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Veröffentlicht am 12.11.2021

Hochkarätige Fantasy-Unterhaltung, die mit jeder Seite mehr zu fesseln vermag!

Die 5 Reiche. Band 4
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Meine Meinung

Das tierisch gelungene Fantasy-Epos von Lewelyn und Jérôme Lereculey setzt im vierten Album »Die 5 Reiche – Dieselbe Kühnheit« noch einmal einen obendrauf.

Nachdem der blutigen Niederschlagung ...

Meine Meinung

Das tierisch gelungene Fantasy-Epos von Lewelyn und Jérôme Lereculey setzt im vierten Album »Die 5 Reiche – Dieselbe Kühnheit« noch einmal einen obendrauf.

Nachdem der blutigen Niederschlagung des Löwen-Putschversuchs nehmen der junge Tigerkönig Mederion und der ebenso junge Löwe Terys, als seine rechte Hand, die Lenkung des Königreichs Angleon in Angriff. Sie wollen für Verbesserung und eine Vereinigung unter den Raubkatzen sorgen, was von manchen als Chance gesehen wird, von anderen aber hinterfragt wird.

Eines ist auf jeden Fall klar, die neue Machtspitze will für Veränderung sorgen, dafür aber zunächst die Wogen mit Orden und jeder Menge Zuckerbrot besänftigen. Was jedoch hinter verschlossenen Türen geschieht, erzählt eine ganz eigene Geschichte…

Neben den unheimlich spannungsgeladenen politischen Spielchen bekommt man auch ein actionreiches Abenteuer auf hoher See geboten. Denn auf der Suche nach der verschwundenen Prinzessin Astrelia ist der Hundesöldner erfolgreich, doch bereits auf der Rückreise über Wasser, entfacht sich ein brutaler Kampf zwischen den zwei suchenden Parteien und eine verwegene Schiffs-Crew gibt es on top dazu.

Währenddessen bleiben die Entwicklungen im Königreich Angleon unter der jungen Herrschaft des Tigers Mederion und seinem Schatten, des Löwen Terys spannend. Werden sie ihre Macht schlau nutzen, ihr Reich in eine bessere Zeit führen und kann die idealistische Studentenverbindung für Veränderung sorgen? Außerdem wagen die Gäste aus den anderen Reichen einen Fluchtversuch durch die unterirdischen Gänge des Palastes. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht!

Noch ein Wort zu dem cineastischen Leseerlebnis, dass Jérôme Lereculey durch geschickte Anordnung der Panels, lebendigen Hintergründen und einem ausdrucksstarken Minenspiel erzeugt. Aus den anthropomorphen Figuren holt Lereculey wirklich alles heraus, ohne dass es komisch oder aufgesetzt wirkt und schafft damit ein bleibendes Bild, welches einer Fabel ganz im Sinne der von George R. R. Martin geprägten Fantasy entspricht.

Fazit

Hochkarätige Fantasy-Unterhaltung, die mit jeder Seite mehr zu fesseln vermag!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 20.08.2021

Veröffentlicht am 12.11.2021

Der krönende Abschluss von Andolfos paranormalem Herzensprojekt über den nicht immer klaren Unterschied zwischen Monstern und den Guten.

Mercy
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Mit dem dritten Band der Gothic-Mystery-Serie, »Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit«, schließt Mirka Andolfo das letzte Kapitel ihres Herzensprojekts, und das mit Bravour!

Noch einmal ...

Mit dem dritten Band der Gothic-Mystery-Serie, »Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit«, schließt Mirka Andolfo das letzte Kapitel ihres Herzensprojekts, und das mit Bravour!

Noch einmal wird man in die Abgeschiedenheit der kleinen Ortschaft Woodsburgh im Westen Amerikas entführt und die geheimnisvolle Story mit dem fein gezeichneten Illustrationen Andolfos entfaltet ihre ganze Wirkung. In diesem finalen Album führt die Autorin und Künstlerin alle Erzählfäden zusammen und begeistert mit einem tieferen Blick in die Gefühlswelt von Lady Nowlen Hellaine.

Das Morden in der Stadt geht immer noch weiter, und doch steht der wunderschönen Lady, deren Geheimnis bereits einigen Bewohnern bekannt ist, eine Hochzeit bevor. Somit steht dem Plan ihres Butlers Goodwill nichts mehr im Wege. Wäre da nicht diese verzwickte Menschlichkeit, die sich in Extremsituationen außergewöhnlich stark zeigen kann.

In teilweise recht verstörenden Bildern, die jedoch nichts ihrer Eleganz einbüßen lässt, setzt sich die menschliche Seite in Lady Hellaine gegen ihren monströsen Parasiten immer mehr durch. Nicht ganz unschuldig daran ist der ungebrochene Glaube des kleinen Adoptivmädchens Rory, dass Nolwen in ihr Herz geschlossen hat und die Lady für einen wahrhaftigen Engel hält. Nach und nach bröckelt die kühle Fassade und Erinnerungsfetzen des menschlichen Gefäßes dringen an die Oberfläche.

»Mercy – Die Mine, die Erinnerungen und die Sterblichkeit« ist das brillante Finale zu einer spannenden und emotionalen Mystery-Story, die zuletzt mit Gedanken über Glaube, Hoffnung, Liebe und Vergänglichkeit unheimlich tiefgründig wird. Absolut lesenswert – natürlich auch aufgrund des betörenden Artworks von Mirka Andolfo!


Der krönende Abschluss von Andolfos paranormalem Herzensprojekt über den nicht immer klaren Unterschied zwischen Monstern und den Guten.

Veröffentlicht am 12.11.2021

Phantastische Geschichte mit wundervollen Illustrationen

Die Mondblume
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Meine Meinung

Die mehrfach preisgekrönte Bildergeschichte »Die Mondblume« von Einar Turkowski ist für Kinder gedacht, kann jedoch auch getrost von Erwachsenen gelesen werden, die sich gerne für eine kurze ...

Meine Meinung

Die mehrfach preisgekrönte Bildergeschichte »Die Mondblume« von Einar Turkowski ist für Kinder gedacht, kann jedoch auch getrost von Erwachsenen gelesen werden, die sich gerne für eine kurze Zeit aus dem Alltag ausklinken möchten und sich in eine fantastische Welt voller obskurer Pflanzen und Tiere träumen möchten.

Die Geschichte ist zum ersten Mal 2009 im Atlantis Verlag erschienen und wurde nun vom Gerstenberg Verlag in einer Neuausgabe, welche um zwei Illustrationen erweitert wurde, noch einmal herausgebracht. Der deutsche Autor und Künstler hat bereits mehrere Bilderbücher kreiert (»Die Nachtwanderin«, »Aus dem Schatten trat ein Fuchs«, »Die Stadt, das Mädchen und ich«, uvm.) die allesamt mit diversen Auszeichnungen geehrt wurden. Also höchste Zeit für mich, mir einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Das breite Querformat des dünnen Büchleins mag auf den ersten Blick etwas komisch wirken, doch genau dieses besondere Format lässt die eindrucksvollen schwarz-weiß Illustrationen mit ihren zarten Schattierungsstufen von Einar Turkowski eine besonders einnehmende Wirkung entfalten.

Fantasiereiche Bilder entführen in Kombination mit leicht fließendem Text in die Welt des einsiedlerischen Mr. Ribblestone, der eine Vorliebe für Tee und Marmeladen-Toast hat und in seinem abgelegenen Häuschen mit einem wunderschönen Garten nur selten Besuch erhält. In der verwinkelten und bezaubernden Anlage, um die sich der schrullige Herr mit Herz und Seele kümmert, hat er natürlich auch ein Lieblingsplätzchen. Genau an diesem Ort entdeckt er eines Tages eine merkwürdige Pflanze, um die er sich nun mit voller Aufmerksamkeit und seiner ganzen Zuneigung bemüht.

Während die einfallsreichen Bilder ein herrliches Kopfkino mit Fischen im Himmel und den verrücktesten Pflanzen und Tierchen, die man sich nur vorstellen kann, in Gang setzt, lässt sich Herr Ribblestone so einiges einfallen, um die seltene Pflanze zum Erblühen zu bringen.

»Die Mondblume« hat mir ein traumhaft schönes Leseerlebnis bereitet und eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen. Ich bin mir sicher, hätte man mir damals daraus vorgelesen, hätte ich jeden Abend um diese Gute-Nacht-Geschichte gebettelt.

Das Wunderbare an den großformatigen und bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Kunstwerke von Einar Turkuwski ist, dass man bei jedem Betrachten noch etwas Neues entdecken kann, gerne auch etwas länger bei den einzelnen Bildern verweilt und dabei die Zeit vergisst.

Fazit

Die phantastische Geschichte und die feingliedrigen Zeichnungen von Einar Turkowski über einen verzauberten Garten laden zu einer Traumreise für Groß und Klein ein.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 19.08.2021

Veröffentlicht am 12.11.2021

Keine typische Biographie, sondern eine bestechende Momentaufnahme.

Gejagt: Die Flucht der Angela Davis
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Meine Meinung

Den Namen Angela Davis haben sicherlich viele schon einmal gehört, doch wie viel über das Leben der mutigen politischen Aktivistin, die sich seit den 1960er gegen den Rassenhass stellt, ...

Meine Meinung

Den Namen Angela Davis haben sicherlich viele schon einmal gehört, doch wie viel über das Leben der mutigen politischen Aktivistin, die sich seit den 1960er gegen den Rassenhass stellt, ist bei uns in Europa tatsächlich bekannt? Ich muss gestehen, dass ich vor Lektüre der Comic-Biographie »Gejagt: Die Flucht der Angela Davis« von Fabien Grolleau und Nicolas Pitz nicht wirklich etwas über die Hintergründe dieser amerikanischen Ikone wusste. Allerhöchste Zeit dies zu ändern, denn Angela Davis ist eine beeindruckende Persönlichkeit!

Geschickt erzählt Fabien Grolleau anhand der aufsehenerregenden Jagd des FBI auf die politisch engagierte Kämpferin eine mitreißende Geschichte und setzt damit den Fokus auf ein großes Ereignis im Leben der Angela Davis. Somit ist diese Story auch nicht mit einer gewöhnliche Biographie zu vergleichen, denn ausgehend von der Verfolgungsjagd streut Grolleau einzelne Episoden ein, die retrospektiv aufzeigen, wie Angela im gefährlichen ›Dynamite Hill‹ im Süden Amerikas heranwuchs, für ihr Studium Europa bereiste und später wieder in ihre Heimat zurückkehrte, um gegen den Rassenhass zu kämpfen.

Die Zeitsprünge lassen sich durch Trennseiten sehr gut nachvollziehen und mit den beeindruckenden Illustrationen von Nicolas Pitz fühlt man sich regelrecht in das entsprechende Jahrzehnt versetzt, denn es werden auch weitere historische Ereignisse aus dieser Zeit abgebildet. Von der erschreckenden Brutalität des Ku-Kux-Klans, der ungestraft Gewalt gegen die schwarze Bevölkerung ausübt und sogar ganze Viertel in Brand steckt über Polizeigewalt gegenüber Schwarzen bis hin zu Rassismus und Sexismus legt der talentierte Künstler den Finger direkt in die Wunde, die sich bis heute noch nicht geschlossen hat.


Angela Davis ist eine vorbildhafte Figur im amerikanischen Kampf gegen Rassenhass und für die Freiheit. Im Comic wird verdeutlicht, wie früh der Samen des Widerstandes in Angela keimte und durch ein starkes Gerechtigkeitsempfinden zu einem Sprössling wurde, bis er sich mit der Zeit zu einer starken Pflanze entwickelte, sodass in ihr schon bald der Wunsch entstand, sich politisch zu engagieren. Als schwarze Frau zu dieser Zeit alles andere als einfach, den die Black Panthers sind ihr zu chauvinistisch und so tritt sie lieber dem kommunistisch geprägten Che Lumumba Club bei.

Selten haben mich Illustrationen so sehr bewegt, wie es Nicolas Pitz mit seinen durchdringenden Panels in »Gejagt: Die Flucht der Angela Davis« vermochte. Sehr schön ist auch die Dynamik, welche sich aus der wechselnden Gestaltung ergibt, in denen immer wieder aus der klassischen Panelführung ausgebrochen wird und damit die Aufmerksamkeit, genauer hinzusehen, steigert.

Fazit

Keine typische Biographie, sondern eine bestechende Momentaufnahme der Jagd auf die Aktivistin Angela Davis, die den Rassenwahnsinn mit seinen ungeschönten Gräuel einfängt und das Porträt einer beharrlichen Kämpferin zeigt.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 14.08.2021

Veröffentlicht am 10.09.2021

Kurzweilig und in facettenreichen Bildern wird die Geschichte der nordischen Götter erlebbar gemacht.

Nordische Mythen und Sagen (Graphic Novel). Band 1
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Meine Meinung

Basierend auf dem gleichnamigen Roman hat P. Craig Russell eine Comicadaption aus Neil Gaimans neu erzählten »Nordischen Mythen und Sagen« gezaubert, die von der ersten Seite an in ihren ...

Meine Meinung

Basierend auf dem gleichnamigen Roman hat P. Craig Russell eine Comicadaption aus Neil Gaimans neu erzählten »Nordischen Mythen und Sagen« gezaubert, die von der ersten Seite an in ihren magischen Bann zieht. Insgesamt sind drei Comicausgaben geplant, der frisch erschienene erste Band beinhaltet die ersten sechs Geschichten des Romans und führt leichtfüßig in die mystische Welt der nordischen Götter ein.

Für die künstlerische Umsetzung ist ein Team aus begabten Zeichnern verantwortlich, die jeweils eine Geschichte mit ihrem Stil geprägt haben. Darunter P. Craig Russell, Mike Mignola, Jerry Ordway, Piotr Kowalski, David Rubin, Jill Thompson und einige mehr.

Man erfährt beispielsweise, wie Odin sein Auge verlor, Thor zu seinem Hammer kam und Loki immer wieder mit seinem Schabernack für Unruhe sorgt. Die Stärken und Schwächen der Götter werden auf lehrreiche Weise beleuchtet – und doch kommt der Spaß nicht zu kurz.

So ist ein abwechslungsreiches Stück Comickunst entstanden, dass die alten Sagen auf unterhaltsame Weise näher bringt. Ein Werk, das zudem tiefer in die Hintergründe der beliebten Marvel Superhelden vordringt und dabei mit Zeichnungen besticht, die von einem klassisch anmutenden Retrostil über minimalistisches Design bis hin zu detaillierten und wunderschön aquarellierten Bildern für jeden Geschmack etwas bereithalten.

Besonders Fans des durchtriebenen Loki kommen auf ihre Kosten, denn man sollte kaum glauben, worin dieser Schlingel überall seine Hände im Spiel hat. Aber auch Thor und die schöne Freya sowie der Göttervater Odin bekommen ihren Auftritt. Meine Lieblingsgeschichte dieser Sammlung ist ›Freyas ungewöhnliche Hochzeit‹, die die Lachmuskeln ordentlich beansprucht.

»Nordische Mythen und Sagen« ist ein richtiges Kleinod, eine Hommage an die legendären Götter-Geschichten aus längst vergangenen Tagen, in einer ansprechend modernen Neuerzählung, in der die epische Stimmung mit einer humorvollen Note angereichert wurde. Ein mitreißender Ausflug durch die nordische Mythologie, der sich wunderbar als Einstiegspunkt in den Sagenschatz aus einer antiken Zeit in einer weit entfernten Welt eignet.

Fazit

Kurzweilig und in facettenreichen Bildern wird die Geschichte der nordischen Götter erlebbar gemacht.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 07.08.2021