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Veröffentlicht am 26.11.2021

Bezaubernd

Vincent und das Großartigste Hotel der Welt
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Inhalt: „Wie Eiskugeln in der Waffel häufen sich in Vincents gewöhnlichem Leben die Überraschungen, als er zum Schuhputzer des Großartigsten Hotels der Welt gemacht wird. Wilder und fantastischer als jede ...

Inhalt: „Wie Eiskugeln in der Waffel häufen sich in Vincents gewöhnlichem Leben die Überraschungen, als er zum Schuhputzer des Großartigsten Hotels der Welt gemacht wird. Wilder und fantastischer als jede afrikanische Savanne, Disneyland und Shangri-La zusammen lässt The Grand die aberwitzigsten Träume wahr werden. Doch Träume können überraschende Wendungen nehmen und bald ist Vincent hin- und hergerissen zwischen richtig und falsch, Freundschaft und Familie und den verlockendsten Wünschen. Und das, weil er plötzlich in die Zukunft schauen kann – was nicht immer ein Segen ist.“

„Vincent und das großartigste Hotel der Welt“ ist ein Kinderbuch von Lisa Nicol und eignet sich für den kleinen Leser ab 10 Jahren. Es ist eines der Kinderbücher, von denen man auch als Erwachsener verzaubert wird. Mit viel Fantasie und Ideenreichtum begleitet der Leser Vincent auf seinem Job als Schuhputzer im großartigsten Hotel der Welt. Es ist eine Geschichte, die von Familie, Freundschaft und Verantwortung erzählt. Die Themen sind dabei so bezaubernd in detailreiche Szenen geschmückt, dass es mir eine große Freude war. Von knuffigen Taschenhunden bis hin zum Giraffen am Frühstückstisch füttern bleibt hier kein Wunsch oder Traum offen! Eine absolut lesenswerte und stimmungsvolle Geschichte, die berührt.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Weihnachtsträume am Meer

Friesenwinterzauber
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Als sich ihr Freund Jens aus heiterem Himmel von Isabel trennt, fällt sie aus allen Wolken. In wenigen Tagen wollte sie eigentlich mit ihm nach Hawaii fliegen und nun das. Um sich abzulenken, lässt sie ...

Als sich ihr Freund Jens aus heiterem Himmel von Isabel trennt, fällt sie aus allen Wolken. In wenigen Tagen wollte sie eigentlich mit ihm nach Hawaii fliegen und nun das. Um sich abzulenken, lässt sie sich auf den Vorschlag ein, ihre alte Nachbarin zu ihrer Familie nach Sankt-Peter-Ording zu fahren, um dort Weihnachten zu feiern. In ihrem Spontanurlaub erlebt sie dank Meer, Salzwiesen und einer liebevollen Gastfamilie Heilung. Und dann läuft ihr auch noch der gut aussehende Nils über den Weg…

„Friesenwinterzauber“ ist der neue Roman von Tanja Janz und spielt in Sankt Peter Ording. Ich habe bisher alle Bücher von der Autorin gelesen und auch bei diesem fand ich mich in einer zauberhaften, heimeligen Wohlfühlatmosphäre wieder. An jeder Ecke wird Urlaubs- sowie behagliche Weihnachtsstimmung versprüht. Die Handlung der Geschichte ist zwar streckenweise vorhersehbar, aber bezaubernd und romantisch. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und vor allem mit der Hauptfigur konnte ich mich gut identifizieren. Der Sprachstil ist angenehm und lullt einen in eine wohlig warme Stimmung. Das Buch hat mich direkt in Weihnachsstimmung versetzt und gerne habe ich mich vom Weihnachstzauber einnehmen lassen. Jede Seite versprüht Sehnsucht nach Mee(h)r und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Wohlfühlroman zum Schmökern.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Sehr fantasievoller Lesespaß

Das Haus am Rande der Magie
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Als die Taschendiebin Neun eines Tages bei einem Diebstahl die Figur eines Hauses ergattert, ändert sich ihr Leben komplett. Denn das Haus ist in Wirklichkeit magisch und wächst auf Normalgröße an, wenn ...

Als die Taschendiebin Neun eines Tages bei einem Diebstahl die Figur eines Hauses ergattert, ändert sich ihr Leben komplett. Denn das Haus ist in Wirklichkeit magisch und wächst auf Normalgröße an, wenn man den Türklopfer bedient. In ihm wohnen ein verrückter Zauberer, ein liebevoller Troll und ein kampflustiger Löffel. Und wenn das nicht schon genug wäre, liegt auf dem Haus der Fluch einer Hexe und nur eine kann sie retten: Neun.

„Das Haus am Rande der Magie“ ist ein Kinderbuch (ab 10 Jahre) von Amy Sparkes. Aus Sicht der Figur Neun begibt sich der junge Leser auf ein magisches Abenteuer, das es in sich hat! Die Geschichte ist unglaublich liebevoll gestaltet und strotzt nur so vor Witz und Detailreichtum. Sei es das ständig verschwindende Klo, die sich verteidigende Bibliothek oder das Skelett in der Schublade – stets begegnet einem ein neues ulkiges, herzerwärmendes und fantasievolles Detail oder eine magische Situation. Sanft werden dem Leser das Thema Heimat, Familie, Freunde und Rivalität vermittelt. Der Sprachstil ist altersgerecht, angenehm und wortreich. Die Geschichte ist so toll geschrieben, dass man sie eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Die einzigartigen Figuren wachsen einem schnell ans Herz und zuletzt bleibt eigentlich nur ein Wunsch offen: Eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 01.10.2021

Zurück in die Gesellschaft

Baby & Solo
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Nach jahrelanger Psychotherapie ist der 17-Jährige Joel endlich bereit, das Leben auszuprobieren. Als ersten Schritt nimmt er einen Aushilfejob in der nahe gelegenen Videothek an. Dort genießt er es, eine ...

Nach jahrelanger Psychotherapie ist der 17-Jährige Joel endlich bereit, das Leben auszuprobieren. Als ersten Schritt nimmt er einen Aushilfejob in der nahe gelegenen Videothek an. Dort genießt er es, eine „Tabula rasa“ zu haben und seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Schnell freundet er sich mit Nicole an, die ihre Geheimnisse mit Joel teilt. Doch Joel fällt es schwer, ihr gegenüber offen zu sein und von seiner Vorgeschichte zu erzählen. Zu sehr genießt er es, ein „normaler“ Mensch zu sein. Als die Freundschaft hierunter zu leiden beginnt, steht Joel am Scheideweg. Kann er die Freundschaft zu Nicole retten, indem er ihr von seiner Vergangenheit erzählt oder wird er sie hierdurch vielleicht erst recht verlieren?

„Baby und Solo“ ist das Romandebüt von Lisabeth Posthuma und für mich ein voller Erfolg. Zart und behutsam wird dem Leser die bewegende Geschichte von Joel nahegebracht, der nach einem schweren Schicksalsschlag eine schizoaffektive Psychose entwickelt und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. Mit angenehmem und leichtfüßigem Schreibstil werden einem die Themen wie Verlust, Trauer, Selbstfindung, Ausgrenzung, Mobbing, Homophobie und Hass nahegebracht. Dem Leser wird bewusst, wie stigmatisiert Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen werden, vor allem, wenn sie an einer psychiatrischen Erkrankung leiden. Dabei bleibt es nie langweilig, denn viele Entwicklungen sowie Nebenhandlungen sorgen für überraschende Wendungen. Dennoch bleibt die Atmosphäre stets ruhig. Die Figuren sind wahre Unikate und tiefgründig ausgearbeitet. Joel, der in der Videothek „(Han) Solo“ genannt wird, ist ein sensibler, empfindsamer und empathischer Charakter, der trotz seines jungen Alters schon sehr reif wirkt und für nahezu jeden einen passenden Rat hat. Seine zart aufkeimende Freundschaft mit Nicole („Baby“) ist wunderschön beschrieben und erfährt aufgrund mehrerer Ereignisse immer wieder Rückschläge. Auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Vom Mitfiebern, Wut, Freude bis hin zu Tränen war bei mir alles dabei.

Insgesamt ist dies ein wirklich toller, sehr behutsam erzählter Coming of Age Roman, der unglaublich spannend, anrührend und bezaubernd ist. Für mich ein weiteres Jahreshighlight 2021!

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Vernachlässigung überleben

Die Überlebenden
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Benjamin und seine beiden Brüder hatten eine schwierige Kindheit, die insbesondere von einer Mutter dominiert war, deren Stimmungen wechselten wie das Wetter und oft von Aggression geprägt waren. Nun ist ...

Benjamin und seine beiden Brüder hatten eine schwierige Kindheit, die insbesondere von einer Mutter dominiert war, deren Stimmungen wechselten wie das Wetter und oft von Aggression geprägt waren. Nun ist ihre Mutter verstorben und sie kehren gemeinsam zum Sommerhaus der Familie zurück, welches sie seit langer Zeit nicht mehr besucht haben. Doch sie möchten nun den letzten Willen ihrer Mutter erfüllen und dort ihre Asche am See verstreuen. Und nicht zuletzt auch endlich über den schicksalhaften Vorfall reden, der sie über Jahre voneinander distanziert hat.

„Die Überlebenden“ ist ein sehr exzellent gelungenes Romandebüt von Alex Schumann. Mit nahezu poetischem sowie flüssigen und leichtem Schreibstil erzählt er eindringlich eine erschreckende Geschichte, die noch lange nachhallt. Ein unglaublich geschickter Aufbau des Romans mit zwei gegenläufigen Handlungssträngen der Vergangenheit und Gegenwart, die sich in kurzen Kapiteln abwechseln, halten den Leser in Spannung. Obwohl die Themen von Gewalt, Aggression und Vernachlässigung handeln und traurig stimmen, war ich so gefesselt an das Buch wie schon lange nicht mehr. Von Beginn an empfand ich eine beklemmende Atmosphäre, in der ich wie die Söhne auf die Stimmung und Explosionen der Eltern lauerte. Gleichzeitig werden bezaubernde Naturbeschreibungen und Vergleiche eingestreut, die das Leserherz erfreuen. Leider konnte ich diese ob der deprimierenden Thematik nicht vollends genießen. Der Inhalt regt zu lebhaften Diskussionen an und bleibt noch lange im Gedächtnis. Der schicksalhafte Vorfall wird erst zum Ende hin aufgelöst und beinhaltet einen raffinierten Kniff, den ich überhaupt nicht erwartet habe. Ich war gleichzeitig schockiert und überrascht – in intensives und emotionales Leseerlebnis.

Der Roman war für mich in jeglicher Hinsicht atem(be)raubend – einerseits, weil er so unfassbar großartig aufgebaut und geschrieben ist und andererseits, weil er unglaublich traurig und bedrückend ist. Für mich eine echte Entdeckung und eines der Highlights aus 2021!

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