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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2022

Von der Sonderschule zum Bachelor

Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit
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Gianni Jovanovic, heute ein Menschenrechtler und Aktivist, berichtet von seiner Kindheit, Jugend und seinem Leben im Erwachsenenalter. Sein Leben ist bestimmt von Vorurteilen und Rassismus. Schon früh ...

Gianni Jovanovic, heute ein Menschenrechtler und Aktivist, berichtet von seiner Kindheit, Jugend und seinem Leben im Erwachsenenalter. Sein Leben ist bestimmt von Vorurteilen und Rassismus. Schon früh wird er auf Grund seiner Herkunft als Rom ausgegrenzt, verachtet und bekommt die Gewalt anderer zu spüren. Als angeblich „Lernbehinderter“ wird er auf einer Sonderschule eingeschult. Nur durch die Hilfe seiner Lieblingslehrerin gelingt es ihm, auf die Hauptschule wechseln zu dürfen. Nach seiner Ausbildung zum Zahnarzthelfer bildet er sich weiter, bis er den Bachelor erlangt. Mit 14 Jahren wird er von seiner Familie mit einer 13jährigen verheiratet und ist zwei Jahre später bereits Vater von zwei Kindern. Schon in jungen Jahren entdeckt er seine Homosexualität, muss sie jedoch unterdrücken. Erst mit 20 Jahren bekennt er sich zum Schwulsein.
Fassungslos machte mich die Tatsache, wie die Ämter mit seiner Familie umsprangen und sie wie den letzten Abschaum behandelten. Egal in welcher Stadt sie gerade lebten, sie bekamen keine menschenwürdigen Unterkünfte, keine Arbeit und keine finanzielle Unterstützung. Da ist es bewundernswert, wie sich aus diesen Verhältnissen ein Mensch derart hocharbeiten kann. Chapeau.
Was mich allerdings sehr gestört hat, war seine ständige Selbstbeweihräucherung. Denn er ist, ohne zu übertreiben, der beste Vater, beste Großvater und Traum aller Enkelkinder, hat den besten Samen und ist blendend aussehend. Was bin ich doch ein toller Typ. An Selbstbewusstsein scheint es ihm ja nicht zu fehlen. Auch war der gegenderte Schreibstil für mich sehr gewöhnungsbedürftig und ich konnte mich nicht mit ihm anfreunden.
Mein Fazit:
Eine interessante Biografie über einen Rom, der es schafft, vom Sonderschüler zum Bachelor zu werden und heute ein Menschenrechtler und Aktivist ist. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.03.2022

Sehr unterhaltsam

Veganes Schnitzel zum Verlieben: Liebesroman
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Bei Ella, einer veganer Foodbloggerin, dreht sich alles um veganes Essen. Sie ist erfolgreich und wird zu einem Galaabend eingeladen. Auf diesem wird sie von Jo, auch einem Gast, aus einer misslichen Lage ...

Bei Ella, einer veganer Foodbloggerin, dreht sich alles um veganes Essen. Sie ist erfolgreich und wird zu einem Galaabend eingeladen. Auf diesem wird sie von Jo, auch einem Gast, aus einer misslichen Lage befreit. Und beide stellen fest, dass sie den denselben Traum verfolgen.
Annette Böhler führt den Leser locker und flüssig durch diese kurzweilige Liebesgeschichte. Angenehm ist die Länge der einzelnen Kapitel. Die Handlung ist vorausschaubar und bot mir keine großen Überraschungen. Doch konnte ich einige Handlungen von Ella nicht so richtig nachvollziehen, sie kam mir so manches Mal unreif und naiv vor. Jedoch haben mir am Ende des Buches Ellas Rezepte zum Nachkochen gut gefallen.
Mein Fazit:
Eine kurzweilige und leichte Geschichte für unterhaltsame Lesestunden. 3 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Ein sehr armes Bauernmädchen will mehr

Ich, Ellyn
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Im Jahr 1573 wächst Ellyn unter ärmlichsten Verhältnissen auf einem kleinen Bauernhof auf. Außer harter Arbeit und Lieblosigkeit in der Familie kennt sie nichts. Bis eines Tages durch Zufall ihre Singstimme ...

Im Jahr 1573 wächst Ellyn unter ärmlichsten Verhältnissen auf einem kleinen Bauernhof auf. Außer harter Arbeit und Lieblosigkeit in der Familie kennt sie nichts. Bis eines Tages durch Zufall ihre Singstimme erkannt wird. Doch ein Chor ist nur für Jungen zugänglich. Sie fasst einen folgenschweren Entschluss.
Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht von Ellyn, einem vorpubertären jungen Mädchen. In einer Zeit, in der Frauen minderwertige Geschöpfe sind, hat sie keine Bildung und kann weder schreiben noch lesen. Auch kennt sie nichts als ihre Familie und den Ort, an dem sie zuhause ist. Und sie ist in dem Glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, von der sie herabfallen kann.
Die Handlung ist sehr interessant, hätte meines Erachtens jedoch spannender gestaltet werden können. Denn der Schreibstil mit seiner teilweise vulgären und holprigen Ausdrucksweise war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Ohne Punkt und Komma geht es durch ca. 50 Prozent des Buches. Dann werden, je nach Fortschreiten von Ellyns Kenntnissen, die Sätze der heutigen Normalität angepasst, bis ganz zum Schluss ein flüssiges Schriftbild entsteht. Trotzdem konnte ich Ellyns Gedanken und Gefühle nachvollziehen.
Mein Fazit:
Ein lesenswertes Buch, sofern man sich nicht von der außergewöhnlichen Schreibweise abschrecken lässt. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Können Träume Wirklichkeit werden?

Weil Träume unendlich sind
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DDR1960: Ruth träumt von einem Physikstudium. Doch dadurch, dass ihre Schwester Marlies im Widerstand ist, ist dieser Traum für sie unerreichbar geworden. Statt dessen muss sie nach Usedom, um dort eine ...

DDR1960: Ruth träumt von einem Physikstudium. Doch dadurch, dass ihre Schwester Marlies im Widerstand ist, ist dieser Traum für sie unerreichbar geworden. Statt dessen muss sie nach Usedom, um dort eine Ausbildung in der Forstwirtschaft zu absolvieren. Durch Zufall beobachtet sie im Wald Fledermäuse und darf offiziell diese beobachten und erforschen. Nun lebt sie in einer Hütte im Wald, alleine und schutzlos.
60 Jahre später erleidet Marlies einen Schwächeanfall und landet im Krankenhaus. Sie überdenkt ihr Leben und hat das Bedürfnis, ihre verschollene Schwester Ruth noch einmal wiederzusehen. Lena begibt sich auf die Suche nach ihrer ihrer unbekannten Großtante.
Obwohl sich dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse zum ersten Teil sehr gut lesen lässt, konnte ich keinen Bezug auf zu dieser Lektüre aufnehmen. Mich störten die immer wieder kehrenden Zeitsprünge hin zur Gegenwart und zu Lena. Viel mehr hätte mir die Geschichte um Ruth alleine zugesagt. Denn ihre Entwicklung bis in die heutige Zeit wäre alleine schon sehr spannend gewesen. Doch so blieb für mich einiges im Unklaren. Oder lag es nur daran, weil ich Band 1 nicht gelesen habe? Ich weiß es nicht.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Auch der Charakter von Ruth ist authentisch und nachvollziehbar beschrieben.
Mein Fazit:
Eine unterhaltsame Geschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Mystisch und fesselnd

Der Anfang von alledem
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Im Mittelpunkt dieses Buches steht eine Siedlerfamilie im Mittelalter. Sie wandert in das Erzgebirge, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch ein Schicksalsschlag jagt den anderen. Alles wird von dem ...

Im Mittelpunkt dieses Buches steht eine Siedlerfamilie im Mittelalter. Sie wandert in das Erzgebirge, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch ein Schicksalsschlag jagt den anderen. Alles wird von dem Weltenbaum überwacht, der dringend neue Hüter sucht.
Dieses Buch von Marcus Wächter ist ein Mix aus Fantasy und Historik. Mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil führt der Autor durch diese Geschichte. Die Charaktere empfand ich als noch etwas unausgegoren, aber da es sich hier um den ersten Teil der Reihe handelt, wird sich das im nächsten Band sicher ändern. Die Handlung ist fesselnd und märchenhaft, jedoch empfand ich sie teilweise als etwas langatmig.
Mein Fazit:
Eine märchenhafte und mystische Geschichte, die ich nach anfänglichen Schwierigkeiten gerne gelesen habe. 3 Sterne.

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