich nicht wirklich überzeugen. Die Ideen sind gut, aber die Umsetzung ist auch hier wieder viel zu knapp und somit zu oberflächlich geworden. Versprochen wird auf dem Buchumschlag eine „trügerisch schöne Liebesgeschichte“, die aber so leider ganz und gar nicht stattfindet. Vielmehr ist die Protagonistin zwischen drei Männern und ihrer verworrenen Lebensgeschichte hin und her gerissen, ohne dass der Leser wirklich in Gänze erfährt, was los ist und war.

Die Autorin:
Alina Bronsky wurde 1978 in Russland geboren und wuchs auf der asiatischen Seite des Urals und später in Südhessen auf. Sie ist Texterin und Redakteurin, lebt in Frankfurt und debütierte 2009 mit ihrem Roman Scherbenpark. Ihr Debütroman war sehr erfolgreich und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Des Weiteren hat sie mit Spiegelkind (Arena 2014) ein lesenswertes Jugendbuch verfasst, dessen Fortsetzung unter dem Titel Spiegelriss 2015 erschien. 2010 erschien ihr Roman Die schärften Gerichte der tatarischen Küche.

Inhalt:
„Als die verfallene Villa am Ende der Dorfstraße von einer unbekannten Familie mit zwei Söhnen gekauft wird, will die siebzehnjährige Maserati mit den Neuen nichts zu tun haben. Doch Caspar und Theo scheinen mehr über Maserati zu wissen, als sie vorgeben – und plötzlich sind sie sich viel näher, als sie es je zulassen wollte …“
„Als einziges Mädchen im Umkreis von 13 Kilometern ist Maserati Aufmerksamkeit gewohnt. Dabei will sie nur eines: Den Feriengästen selbstgemachte Limonade ihrer Oma servieren und die Tage bis zur Volljährigkeit zählen. Mit der Liebe will sie nichts zu tun haben – und schon gar nichts mit den Annäherungsversuchen der Söhne der reichen Familie, die gerade die Villa im Dorf gekauft hat.
Doch dann stellen Caspar und Theo verbotene Fragen: Warum hat Maserati kein Smartphone? Wovor hat sie solche Angst? Und wie kann es sein, dass ihr Gesicht das Cover einer alten Schallplatte ziert? Plötzlich steckt Maserati bis zum Hals in Geheimnissen zweier Familien und im eigenen Gefühlschaos.“
(Klappentexte)

Kritik und Fazit:
Das Cover hat mir ziemlich gut gefallen. Zunächst denkt man: Schallplattensommer und dann ein Boot auf dem Wasser? Doch die Illustration nimmt auch eine Szene der Geschichte mit auf und hat somit durchaus ihre Berechtigung. Die Gestaltung mit dem Orange- und dem Blauton hat etwas sehr harmonisches und es scheint durch das Orange ein besonderes Licht auf den Titel geworfen zu werden.

Der Schreibstil hat mich diesmal nicht so richtig überzeugen können. Ich wurde zwar von Anfang an gut abgeholt, allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Sätze immer knapper und knapper wurden, und sich eine Art Staccato bildete, welcher den Lesefluss behinderte. Ich konnte nicht richtig mitfließen und mich auf die Geschichte einlassen, was vermutlich auch mit der knappen Darstellung und fast schon einfache Aneinanderreihung der einzelnen Szenen zusammenhing. Viel zu schnell wird von der einen Szene zur nächsten gesprungen. Die Geschichte zieht sich etwas über sechs Wochen hin (deutsche Sommerferien), aber diese doch längere Zeitspanne wurde nicht richtig übermittelt. Mir ging daher alles ein wenig zu schnell.

Auch mit den Protagonisten wurde ich nicht so wirklich warm. Zum einen hat Maserati eine Art Beziehung mit ihrem Jugendfreund George, doch diese ist eher einseitig – von George ausgehend. Maseratis Gedanken machen schnell deutlich, dass sie einfach nur gerne Zeit mit einem gleichaltrigen verbringen möchte, George zwar schätzt, ihn aber eben nicht liebt. Als dann die beiden Jungen Caspar und Theo im Dort auftauchen, will sie mit den beiden aber auch nicht wirklich was zu tun haben. Maserati, aber auch die beiden Jungs, umgibt ein Nebel der Unwissenheit. Stück für Stück erfahren wir in Ansätzen, was den dreien in ihrer Vergangenheit widerfahren ist, aber es werden damit keinerlei wahre Emotionen verbunden.

Wovor Maserati Angst hat, wird unter den Jungs nicht thematisiert, denn Theo weiß es schon recht früh und Caspar scheint mit seiner eigenen Situation genug um die Ohren zu haben bzw. geht eher locker und ungerührt durchs Leben. Die Zuspitzung gegen Ende der Geschichte kam mir zudem auch viel zu konstruiert vor. Ich möchte nicht zu viel verraten, alles andere wäre ein Spoiler, aber es ist für mich nicht schlüssig und vor allem nicht glaubwürdig, wie die verschiedenen Protagonisten am Ende handeln.

"Schallplattensommer" konnte mich demnach leider gar nicht überzeugen. Das schlanke Buch liest sich zwar schnell, allerdings kann man daraus eigentlich nicht wirklich viel mitnehmen. Die Protagonisten machen keine Wandlung durch und am Ende fragt man sich, ob es das nun gewesen sein soll und wieso man so wenig Emotionen erfahren konnte. Eigentlich schade, denn in anderen Büchern von Alina Bronsky spürt man deutlich, was sie als Schriftstellerin drauf hat.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2022

Fehlende Struktur und schwache Übersichtlichkeit.

Ein Baum kommt selten allein
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Die Natur umgibt uns überall, sie ist vielfältig und birgt so manche Wunder. Bäume faszinieren mich schon seit einer Weile, obwohl ich wohl nur eine Handvoll an Arten unterscheiden kann. Dennoch ist es ...

Die Natur umgibt uns überall, sie ist vielfältig und birgt so manche Wunder. Bäume faszinieren mich schon seit einer Weile, obwohl ich wohl nur eine Handvoll an Arten unterscheiden kann. Dennoch ist es großartig, was Bäume so alles können und wie wichtig sie für ein gesundes Klima sind. "Ein Baum kommt selten allein" von Elisabeth Etz und Nini Spagl bietet unheimlich viele Informationen, die leider nicht sehr übersichtlich oder kindgerecht aufbereitet wurden und teilweise zu umfangreich sind.

Die Autorin und die Illustratorin:
Elisabeth Etz (geboren 1979) ist gebürtige Wienerin, lebte aber auch schon in Berlin und Istanbul. Bereits als Kind wollte sie Schriftstellerin werden. Außerdem lernt sie gerne Sprachen. Ihr Nachname bedeutet in einer anderen Sprache soviel wie „Baum“, was ganz zu ihrem Interesse an Bäumen passt.
Nini Spagl (geboren 1977) studierte Architektur in Innsbruck und machte einen Lehrgang zur Buchgestalterin. Momentan bildet sie sich im Bereich Animation weiter.

Inhalt:
„Worüber sprechen Bäume, wenn sie allein sind?
Wer wohnt eigentlich sonst noch in und auf einem Baum?
Und was bitte ist ein Wurzeltelefon?
Bäume sind die ältesten Wesen unserer Erde, ohne sie könnten wie nicht leben, trotzdem gehen wir nicht gerade behutsam mit ihnen um. Elisabeth Etz und Nini Spagl nehmen euch mit diesem humorvollen Buch mit auf Entdeckungsreise von der Wurzel bis zur Krone. Ihr erfahrt nicht nur, was die Bäume so besonders macht, sondern auch, wieso sie gerne Süßes naschen, was schüchterne Bäume sind und was ihr selbst für die Bäume tun könnt. Ein Buch, das die Fantasie ankurbelt und Leseabenteuer für Groß und Klein garantiert!“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Auch die Haptik durch das Strukturpapier ist wirklich toll, als würde man einem Baum über die Rinde streichen. Ein stilisierter Wald ist dargestellt, in den Bäumen sitzen ein Käfer und ein Wurm. Sie sehen mitteilungsbedürftig aus. Drum herum wandern Ameisen und im Hintergrund wachsen Pilze. Alles Dinge, die im Buch zur Sprache kommen.

Das Buch ist in vielen Grüntönen gestaltet, was mir irgendwann viel zu einseitig war. Da ist zu viel Grün, zu vieles zu dunkel und auch das Lesen der schwarzen Schrift auf dem grünen Hintergrund ist nicht so einfach. Es strengt die Augen an und ist für ein Kinderbuch (für Kinder ab 6 Jahren) nicht wirklich passend. Auch der starke Geruch nach Farbe, den ich sonst in dem Ausmaß nur bei Graphic Novels kenne, machte das Lesen für mich nicht gerade angenehm. Bei einem Buch über Natur und Bäume, möchte ich keine Chemie riechen.

Auch gibt es des Öfteren Wiederholungen (Bsp. Duftstoffe), die meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen wären, da das Buch doch eher dazu anregt, es von vorne bis hinten durchzulesen, anstatt zu den Interessengebieten zu springen. Denn dies gestaltet sich eher schwierig, da die Aufmachung das nicht so recht zulässt. Auch Thematisch ist es hin und wieder etwas vermischt. Beispielsweise folgen auf die Besprechung etwaiger Gifte im gleichen Kapitel Bastelideen (welche nur in einer kleinen Textbox zu Anregung dienen und nicht weiter ausgeführt werden). Auch die Textmengen sind äußerst ungleichmäßig.

Einen spannenden Tipp habe ich aber aus dem Buch entnommen. Nämlich den, über das Baumkatasterverzeichnis die Möglichkeit zu haben, Baumarten zu bestimmen. Das werde ich bei Gelegenheit sicherlich mal austesten. Auch die Aufforderungen für aktive, eigene Studien im Buch finde ich eine gute Idee, allerdings sind diese nicht sonderlich ansprechend gestaltet. Zu dunkel und für Kinderaugen zu wenig verständlich.

Irgendwann war ich leider auch sehr ernüchtert. Kann ich als einzelner denn überhaupt etwas verändern und verbessern? Einerseits werden Vorschläge gemacht, andererseits folgt darauf fast immer Dementi. Wie sollen Kinder in solch jungen Jahren da noch animiert werde, tätig zu werden und etwas für unsere Natur zu tun?

"Ein Baum kommt selten allein" verspricht viel und bietet auch einige Informationen. Die Aufmachung, Struktur und Umsetzung ist aber leider einfach nicht gelungen. Schon gar nicht für Kinder ab 6 Jahren. Die Masse an Text ist einfach erschlagend, hier hätte etwas mehr gefiltert werden müssen, um zielgruppengerecht zu sein. Gut gemeint und sicherlich gut recherchiert, aber leider nicht ausreichend ansprechend umgesetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 05.05.2022

Fantasyroman mit Schwachstellen

Die magischen Buchhändler von London
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Ich liebe es ja, mich in komplett neuen Welten verlieren zu können. Wenn Bücher darin eine wichtige Rolle spielen, umso mehr. So war ich sehr neugierig, als mir das Buch "Die magischen Buchhändler von ...

Ich liebe es ja, mich in komplett neuen Welten verlieren zu können. Wenn Bücher darin eine wichtige Rolle spielen, umso mehr. So war ich sehr neugierig, als mir das Buch "Die magischen Buchhändler von London" von Garth Nix vorgestellt wurde. Hier geht es um Buchhändler mit magischen Kräften, eine Parallelwelt voller mythischer Wesen und ein Mädchen, was ungewollt zur Zielscheibe beider Welten wird. So ganz konnte mich das Buch am Ende aber leider nicht überzeugen.

Der Autor:
Garth Nix ist Australier. Nach seinem Studium arbeitete er unter anderem als Buchhändler und Verleger. Seine Bücher wurden weltweit mehr als fünf Millionen Mal verkauft und in 42 Sprachen übersetzt. Außerdem erhielt er einige Auszeichnungen, darunter den Aurealis Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres für sein Debüt bei Penhaligon Die magischen Buchhändler von London. Der Autor lebt mit seiner Familie in einem Vorort von Sydney.

Inhalt:
„Buchhändler retten die Welt!
Schon immer waren Buchhändler Hüter und Verbreiter von Wissen. Besonders gilt dies für die Mitglieder des Geheimbunds der magischen Buchhändler. Sie wissen um die übernatürliche Welt und beschützen die normalen Menschen vor ihren Schrecken. Einer dieser Buchhändler ist der junge Merlin. Klug, charmant und hervorragend ausgebildet, ist er vielleicht der beste Buchhändler Londons – allerdings von der kämpfenden Sorte. Doch als er eine junge Frau vor einer Bestie rettet, ahnt er noch nicht, dass die Suche nach ihrem Vater auch ihn seinem größten Ziel näher bringt: Rache an den Mördern seiner Mutter zu nehmen.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover hat mir sofort gut gefallen, da es sehr detailreich ist. Im Hintergrund scheint das Londoner Straßennetz hindurch. Im Vordergrund ist ein aufgeschlagenes Buch zu sehen, welches durch einen Pfeil offen gehalten wird, außerdem ist ein Auge abgebildet, das auf den übernatürlichen Aspekt hinweist. Das Ganze geht dann in einen alt anmutenden Schlüssel über, der vielleicht die Lösung der offenen Fragen darstellt. In den vier Ecken sorgen die Mandala ähnlichen Muster für einen antiken Look.

Das Buch spielt im Jahr 1983, was aber im Erzählstil nicht unbedingt zum Tragen kommt. Ich vermute mal, dass diese Zeit nur gewählt wurde, um die Gefahren noch etwas problematischer darzustellen, da man eben nicht einfach ein Handy zur Hand hat, um Verstärkung zu rufen. Der Autor erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Zunächst hat man den Eindruck, dass die Geschichte entweder aus Susans oder aus Merlins Blickwinkel beleuchtet wird, doch immer wieder kommen auch andere Sichtweisen, zum Beispiel von Vivien vor, und dabei sind wir auch bereits beim erste Problem, dass ich mit dem Buch hatte. Die Perspektiven verwischten oft, was das Lesen nicht gerade erleichtert.

Ein weiteres Problem für mich, was die lediglich vage dargestellte Thematik der Magie. Was macht einen Menschen genau zu einem Buchhändler mit magischen Fähigkeiten? Ist es einfach nur jene eine Familie? Und wie die Magie genau angewendet wird, wurde auch nicht klar, außer dass dazu die Luft angehalten werden muss. Viele weitere Details, werden immer nur kurz angerissen, aber nicht zu Ende geführt, sodass ich einfach nicht richtig eintauchen und loslassen konnte. Oftmals wird nur ein Blick zwischen den Geschwistern Merlin und Vivien beschrieben und auf eine spätere Erklärung verwiesen, die in der Regel nicht erfolgt. Und auch Susan lässt sich zu oft damit abspeisen, worüber sie sich selbst sehr wundert. Am Ende maht das an der ein oder anderen Stelle vielleicht Sinn, aber es ernüchterte mich während des Lesen einfach nur.

Die Hauptprotagonisten waren im Grunde allesamt sympathisch, jedoch blieben sie mir fern, und auch die aufkeimende Zuneigung zwischen Susan und Merlin blieb undurchsichtig, nicht greifbar. Ich glaube man hätte die Idee wunderbar in mehrere Bände aufteilen können, um sich dann wirklich Zeit für alle Details zu nehmen. So wirkte das alles für mich leider unfertig und nicht überzeugend. Die Liebe zu den Büchern wurde auch leider eher nur durch die zahlreichen Aufzählungen von Buchtiteln dargestellt, denn die Buchhändler sind eigentlich nur im Nebenjob Buchhändler, wenn sie nicht gerade Monster jagen.

"Die magischen Buchhändler von London" war ein vielversprechendes Buch, welches mich leider nicht überzeugen konnte, da zu wenig ins Detail gegangen wurde. Ich hätte mir von allem mehr gewünscht: mehr über Magie, mehr über die einzelnen Protagonisten, mehr über die existierende Parallelwelt, mehr Emotionen und mehr Antworten. Am Ende war ich fast schon froh, das Buch zur Seite legen zu können.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Schwieriges Buch mit spannender Idee

Layla
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Mal wieder hatte ich das Glück bei einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen zu dürfen. Ich habe mich sehr gefreut, da es ein Buch von Colleen Hoover war, ich schon viel Gutes von der Autorin gehört, bisher ...

Mal wieder hatte ich das Glück bei einer Lovelybooks Leserunde teilnehmen zu dürfen. Ich habe mich sehr gefreut, da es ein Buch von Colleen Hoover war, ich schon viel Gutes von der Autorin gehört, bisher aber noch keins ihrer Bücher gelesen habe. "Layla" entpuppte sich dann aber als ein sehr ungewöhnliches Buch und die Story entwickelte sich in eine Richtung, die ich absolut nicht vorhergesehen habe. Die Geschichte fing an, mich zu irritieren, außerdem wurde mir der Hauptcharakter Leeds im Verlauf leider immer unsympathischer, sodass ich mich irgendwann nur noch durch die Seiten gequält habe. Am Ende macht wirklich alles Sinn, aber leider wäre ich auf dem Weg dorthin wohl auf der Strecke geblieben und habe das Buch nur aufgrund der Teilnahme an der Leserunde nicht abgebrochen.

Die Autorin:
Colleen Hoover debütierte mir ihrem Roman "Weil ich Layken liebe" und stieg sofort auf die Bestsellerlisten. Auch in Deutschland hat sie die SPIEGEL-Bestsellerlisten erobert, so stand sie mit ihrem Werk "Nur noch ein einziges Mal" für mehrere Wochen auf Platz 1. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas.

Inhalt:
„Wie weit bist du bereit, für die große Liebe zu gehen?
Auf der Hochzeit von Laylas Schwester lernen sie sich kennen und lieben: Leeds, der seinen Lebensunterhalt als Musiker verdient, und Layla. Es ist eine Amour fou – bis zu dem Tag, an dem Leeds‘ eifersüchtige Ex-Freundin versucht, Layla zu erschießen. Danach ist Layla nicht mehr sie selbst. Um die Beziehung zu retten und Layla zu stabilisieren, mietet Leeds das Haus, in dem sie sich kennengelernt haben. Doch dort scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Laylas Zustand verschlechtert sich zusehends – so sehr, dass Leeds zu außergewöhnlichen Mitteln greifen muss, damit ihr beider Leben nicht völlig außer Kontrolle gerät …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist ganz schön gewählt. Während die Farben mit ihren Pinktönen irgend wie auch an eine Liebesgeschichte erinnern und die Sterne am Himmel auch sehr romantisch erscheinen, steht die Gewitterwolke mit ihren Blitzen in starkem Kontrast dazu und passt so auch gut zur Story. Wir haben es hier nämlich weniger mit einer romantischen Liebesbeziehung zu tun, als mit einer gefährlichen Verstrickung ungewöhnlicher Gegebenheiten.

Mit der Inhaltsangabe hat sich der Verlag keinen Dienst erwiesen, denn genau genommen stimmt diese so nicht ganz. Das grobe Setting und die Vergangenheit von Layla und Leeds werden zwar richtig geschildert, nicht aber die Vorkommnisse in besagtem Haus bzw. der Zustand Laylas. Ein klein wenig möchte ich hier kurz leicht spoilern ** Achtung, wenn ihr das nicht lesen wollt, springt zum nächsten Absatz ** Die Geschichte bewegt sich recht frühzeitig ins Übersinnliche und dabei gerät Layla eher aus dem Fokus. Ihr Zustand verändert sich nicht direkt, sondern die Umstände, in denen sich die Protagonisten befinden, ändern sich.

Der Aufbau der Story ist ganz spannend gewählt. Wir springen hier zwischen Kapiteln einer Befragung und den vergangenen Ereignissen während der Beziehung zwischen Leeds und Layla hin und her. So erfahren wir recht früh, in welcher dramatischen Situation sich beide befinden, bekommen aber erst Stück für Stück die Informationen, die es braucht, um hinter das Mysterium zu blicken. Das kann sicherlich spannend sein, zog sich für mein Gefühl aber zu lange hin, sodass ich eher angestrengt gelesen habe, als mich richtig auf die Geschichte einlassen zu können.

Leeds war mir zu Beginn der Geschichte sympathisch. Er ist ein liebenswerter und einfühlsamer Mann, der in Layla seine Seelengefährtin gefunden hat. Vor allem, wenn man bedenkt, wie schnell sich ihre Liebe entwickelt hat. Doch ihr Glück wärt nicht lange, denn seine Ex schießt auf Layla und ihn, sodass Layla nur gerade so dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Beide haben also ein traumatisches Ereignis erlebt, dieses wird in der Geschichte aber eher am Rande abgehandelt. Im Verlauf erfahren wir einige wenige Details, die uns Leeds verrät. Allerdings verändert sich Leeds so sehr, dass er mir mit der Zeit unsympathisch wurde. Ich konnte einfach nicht verstehen, wieso er handelte, wie er handelte. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, macht am Ende alles einen Sinn, aber mir fiel es so einfach unheimlich schwer, an der Stange zu bleiben. Oft wollte ich einfach abspringen und das Buch abbrechen.
Layla hingegen bleibt während der gesamten Story eigentlich ziemlich blass und rückte immer mehr und mehr in den Hintergrund. So kann man wirklich nicht von einer Verschlechterung ihres Zustands sprechen, weil wir sie quasi fast nie erleben.

Alles in allem hat mir "Layla" kein wirkliches Lesevergnügen verschafft. Ich war angestrengt, habe die Sympathie zum Hauptcharakter Leeds lange Zeit verloren und musste mich wirklich durch die Geschichte kämpfen. In der Danksagung erwähnt die Autorin, dass sie sich mit diesem Buch an etwas ganz Neues gewagt hat und ich glaube dass merkt man der Story einfach an. Eine wirklich gute Idee ist in eine eher mäßig umgesetzte Handlung gesteckt worden, die mich leider nicht überzeugen konnte. Vielleicht auch, weil ich so gar nicht damit gerechnet hatte, in welche Richtung sich die Story entwickelte.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Wenn Worte die Wahrheit verzerren.

Für immer und ein Wort
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Auf das Buch "Für immer und ein Wort" von Anne Sanders wurde ich durch die Vorstellung bei Lovelybooks aufmerksam und hatte die Möglichkeit an der Leserunde teilzunehmen. Die Leseprobe fand ich erfrischen ...

Auf das Buch "Für immer und ein Wort" von Anne Sanders wurde ich durch die Vorstellung bei Lovelybooks aufmerksam und hatte die Möglichkeit an der Leserunde teilzunehmen. Die Leseprobe fand ich erfrischen und so war ich sehr neugierig, was es mit dem mysteriösen Notizbuch aus der Letterbox im Dartmoor auf sich hat. Leider hat mich das Buch aber dann nicht so recht überzeugen können. Die Protagonisten blieben mir lange Zeit fern, es gab inhaltliche Ungereimtheiten und erst auf den letzten hundert Seiten konnte ich mich ansatzweise in die Protagonisten hineinversetzen.

Die Autorin:
Anne Sanders ist eine in München lebende Journalistin und Autorin. Die arbeitete für die „Süddeutsche Zeitung“, bevor sie mit dem Schreiben belletristischer Texte begann. Ihr Debüt "Sommer in St. Ives" stand auf der SPIEGEL- Bestsellerliste. Die Autorin bereist gerne die britischen Inseln und siedelt dort ihre Romane an. Das Dartmoor hat es ihr dabei ganz besonders angetan.

Inhalt:
„Kann man sich in Worte verlieben?
Für Büchernärrin Annie bestand die Welt schon immer aus Worten. Doch ihr Traum vom eigenen Roman ist in weite Ferne gerückt, und der Mann, mit dem sie ihr Leben verbringen wollte, hat einer anderen Frau das Jawort gegeben. Zutiefst verletzt, lässt sie sich von ihrer besten Freundin überreden, einige Tage in einem Hotel im Dartmoor zu verbringen, um die schmerzvollen Ereignisse zu vergessen. Doch findet Annie etwas Besonderes: ein Notizbuch, das jemand in einer der legendären Letterboxen versteckt hat. Annie ist berührt von den Gedanken, die darin niedergeschrieben sind, und als sie auf einer zusammengeklebten Seite die Adresse des Autors entdeckt, macht sie sich auf die Suche nach ihm – nichts ahnend, dass sie dabei auf den stillen Jack treffen wird. Der ist so ganz anders ist, als sie sich den Verfasser des Notizbuchs vorgestellt hat und geh ihr aber dennoch unter die Haut … (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist sehr hübsch anzusehen und spiegelt auch ein wenig den Inhalt der Geschichte wider. Ich mag die Idee, dass der Titel quasi aus Papierschnipseln besteht, da er auf das Notizbuch, welches in der Story eine große Rolle spielt, hinweist. Der florale Hintergrund deutet außerdem auf die Liebesgeschichte hin.

Die Erzählperspektive erachte ich als eher schwierig. Durch den personalen Erzähler sowohl bei Annie als auch bei Jack, fällt es schwer richtig in die Geschichte einzutauchen. Außerdem verwischen die Perspektiven immer wieder. Wir hören die Geschichte entweder aus Sicht von Jack, oder aus Sicht von Annie. Dennoch blitzt da immer wieder ein auktorialer Erzähler auf, der dort eigentlich nichts zu suchen hat, wenn beispielsweise beschrieben wird, dass Annie sich nicht noch einmal zu Jack umdreht, sie somit nicht sah, dass auch sein Blick voll Kummer war. Was sie nicht sieht kann bei der gewählten Perspektive nicht beschrieben werden. Da fühle ich mich als Leser außerdem ein wenig bevormundet, denn es ist glasklar, was Jack empfinden muss.

Was mich außerdem die ganze Zeit etwas gestört hatte war die Anrede „Sie“ in den Textnachrichten der beiden. Natürlich wollte die Autorin damit die hölzerne Art Jacks unterstreichen. Allerdings ging dabei vergessen, dass die Handlung in England spielt, dort die englische Sprache gesprochen wird, in welcher es keine Unterscheidung in „Du“ (persönlich) und „Sie“ (formell) gibt. Demnach macht Annies Angebot an Jack, sich zu duzen (Seite 278) zusätzlich keinen Sinn.

Während ich von der Leseprobe noch recht begeistert war, hatte ich später Schwierigkeiten, mit Annie warm zu werden. Auch wenn sie meint, ab sofort ihr Leben in die Hand zu nehmen, bleibt sie doch weiterhin passiv, sucht Hilfe bei ihrer Freundin Hoola, anstatt selbst zu handeln. Hin und wieder hat sie helle Momente, beispielsweise hat sie Finleys Nummer auf dem Handy blockiert und beginnt ihn mit anderen Augen zu sehen. Kritischer seine Handlungen und seine Gesten zu hinterfragen. Aber das sind kurze Lichtblicke inmitten vieler Rückentwicklungen des Charakters. Die Stärke, die Annie zwischendurch an den Tag legt, kommt mir zu unerwartet, es fehlt mir der Anstoß dafür, und der Weg dorthin. Das alles hätte vielleicht besser ausgearbeitet werden müssen, denn nicht allein dieses Notizbuch kann dafür gesorgt haben. Außerdem ist mir ihre Perspektive zu distanziert beschrieben. Während das bei Jack Sinn macht (seine Gedanken wirken für mich aber eben gar nicht steif), ist das bei Annie nicht der Fall. Sie ist ja eigentlich ein recht emotionaler Typ und da passen ihre distanzierten Beschreibungen über Jack nicht zusammen. Die Autorin beschreibt hier außerdem nicht, wie die Gefühle der Protagonisten sind, sondern erklärt sie vielmehr. Wären ihre Emotionen beschrieben, könnte ich sie besser greifen, mich besser in Annie hineinversetzen. So aber blieb ich ein einsamer Betrachter von außen.

Es gibt aber auch ein paar sympathische Charaktere im Buch, wie Sean und Bridget, Jacks beste Freunde. Sie sind für ihn da, geben ihm Halt und versuchen ihm immer wieder den Kopf zurechtzurücken. Und auch Hoola, Annies beste Freundin, sowie Ben, Annies Bruder, haben ihre guten Momente. Sie alle bleiben aber doch eher am Rande der Geschichte.

Auf den letzten ca. 100 Seiten wuchs mir Jack dann allmählich ans Herz und ich finde er ist ein wirklich toller Mann, der endlich dem Rat seiner Freunde folgen, sich selbst wertschätzen und sein Leben in die Hand nehmen sollte. Annie bleibt für mich hingegen weiterhin fern und unsympathisch. Die Grundidee der Story ist wirklich toll, aber leider nicht gut umgesetzt worden. Stilistisch hätte es einige Möglichkeiten gegeben, um die Herzen der Leser in Gänze zu erreichen. Erst der Abschluss hat ein wenig rausgerissen und mich dann doch tatsächlich noch mehrmals zu Tränen gerührt. Dass liegt vermutlich daran, dass die Autorin lange Briefe (ich-Perspektive) einfügt und dadurch wurde es mir endlich möglich, ein wenig mit den Protagonisten, besonders mit Annie, zu verschmelzen.

Im Anhang befindet sich noch sehr schön aufbereitete Fragen an sich selbst und das eigene Leben, welche gerne auch im Buch direkt schriftlich beantwortet werden können. Die Fragen laden zum Nachdenken ein und können sicherlich helfen, sollte man selbst in einer Lebenskrise stecken.

Um ehrlich zu sein kann ich "Für immer und ein Wort" nur schwer weiterempfehlen. Während die erste Hälfte der Geschichte eher träge und sehr distanziert beschrieben wird und mich als Leser kaum erreichte, riss mich lediglich der Abschluss ein wenig mit und förderte Emotionen zu Tage. Wäre da nicht die Leserunde gewesen, hätte ich das Buch vermutlich bereits zuvor abgebrochen. Es handelt sich hier um ein eher durchschnittliches Buch, dessen Handlung sich nach Schema 5 entwickelt und wenig Neues bietet. Die inhaltlichen und stilistischen Fehler ergaben für mich eine weitere Hürde.

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